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Dienstag, 27. Juli 2010

Parkwacht in Göteborg ohne Erbarmen

Seit Securitas die Hälfte der Stadt systematisch nach Parksündern absucht, haben sich die Einnahmen für die Stadt erheblich erhöht. Nur in den ersten sechs Monaten des Jahres mussten Falschparker in Göteborg sechs Millionen mehr an Gebühren bezahlen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Während die Stadt Göteborg diese Entwicklung begrüßt, betrachten Berufsfahrer die Handlungsweise der Parkwächter als Hexenjagd und Verfolgung, da es sich nicht nur um notorische Falschparker handelt, die zur Kasse gebeten werden, sondern jedes Fahrzeug, das die Gesetze nicht einhält, egal ob dadurch Leben gefährdet wird oder nicht.

So erhalten Fahrer des Krankendienstes, die im Notfall nach einem Alarm ausrücken um einer Person in Not zu helfen ebenfalls eine kostenpflichtige Verwarnung, sobald sie vor dem Haus des Bedürftigen stehen statt zehnmal um den Block zu kreisen und sich in 500 Meter Entfernung zu parken. Das gleiche erleben Berufsfahrer, die schwere Waren entladen müssen, aber keinen Entladeplatz in einem Radius von 200 Metern finden können. Securitas- und Addici-Parkwächter fühlen sich voll im Recht, denn Gesetz ist Gesetz, wo Menschlichkeit nichts zu tun hat. Arbeitgeber bezahlen solche diese Kosten natürlich nicht für ihre Angestellten.

Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Oktober 2009

Falschparker in Göteborg sollen 83 Millionen Kronen bezahlen

Da wegen der geringen Einnahmen von Parksündern die Straßen Göteborgs kaum noch in Stand gehalten werden können, sollen im Jahre 2010 nun 154.000 Arbeitsstunden für die Suche nach Falschparkern aufgewendet werden, was Einnahmen von rund 83 Millionen Kronen entspricht.

Verglichen mit 2009 bedeutet dies eine 20%-iges Wachstum an Arbeitsstunden der Parkwächter und 40% höhere Einnahmen, die für die Verbesserung und die Reparatur von Göteborgs Straßen verwendet werden sollen. Zum Abbau von Parkplätzen, zukünftiger Straßenmaut kommen nun also auch härtere Zeiten auf jene zu, die ihr Auto 10 Minuten lang an der falschen Stelle parken.

Während 2009 noch die Firma Addici für die Verfolgung und Entdeckung von Parksündern zuständig war, wird diese Aufgabe nun Securitas übernehmen. Auf die Anschuldigung der Stadt, dass Addici nachlässig gearbeitet habe, antwortet die Firma, dass die geringeren Einnahmen des Jahres 2009 vor allem zwei Gründe habe, die eher bei der städtischen Politik zu suchen sind.

Zum einen würden weniger Göteborger, wegen der hohen Kosten, falsch parken, zum anderen würde die Parksituation in Göteborg von der Stadt boykottiert, da umweltfreundliche Fahrzeuge häufig werden, diese jedoch keinerlei Parkgebühren bezahlen müssten, also bereits hier entsprechende Einnahmen logischer Weise ausbleiben würden. Inwieweit die Übertragung der Überwachung von Addici zu Securitas den Arbeitsmark Göteborgs beeinflussen wird ist dabei noch eine offene Frage. Securitas bildet ab November sein neues Personal aus.

Herbert Kårlin