Sonntag, 14. Oktober 2012

Göteborger Abgeordnete halten wenig von Umweltschutz

Obwohl sich der Stadtrat Göteborgs als Vorreiter einer grünen Bewegung sieht und die Stadt zur Umweltstadt Europas machen will, scheint dies die einzelnen Gewählten kaum zu interessieren, denn öffentliche Aussagen sind eine Sache, aber der persönliche von Steuern finanzierte Komfort und die Praxis eine andere. Auch interne Regeln spielen in persönlichen Fragen zum Umweltschutz keine große Rolle, denn sie gelten ohnehin nur „für die Anderen“.

Offiziell sollen alle Gewählte der Stadt bei Reisen innerhalb eines Radius von 500 Kilometern auf Flugzeuge verzichten und öffentliche Verkehrsmittel nehmen. Seit diese Regel jedoch eingeführt wurde, muss man feststellen, dass sich die Betroffenen immer häufiger des Flugzeugs bedienen, denn innerhalb eines Jahres ging die Anzahl der Flugreisen von Abgeordneten um 20 Prozent nach oben und über 50 der Flugreisen zählte man innerhalb des verbotenen Radius, was wenig von einer bewussten Umweltpolitik spricht.

Auch wenn die Opposition sonst jede Chance nimmt um die Sozialdemokraten bei Verfehlungen zu kritisieren, ist dieses Mal selbst Helene Odenjung der Volkspartei der Meinung, dass die Betroffenen wohl ihre berechtigten Gründe hatten das Flugzeug bei Kurzreisen zu nehmen. Die Kritik kommt dieses Mal aus den eigenen Reihen, was zu einer neuen Formulierung in der Verordnung führt, dass nämlich Flugreisen innerhalb eines Radius von 500 Kilometern grundsätzlich nicht mehr in Frage kommen, auch nicht als Ausnahmefall.

Herbert Kårlin

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