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Dienstag, 27. November 2012

Aufsehenerregender Rechtsfall in Göteborg

Heute beginnt im Amtsgericht Göteborgs die Verhandlung gegen eine 37-jährige Frau aus Göteborg, die in ihrer Wohnung zahlreiche Knochen, ganze Skelette und Schädel aufbewahrte. Die Staatsanwaltschaft will während der Verhandlung beweisen, dass sich die Frau sämtliche Teile auf illegale Weise angeeignet hat und selbst zu sexuellen Zwecken benutzte. In ihrem Computer wurden zusätzlich eine große Anzahl an Dokumenten von Toten gefunden deren Sinn der Staatsanwaltschaft jedoch nicht ganz klar ist.

Die Frau ihrerseits bestreitet jede illegale oder abartige sexuelle Anwendung der Skelette und Knochen und verweist auf ein wissenschaftliches Interesse. Sie erklärte während der dreimonatigen Untersuchungshaft weiterhin, dass sie sämtliche Teile über Internet erworben hat und dass ihr nicht bewusst war, dass es einer Privatperson in Schweden verboten sei Knochen, Skelette oder Schädel zu besitzen, was in der Tat nicht eindeutig geklärt ist, so lange die Teile nicht von schwedischen Friedhöfen kommen.

In den letzten Tagen nahm dieser Fall durch die internationale Aufmerksamkeit eine besondere Wende, da bekannt wurde, dass in der Wohnung der Frau auch ein Foto gefunden wurde wo eine unbekannte Frau einen Schädel küsst und parallel dazu eine anonyme Person Fotos eines sehr makabren Falles in Australien online stellte. Mehrere Foren verbinden das für die Veröffentlichung angewandte Pseudonyme mit der 37-jährigen Göteborgerin. Allerdings ist die Veröffentlichung dieser Fotos keine Straftat, da die Bilder öffentlich zugänglich waren. Falls eine Verbindung zur Beklagten besteht, könnten dies jedoch ihre Aussagen entkräften.

Herbert Kårlin

Sonntag, 11. April 2010

Der Kauf von Sex ein Ehrendelikt in Göteborg

Obwohl der Kauf von Sex in ganz Schweden unter Strafe gestellt ist und bis ins Gefängnis führen kann, gilt der Kauf von sexuellen Handlungen im Bereich Rosenlund in Göteborg als problemlos und als gefahrenlos. Während in Stockholm und Malmö die Anklagen wegen Sexkauf eine respektable Höhe erreichen, wurden im Jahre 2009 in Göteborg gerade einmal acht Sexkäufer vor Gericht gestellt, die auf Fragen der Polizei den Kauf auch unmittelbar zugaben. Einige von ihnen wären ohne das unmittelbare Eingeständnis völlig straffrei aus der Affäre hervorgegangen.

Der Grund für die geringe Quote an Anklagen in Göteborg ist mehrschichtig. Zum einen will die Polizei Göteborgs die Methoden Stockholms, die weibliche Polizisten als Lockvögel benutzt, nicht übernehmen, zum anderen wollen sie sich mehr auf Trafficking und andere größere Straftaten im Sexhandel stützen, wo sie jedoch ebenfalls nur wenige Erfolge vorweisen können und Göteborg sich auf der Hauptachse zu Dänemerk und Norwegen befindet, von wo aus Frauen „importiert“ werden.

Die Göteborger Sittenpolizei hat im Jahre 2009 auch die Überwachung von Internetseiten aufgegeben, die noch ein Jahr zuvor gewisse Erfolge brachte, obwohl man auf offizieller Seite weiß, dass mehrere hundert Frauen in Göteborg per Internet ihre Dienste anbieten und die Hotels der Stadt bei Sexbesuchern beide Augen schließen. Eine Nacht mit einer Prostituierten bei der man in Göteborg, trotzt abschreckendem Gesetz, keine Folgen befürchten muss, kostet zwischen 5000 und 10000 Kronen, je nach Alter und Herkunft der Prostituierten. Die Preise bei der Straßenprostitution in Rosenlund liegen natürlich weit unter jenen von Frauen, die Internet als Plattform benutzen und dann ein Hotel als Treffpunkt benutzen. Nachdem letzte Woche ein Fall bekannt wurde, wo organisierter Sexhandel in einer geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Abteilung in Göteborg statt fand, denkt die Polizeieinheit nun über ein härteres Vorgehen nach.

Herbert Kårlin