Mittwoch, 7. Mai 2014

Trotz Citymaut hohes Verkehrsaufkommen in Göteborg

Auch wenn Göterborg den Bewohnern der Stadt bei der Einführung der Citymaut eine bessere Luft und weniger Verkehr auf allen Straßen versprach, so zeigt sich bereits, dass dieses Versprechen nicht eingehalten werden kann, die Stadt jedoch eine Steuerquelle entdeckte, die täglich mehr Geld für Zukunftsvisionen bringt, eine Situation, vor der die Kritiker vom ersten Tag an warnten.

Natürlich hat sich nun der Verkehrsfluss verlagert und in manchen Randgebieten gleichmäßiger verteilt, aber nach den neuesten Auswertungen hat die Menge der Fahrzeuge auf den Einfahrtsstraßen von und nach der Innenstadt wieder jenes Niveau erreicht, das vor Einführung der Citymaut festgestellt wurde. Der einzige positive Effekt der Maut ist, dass man bei der Zufahrt nach Göteborg mit dem Auto nun bis zu zehn Minuten Zeit gewinnen kann, da auf Grund der Kosten viele Autofahrer die Rushhour meiden und versuchen vorher oder nachher die Zahlstellen zu passieren, da man damit eine bedeutende Summe sparen kann.

Dass nach einem ersten Schock wieder mehr Personen zu ihrem Auto greifen, liegt natürlich auch daran, dass die öffentlichen Verkehrsmittel so schlecht geplant sind, dass sie keine Alternative bieten, denn viele, die zur Arbeit müssen und mit dem Auto 15 Minuten von der Arbeitsstelle entfernt sind, müssen mit Bussen und Straßenbahnen mit einer Reisezeit von einer Stunde und mehr rechnen, verlieren dabei also im Jahr über 360 Stunden an Freizeit, neun Arbeitswochen. Aber immerhin kann die Stadt verzeichnen, dass sie in den ersten drei Monaten des Jahres bereits 206 Millionen Kronen an Mautgebühren eingenommen hat, 13 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. Mai 2014

Göteborg sucht Lösung für Roma-Lager

Nachdem Göteborg bereits negative Schlagzeilen bekam weil die Stadt Roma, die an den Straßen bettelten, zwangsweise nach Rumänien ausgeliefert hat und die Nationalpresse mittlerweile jede Zwangsräumung von Roma-Lagern extrem kritisiert, versucht Göteborg nun eine andere und humanere Lösung zu finden, die von den Media positiv bewertet wird und Göteborg gleichzeitig als Vorbild erscheinen lässt.


In der Tat sind im kommenden Budget 6,4 Millionen Kronen für arme EU-Migranten vorgesehen und Göteborg ist eine der fünf Musterstädte Schwedens, die mit Hilfe von Europageldern Möglichkeiten finden sollen Roma in die schwedische Gesellschaft zu integrieren. Nach Beratungen kam die Stadtverwaltung daher auf die Idee die Roma, die man lieber als arme EU-Migranten bezeichnet, auf neu zugelassenen Campingplätzen unterzubringen statt sie in der ganzen Stadt verteilt auf verschiedenen Parkplätzen wohnen zu lassen.

Auch wenn die Stadt über das Geld verfügt, so hofft sie indes, dass die gemeinnützigen Hilfsorganisationen sich um die Roma kümmern und dass man die Parkplätze der Kirchen in vorübergehende Campingplätze verwandeln kann, so dass sich Göteborg selbst nur noch um die Toiletten und Stellen zum Waschen kümmern muss. Sollten die Kirchen die Idee nicht aufnehmen, so sieht Göteborg notfalls auch auf städtischem Grund einen Campingplatz für arme EU-Migranten vor, allerdings nur am Rande der Stadt und nur für einen begrenzten Zeitraum.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. Mai 2014

18. Wissenschaftsfestival 2014 in Göteborg

Zwischen dem 5. und dem 11. Mai 2014 findet in Göteborg das 18. Wissenschaftsfestival (Vetenskapsfestivalen) statt, das dieses Jahr im Freihafen mit einem Rekordversuch für das Guinness Buch der Rekorde eingeleitet wird, denn dort soll ab 10 Uhr morgens aus 4096 kleineren Sierpinski-Pyramiden die bisher weltweit höchste Sierpinski-Pyramide zusammengesetzt werden. Die Einzelteile wurden von 1200 Schülern der Mittelstufe gebaut, auch wenn für das Fertigstellen nun ein Kran benötigt wird.


Das diesjährige Wissenschaftsfestival wird an 30 verschiedenen Orten der Stadt zu finden sein und gewissermaßen vom Freihafen bis zur neu eingeweihten Stadtbibliothek, Liseberg und der Technischen Hochschule Chalmers führen. Das Festival richtet sich bei einigen Punkten nur an Schulen, bei der Mehrheit jedoch an die gesamte Bevölkerung der Stadt und seine Besucher. Das umfangreiche Programm bietet im Grunde jedem Bürger der Stadt interessante Vorführungen, Vorträge und Experimente.

Während die absolute Mehrheit der Punkte im Programm des Wissenschaftsfestivals natürlich modernste Technik und die wissenschaftliche Zukunft unserer Welt im Auge haben, ließ es sich die Stadtverwaltung natürlich nicht nehmen auch etwas Wahlpropaganda für die diesjährigen Wahlen mit unterzubringen, wenn auch verkleidet in Zivilcourage, die Bestechungen und krumme Touren aufdecken kann, ein Punkt, der zeigen soll, dass es Göteborg mit einer ehrlichen Zukunft ernst nehmen will und Edward Snowden auch einen Weg in die westschwedische Stadt gefunden hat.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Mai 2014

Göteborgsgirot schlägt die Rekorde

Als gestern der jährliche Göteborgsgirot ausgetragen wurde, ein Radrennen, das sich über 70 Kilometer erstreckt und dabei alle Stadtteile berührt, konnte man rund 4000 Fahrräder am Start zählen, etwa 1000 mehr als im vergangenen Jahr, was ein Zeichen dafür ist, dass sich dieses Radrennen in eine feste Einrichtung verwandeln kann, das bald auch deutlich mehr ausländische Teilnehmer anzieht als bisher und nicht mehr überwiegend Radfahrer aus Schweden ins Ullevi lockt.


Auch wenn Göteborg eine Küstenstadt ist, so bietet sie den Radfahrern bedeutende Hindernisse, die so manchen Anfänger zum Aufgeben zwingen, denn Göteborg besteht aus unzähligen Hügeln und selbst die Älvsborgsbron verlangt gewisse Anstrengungen und viel Training. Die Runde von 70 Kilometern fühlt sich daher eher wie eine mit 100 Kilometern an. Aus diesem Grund können etwas weniger trainierte Fahrer auch eine kleine Runde wählen, die nur halb so lang ist und auch von Rentnern genommen werden kann.

Auch wenn die trainierten Radfahrer Göteborgs hofften gestern einen Sieg zu erringen, so sah die Wirklichkeit am Ziel im Ullevi etwas anders aus, denn unter den Männern ging der Holländer Yannick Janssen als erster ins Ziel und unter den Frauen machte die 43-jährige Anfängern Camilla Dahlström aus dem Värmland das Rennen. Aber wie die Veranstalter immer wieder versichern, der Göteborgsgirot ist kein internationales Radrennen, sondern soll möglichst viele dazu verleiten zum Fahrrad zu greifen und beim Rennen Spaß zu haben.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Mai 2014

Gigantischer Flohmarkt in Göteborg abgesagt

Auch wenn der vergangene gigantische Flohmarkt im Februar des Jahres in der Svenska Mässan in Göteborg 14.000 Besucher anzog, die an insgesamt 640 Ständen nach Raritäten suchen konnten, musste man gestern auf der Website der Göteborger Messe lesen, dass der dort am 10. Und 11. Mai geplante Flohmarkt vom Malmöer Unternehmen OnTheFlea kurzfristig abgesagt wurde.

Auf der Website des Unternehmens konnte man jedoch nach wie vor Stände bestellen, obwohl die Geschäftsführung die Svenska Mässan bereits davon informiert hatte dass der geplante Flohmarkt nicht stattfinden wird. Der Grund für die Absage, nur eine Woche vor dem angegebenen Datum, deutet darauf hin, dass die Firma zu wenige Anfragen nach Ständen hatte, aber bis zum letzten Moment auf einen Ansturm von Seiten der Verkäufer hoffte. Der nächste gigantische Flohmarkt ist nun für den November in Göteborg geplant.

Die Geschäftsidee von OnTheFlea baut darauf auf, dass sich immer mehr Schweden für Antiquitäten, Fundstücke, Erinnerungen aus der Kindheit und Second-Hand-Kleidung interessieren. Ob eine Messe in kurzen Abständen dafür geeignet ist, ist unsicher, trotz dem Erfolg im Februar, denn von Frühling bis Herbst findet man in den verschiedensten Teilen der Stadt ständig Flohmärkte, die der Besucher immer kostenlos besuchen kann und selbst Verkäufer müssen nicht überall Abgaben bezahlen. Die Messehallen sind jedoch für beide Gruppen teuer.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. Mai 2014

Stadtteile Göteborgs werden zum Wilden Westen

Am gestrigen Sonntagmorgen wurde ein 19-jähriger Mann in einer Wohnung im Göteborger Stadtteil Biskopsgården auf Hisingen ermordet. Es handelt sich nun schon um die elfte Schießerei des Jahres im selben Stadtteil, während nur neun weitere Schießereien in den anderen Gegenden der Stadt vorkamen. Der Unterschied zu den bisherigen 19 Schießereien ist lediglich, dass letztere erstmals in einer Wohnung stattfand und nicht im Freien.

Die Polizei, die mittlerweile einen Hauptverdächtigen festgenommen hat, will zwischen dem letzten Toden und den anderen Morden und Mordversuchen nicht unbedingt eine Verbindung darstellen, auch wenn der 19-jährige im gleichen Kreis verkehrte wie die anderen Opfer in Biskopgården, die wiederum gemeinsam haben eine kriminelle Vereinigung aufzubauen, was der Konkurrenz kaum gefallen kann.

Die verstärkte Anwesenheit der Polizei in Biskopsgården, der Krisenstab, der sich dort um die Bevölkerung kümmert und alle vorbeugenden Maßnahmen zeigen bisher keinen Erfolg, wenn man nicht die negative Seite sieht, denn die Bewohner wagen sich bereits am Abend kaum noch aus dem Haus und selbst die Fehlzündung eines Fahrzeugs lässt jeden zusammenzucken, da man im ersten Moment an einen Schuss denkt.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. Mai 2014

Die Natur in Arendal kann gerettet werden

Bei der Gerichtsverhandlung um die Erhaltung oder Zerstörung der Natur in Arendal zeigt sich nach zahlreichen Zeugenaussagen die deutliche Tendenz dass die dortigen Berge nicht in Schotter verwandelt werden dürfen, sondern die Natur intakt gehalten werden soll. Auch wenn das Urteil gegen Swerock erst am 16. Juni des Jahres fallen wird, konnten vor Gericht deutlich eventuelle Risiken die mit den Arbeiten verbunden sind aufgezeigt werden.

Mehrere Anlieger sprachen von enormen Risiken, die mit Sprengungen des Berges verbunden sind, da gerade einmal 50 Meter von der Sprenggrenze entfernt sensible Gasleitungen laufen und sich dort eine Ölraffinerie befindet. Beide beunruhigen sich bereits heute über Erschütterungen deren Größenordnung weit unter jener von Sprengungen liegt. Nahezu jedes Unternehmen im Raum Arendal sieht Sicherheitsprobleme bei den von Swerock geforderten Arbeiten, die selbst eine Brand- oder Explosionsgefahr einschließen.

Bisher wurden die geplanten Arbeiten durch eine Gerichtsentscheidung gestoppt, woraufhin Swerock die nächsthöchste Instanz anrief. Mittlerweile ist jedoch selbst die rot-grüne Führung der Stadt, die ursprünglich positiv zu diesem Projekt stand, in Zweifel geraten und sieht Probleme der Sicherheit, da gewisse Risiken bei Sprengungen nie eindeutig ausgeschlossen werden können und sich die Bevölkerung Göteborgs sich sehr deutlich gegen das Projekt ausspricht. Lediglich die Vertreter und Gutachter von Swerock sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Arbeiten in Arendal keinerlei Gefahr bieten.

Copyright: Herbert Kårlin