Donnerstag, 7. Februar 2013

Die Zukunft des Göteborger Freihafens

Die politische Führung Göteborgs ist sich einig darüber, dass der Freihafen, der mittlerweile nur noch eine traurige Rolle in der Stadt führt und zudem restauriert werden muss, zur 400-Jahrfeier wieder ein attraktiver Ort sein soll, der zudem die beiden Seiten des Göta Älv näher bringen soll und nicht, wie bisher, eine Trennung darstellt. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Stadt eine internationale Ausschreibung vorgenommen.

Nun liegen die ersten Ideenpläne von renommierten Architekten vor, die im Älvrummet bei Lilla Bommen von der Allgemeinheit eingesehen werden können. Wer allerdings hofft Visionen zu finden, die für notwendigen Wohnraum sorgen werden, wird enttäuscht sein, denn vorerst haben sich die Architekten die einfacheren Teile vorgenommen, nämlich die Entwicklung von Grünflächen  und die Verbindung beider Seiten des Flusses für Fußgänger und Fahrradfahrer.

Eines der Architekturbüros sieht vor allem Brücken drei bis vier Brücken, die von Lilla Bommen aus über den Freihafen nach Ramberget führen sollen und es ermöglichen dieses Gebiet vom Stadtzentrum aus innerhalb von fünf Minuten mit dem Fahrrad zu erreichen und innerhalb von 15 Minuten auch zu Fuß. Ramberget ist bereits heute ein schwer erreichbares Ausflugsgebiet, das vor allem durch den Bau einer Moschee bekannt wurde.

Herbert Kårlin
 

Mittwoch, 6. Februar 2013

Göteborger Politiker tricksen für höhere Pension

Auch wenn ein Verwaltungschef oder ein Direktor eines städtischen Unternehmens eingesetzt wird, weil man ihn für integer hält und ihm zutraut das Interesse der Bürger zu wahren und das Amt nicht nur annimmt um sich so weit wie möglich zu bereichern, zeigen mehrere dieser Führungskräfte der Stadt, dass es ihnen nur um das Geld und um Vorteile geht. Einige versuchen nicht nur ihr gegenwärtiges Einkommen durch verschiedene Nebenämter zu vergrößern, sondern wollen auch noch ihre Pension auf eine elegante Weise erhöhen.

Nachdem die Stadtverwaltung jenen Direktoren und Verwaltungschefs, denen ein Dienstwagen zusteht, die Wahl ließ statt diesen Vorteiles pro Monat 4000 Kronen mehr Gehalt zu erhalten, versuchten nun einige städtische Führungspersonen kurz vor der Pensionierung noch schnell das Dienstauto abzugeben, damit das Einkommen steigt, das die Grundlage für die Rentenberechnung ist, eine Methode, die deutlich zeigt welche Personen an die Spitze der städtischen Unternehmen gesetzt wurden.

Sicher handelt es sich bisher nur um Einzelfälle bei denen die Machenschaften bekannt wurden und damit rechtzeitig verhindert werden konnten, aber dennoch bleibt noch die Frage offen, warum Direktoren und leitende Personen pro Monat eine Summe von 4000 Kronen für ein entgangenes Firmenfahrzeug bekommen, da die Monatskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel weitaus billiger sind und besondere Reisen ohnehin gesondert abgerechnet werden. Man könnte die Hälfte dieser Summe auch Jugendlichen bezahlen, die ihr Arbeitsvermögen der Stadt kostenlos anbieten.

Herbert Kårlin

Dienstag, 5. Februar 2013

Führungszeugnis für unentgeltliche Arbeit in Göteborg

Obwohl nach eigener Definition die unentgeltliche Arbeit Jugendlicher während der unterschiedlichsten Veranstaltungen der Stadt ein Arbeitspraktika ersetzen soll und Jugendlichen dabei helfen soll anschließend eine feste Anstellung zu finden, stellt die zuständige Abteilung der Stadt Göteborg eine Bedingung, die diejenigen, die am dringendsten in die Arbeitswelt finden sollen, selbst von der kostenlosen Arbeit abhält.

Wer bei Team Göteborg eingetragen werden will, der Abteilung für unentgeltliche Hilfsarbeit, muss bei der Bewerbung ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, obwohl niemand unter ihnen eine verantwortliche Aufgabe übertragen bekommt oder selbst einen offiziellen Arbeitsplatz ersetzen darf. Für die Projektleiterin Sarah Marting von Team Göteborg ist es dennoch selbstverständlich zu erfahren ob der Jugendliche vielleicht aus Dummheit bereits einmal rechtlich auffiel und daher irgendwie mit der Justiz zu tun bekam.

Natürlich versichert Sarah Marting, dass auch eine schwarzer Punkt in der Vergangenheit eines Jugendlichen nicht dazu führen muss, dass er nicht kostenlos arbeiten darf, aber sie will auch nicht versichern, dass dieser Punkt keine negativen Folgen hat. Sicher ist jedoch, dass ein Jugendlicher sich gar nicht erst bewerben wird wenn er kein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen kann. Eine Studie der Göteborger Universität belegt ebenfalls, dass Jugendliche mit Problemen in solchen Fällen sich gar nicht erst bewerben und damit noch weiter vom Arbeitsmarkt entfernt werden.

Herbert Kårlin

Montag, 4. Februar 2013

Göteborg für dunkle und weiße Haut

In einer Debatte in der Göteborger Tageszeitung GP greift der Verein Pantrarna För Upprustning Av Förorten die Göteborger Entscheidung zur Citymaut auf eine völlig neue Weise an, denn nach den Autoren bestraft die aktuelle Regelung vor allem die Bürger mit dunklerer Haut und lässt der weißen Haut ihre Privilegien. Nach dem Verein schafft die Stadtverwaltung das frühere System der Südstaaten und der Nordstaaten Amerikas, nur auf die Vororte umgewandelt.

Tatsache ist natürlich, dass in der Innenstadt fast ausschließlich Weiße mit hohen Gehältern wohnen, die ihr Auto selbst bis zum Zeitungskiosk benutzen können ohne auch nur eine Öre an Abgaben leisten zu müssen, während in den Randgebieten und Vororten eine hohe Anzahl an Migranten mit geringem Einkommen wohnt, die nun ihr Auto nur noch stehen lassen können.

Die Vertreter des Vereins sehen nun die Situation, dass die dunklere Haut an den Bushaltestellen steht, während die weiße Haut gemütlich mit dem Dienstwagen die leeren Straßen zur Stadt benutzen kann, natürlich ohne die Citymaut selbst bezahlen zu müssen, eine Situation, die jede Demokratie und Gleichstellung in Frage stellt. Da zudem die Preise für die öffentlichen Verkehrsmittel immer mehr steigen, ist der Schritt zur Zweiklassengesellschaft Dunkel-Weiß in Göteborg bereits sehr vorangeschritten. Der Verein ist natürlich nicht gegen die Maut, sondern dafür, dass die Kosten nicht nur von den Armen getragen werden müssen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Februar 2013

Demonstration zur Volksbefragung in Göteborg

Gestern Mittag folgten etwa 1000 Personen dem Aufruf zu einer Demonstration um eine Volksbefragung zur Göteborger Citymaut zu fordern. Auch wenn die Veranstalter auf eine größere Beteiligung hofften, waren sie mit der Anzahl zufrieden, da dies ein Symbol dafür ist, dass die Bewohner der Stadt für eine Demokratie sind und nicht akzeptieren wollen, dass die Stadt Entscheidungen gegen den Willen der Mehrheit ihrer Bürger fällt.

Auch wenn die Anzahl der Gegner der Citymaut am Götaplatsen höher war als jene der Befürworter, so fand sich eine gemischte Menge, die den Reden lauschten, denn auch unter den Befürwortern der Maut findet man viele, die für eine demokratische Entscheidung sind und durch die Teilnahme zeigen wollen, dass eine diktatorische Entscheidung keine Lösung ist, die man als akzeptabel bezeichnen kann.

Am gleichen Tag als die Demonstration stattfand, gab die Universität auch das Ergebnis einer Untersuchung bekannt, die zeigt, dass gegenwärtig rund 60 Prozent der Göteborger gegen die Citymaut sind und nur 30 Prozent als Befürworter auftreten. Eines der größten Probleme bei der Maut ist die Ungerechtigkeit, die hinter der Entscheidung steckt, da die Ärmsten nun die höchste Steuererhöhung tragen müssen und auch der Transitverkehr keinerlei Ausweichmöglichkeiten geboten bekommt.

Herbert Kårlin

Samstag, 2. Februar 2013

Das Volvo Ocean Race kommt nach Göteborg

Gestern wurde die Entscheidung offiziell bekannt gegeben, das Volvo Ocean Race wird sowohl im Jahre 2015 als auch im Jahre 2018 sein Ziel in Göteborg haben und die Stadt erneut auf die Karte der wichtigsten Segelereignisse der Welt setzen. Bereits zweimal war Göteborg das Ziel des Rennens, nämlich 2002 und 2006, was jeweils eine bedeutende Menge an Zuschauern aus ganz Europa anzog.

Das zwölfte Volvo Ocean Race wird im Jahre 2014 im spanischen Alicante an den Start gehen und nach einem Jahr in Göteborg im Ziel ankommen. Auch wenn noch nicht alle Gasthäfen festliegen, so ist sicher, dass die Reise nach Recife in Brasilien und nach Auckland in Neuseeland gehen wird und das legendäre Kap Horn umrundet werden muss, was so mancher Equipe Schwierigkeiten bereiten kann.

Die Stadt Göteborg wird das Ereignis 25 Millionen Kronen kosten, ein Budget, das bisher in keiner Weise eingerechnet wurde. Sponsoren finanzieren dann weitere 40 Millionen Kronen. Bisher ist ein einziges schwedisches Boot zum Volvo Ocean Race  2014/15 angemeldet. Und es handelt sich nicht um irgend ein Boot, sondern ein Boot der SCA (Svenska Cellulosa Aktiebolaget) mit einer weiblichen Equipe, was sicher eine besondere Aufmerksamkeit erregen wird, wobei alle Schweden hoffen werden, dass es die segelnden Damen auch ins Ziel in Göteborg schaffen.

Herbert Kårlin

Freitag, 1. Februar 2013

Neue Kontrollen bei Göteborgs Västtrafik

Ab heute ändert sich bei den öffentlichen Verkehrsmitteln Göteborgs Västtrafik nicht nur das Bezahlsystem über SMS, was viele der Kunden wegen der unklaren Werbung kaum verstanden haben und die SMS-Bezahlung für Kinder und Jugendliche bis 18 sowie für Personen, die Schulden haben und für Ausländer, mit einigen Hürden versieht, sondern auch das Kontrollsystem in den Bussen und Straßenbahnen geht in eine neue Phase über.

Ab heute übernimmt des Unternehmen Securitas die Fahrscheinkontrolle, die jedoch nicht mehr nur über Einzelkontrolleure stattfinden wird, eine Lösung, die man seit den Anklagen wegen Übergriffen der Kontrolleure im vorigen Jahr wählte, sondern es werden auch gerade diese kritisierten Massenkontrollen wieder eingeführt bei der etwa zehn Kontrolleure an bestimmten Haltestellen die Busse oder Straßenbahnen geradezu stürmen um jeden Fahrgast unter die Lupe zu nehmen.

Nach Securitas wurden jedoch alle Kontrolleure intensiv auf Krisenverhalten vorbereitet und die Kontrollen werden vorher auf der Homepage von Västtrafik und der Göteborger Tageszeitung GP angekündigt, damit die Fahrgäste weniger erschreckt werden und Panik vermieden wird. Nach der Sprecherin von Västtrafik sind diese Kontrollen, die ebenso teuer sind wie die durch Schwarzfahren entgangenen Einnahmen, notwendig, da sonst niemand mehr in Göteborg einen Fahrschein bezahlt, eine Aussage, die die Dame ohne jede Untersuchung aus der Luft greift.

Herbert Kårlin