Sonntag, 24. Oktober 2010

Göteborger Bürger von der Stadtplanung ausgeschlossen

Nach einem Gesetz von 1987 müssen bei größeren Bauprojekten die betroffenen Bürger der Stadt in die Planung mit eingebunden werden und in gewissen Fällen selbst Einzelpersonen an Entscheidungen teilhaben, wenn sie maßgeblich davonv betroffen sind. Nach dem früheren Stadtarchitekten Ronny Reinholdson wurde dieses Gesetz von der Stadt systematisch untergraben um kommerzielle Ziele einer Planungsschicht freie Hände zu geben.

Die stadteigene Gesellschaft Älvstranden Utveckling AB, die ursprünglich nur mit der Entwicklung des Stadtteils Eriksberg betraut war um dort ein gesamtes Infrastrukturspaket zu entwickeln, wurde mittlerweile zum Hauptplaner der Stadt und entscheidet daher fast uneingeschränkt über die gesamte Entwicklung der Stadt auf beiden Seiten des Flusses. Pläne werden nur noch zur Diskussion aufgelegt, können jedoch nicht mehr diskutiert werden und auch gegen den Wunsch der Bürger realisiert werden.

Die Älvstranden Utveckling AB hat mittlerweile die Gesamtentwicklung des Södra Älvstranden, der zentralen Älvstaden sowie jene von Lindholmen, Norra Masthugget, Sannegården, Kvillebäcken, Gillbergsvass, Frihamnen und Stora Torp übernommen, was zur Folge hat, dass die Stadt indirekt nur noch mit kommerziellen Interessen plant und nicht mehr zum Wohl der Bürger und hinsichtlich der Integration und der steigenden Segregation. Nach Ronny Reinholdsons Aussagen entwickelt sich das zentrale Göteborg daher zu einem Spekulationsobjekt, das sich abseits von allen gesellschaftlichen Interessen entwickelt, bei der nur einige wenige Personen die gesamte Entscheidungsgewalt besitzen.

Herbert Kårlin

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