Mittwoch, 6. August 2014

Baustellen ruinieren in Göteborg Geschäfte

Um Göteborg zu modernisieren und auf das Jubiläum im Jahre 2021 vorzubereiten, findet man in der Stadt bereits heute unzählige Baustellen unterschiedlicher Größe, die nicht nur ein Verkehrshindernis ausmachen und Touristen die schlechteste Seite der Stadt vermitteln, sondern zahlreiche Firmen Göteborgs, insbesondere Restaurants und Cafés, an den Rande des Ruins bringen, da die Kunden den Lärm fliehen und die Aussicht auf Baufahrzeuge kaum ein Wunschtraum ist.

Besonders stark davon betroffen sind die Unternehmer am Vasaplatsen, da dort die Schienen für die Straßenbahn ausgetauscht werden, also der Verkehr während des Sommers ganz eingestellt ist und Schweißarbeiten, Materialtransport und andere unangenehme Nebenwirkungen der Bauarbeiten teilweise sogar den Zugang zu Restaurants behindern und einen Tisch im Freien unmöglich machen. Mit dem Ende der Sommersaison werden die Arbeiten beendet sein, aber einige der Unternehmer müssen einen Konkurs erwägen, da sie kaum das Kapital haben einen Winter zu überleben.

Natürlich sind Bauarbeiten wichtig und die Sicherheit der Straßenbahn ist nicht zu vernachlässigen, aber die Stadtverwaltung kann wohl kaum behaupten, dass es keine anderen Lösungen gäbe und die Arbeiten ausschließlich auf den Sommer gelegt werden müssen. Keine touristische Stadt der Welt will seinen Besuchern ein Chaos und Lärm bieten, wenn man von Göteborg absieht, das vermutlich auch die kommenden sieben Jahre eine einzige große Baustelle sein wird um anschließend, wie Phönix, aus den „Flammen“ mit neuer Pracht zu entstehen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. August 2014

Ein zusätzlicher Campus für die Universität Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg den Plan die Umgebung um den Näckrosdammen in einen Campus zu verwandeln in mehreren Punkten bereits den Wünschen der Universität angepasst hat und die Ausweitung der Universität mit Neubauten entschieden ist, sollen nun noch die Anwohner, aber auch die anderen Bewohner Göteborgs, ihre Meinung zum Projekt äußern können, selbst wenn das Treffen im Herbst mehr eine Formsache ist als ein Aufruf zur Mitbestimmung.

Da selbst der Neubau einer Bibliothek am Näckrosdammen, der zur 300-Jahrfeier Göteborgs entstand und selbst eine Freilichtbühne erhielt, eine entschiedene Sache ist und nur noch ihre Größe einen gewissen Freiraum lässt, ist offen welchen konkreten Zweck die Einladung hat. Zur Diskussion steht nur noch das alte Hovrätten (Landesgericht), da dieses Gebäude als historisch wertvoll eingestuft ist , aber nach Meinung der Universität abgerissen werden soll, damit an dieser Stelle eine imposante Bibliothek entstehen kann die bereits auf die Zukunft ausgerichtet sein soll.

Die Frage bei der etwas vagen Einladung ist daher welche Rolle die Meinung der Bürger hinsichtlich der Zukunft dieses Gebäudes spielen soll und wovon die Bürger überzeugt werden sollen, denn so nebenbei hat die Stadtverwaltung einen Köder vorgelegt und verspricht die Erhaltung eines Großteils der Grünanlage an der man sich nach wie vor erholen kann. Zusätzlich sollen dort Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen geplant sein, auch wenn diese Punkte bisher nur sehr vage sind. Der Baubeginn ist jedenfalls bereits auf das kommende Jahr festgelegt. Das Projekt soll zur 400-Jahrfeier Göteborgs abgeschlossen sein.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 12. Juli 2014

Studieren ohne Wohnung in Göteborg

Die Wohnungsnot für Studenten steigt in Göteborg mit jedem Studienjahr weiter an. Wenn nun im Herbst das neue Studienjahr beginnt, so gibt es rund 80.000 Studentenwohnungen, allerdings für etwa 350.000 eingeschriebene Studenten, die irgendwo wohnen wollen, was für so manchen damit endet, dass er oder sie auf den Studienplatz verzichtet und damit auch nie im gewünschten Beruf arbeiten kann. Wie viele Studenten jedes Jahr mit diesem Problem leben müssen, ist unbekannt.

Für 270.000 Studenten in Göteborg bedeutet dieser akute und steigende Mangel an Studentenwohnungen, dass sie bei einem Freund oder einer Freundin auf einer Matratze am Boden schlafen müssen, von einer Untermiete zur anderen kommen, auf Campingplätzen schlafen oder einem Verwandten unter Umständen auf die Nerven gehen. Nur jene Studenten können im Herbst beruhigt nach Göteborg kommen, die sich bereits vor fünf Jahren auf die Warteliste für eine Studentenwohnung eingeschrieben haben.

Die Stadt Göteborg will seit Jahrem von diesem steigenden Problem kaum etwas wissen, obwohl man dort selbstverständlich die Ausweitung der Universitäten herbeisehnt und in Studenten die wirtschaftliche Zukunft der Stadt sieht. In den Augen des Stadtrates baute man vor Jahren bereits genügend Studentenwohnungen und die Anzahl der jährlichen Studenten ist schliesslich auch nicht messbar. Der wahre Grund ist jedoch, dass man mit Studenten nicht das grosse Geld verdienen kann und der Bau von Studentenheimen der Stadt kaum Prestige für die kommende 400-Jahrfeier verleihen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. Juli 2014

Vorerst keine Sechs-Stunden-Arbeitstage in Schweden

Göteborg hatte zum Herbst des Jahres einem Teil der kommunal Angestellten die Möglichkeit geboten satt 40 Stunden die Woche nur noch 30 Stunden zu arbeiten, bei gleichem Gehalt selbstverständlich. Nach einer Testphase sollte dieses Modell dann weitgehend auf sämtliche Angestellte der Stadt übertragen werden, ein Versprechen, das wieder einmal etwas voreilig gegeben wurde, denn im Herbst wird weiterhin die 40-Stunden-Woche für alle Vollzeitangestellten gelten.

Als Ursache gilt die optimistische Denkweise Göteborgs, wie sich nun zeigt, denn selbst wenn das Projekt, das rechtzeitig zu den Kommunalwahlen im September des Jahres vorgesehen war, tatsächlich umgesetzt werden sollte, so wird dies frühestens im Laufe des Jahres 2015 geschehen, da man auch in Göteborg nicht einfach entscheiden kann, sondern die offiziellen administrativen Wege einhalten muss, eine Kleinigkeit, die man in der westschwedischen Stadt immer wieder vergisst.

Um das Projekt der 30-Stunden-Woche in einen Erfolg zu verwandeln, benötigt man auch eine Person, die das gesamt Projekt überwachen und dieses auswerten kann. Um eine solche Fachkraft rekrutieren zu können, ist eine öffentliche Ausschreibung vorgesehen, selbst wenn man bereits eine bestimmte Person im Auge hat. Hinzu muss man die Zeit rechnen in der eine Entscheidung des Stadtrates, also der Arbeitsvertrag, noch angefochten werden kann, ein Verfahren, das sich auch über Monate erstrecken kann. Man kann sich natürlich auch die Frage stellen, ob die rot-grüne Führung der Stadt mit dem Projekt nur ein Wahlversprechen in die Wege leiten wollte, denn die Idee der 30-Stunden-Woche hat sich mittlerweile bereits gefestigt und international Aufmerksamkeit erregt, unabhängig davon wie ernst gemeint das Projekt ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 7. Juli 2014

Kaum neue Arbeitsplätze in Göteborg

Während der Mangel an Büroräumen bereits eine Bremse für neue Firmen in Göteborg ist und die Stadt eines der schwedischen Schlusslichter in der Entwicklung und Förderung von Neuunternehmern ist, zeigt sich  nun zudem, dass die bestehenden Unternehmen im gesamten Västra Götaland die Zukunft des Arbeitsmarkts eher schwarz sehen und eher mit dem Abbau von Personal rechnen als dass sie einen Bedarf an mehr Arbeitskräften sehen würden.

Während landesweit die Mehrheit aller Arbeitgeber einen Aufschwung sehen und davon überzeugt sind, dass sie in den kommenden drei Monaten zusätzliches Personal benötigen, macht sich in Göteborg und dem Västra Götaland ein Pessimismus breit, denn 55 Prozent der Arbeitgeber sind fest davon überzeugt, dass sie in den kommenden drei Monaten Personal entlassen müssen um ihr Unternehmen rentabel weiterführen zu können.

Der Pessimismus im Västra Götaland betrifft sowohl Industrieunternehmen als auch Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Arbeitgeber, Bereiche, die man in Stockholm und dem Rest des Landes, von Halland abgesehen, positiv sieht. Nach dem Personalvermittler Manpower, der für die Studie zeichnet, beruht die pessimistische Einstellung in Westschweden auf der Tatsache, dass man in der Autoindustrie weiterhin Rationalisierungsmaßnahmen angeht, die mit der Einsparung von Personal zusammenhängen und sich diese Probleme auf die Meinung der gesamte Unternehmerwelt überträgt.

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Sonntag, 6. Juli 2014

Gleichstellung stagniert in Göteborg

Auch wenn Göteborg seit Jahren ständig von der Gleichstellung städtischer Angestellten spricht und Prognosen aufstellt nach denen man glauben könnte, dass es sich nur um wenige Jahre bis zur endgültigen Gleichstellung der Geschlechter handeln kann, stellt die Gewerkschaft Kommunal bei einer neuen Studie fest, dass es sich seit Jahren nur noch um leere Worte ohne jede Handlung und Änderung handelt.

Genau genommen kam selbst die Industrie mittlerweile mit der Gleichstellung von Mann und Frau im Berufsleben weiter als Göteborg, denn selbst man man alle Zahlen bereinigt und nur städtische Vollzeitbeschäftigte Männer und Frauen vergleicht und von der gleichen Qualifikation und der gleichen Verantwortung spricht, so bezahlt Göteborg Männern pro Monat einige Tausend Kronen als Frauen und versucht diese Fehlentscheidung auch noch zu rechtfertigen.

Nach der Gewerkschaft der Angestellten des Öffentlichen Dienstes steht jede Bewegung zur männlichen und weiblichen Gleichstellung in Göteborg seit Jahren still, was eindeutig auf einen fehlenden Willen der Verantwortlichen hinweist. Bei einer tieferen Betrachtung stellt man auch fest, dass Frauen, vor allem im Pflegebereich, nicht nur mit Mindestlöhnen abgespeist werden, sondern zudem oft in Teilzeitverträge gedrängt werden , die ihnen kaum eine Zukunft bieten können.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Juli 2014

Rollende Zahnärzte in Göteborg und dem Västra Götaland

Vor allem zwei Gruppen an Personen sind in Schweden teilweise sehr schwer oder nur mit einem größeren Aufwand in die Praxen der Zahnärzte zu bringen, obwohl gerade diese beiden Gruppen die Zahnpflege, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen, am Nötigsten haben, nämlich Schulkinder und ältere Personen, die Gehschwierigkeiten haben, in Heimen untergebracht sind oder über keinerlei Verkehrsmittel in nächster Nähe verfügen.

Im nordöstlichen Göteborg hatte man dieses Problem bisher mit einem voll als Praxis eingerichteten Zahnarztbus gelöst, der sich in einem beschränkten Radius zu den Patienten bewegen konnte. Als dieser Bus dann jedoch zu alt wurde, entschloss sich nun die Region Västra Götaland statt einem dieser Busse gleich zwei neue rollende Praxen anzuschaffen. Bereits ab kommendem Herbst wird daher die zahnärztliche Versorgung im Raum Göteborg für zwei wichtige Gruppen bedeutend verbessert werden.

Die Zahnarztbusse haben natürlich zudem den Vorteil, dass sie nicht nur zu Schulen oder Altersheimen fahren können, sondern sich vollkommen frei bewegen können. Gegenwärtig steht, zum Beispiel, einer der beiden neuen Busse auf Heden wo die Zahnärzte den Teilnehmern des Partille Cup bei Zahnproblemen jeder Art zu Hilfe kommen können. Nach Aussagen der Journalisten von Sveriges Radio erwägt die Region in naher Zukunft auch einen dritten Bus in eine Zahnarztpraxis zu verwandeln, der dann nicht mehr auf Göteborg beschränkt sein wird, sondern durch die gesamte Region rollen wird.

Copyright: Herbert Kårlin