Montag, 7. Mai 2012

Gefährliche Reste in Göteborger Kanälen

In der Auffangbecken der Kanäle für Regenwasser in der Nähe von Bootstellplätzen Göteborgs findet man sowohl im Schlamm als auch im Boden oder im Meer eine Giftmischung deren Zusammensetzung gleich mehrmals die zulässigen europäischen Höchstwerte überschreitet. Alle Untersuchung im Västra Götaland weisen darauf hin, dass diese Probleme bei den Bootsbesitzern zu suchen sind, die auf den Stellplätzen ihre Boote imprägnieren, streichen oder anderweitig behandeln.

Die Untersuchungen zeigten jedoch nicht nur, dass sich früher eine so hohe Menge an Giftstoffen im Boden sammelte und nun langsam ins Meer gespült wird wo die Stoffe teilweise eine verheerende Wirkung auf das Meeresmilieu haben, sondern zahlreiche giftige Stoffe weiterhin angewandt werden und das Risiko für das Meeresmilieu weiterhin ansteigen.

Die Untersuchungen richteten sich vor allem auf TBT, Kupfer, Zink und verschiedene Kupferverbindungen. Die Werte von TBT lagen an einigen Stellen mehrere Tausend Male über dem zulässigen Wert und Kupfer überschritt die Richtwerte immerhin noch um mehrere hundert Male. An einigen Stellplätzen war der Schlamm in den Gullis so stark von Kupfer und Zink belastet, dass er als gefährlicher Sonderabfall betrachtet werden muss und daher der gesamte Stellplatz für Boote saniert werden müsste.
Herbert Kårlin

Sonntag, 6. Mai 2012

Themawoche Göteborg in städtischen Kantinen

Zum dritten Mal haben sich die Göteborger Stadtteile Centrum, Majorna-Linné und Örgryte-Härlanda zusammengesetzt um ihren rund 17.000 Essensgästen in Kindergärten, Schulen und Altersheimen nun eine Woche lang Essen zu einem bestimmten Thema zu bieten. Nach Gesundheit und Umwelt steht nun eine Woche typisch Göteborger Küche auf dem Speiseplan.

Natürlich ist das Thema kein Zufall, sondern knüpft daran an, dass Göteborg dieses Jahr zur Stadt des guten schwedischen Essens gekürt wurde. Auch wenn die Gäste der Stadtküche, schon aus Kostengründen, nicht exklusive Fischgerichte geboten bekommen, so haben die entsprechenden Köche dennoch deftige Hausmannskost der Stadt ausgewählt, mit einer kleinen moderneren Variante, die aber ebenfalls nur in Göteborg zu finden ist.

Natürlich beginnt der kommende Montag mit dem typischen „halv special“, was nichts anderes ist als ein Brot mit Wurst und Kartoffelpüree. Dann werden Pasta mit „goa“ (guten) Bohnen, gebratene Makrele mit grüner Gemüsesoße, gebackener Lachs mit Dillsoße und die „Citysuppe“ geboten, wobei die Suppe eine Erfindung der Göteborger Köche ist und von den meisten Essensgästen als Leckerei betrachtet wird. Da die Einkäufe in diesem Fall gemeinsam stattfinden, können in der Themawoche auch ausgewähltere Gerichte angeboten werden ohne dass die städtische Kasse mehr belastet wird.
Herbert Kårlin

Samstag, 5. Mai 2012

Göteborg muss für Prestigeobjekt Gelder zurückzahlen

Nachdem die Göteborger Tageszeitung GP im letzten Dezember auf die Missverhältnisse des Göteborger Prestigeobjekte Upp aufmerksam gemacht hatte, ein Projekt, das Jugendlichen der Stadt in das Berufsleben helfen sollte, hat nun der europäische Sozialfond ESF, der das Projekt zu einem Drittel finanzierte, das mittlerweile eingestellte städtische Projekt überprüfen lassen und musste erhebliche Mängel in jeder Stufe des Projekts feststellen.

Nachdem weder die Qualität, noch die Quantität den offiziellen Angaben von Upp entsprachen und nahezu nichts bei diesem Projekt ordnungsgemäß und geldgebunden zuging, muss Göteborg nun die gesamte bereits ausbezahlte Subvention an das ESF zurückzahlen. Besonders kritisch sieht das ESF dabei auch, dass die führende Projektgruppe, die die Jugendlichen leiten sollte, erst nach 20 Monaten besetzt wurde, was ein Scheitern des Projekts zwangsläufig herbeiführen musste.

Während der Direktor des Projektes Upp nach Aufdeckung zahlreicher Unzuverlässigkeiten unmittelbar seines Postens enthoben wurde, hat das Scheitern und die mangelhafte Überwachung des Projekts durch die städtische Leitung keinerlei Folgen nach sich gezogen und wird daher auch kaum dazu führen, dass zukünftige Projekte besser geplant und besser überwacht werden. Die Leitung der Stadt begnügt sich, wie schon bei vergangen Fällen, einen Sündenbock vorzuschieben statt die Wurzeln des Problems zu suchen und dort anzusetzen.
Herbert Kårlin

Freitag, 4. Mai 2012

Göteborg setzt auf umweltfreundliche Autos

Die Stadt Göteborg hat sich das Ziel gesetzt, dass alle 95 Prozent aller Fahrzeuge der Stadt umweltfreundliche Fahrzeuge sein sollen. Genau genommen sollen in Zukunft auch keine Dieselfahrzeuge mehr angeschafft werden, sondern nur noch Automobile, die mit Biogas oder mit Strom fahren. Allerdings wurde kein Datum festgelegt, sondern das Programm als Ziel dargestellt. Auf 100 Prozent Umweltfreundlichkeit wollte die Stadt nicht setzen, da es in den Augen der Verantwortlichen nicht möglich ist in den nächsten 20 Jahren auch schwere Fahrzeuge und Sonderfahrzeuge mit umweltfreundlichen Treibstoffen zu betreiben.

Die Forderungen und das Ziel sind lobenswert, bauen jedoch ausschließlich auf den gegenwärtigen Stand der Technik auf, mit dem pessimistischen Glauben, dass sich zumindest während der nächsten zehn Jahre keine neuen, vielleicht umweltfreundlicheren Wege auftun können. So ist es zwar richtig, dass Dieselfahrzeuge gegenwärtig eine sehr große Menge an Stickstoffoxide in die Umwelt abgeben, aber auch hier setzt die Entwicklung fort und kann sich bereits in wenigen Jahren völlig geändert haben, also noch bevor die Stadt den gesamten Fuhrpark erneuert hat und dann vielleicht, streng nach Verordnung, mit einer veralteten und bedingt umweltfreundlichen Lösung fortsetzt.

Seltsamerweise hat man bei den bisher sehr durstigen Fahrzeugen mit Bioenergie und Strom eine Zukunftsvision, denn bis zum Jahre 2015 soll sich der Energieverbrauch, im Verhältnis zu 2010, hier um mindestens 25 Prozent reduziert haben. Auch ist geplant, nach Stockholmer Muster, dass die Stadt Göteborg bis Ende 2015 über mindestens 100 elektrisch betriebene Fahrzeuge in ihrem Fuhrpark stehen haben soll. Dass die Pläne nicht für morgen gedacht sind, zeigt auch, dass sich der fossile Brennstoff der städtischen Fahrzeuge erst bis 2020 um 90 Prozent verringert haben soll. Der höhere Anteil an Biobrennstoff im Benzin wird bei diesem Ziel natürlich ebenfalls behilflich sein.  
Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Mai 2012

Geschützte Insekten im Västra Götaland bedroht

Nur an zehn Stellen Schwedens findet man heute noch die seltene Steinfliege Nemura Dubitans, die es bereits in zahlreichen Gegenden Europas auf die Rote Liste geschafft hat. Eine dieser Gegenden mit dem seltenen Insekt befindet sich im westschwedischen Härryda, nahe einer Neubausiedlung. Nun soll die Heimat dieser Steinfliegen durch eine Abwasseranlage ökologisch umgewandelt werden, obwohl die Gemeinde im Västra Götaland die Aufgabe hat so seltene Tiere wie die Nemura Dubitans zu schützen.

Nahe des Baugebietes findet man heute noch ein kleines natürliches Sumpfgebiet mit einigen kleinen Bächen, die von natürlichen Quellen des nahen Waldes gespeist werden, ein ideales Gebiet für die seltenen Insekten, die sich hier ungestört vermehren konnten. Schon bald soll dies, nach mehrheitlichem Beschluss der Gemeinde Härryda, nun anders werden und der menschliche Egoismus über den Naturschutz gestellt werden.

Härryda muss natürlich dem Regenwasser im Wohngebiete einen Abfluss bieten und hat nun, obwohl es dafür auch andere Stellen gibt, genau jenes Gebiet für einen Dammbau gewählt, der das verunreinigte Regenwasser aufnehmen soll, einen Platz, der ideal für die Nemura Dubitans ist, die die kleinen Rinnsale benötigen. Ein höheres Wasserniveau und das verunreinigte Wasser der Straßen mit Umweltgiften, das sich in Zukunft dort befinden soll, sind ein Todesurteil für die Insekten. Für Härryda sind die Steinfliegen jedenfalls eher eine gesundheitliche Gefährdung als schützenswerte Insekten, auch wenn es diese heute kaum noch in Schweden zu entdecken sind.
Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. Mai 2012

Göteborg veranstaltet EuroSkills 2016

Im Jahre 2016 wird Göteborg die Ausscheidungsstadt für die Europameisterschaft von EuroSkills werden, einer Weltmeisterschaft bei der 700 Jugendliche beweisen werden, dass sie die Besten ihres Jahrgangs sind, die eine Berufsausbildung abgeschlossen haben und damit auch eine der gut bezahlten Arbeiten in ihrem Bereich finden und ihren Beruf bis in den Fingerspitzen fühlen.

Göteborg ist das erste Land des Nordens, das je die Europameisterschaft ausrichten darf, obwohl die schwedischen Jugendlichen bereits bei sämtlichen bisherigen Ausscheidungen bewiesen haben, dass sie mit Gold, Silber und Bronzemedaillen in mehreren Berufsgruppen an der Spitze liegen, auch wenn nicht jedes Gymnasium Schwedens die entsprechenden hochqualifizierte Ausbildungen bietet und nicht jeder Jugendliche die höchste Spitze erreicht.

EuroSkills wird seit 1995 jedes Jahr ausgetragen und soll für alle Auszubildenden Europas ein Ansporn dafür sein das Beste zu geben und eine Berufsausbildung nicht nur als Job zu nehmen. Damit die Ausscheidung 2016 in der Svenska Mässan in Göteborg auch ein Erfolg wird, beginnt Åsa Borvén, die Projektleiterin für EuropSkills 2016  bereits nun mit den Vorbereitungen und sieht auch selbst die Meisterschaft als eine Herausforderung für die Organisation an.
Herbert Kårlin

Dienstag, 1. Mai 2012

Relativ ruhige Walpurgisnacht in Göteborg

Die Begrüßung des Frühlings in der Walpurgisnacht ist in Göteborg grundsätzlich mit einem hohen Alkoholkonsum und Gewalt verbunden, weshalb Sanitäter und Polizei bereits ab dem frühen Nachmittag mit verstärkter Einsatzstärke unterwegs waren. Die letzte Nacht lief, vielleicht gerade wegen dem starken Polizeieinsatz, relativ ruhig ab und vor allem gewaltsame Schlägereien waren nahezu abwesend.

Nachdem die Polizei, nach bewährter Methode, bis Mitternacht bereits den Alkohol von rund 300 Personen, überwiegend von Minderjährigen, in den Rinnstein oder das Gras geschüttet hatte, mussten nur 49 Personen den Rest der Nacht in der Ausnüchterungszelle verbringen und acht weitere wurden wegen der Störung des allgemeinen Friedens vorübergehend festgenommen.

Wie üblich war der Notruf 112 nahezu die ganze Nacht über in Anspruch genommen, aber glücklicherweise wurden keine Messerstechereien oder grobe Übergriffe gemeldet. In der Nacht wurde auch  nur ein Autounfall gemeldet, als ein Betrunkener im Göteborger Raum im Straßengraben landete und wegen leichten Schäden im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Göteborger Polizei ist mit der Bilanz in jedem Fall zufrieden.
Herbert Kårlin