Mittwoch, 7. Oktober 2009

Die Stadtteile Göteborgs sollen im nächsten Jahre 558 Millionen sparen

Die verschiedenen Stadtteile Göteborgs müssen laut Stadtverwaltung im nächsten Jahr 558 Millionen Kronen sparen, und das, obwohl die Stadt vom schwedischen Staat für das kommende Jahr ein höheres Budget zugeteilt bekommt als bisher. Welche Dienste (und Arbeitsplätze) in den einzelnen Stadtteilen wegfallen sollen die Verantwortlichen Politiker der einzelnen Stadtteile kurzfristig entscheiden.

Nach ersten Ergebnissen ist bereits sicher, dass vor allem Kinder, Jugendliche, Behinderte, Ältere und Kultur von den Sparmaßnahmen betroffen sind. Nicht ein Prestigeobjekt wird aufgeschoben und bereits vorhandene Probleme werden nur vergrößert, als ob die Verantwortlichen keine Lehre aus den aktuellen Unruhen ziehen wollen.

Schon jetzt erfüllt Göteborg bei weitem nicht die selbst gesetzte Quote für sozialen Wohnungsbau, liegt in der Arbeitsbeschaffung weit hinter Stockholm und Malmö zurück und verfügt über eine der unmodernsten Bibliotheken des Landes. Nun wird auch bei Vorschulen, Freizeiteinrichtungen und der Versorgung der älteren Bewohner und der Behinderten gespart. In den Stadtteilen beginnt es zu brodeln und zahlreiche Aktionsgruppen haben zu Maßnahmen aufgerufen. Göteborg kann damit einen heißen Herbst und Winter erwarten.

Herbert Kårlin

Dienstag, 6. Oktober 2009

Facebook als Kampf gegen die Schliessung einer Göteborger Bibliothek

Nachdem der Stadtrat Göteborgs aus Budgetgründen die Schließung der öffentlichen Bibliothek in Linnéstaden beschlossen hat und damit einem ganzen Stadtteil einen wichtigen kulturellen Platz nimmt, hat die Aktionsgruppe Folkbibliotekens vänner zu einer Unterschriftenaktion aufgerufen und nutzt Facebook um die Bewohner Göteborgs zu mobilisieren. Nach nicht einmal zwei Tagen konnte die Unterschriftenliste bereits nahezu 3000 Namen aufweisen.

Nach Aussagen der Stadtverwaltung ist die Schließung dieser Bibliothek eine Notwendigkeit, da die Schließung jeder anderen Einrichtung ein noch größeres Problem verursachen würde. Die Bewohner des Stadtteils und die Besucher der Bibliothek halten diesen Schritt mehr für eine Missachtung kulturellen Gutes als eine Notwendigkeit, zumal bisher niemand weiß was mit den Büchern geschehen wird, ob sie vielleicht, wie zahlreiche von der Stadt bezahlten Kunstwerke, nicht einfach in einem Lager verschwinden werden.

Am heutigen Abend lädt die Aktionsgruppe nun, im Beisein einiger Stadtpolitiker, zu einem offenen Gespräch ein, um zu retten was noch zu retten ist. Allerdings sind die Freunde der Bibliothek nicht sicher, ob die Stadtverwaltung ihren Angelegenheiten ein Ohr schenken wird und nach demokratischer Ordnung auf den Wunsch der Mehrheit eingeht oder die Stadt mit eiserner Hand im Alleingang regieren werden ohne auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen.

Herbert Kårlin

Montag, 5. Oktober 2009

Deutsche zieht es immer mehr nach Göteborg und Westschweden

Vorbei ist die Zeit in der Deutsche nur hin und wieder ihren Urlaub in Schweden verbringen wollen und dafür die Romantik der weitläufigen Wälder suchen. Jedes Jahr zieht es nun mehr Deutsche vor allem nach Göteborg und seine Umgebung, wenn auch nicht um ganz dort zu leben, aber um eben ein Sommerhaus in der Nähe von Göteborg zu besitzen und hier jeden Sommer zu verbringen.

Im Gegensatz zu Norwegern oder Dänen scheuen sie weder Nachbarn und akzeptieren auch Häuser in Sommerkolonien, soweit diese über den modernsten Komfort verfügen und auch entsprechend großräumig sind, damit man auch Freunde unterbringen kann oder man durch die touristische Vermietung seine Investition wieder (steuerfrei) hereinholen kann.

Da die deutschen Sommerschweden fast jeden Preis für ihre Sommerhäuschen bezahlen wird es für die Bewohner Göteborgs immer schwieriger sich selbst eine noch so einfache Stuga zu kaufen und die alte Tradition der Sommerwohnungen beginnt zu verschwinden. Der Einfluss Europas ist hier auf dem Wege alte Tradition in wenigen Jahren einfach auszuradieren. Selbst die offiziell nicht bewohnbaren Seebuden werden zu einem Spekulationsobjekt.

Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Oktober 2009

Erneut gingen in Göteborg mehr als 20 Autos in Flammen auf

Mehrere Brände und erneut 20 Autos in Göteborg, die das Opfer von Brandstiftungen wurden. Vor allem in Teilen des Stadtteils Hisingen tritt keine Ruhe ein. Jede Nacht gehen Autos in Flammen auf, wobei mittlerweile vor allem grössere Garagen das Ziel der Brandstifter wurden.

Die Polizei scheint hilflos, denn kaum ein Täter kann identifiziert werden und kaum jemand sieht auch nur einen der Täter. Selbst Hundeeinheiten bleiben ergebnislos. Die betroffenen Anwohner sind geteilter Meinung und fordern, sei es eine bessere Jugendpolitik in Göteborg, sei es ein härteres Durchgreifen, aber niemand hat eine Lösung, während die Angst sich ausbreitet.

Jugendliche, die man in den betroffenen Stadtteilen befragt sind teils aggressiv, schuldigen aber auch die Göteborger Regierung an nichts gegen die hohe Arbeitslosigkeit zu unternehmen, keine Aktivitäten vorzuschlagen und jede positive Einrichtung durch Budgetstreichungen zu boykottieren. Ein Gesprächsaustausch beider Seiten scheint jeden Tag weiter in die Ferne zu rücken und auch die Stippvisite der Justizministerin Beatrice Ask in Göteborg konnte, auf Grund des hohen Sicherheitsstabes und einem Mangel an tatsächlicher Kommunikation mit Betroffenen, die Situation nur ins Negative führen.

Auf Grund der hohen Schäden an Fahrzeugen überlegen mittlerweile auch mehrere Versicherungsgesellschaften wie sie ihre Bilanz im Positiven halten können. Mit größter Wahrscheinlichkeit werden sie in Risikogebieten in naher Zukunft die Prämien erhöhen müssen und den Geschädigten noch mehr Schaden zufügen.

Herbert Kårlin

Samstag, 3. Oktober 2009

Für viele Göteborger kommt die Impfung gegen die Schweinegrippe zu spät

Obwohl Schweden zu den Ländern gehört, die sehr frühzeitig das Grippeserum gegen die zu erwartende Epidemie der Schweinegrippe bestellt haben und auch eine ausreichende Menge, um die gesamte Bevölkerung zweimal impfen zu können, ist nun zu erwarten dass sehr viele Göteborger zu spät geimpft werden können, da das Serum nach vorgegebenen Quoten geliefert wird.

Natürlich ist die Anzahl der bisher grippeinfizierten Personen in ganz Westschweden zur Zeit niedriger als in Stockholm oder in Schonen, aber niemand weiß, wann der Virus sich ausbreiten wird und wo morgen die meisten Toten zu erwarten sind. Da die Lieferungen der Pharmaindustrie jedoch weitaus später kommen als zugesagt und auch die zugesagte Menge weit unter der bestellten liegt, ist sicher, dass Göteborg mit seiner Umgebung im Herbst keine Impfungen im großen Stil garantieren kann.

Risikogruppen können frühestens Ende Oktober geimpft werden und müssen sich unaufgefordert in ihrem zuständigen Behandlungszentrum einfinden. Die restliche Bevölkerung wird voraussichtlich selbst bis zum Neuen Jahr nicht ausreichend geimpft sein und die Schweinegrippe zum Impfzeitpunkt zum Teil bereits hinter sich haben. Es ist daher nur zu hoffen, dass sich die Schweinegrippe in Göteborg im gleichen Masse verzögert wie die Lieferungen der Pharmaindustrie.

Herbert Kårlin

Freitag, 2. Oktober 2009

Apathische Kinder finden in Göteborg die beste Unterstützung

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden unter Asylantenkindern immer mehr apathische Kinder festgestellt. Anfangs hatten zahlreiche Psychologen den Verdacht, dass Eltern ihre Kinder unter Drogen setzen würden um dadurch irgendwelche Vorteile bei der Bearbeitung ihrer Anträge zu erreichen. Erst während der letzten zwei Jahre zeigte sich, dass diese Kinder unter einem Trauma leiden und daher dringend Hilfe benötigen.

Nach offiziellen Zahlen befinden sich zur Zeit rund 50 dieser apathischen Kinder in Schweden. Jüngste Untersuchungen zeigen nun, dass apathische Kinder in Göteborg weitaus seltener zu medizinischen Problemfällen werden als in anderen Regionen Schwedens und zur Zeit nur zwei Kinder in Göteborg künstlich ernährt werden müssen.

Den Grund für diese Situation sehen Ärzte und Psychologen in Zusammenhang mit dem großen Diskothekenbrand in Backa im Jahre 1998. Nach dem Brand waren Behörden, Ärzte und Psychologen in Göteborg gezwungen sich mit Schockreaktionen und Traumas auseinanderzusetzen, die jenen der apathischen Kindern ähneln. Diese Erfahrung kommt ihnen nun zu Gute, so dass sie Anzeichen schneller erkennen können und auch aktiv in die Behandlung der ganzen Familie eingreifen können.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Probleme für die Göteborger Fußballmannschaft GAIS

Alles lief bestens für die Göteborger Fußballmannschaft GAIS. Ihr brasilianischer Spieler Wanderson do Carmos verzeichnet bereits 16 Tore und die Mannschaft strebt im Allsvenskan, der schwedischen Fußballmeisterschaft, nach oben. Im Moment liegen sie auf dem elften Platz.

Seit über zwei Jahren spielt der brasilianische Fußballer nun für GAIS, und sein Vertrag läuft weitere vier Jahre. Wenn nur das Problem mit der Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung nicht wäre. Der Spieler hätte spätestens am 27. Juni eine Verlängerung seiner Genehmigungen beantragen müssen, reichte den Antrag jedoch erst am 17 September des Jahres ein. In der Zwischenzeit war er, zumindest gesetzlich, illegal in Schweden und spielte daher auch illegal für GAIS.

Natürlich gibt es keine Probleme mit der neuen Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, da Wanderson do Carmos ja einen gültigen Arbeitsvertrag nachweisen kann, aber der schwedische Fußballverband muss nun prüfen, ob die Tore, die er während der illegalen Phase schoss gerechnet werden dürfen. Es ist zu befürchten, dass GAIS die Punkte, die sie auf Grund seiner Tore bekam nun verlieren werden, was bedeutet, dass die Mannschaft ganz am Ende der Liste des Allsvenskan landen wird.

Herbert Kårlin