Sonntag, 15. November 2009

Der Göteborger Frihamnen wird zu einer neuen City

Die Stadtarchitekten und Stadtverwaltung Göteborgs wollen innerhalb der nächsten zehn Jahre eine neue, „schwimmende“ City schaffen, dort, wo heute noch die Englandboote abgehen, Kreuzfahrtschiffe anlegen, im Sommer einige Konzerte und einmal im Jahr das Cityrace stattfindet, nämlich im Frihamnen (Freihafen) Göteborgs.

Die Größe des Frihamnen entspricht jener von Göteborg inom Vallgraven und hat eine ideale Lage: mitten im Göta Älv. Eine exklusive Lage für exklusive Geschäfte und exklusives Wohnen und an der zentralsten Stelle der Stadt.

Bevor jedoch das erste Gebäude geplant werden kann müssen die Lager im Freihafen verschwinden, sämtliche Pfeiler erneuert werden und der ganze Frihamn um mindestens einen Meter erhöht werden, da Hochwasser und Klimaveränderungen sonst das Gebiet bedrohen. Die zentrale Älvstadt Göteborg soll auch verkehrsmäßig mit beiden Seiten des Flusses gut verbunden werden und sind den einstigen Plänen König Gustav II Adolf würdig, der einst die Stadt innerhalb des Wallgrabens gründete. Noch ist jedoch unklar, wo dann die 60 bis 100 Kreuzfahrtschiff pro Jahr anlegen und von wo aus die Fähren nach England ihren Platz finden werden.

Herbert Kårlin

Samstag, 14. November 2009

Drei Göteborger Köche im Finale zum Koch des Jahres 2010

Seit 2003 wurde kein Göteborger Koch mehr zum Koch des Jahres gekrönt und im Jahre 2007 war letztmals ein Chef de Cuisine aus Göteborg in der Endausscheidung vertreten. Im Januar des Jahres 2010 werden nun gleich drei Köche der Stadt gegen die drei Konkurrenten aus Stockholm antreten und die Chance ist groß, dass wieder ein Koch aus Göteborg der Gewinner sein wird.

In der Endausscheidung befinden sich nun Linus Ström (Thörnströms kök), Sebastian Höckert (Swedish Taste) und Gustav Trägårdh (Basement), drei Köche, die auf dem besten Wege die Göteborger Küche wieder in alle Munde zu bringen und zu beweisen, dass es nicht nur in Stockholm Restaurants mit hochkarätiger Küche gibt.

Aus den 127 teilnehmenden Köchen ganz Schwedens bleibt nun, nach der Halbausscheidung mit 24 Chefs de Cuisine, zum Finale eine Ausscheidung zwischen Göteborg und Stockholm. Am 28. Januar müssen die sechs Köche im Annexe des Globen in Stockholm ihr Können unter Beweis stellen. Dem Gewinner winkt nicht nur eine Medaille und die Ehre, sondern er wird auch dem Restaurant in dem er arbeitet einen großen Zustrom an Gästen garantieren.

Herbert Kårlin

Freitag, 13. November 2009

Weihnachtsmarkt Liseberg in Göteborg mit Kunstschnee und Eis aus Wachs

Dieses Jahr hat der Weihnachtsmarkt in Liseberg, Göteborg, sein zehnjähriges Jubiläum und bietet all das, was man sich vom größten Weihnachtsmarkt Skandinaviens nur wünschen kann. Ab dem 13. November können die Besucher des Vergnügungsparks jedes Wochenende eine winterliche Landschaft finden, bei der der Schnee der Skipiste aus einer Schneekanone kommt, die auch bei 35 Grad noch Schnee herstellen kann, die Wege mit Filmschnee aus Karton und Wasser Winterstimmung schaffen und das Eis am Hafen Lisebergs aus Wachs besteht.

Die Weihnachtsbeleuchtung Lisebergs mit den 6,5 Kilometer langen Lichterschlingen, die sich den rund 80 Verkaufsbuden entlang befinden wird, wie auch der restliche Strombedarf des Göteborger Vergnügungsparks, aus dem Liseberg eigenen Windkraftwerk geschöpft, was vermutlich für die Weihnachtsmärkte ganz Europas einmalig ist.

Außer dem Skihügel Sälen vinterland bietet Liseberg im Jahre 2009 noch weitere Attraktionen mit denen andere Weihnachtsmärkte kaum konkurrieren können. Sechs bedeutende Eisskulpteure schaffen während des Weihnachtsmarkts aus Eisblöcken, die direkt aus Jukkusjärvi kommen, Werke, die man sonst nur im hohen Norden Schwedens zu sehen bekommt. Und wenn Liseberg auch kein Eishotel bieten kann, so findet der Besucher jedoch eine Eisbar in der jedes Detail aus Eis ist, egal ob es sich um die Tische und Bänke handelt, die Dekoration und die Regale oder die Gläser aus denen man, mit einem Thermohandschuh, trinkt.

Und auch Unterhaltung kommt zu Weihnachten in Göteborgs Liseberg nicht zu kurz, denn der Besucher kann eine phantastische Schlittschuhshow verfolgen oder vier Sonntage an den für Liseberg typischen Allsång-Veranstaltungen mit Lotta Engberg teilnehmen, die hierzu mehrere bedeutende Künstler Schwedens eingeladen hat. Liseberg bietet dieses Jahr fünf winter-weihnachtliche Erlebnisse für jedes Alter und auch die Möglichkeit nordschwedische Spezialitäten zu kosten und zu erwerben.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. November 2009

Wohnalternative Hausboot in Göteborg

Bisher war es in Göteborg ausgeschlossen permanent auf einem Hausboot zu wohnen. Die Idee kam zwar mehrmals von Privatunternehmen aufs Tablett, aber bisher weigerte sich die Stadt den Argumenten der verschiedenen Gruppen zu lauschen. Hausboot waren keine feste Wohnung.

Diese Situation kann sich im nächsten Jahr ändern, denn die Idee Hausboote in Sannegården, einem Teil des Göteborger Norra Älvstranden, beginnt auch im Stadtrat mehr und mehr Fuß zu fassen, da nun einmal Wohnungsnot in Göteborg herrscht. Hausboote könnten hier eine Alternative bieten.

Natürlich sind die Hausboot-Wohnungen nicht für jedermann, der unter dem Mangel an Wohnungen leidet, denn wie schon das neue Projekt bei Skeppsbron und die Wohnungen am Norra Älvstranden richtet sich das Angebot an eine Personengruppe, die sich 166 Quadratmeter große Boot in guter Lage auch leisten kann.

Nach dem von Sozialisten und Grünen geführten Stadtrat muss man jene, die sonst vielleicht ein Haus außerhalb Göteborgs Grenzen kaufen eine interessante Alternativen bieten, also auch Hausboote. Bleibt dabei eigentlich nur noch die Frage, ob bei dieser Aktion auch der freie Zugang zum Strand beschränkt wird und das Ufer ebenfalls privatisiert wird, denn wer ein Hausboot mit 166 Quadratmetern Wohnfläche kauft, will außer Wasser ja auch über etwas Land an seinem Bootsplatz verfügen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. November 2009

Ein Feuchtgebiet im Göteborger Schlosswald

Rund 50 Studenten nehmen am Donnerstag den 12. November 2009 am Projekt 24 Biologi Special teil. Ihre Aufgabe ist es innerhalb von 24 Stunden ein komplettes Projekt für die Stadt Göteborg zu erstellen, unter anderem die Planung eines Feuchtgebietes im Göteborger Schlosswald (Slottsskogen).

Der Göteborger Schlosswald und die Stadtverwaltung Göteborgs hatten schon lange den Wunsch im Göteborger Schlosswald ein Feuchtgebiet anzulegen, was jedoch, auch aus Kostengründen, immer wieder aufgeschoben wurde. Nun sollen Biologen der Göteborger Universität nach einem geeigneten Ort suchen und auch das Gesamtprojekt planen. Was für den Schlosswald eine Bereicherung sein soll ist für die Studenten die erste Konfrontation mit ihrem zukünftigen Arbeitsleben und vielleicht auch mit ihrem Arbeitgeber.

Der entsprechende Auftrag wird am Donnerstag um 9 Uhr 15 während der Kunskapsmässan an eine Gruppe von sechs Studenten vergeben. Damit der Plan eines Feuchtgebietes auch in der Praxis realisiert werden kann arbeiten während der 24 Stunden nicht nur Biologen, sondern auch Umweltdesigner und Ökonomen in der Gruppe mit. Sollten die Studenten erfolgreich sein, so winkt ihnen, vielleicht, eine Arbeitsstelle bei der Stadt Göteborg.

Weitere Nachrichten zum Göteborger Schlosswald:
Alle tropischen Vögel müssen den Slottsskogen verlassen

Weitere Informationen über den Slottsskogen (Schlosswald):
Der Schlosswald oder Slottsskogen in Göteborg
Der Tiergarten im Göteborger Slottsskogen
Der Kinderzoo im Schlosspark in Göteborg
Die Teiche des Slottsskogen in Göteborg
Smålandsstugan im Slottsskogen in Göteborg
Der Hallandsgården im Göteborger Slottsskogen

Herbert Kårlin

Dienstag, 10. November 2009

Wegen Sparmaßnahmen weniger Operation im Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg

Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus muss im nächsten Jahr 140 Millionen Kronen einsparen. Dies bedeutet weniger Untersuchungen, weniger Operation, weniger Überwachung bei und nach einer Krankheit. Nahezu jede Abteilung des Krankenhauses ist von Einschnitten betroffen und so manche Operation muss auf quasi unbegrenzte Zeit aufgeschoben werden, wenn der Patient nicht eine Behandlung in einem anderen europäischen Land wählt.

Am meisten betroffen von den Sparmaßnahmen ist die Orthopädie und die Kinderabteilung. Bei den Sparmaßnahmen geht es nicht nur um Personaleinsparungen (im Jahre 2010 werden 400 bis 500 Arbeitsplätze verschwinden), sondern Tausende von Patienten müssen auf so manche Behandlung oder Untersuchung verzichten oder mit einem größeren Risiko leben lernen.

Das Sahlgrenska wird ab nächstem Jahr nahezu jede Behandlung, die eine Ärztezentrale theoretisch ausführen kann, ablehnen, was natürlich bedeutet, dass der Patient dann die Behandlung auch selbst, im Rahmen des vorgegebenen Limits, bezahlen muss. Das Göteborger Sozialsystem geht damit einen weiteren Schritt auf die Zwei Klassen Gesellschaft zu. Wer kein Geld für seine Gesundheit übrig hat muss eben krank bleiben.

Herbert Kårlin

Montag, 9. November 2009

Job coaches in Göteborg – Bilanz von zwei Monaten Arbeit

Seit September des Jahres sollen Job Coches den Göteborger Arbeitslosen dabei helfen wieder einen Arbeitsplatz zu finden. In der Regel sollen Job Coaches den Arbeitssuchenden genau bei den Aufgaben helfen, die sie längst beherrschen: beim CV verfassen, auf Vorstellungsgespräche vorbereiten und Wegen weisen, wie man einen Arbeitgeber findet, den es kaum gibt.

Von den 950 in Schweden zugelassenen Job Coach-Unternehmen haben nun 50 so starke Kritik bekommen, dass sie im nächsten Jahr nicht mehr fortsetzen dürfen. Aber auch die offiziell als korrekt bezeichnete Arbeit der Coaches bleibt in einer Grauzone, da es in Göteborg nicht ein Arbeitsamt gibt, das weniger Arbeitslose verzeichnet als vor der Maßnahme und kein Arbeitsamt kann darauf antworten, ob das Programm überhaupt eine Wirkung zeigte und dank der Coaches Bedürftigen geholfen wurde.

Ein Job Coach ist per Definition nicht dafür da bei der Vermittlung oder der tatsächlichen Suche von einem Arbeitsplatz zu helfen, denn diese Aufgabe sollen Arbeitslose selbst übernehmen, in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arbeitsamt. Aber auch hier stellt sich die Frage, wie das Arbeitsamt seine Rolle definiert. Einige Arbeitsämter vermitteln Praktikantenjobs, die zeitbegrenzt sind und nicht zu einer Festanstellung führen. Ein Arbeitsloser, der kein Arbeitslosengeld erhält, darf in diesem Fall zwei bis sechs Monate eine Vollzeit-Arbeit für monatlich rund 400 Euros leisten ohne jede Zukunftsaussicht.

Herbert Kårlin