Donnerstag, 31. Mai 2012

400 Jahre Göteborg, der Jubiläumsplan

 
Als Göteborg 300 Jahre alt wurde, setzte die Stadt auf Kultur, deren Zeichen noch heute am Götaplatsen deutlich zu sehen sind und der immer noch als kultureller Magnet gilt. Wenn Göteborg im Jahre 2021 die nächste Schwelle nimmt und 400 Jahre alt wird, sollen erneut Zeichen gesetzt werden, die Göteborg deutlich auf die Weltkarte setzen und den Bewohnern eines neues Stadtbild bietet.

Bevor man sich an die Planung dieses Mammutprojektes machte, wollte man wissen, wovon eigentlich die Göteborger träumen. Jeder Bürger war daher aufgerufen seine Ideen und Wünsche zu präsentieren. Das Ergebnis findet man nun in einem 400 Seiten umfassenden Buch, wo man sich über alle 1680 eingegangen Ideen seine eigenen Gedanken machen kann. Auch wenn so manche Idee nur ein persönlicher Wunsch war, so findet man hier auch zahlreiche Ansätze, die die heutigen Schwachpunkte der Stadt zeigen und deshalb eine wichtige Anregung zur 400-Jahresfeier sind.

Die Projektgruppen, die bereits ein Stück weiter denken und intensiv an den Vorbereitungen arbeiten, wollen Göteborg zu sieben Städten machen, die alle in einer einzigen Platz haben, denn das 400 Jahre alte Göteborg soll eine grüne Stadt werden, eine Kulturstadt, eine Stadt der Wissenschaft, eine moderne Stadt, eine Stadt der Erlebnisse, eine wachsende Stadt und eine offene Stadt in der sich alle Bewohner wohl fühlen, egal welcher Hautfarbe, welcher Religion und welcher Herkunft.

Herbert Kårlin
 

Mittwoch, 30. Mai 2012

Das gefährlichste Wrack liegt vor Västra Götaland

Nach einer Analyse der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg, die das Umweltrisiko von 17.000 Wracks, die vor der schwedischen Küste auf Grund liegen, nach ihrer Gefährlichkeit einstufte, ist das Fahrzeug S/S Skytteren, das seit 70 Jahren vor Lysekil liegt, jenes, das für das schwedische Meer und die Küste die größte Gefahr bildet und eine Umweltkatastrophe verursachen kann.

Die S/S Skytteren sollte am 1. April 1942 innerhalb eines Konvois schwedisches Kriegsmaterial an die Alliierten liefern und wurde als einziges der Schiffe von den Deutschen beschossen, woraufhin der Kapitän die Skytteren vor dem Bohuslän versenken ließ. Da das Schiff eine weite und gefährliche Reise vor sich hatte, befand sich, nach Informationen der Regionalregierung des Västra Götalands, nahezu 6000 Kubikmeter schweres Öl an Bord, das seit spätestens 2005 aus den Tanks austritt, wenn auch noch in kleinerer Menge.

Wie viel Öl bisher ausgetreten ist und um welche Menge an Öl sich noch in den Tanks des Wracks befindet, ist unbekannt, wobei bisher allerdings auch keine Maßnahmen ergriffen wurden das noch vorhandene Öl abzupumpen und damit ein mögliches Umweltchaos zu verhindern. Vor der schwedischen Küste liegen etwa 17.000 Wracks, wovon 2500 als Risiko für die Umwelt betrachtet werden und 31 eine extrem hohe Gefahr für die Meeresfauna und Meeresflora bilden.
Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Mai 2012

Einheitliche Kunstausbildung in Göteborg

Bereits zum Herbstsemester werden sich die Göteborger Kunststudenten jeder Art unter einer gemeinsamen Leitung finden, denn aus der Filmhochschule, der Hochschule für Fotografie, der Kunsthochschule Valand und der Abteilung Literäre Gestaltung wird eine einzige Hochschule werden, die sich „Akademin Valand“ nennt, eine Änderung, die es ermöglichen soll, dass alle Kunstsparten übergreifend behandelt und studiert werden können.

Präfekt der Gesamteinrichtung wird der Dubliner Mick Wilson, 47, der sein Doktorexamen am National College of Arts & Design in Irland ablegte, später Dekan an der Forscherschule Graduate School Creative Arts and Media wurde und zuletzt als Präfekt der Freien Kunst am Dublin Institute of Technology arbeitete. Mick Wilson hat die Aufgabe das Renommee der bereits international geschätzten Ausbildungen in Göteborg noch weiter voranzutreiben.

Während Göteborg und die vier universitären Einrichtungen diese Neuordnung begrüßen, da die Studenten nun an mehreren Richtungen parallel arbeiten können und die Forschung sich ebenfalls nicht mehr auf eine Kunstrichtung beschränken muss, sehen viele Studenten der Änderung mit gemischten Gefühlen entgegen, da dies in ihren Augen bedeutet, dass die Ausbildung nun bürokratisch geordnet wird und nur noch wenige Personen über Inhalte der Ausbildung entscheiden können, aber auch das Mitspracherecht der Studenten schrumpft.
Herbert Kårlin

Montag, 28. Mai 2012

Eurovision im Jahre 2013 in Göteborg

Alle drei Großstädte Schwedens wollen, trotz der hohen Kosten, die damit auf sie zukommen, den kommenden Eurovision Song Contest bei sich haben. Die Chance, dass Göteborg die Ausscheidung im kommenden Jahr austragen darf, ist hoch, denn die modernste Arena Stockholms, der Globen, ist bereits gebucht und kommt im kommenden Mai für die Austragung auf keinen Fall in Frage.

Stockholm hat nun die Möglichkeit die Veranstaltung, unter Umständen, in die Friends-Arena auszulagern und damit die Fußballfreunde von AIK zu verärgern, Malmö hat eine relativ moderne Arena in guter Lage und Göteborg hat mit seinem Scanidanvium bereits die größten Künstler der Welt begrüßt und eine große Erfahrung mit entsprechenden Ereignissen. Und hier fand auch bereits eine Endausscheidung des Eurovision Song Contests statt.

Anneli Hulthén, die Vorsitzende des Göteborger Stadtrates will auf jeden Fall alles versuchen um die Veranstaltung in die Stadt zu bringen, da dies eine Woche lang finanzkräftige Besucher in die Stadt zieht und Göteborg in ganz Europa bekannt macht. Ein kleines Problem ist nur noch, dass in Göteborg um diese Epoche auch andere Ereignisse geplant sind und am Tag des Finale gleichzeitig der Halbmarathon Göteborgsvarvet statt findet. Göteborg will jedenfalls dafür kämpfen Austragungsort zu werden.
Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Mai 2012

Heimliche Räume öffnen sich in Göteborg


Jedes vierte Jahr öffnet das „Statens Fastighetsverk“, das einige der bedeutendsten Bauten der Geschichte Schwedens verwaltet, eine Auswahl ihrer Gebäude für einen einzigen Tag für die Allgemeinheit, um sie dann wieder für unbestimmte Zeit zu schließen. Meist handelt es sich dabei um Gebäude und Anlagen, die man aus Sicherheitsgründen nicht permanent öffnen kann oder aber dass sich der finanzielle Aufwand nicht lohnt sie ständig mit Personal zu besetzen.

Nach acht Jahren wurde am gestrigen Samstag nun das Fort Oscar II. in Göteborg wieder einmal geöffnet, dieses Mal sogar mit einigen Räumen, die auch 2004 verschlossen geblieben waren und daher zum ersten Mal von privaten Besuchern genauer betrachtet werden konnten. Der Ansturm auf die lange geheim gehaltene Verteidigungsanlage an der Mündung des Göta älv war enorm, so dass man sich gerade einmal schrittweise durch die dunklen und feuchten Räume schlängeln konnte, aber dennoch mit Sicherheit einiges verpasste.

Das Oscar II. Fort wurde vollständig in den Berg gesprengt, so dass es bei seiner Fertigstellung im Jahre 1907 als die modernste Verteidigungsanlage Schwedens galt und geradezu unsichtbar war. Auch wenn die gesamte Anlage bereits in den 30er Jahren dann als veraltet galt, so wurde sie aufrecht gehalten und sollte noch während des Zweiten Weltkriegs eine deutsche Invasion in Göteborg verhindern. Seit das Fort im Jahre 1955 keine militärischen Dienste mehr leistet, liegt die Anlage als Pensionär auf dem Västerberget und wird nur zu extrem seltenen Gelegenheiten geöffnet.

Herbert Kårlin

Samstag, 26. Mai 2012

Der Hammarkullekarnevalen in Göteborg


Am heutigen Samstag findet der 37. farbenprächtige Karnevalsumzug im Göteborger Stadtteil Hammarkullen statt, einem multikulturellen Stadtteil, der trotz seiner nur rund 8000 Einwohnern jedes Jahr den größten skandinavischen Karneval auf die Beine stellt, der im letzten Jahr etwa 70.000 Zuschauer in den Vorort lockte. Auch wenn der Umzug des Hammakullekarnevalen mit seinem internationalen Einschlag als der Höhepunkt betrachtet wird, so hat sich die Veranstaltung zu weitaus mehr entwickelt.

Der Karneval mit Diskussionen, internationalem Essen, Tanz und Animation für Kinder konnte sich gerade wegen seiner kulturellen Vielfalt zu dem entwickeln, was er heute darstellt, denn fast 3000 der Bewohner des Stadtteils sind Einwanderer, die es schafften sich in rund 50 verschiedenen Vereinen zu engagieren und damit eines der bedeutendsten Ereignisse der Stadt zu schaffen, das sich weniger an Touristen richtet, sondern vor allem an die Bewohner des Västra Götaland.

Der Nachteil dieser Struktur ist natürlich, dass die Tanzgruppen ihre Kleidung und ihren Schmuck selbst finanzieren müssen und die Organisation in den Händen von einigen Wenigen liegt. Dies ist auch einer der Gründe, warum sich Tony Parath, der Karnevalchef, Gedanken über diesen Göteborger Karneval macht, denn das Publikum sucht jedes Jahr eine Steigerung und Neuerungen, was jedoch die finanzielle Situation nicht zulässt. Wer allerdings den heutigen Karnevalsumzug verpasst, kann einen etwas reduzierten Umzug noch während des Göteborger Kulturfestes entlang der Avenyn bewundern.

Herbert Kårlin

Freitag, 25. Mai 2012

In Göteborg wird Alkohol ins Haus geliefert

Nach dem Erfolg der zahlreichen Wein- und Whisky-Clubs Schwedens, die ihren Kunden Alkohol an die Haustür liefern und sich dadurch zur größten Konkurrenz der staatlichen Systembolaget entwickelten, will das staatliche Monopol nun auch den Weg zur Tür des Kunden finden. Falls sich die Geschäftsleitung nun endgültig zu diesem Schritt entscheidet, so wird Göteborg eine der Versuchsstädte werden.

Systembolaget will sich mit dieser Änderung den Gewohnheiten seiner Kunden anpassen, die immer häufiger online einkaufen und dabei gleichzeitig seinen Kundendienst verbessern. Ob diese Idee, die seit rund einem Jahr diskutiert wird, auch umgesetzt wird, hängt nun noch von zwei Gutachten ab und natürlich von der Stadt Göteborg, die sich erst kürzlich entschloss, wegen Alkoholproblemen die Öffnungszeiten in Nachtklubs zu verkürzen. Hält die Stadt es für problematisch, dass die Systembolaget Alkohol ins Haus liefert, so stirbt das Projekt bereits vor einem ersten Versuch.

Die erste Systembolaget wurde bereits 1850 gegründet, mit dem Ziel für die Gesundheit des Volkes zu arbeiten und den Alkoholkonsum so einzuschränken, dass Alkohol nur ein Genuss ist, aber nicht zum Berauschen führt. Wenn man die neuesten Verkaufszahlen der letzten drei Monate betrachtet, so stellt man fest, dass das Monopol der Idee ein Stück näher kam, denn der Absatz an Alkohol stieg in dieser Zeit nur um 1,1 Prozent und der Verkauf von alkoholfreien Getränken um 35,3 Prozent, wäre nur nicht die Geschichte der steigenden Absätze durch Schmuggelgut und Clubs.
Herbert Kårlin