Freitag, 7. Juni 2013

Der Nationaltag in Göteborg


Auch wenn sich in Göteborg der Nationaltag, wie in ganz Schweden, nur sehr langsam zur Tradition entwickelt, so gehört dieser Tag seit langem zu jenen in denen es, bei Sonnenschein, nahezu jeden Bewohner der Stadt zum Schlosswald, der größten Parkanlage Göteborgs, zieht um dort sein Picknick zu veranstalten. Am frühen Nachmittag wurde es daher bereits sehr eng auf den Wiesen, so dass nur wenig Platz für die sonst üblichen Spiele übrig blieb.

Dass am Nationaltag der Schlosswald Göteborgs so voll wird, liegt zum Teil natürlich auch an den zahlreichen kostenlosen Veranstaltungen und der Tatsache, dass die Landschaftshäuschen an diesem Tag geöffnet haben. Ansonsten bieten die Göteborger Symphoniker ein kostenloses Konzert, die Volkstanzgruppen zeigen ihre Künste, das Spinnrad kommt zu Ehren, der Männerchor der Technischen Hochschule Chalmers singt traditionelle Lieder und die Blaskapelle der Hemvärnet bietet ein ausgedehntes Konzert aus seinem Repertoire.

Seit einigen Jahren werden am Nationaltag auch alle in Göteborg willkommen geheißen, die im Vorjahr die schwedische Staatsbürgerschaft erhalten haben. In Göteborg kamen von den 3815 geladenen neuen Mitbürgern gerade einmal knapp ein Viertel, was in gewisser Weise zu denken gibt, denn diejenigen, die nicht zu diesem Fest erschienen, sind vor allem jene, die zwar die Staatsbürgerschaft wollten, jedoch bisher kaum Zugang zur schwedischen Gesellschaft gefunden haben.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Juni 2013

Göteborgs Liseberg plant die Expansion


Nachdem Vergnügungsparks ein sehr lohnendes Geschäft sind, vorausgesetzt man ist der Konkurrenz immer einen Schritt voraus, plante Liseberg schon lange ein Gelände zu kaufen, das direkt an den gegenwärtigen Vergnügungspark anschließt um expandieren zu können und um noch mehr Attraktionen bieten zu können, was natürlich auch bedeutet, dass man die Preise dann nach oben korrigieren kann. Nun scheint das Wachstum für Liseberg sicher zu stehen.

Gestern wurde der Kaufvertrag für die sogenannte Saabs växellådsfabrik (Saabs Getriebefabrik) unterschrieben, was den aktuellen Vergnügungspark um 47.000 Quadratmeter vergrößern kann und die Kleinigkeit von 250 Millionen Kronen kostet. Was allerdings Liseberg mit der zusätzlichen Fläche machen wird, ist bisher ungewiss, da die Anlage mit einem Quadratkilometer Fläche heute schon der größte Vergnügungspark im Norden ist.

Obwohl bisher nur das Kaufversprechen zwischen dem städtischen Unternehmen Liseberg und Platzer getätigt ist und nun noch der Stadtrat dem Kauf zustimmen muss, ist die Erweiterung des Vergnügungsparkt im Grunde nur noch eine Formsache, da auch die Stadt Göteborg schon sehr lange die Vision hat über einen noch größeren Vergnügungspark zu verfügen, da dies zusätzliche Besucher anziehen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Juni 2013

Göteborger Opposition will in Schulen investieren

Beim gestern vorgelegten Schattenbudget der rechten Opposition in Göteborg spürt man deutlich, dass sich die Wahlen nähern und nun rechtzeitig die wichtigsten Linien gezeigt werden sollen, die rechten und linken Flügel unterscheiden. Ob die Rechnung aufgehen kann, wird sich jedoch erst in einem Jahr zeigen, da der Vorkampf zwischen Umweltpolitik und Schulpolitik ausgetragen werden soll, in einer Zeit, in der die Grünen in ganz Schweden einen gewissen Aufschwung erleben.

Im Schattenbudget der rechten Gruppe der Göteborger Regierung findet man insbesondere 100 Millionen Kronen, die in Kindergärten, Schulen und die Altenpflege gesetzt werden sollen, eine Summe, die zwar die Kindergruppen etwas kleiner machen kann und einige Plätze in Altenheimen aufrecht halten wird, jedoch bei weitem nicht ausreichen um die Probleme in Göteborg zu beseitigen. Erstaunlich ist dabei jedoch, dass die rechte Gruppe damit linke Politik betreibt, während die rotgrüne Führung der Stadt in diesen Bereichen keinen Handlungsspielraum sieht, also zur rechten Politik neigt.

Die Opposition Göteborgs hat sich auch Gedanken gemacht woher die nötige Summe kommen soll und nennt hier insbesondere das Umweltprogramm der linken Seite, das man, in ihren Augen, wegen dem geringen Effekt ohnehin einstampfen kann. Noch schlechtere Luft und die Reduzierung von Umweltschutz sollen daher Kindergärten finanzieren. Die noch fehlende Summe sieht die Opposition beim Verkauf von städtischen Immobilien.

Herbert Kårlin

Dienstag, 4. Juni 2013

Göteborger Universitätskrankenhaus vor der Zerreißprobe

Wenn in drei Wochen etwa 150 Krankenschwestern des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg in Urlaub gehen, so sollten die Bewohner der Stadt möglichst vermeiden krank zu werden, denn nach der Tageszeitung Metro werden 150 Krankenschwestern mit 17 Arbeitskräften ersetzt, die in der Regel einspringen sobald eine der offiziellen Krankenschwestern krank wird oder aus anderen Gründen verhindert ist. Die Situation sieht dieses Jahr also noch weitaus schlechter aus als im vergangenen Jahr, als bereits Chaos herrschte.

Während die Krankenhausleitung versichert, dass auch im Sommer der Betrieb aufrecht gehalten wird, so sprechen die Verantwortlichen nicht davon mit welcher Belastung das Personal in den sommermonaten zu rechnen hat und dass unter diesem Druck die Sicherheit der Patienten kaum garantiert werden kann, denn die 17 Kräfte können nicht auf sämtliche Abteilungen verteilt werden, sondern müssen für Notfälle und Operationen eingesetzt werden.

Aber das Problem erstreckt sich nicht nur auf das Krankenhaus selbst, sondern auch den Krankentransport, denn nachdem das Sahlgrenska im vergangenen Herbst auch diesen Dienst von Falck übernommen hat, fehlt auch hier Personal, was wiederum dazu führt, dass die Angestellten auch mit einem Arbeitstag von zwölf Stunden und mehr rechnen müssen. Glücklicherweise bemerken die Kranken in einem Krankenwagen auch nicht, dass so manches Mal Angestellte ohne jede medizinische Kompetenz neben ihnen sitzen, aber die Weigerung 24.000 Kronen pro Monat an medizinisches Personal zu bezahlen ist für das Krankenhaus weiterhin ausgeschlossen.

Herbert Kårlin

Montag, 3. Juni 2013

Parken wird in Göteborg Luxus

Nach den aktuellen Bauplänen der Stadt Göteborg müssen zahlreiche Parkplätze im Bereich der Innenstadt Wohnungen und Geschäften weichen, ohne jedoch als solches vernichtet zu werden. Die Idee ist daher die Parkplätze unter die Gebäude zu verlegen, teilweise ein bedeutendes Stück unter den Wasserspiegel, mit der Folge, dass diese neuen Parkplätze sehr hohe Summen verschlingen werden, die letztendlich wieder eingenommen werden müssen.

Der Nachteil dieser Parkplatz-Planung ist allerdings auch, dass die städtische Parkplatzgesellschaft, die bisher nicht nur die Preise der Privatunternehmer drücken konnte, sondern mit Parkplätzen auch rund 20 Prozent Gewinn erwirtschaften konnte, die zukünftigen Parkplätze, die pro Parkplatzmöglichkeit bis zu 750.000 Kronen kosten kann, langfristig ebenfalls rentabilisieren muss. Es ist daher zu erwarten, dass sich die gesamten Parkgebühren in Göteborg, die heute schon über dem Niveau in Berlin liegen, doppelt so teuer werden als bisher und nur noch für jene gedacht sind, die über dem Durchschnitt verdienen, da selbst der billigste Parkplatz nicht mehr unter 25 bis 30 Kronen die Stunde zu finden sein wird.

Bauprojekte, die in Zukunft die Segregation Göteborgs bedeutend vergrößern werden, werden auch mit der Parkplatz-Politik vor allem den normalen Bürger betreffen, der mit sein Fahrzeug zur Arbeit kommen muss und Touristen, die, wie überall in der Welt, in der Innenstadt einen Parkplatz suchen, da dadurch ein Restaurantbesuch ohne weiteres um 70 bis 100 Kronen teurer werden kann falls man mit dem Auto in die Stadt will, von den Preisen für die Citymaut, die ab Januar auch ausländische Fahrzeuge bezahlen müssen, ganz abgesehen. Göteborg hat sich nun endgültig zum Weg Londons entschieden, wo Normalbürger schon lange nicht mehr in der Innenstadt wohnen und parken können.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Juni 2013

Mehr Sicherheit für Freizeitboote

Nachdem die Anzahl der Besitzer von Freizeitbooten jedes Jahr ansteigt und die Westküste vor Göteborg ein sehr beliebtes Ziel für Bootbesitzer ist, zählt man hier auch jedes Jahr mehr Boote, die auf Felsen auflaufen, was an der Küste des Västra Götalands auch kein großes Wunder ist, da sich in der Nähe der Schäreninseln sehr viele verräterische Felsen nur knapp unter der Wasseroberfläche verstecken, völlig unsichtbar für die Fahrer von Motorbooten.

Im vorigen Jahr wurden dem Seefahrtsamt allein an der Westküste 19 Unfälle gemeldet bei denen Boote auf diese verräterischen Felsen aufgelaufen waren, was im Verhältnis zu den insgesamt 130 ähnlichen Problemen in ganz Schweden eine relativ hohe Anzahl ist. Viele dieser Felsen sind bis heute auch nicht auf den Seekarten eingetragen, so dass selbst erfahrenere Bootseigner in Schwierigkeiten geraten können, falls sie nicht über die modernste Technik verfügen.

Um die Unfälle in Zukunft weitgehend zu vermeiden hat das Seefahrtsamt nun ab 1. Juni einen Wettbewerb ausgeschrieben bei dem alle, die die verräterische Stellen kennen diese melden sollen, damit die entsprechenden Felsen auf den Seekarten eingetragen werden können oder auch mit einem warnenden Seezeichen gekennzeichnet werden können. Bisher wurden dem Seefahrtsamt bereits Stellen mitgeteilt an denen pro Jahr bis zu 30 Boote aufgelaufen sind, eine Anzahl, die zum ersten Preis führen kann. Diese Gefahrenstelle befindet sich direkt vor der Küste Göteborgs.

Herbert Kårlin

Samstag, 1. Juni 2013

Das südliche Ufer des Göta Älv wird bebaut

Obwohl das Bauprojekt am südlichen Ufer des Göta Älv in Göteborg nicht finanziert werden kann, da bereits bisher ein Unterschuss von 150 Millionen Kronen festgestellt wurde und zwei Oppositionsparteien der Stadt deshalb das Projekt an das Bauamt zurückgeben wollen um eine solidere Finanzierung zu erreichen, wird das gigantische Projekt voraussichtlich im Frühjahr beginnen. Schon jetzt bereitet man die neue Straßenbahnlinie und die Verstärkung des Flussufers vor, damit das Projekt nicht verzögert werden kann.

Unverständlich ist dabei, dass die Sozialdemokraten erklärten, dass die noch nötigen 150 Millionen Kronen ohne Probleme gefunden werden können, nachdem weitaus weniger Geld weder für Schulen, noch für Altenpflege oder andere notwendige soziale Leistungen zu finden ist. Noch erstaunlicher ist, dass die führenden Sozialdemokraten der Stadt behaupten, dass trotz Unterschuss weder die exklusiven Wohnungen teuer werden noch die Mieten der Firmen, die sich dort niederlassen sollen mit Preissteigerungen zu rechnen haben.

Unverständlich ist auch die Aussage, dass die Sozialdemokraten davon sprechen, dass dieses Gebiet mit Badeplätzen, Restaurants und vor allem Wohnungen für alle Göteborger sein werden, da der Zugang zu diesem Uferstreifen allein durch die Arbeiten am Ufer nicht attraktiver wird und deswegen kaum die Volksmenge anzieht. Und da die geplanten Wohnungen in einer der begehrtesten und teuersten Gegenden der Stadt entstehen und auch nicht von Mietwohnungen geredet wird, ist anzunehmen, dass sich nur jene Göteborger dort ansiedeln können, die monatlich weitaus mehr als 60.000 Kronen verdienen.

Herbert Kårlin

Göteborger Flugschau 2013