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Samstag, 4. Oktober 2014

Überschwemmungsgefahr in Göteborg

Gerade dort wo in Göteborg die Überschwemmungsgefahr wegen des steigenden Wasserniveaus jedes Jahr höher wird, wird am meisten gebaut und dort findet man die teuersten Wohnungen der Stadt. In Eriksberg, am Ufer des Göta älv bereichern sich Stadt und Bauherren an der Gefahr ohne die Bewohner darüber zu informieren, dass es bei Hochwasser dort keinen Plan B gibt und manche unter ihnen unter Umständen ihre Schäden nicht einmal von den Versicherungen ersetzt bekommen, da sie in einem Risikogebiet wohnen.


Alle, die dort kauften und kaufen werden, sind davon überzeugt, dass die Politiker der Stadt im Notfall wissen wie sie die Häuser schützen können, oder sie sind davon überzeugt, dass es Zeit ihres Lebens eben kein Hochwasser geben wird und das Wasserniveau langsamer ansteigt als Wissenschaftler voraussagen, aber allen ist es wichtiger am Wasser zu leben als etwas weiter davon entfernt in Sicherheit vor kommenden Hochwassern und dem steigenden Meeresniveau, denn Wassernähe wird mit Prestige und Luxus verbunden.

Nachdem für Göteborg jedoch ein Eisenbahntunnel und die Entwicklung einer modernen Stadt wichtiger ist als die Sicherheit der Bürger, will man erst dann zu Schutzmaßnahmen greifen wenn es keine andere Chance mehr gibt, schon deswegen, weil keine Gelder dafür vorhanden sind und der Preise für den Schutz gegen Hochwasser teurer ist als der Eisenbahntunnel. Als Lösung sehen daher die Politiker der unterschiedlichsten Parteien, dass nicht Göteborg seine Bewohner schützen soll, sondern die Regierung in Stockholm, obwohl dort die Hochwasserprobleme kaum geringer sind, wie auch in vielen anderen Städten Schwedens.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. September 2014

Eine neue Brücke für Göteborg

In der ersten Instanz wurde der Stadt Göteborg vom Umweltgericht ein Geschenk überreicht, denn nach dem Urteil darf die neue Hisingsbron, eine Brücke vom Stadtzentrum zur Insel Hisingen, mit einer freien Höhe von nur 12 Meter gebaut werden, wenn auch unter mehreren Auflagen, die eine genaue Dokumentation über Öffnungen, Behinderungen der Seefahrt und Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs erfordern. Das Urteil heißt nun für die Stadt die Planung und Vorbereitung fortzusetzen, obwohl noch ein Berufungsverfahren aussteht, das Göteborg verlieren lassen kann.


Da das Umweltgericht auch entschieden hat, dass die Brücke jede Stunde einmal für den Schiffverkehr geöffnet werden muss damit die gegenwärtig rund 15 Handelsschiffe täglich einen Zugang zum Meer haben, beunruhigt den Stadtrat kaum, auch wenn dies mit langen Schlangen an Autos, Bussen und Straßenbahnen verbunden sein kann. Und abgesehen davon, dass die Bürger der Stadt die Citymaut abschaffen wollen, was wiederum bedeutet, dass die Kosten für die geplante Brücke nicht mehr abgesichert sind, sondern bald rund zwei Milliarden Kronen fehlen werden.

Die Frage ist natürlich auch wie die nächste Instanz entscheiden wird, da das Seefahrtsamt Einspruch gegen das Urteil einlegte, denn die Schifffahrt auf dem Göta älv soll ausgebaut werden und die Schiffe werden zudem immer größer. Die niedrige Brücke Göteborgs wird allerdings auch von der Region kritisiert, die nicht nur das persönliche Interesse Göteborgs sieht, sondern das wirtschaftliche Interesse der gesamten Region im Auge hat. Aber auch das „positive“ Urteil der ersten Instanz hat einen kleinen Haken, den man in Göteborg gerne überliest, denn die Stadt muss nach fünf Jahren Brückenbenutzung auch nachweisen, dass die Seefahrt von der niedrigen Brücke nicht beeinträchtigt wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 12. September 2014

Wirtschaftswachstum in Göteborg gefährdet

Nach Business Region Göteborg und dem Beratungsunternehmen JLL ist es für Firmen nahezu aussichtslos im zentralen Göteborg einen Büroraum zu finden, denn gegenwärtig sind dort gerade einmal 3,4 Prozent der Büroräume frei, weitaus weniger als in jeder anderen Stadt Schwedens. Hinzu kommt das Problem, dass die Mieten für Büroräume in zentraler Lage bei 2600 Kronen pro Quadratmeter liegt, einem Niveau, das sich junge Firmen auf keinen Fall leisten können.

Nun verspricht Göteborg verstärkt Büroräume zu bauen, aber dies bedeutet bei der geplanten Menge lediglich, dass die Räume bereits vermietet sind bevor die Gebäude fertig gestellt werden, denn die Nachfrage liegt so hoch, dass selbst die geplanten Bauten nur als Tropfen Wasser auf einem heissen Stein betrachtet werden können, trotz der hohen Mietpreise. Sollte sich der Bau von Büroräumen nicht sehr bald bedeutend beschleunigen, so schafft sich die Stadt eine ökonomische Bremse, denn das Wachstum einer Stadt hängt vom wirtschaftlichen Wachstum ab und selbst die Arbeitslosigkeit kann nur bekämpft werden wenn sich neue Firmen in Göteborg niederlassen.

Natürlich könnte man sagen, dass es am Rande Göteborgs noch Büroräume gibt, die zudem nur die Hälfte von Räumen in der Innenstadt kosten, aber welches Unternehmen kann von seinen Angestellten fordern täglich zwei Stunden in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu sitzen, insbesondere wenn es sich um hoch qualifiziertes Personal handelt. Und welche Firma findet Kunden wenn diese erst durch die ganze Stadt fahren müssen und Staus am Tingstadstunnel riskieren wenn die Konkurenz im Zentrum Göteborgs zu finden ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. September 2014

Lügen über den Bau des Eisenbahntunnels in Göteborg

Zwei Ingenieure belegten gestern in einem Artikel in der Tageszeitung Göteborgs-Posten, dass das städtische Trafikverket systematisch falsche Angaben über den geplanten Eisenbahntunnel Västlänken verbreitet, und dies insbesondere hinsichtlich der Rentabilitätsfrage. Die Stadt Göteborg will diesen Tunnel unter allen Umständen bauen und benutzt die falschen Angaben vor allem um sich selbst ein Denkmal zu setzen. Jede Kritik aus einem der städtischen Ämter wird unmittelbar sanktioniert statt diese zu diskutieren.

Die beiden Ingenieure mussten sich bei der Suche nach Fehlern auch keine besondere Mühe machen, denn die offensichtlichen Falschaussagen kann jeder Laie nachvollziehen. Während das städtische Amt für Straßen- und Schienenverkehr behauptet, dass 102.000 Bewohner der Stadt innerhalb von nur zehn Minuten zu Fuß einen der drei unterirdischen Bahnhöfe erreichen können, sind es in der Tat gerade einmal 32.000 Reisende, es sei denn 70.000 Bürger lernen die Vogelfluglinie zu benutzen und gehen durch Mauern und Abgrenzungen.

Auf den überzeugenden Plänen zog das Amt nämlich nur drei Kreise, die zudem grösser ausfallen als die Erklärungen, und endet nach den Berechnungen auch am oberirdischen Eingang. Dass man dann erst noch eine Minute lang eine Rolltreppe benutzen muss und 200 Meter bis zur Haltestelle benötigt, scheint den Planern nicht wichtig zu sein. Sie gehen auch davon aus, dass jeder Fahrgast mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Kilometer die Stunde zum Zug eilt, was weder an Kreuzungen mit Ampeln, noch auf Rolltreppen realistisch ist. Aber die Erklärung für diesen „Irrtum“ leuchtet ein, denn bei maximal 32.000 Fahrgästen wird der Eisenbahntunnel für alle Zeiten unrentabel, selbst wenn die Kosten nicht explodieren sollten und letztendlich ist es ja unbedeutend, dass für viele der geplanten Reisenden der Anmarsch nahezu 20 Minuten statt zehn dauert.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 23. August 2014

Neuer lebender Stadtteil in Göteborg

Seit rund zehn Jahren ist der Baukonzern Serneke AB aus Göteborg an der Planung eines neuen Stadtteils in Lindholmen beteiligt in dessen Zentrum sich das höchste Gebäude Schwedens befinden wird, der über 200 Meter hohe Wolkenkratzer Polstjärnan, den ein amerikanisches Architektenteam erstellen wird, vorausgesetzt, dass vor Baubeginn bereits etwa 70 Prozent der geplanten Wohnungen verkauft werden. Welche alternative Lösung existiert, darüber schweigt Ola Serneke, der Generaldirektor des Konzerns.

Auf die häufige Kritik, dass sich der neue Stadtteil vor allem an Reiche richtet, verweist Ola Serneke auf seine Homepage, die bei dem Gesamtprojekt vor allem Zeichnungen des Wolkenkratzers zeigt, aber dort kann man auch lesen, dass es sich bei diesem neuen Stadtteil um ein haltbares Projekt handelt, das sowohl ökologisch, ökonomisch als auch in sozialer Hinsicht durchdacht ist und dieser Stadtteil 24 Stunden am Tag leben wird, eine Aussage, die dem Lehrbuch eines Architekten in Absprache mit dem Göteborger Stadtrat entstammen könnte und im Grunde nichts sagt.

In der Tat plant die Gruppe Serneke nicht nur den Wolkenkratzer in Lindholmen, sondern Gebäude aller Art, zwischen einem Hotel, Restaurants, einer Markthalle und Wohnungen für Studenten. Insgesamt sollen dort 1400 Wohnungen gebaut werden, was sehr positiv klingt. Allerdings findet man nirgends um wie viele Mietwohnungen es sich handelt und die Preise für die 300 geplanten Studentenwohnungen unbekannter Größe von denen Ola Serneke spricht, kann man ebenfalls nirgends finden. Da sich jedoch bereits 400 teure Wohnungen im Wolkenkratzer befinden und 300 Studentenwohnungen geplant sind, ist leicht zu sehen, dass vermutlich nicht mehr als vielleicht 250 Wohnungen für Mieter gedacht sind, die sicherlich ebenfalls ein höheres Einkommen nachweisen müssen, denn die Mehrheit der Wohnungen werden Bostadsrätter sein.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. August 2014

Göteborger Politiker verteilen Maulkorb

Als der moderate Politiker Martin Weinholt vorgestern mit der Aussage in die Öffentlichkeit trat, dass der von Göteborg geplante Västlänken (Eisenbahntunnel) weitaus teurer kommen wird als bisher bekannt gegeben und zudem die Umweltpolitik der Stadt bremsen wird, so rechnete er nicht mit der Reaktion der gesamten politischen Schicht Göteborgs für die der Västlänken ein Prestigeobjekt ist, das auf jeden Fall durchgeführt werden muss, unabhängig von allen Nachteilen. Weinholt glaubte an Demokratie und Meinungsfreiheit und er bewies Zivilcourage, weswegen er nun von Parteikollegen und Stadtrat wie ein Leprakranker im Mittelalter behandelt wird.

Die Aussagen Weinholts verwundern keinen Bürger der Stadt, denn alle wissen, dass selbst die Kostensteigerung von der der Politiker spricht, noch weit untertrieben ist, denn die Kosten für einen Tunnel mit unterirdischen Bahnhöfen in einem Untergrund von Lehm und Granit zu bauen sind nicht einzuschätzen und die versprochenen Vorteile für die Umwelt sind so lange unrealistisch solange die öffentlichen Verkehrsmittel nicht sinnvoll ausgebaut werden. Für die Bürger ist Weinholt daher eher ein Held, der es wagte die Wahrheit zu sagen, die ohnehin jeder kennt.

Natürlich wissen auch sämtliche Politiker Göteborgs, dass das gigantische Projekt Summen schlucken wird von denen man heute noch nicht einmal spricht, aber sie werden es Weinholt nicht verzeihen, dass er die Wahrheit so kurz vor den Kommunalwahlen sagt, denn auch wenn der Stadtrat ständig von einer offenen Arbeit und einer offenen Diskussion spricht, so sieht man bei jedem Prestigeobjekt unmittelbar die Grenze, denn die Wähler werden ohnehin an den Steuern spüren um wie viel sich das Straßenverkehrsamt letztendlich „irrte“. Als Beispiel könnte der Essingeleden in Stockholm dienen, der sechsmal so teuer wurde als ursprünglich versprochen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. August 2014

Neue Wohnungen am Wasser geplant

Nachdem das Masthuggskai, an dem heute die Stena-Fähren nach Dänemark liegen, im Jahre 2019 ausgelagert wird und schon im nächsten Jahr ein kleiner Teil des von Stena gemieteten Grundes der Stadt wieder zur Verfügung stehen wird, haben nun vier Architekturbüros, darunter eines aus Göteborg, den Auftrag erhalten dort einen neuen Stadtteil zu planen. Statt der hunderte von Parkplätzen, die sich heute dort befinden, sollen ab 1917 Wohnungen, Büroräume und ein wenig Grün entstehen.

Wie sehr viele neu geplante Stadtteile in Göteborg, so werden die Bauten nahe am Göta älv liegen und für eine sehr hohe Summe verkauft oder vermietet werden können. Auch wenn die Stadt bei seiner Ausschreibung, an der sich ursprünglich 27 Architektenteams beteiligten, einen Stadtteil schaffen will, der nicht nur sozial und ökonomisch durchdacht sein soll, sondern auch die Integration und die Sicherheit fördert, so spricht diese wenig von der politischen Integration, sondern der architektonischen Integration, will jedoch mit der Wortwahl doppeldeutig bleiben um die Bewohner nicht gegen sich aufzubringen.

Wenn man die Ausschreibung etwas genauer liest, so findet man auch, dass der neue Stadtteil ökologisch durchdacht sein soll, was grundsätzlich mit höheren Baukosten verbunden ist und auch bedeutet, dass sich anschließend die Preise für ein Bostadsrätt oder eine Mietwohnung im obersten Bereich ansiedeln wird und damit die Segregation der Stadt noch weiter vorangetrieben wird, da sich der Normalverdiener dort kaum den Quadratmeterpreis erlauben kann. Touristisches Interesse weisen die neu geplanten Stadtteile ohnehin keines auf.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. Juli 2014

Segregation in Göteborg im Gespräch

Obwohl die rot-grüne Regierung der Stadt Göteborg seit sie an der Macht ist verbal versichert, dass sie die Segregation abbauen will, so zeigt sich nun, dass selbst dieses Thema wenig ernst zu nehmen ist, sondern nur als Promotion gilt, denn statt eine offene Diskussion in Göteborg selbst zu führen, wird das Thema während der politischen Woche auf Gotland zu einem wichtigen Thema erhoben, weit entfernt von den Betroffenen.

In Almedalen diskutierten gestern Forscher, Politiker und professionelle Diskussionsführer während eines Seminars über die Möglichkeiten die Segregation in Göteborg abzubauen, denn immerhin zeigt sich in Göteborg selbst, dass die Lebenserwartung in gewissen Stadtteilen um neun Jahre kürzer ist als in privilegierten Stadtteilen. Wissenschaftlich und in Almedalen dürfte man indes kaum eine Lösung finden, auch wenn man sich allgemein darüber einig sein dürfte, dass ein Grundproblem in der Stadtplanung und dem mangelnden politischen Willen zu suchen ist.

In die Vororte werden vor allem Geringverdiener gedrängt, und Einwanderer aus nichteuropäischen Ländern. Die Infrastruktur dort lässt zu wünschen und es wird nichts dafür getan, dass sich dort eine Mischkultur entwickeln kann in der sich eine Gruppe mit unterschiedlichem Einkommen ansiedelt, wo gebildete und weniger gebildete Personen Seite an Seite leben. Solange man jedoch eine Ghettosituation in Göteborg schafft, muss man die Lösung nicht auf Gotland suchen, sondern politischen Willen in Göteborg selbst zeigen.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. Juni 2014

Zu wenige Parks für eine Baugenehmigung

Beim Plan zum Bau von 7000 neuen Wohnungen pro Jahr blockiert ein stadteigenes Amt bereits die groß angelegten Pläne Göteborgs, denn als das Bauamt der Stadt nun einen Umbau der alten Fabriken im Stadtteil Gamlestaden beantragte, kam von der Parkverwaltung ein klares Nein und die zum Teil bereits ungenutzten Gebäude dürfen daher weder zu Wohnzwecken, noch zu Büroräumen oder Geschäften umgebaut werden, sondern müssen auch in Zukunft wertvollen Wohnplatz besetzen.

Das Argument der Parkverwaltung ist indes logisch, da die Stadt Göteborg nicht nur an Wohnungsbau denkt, sondern auch an Grünflächen und im Rahmen ihrer grünen Strategie entschieden hat, dass nur dort Wohnungen gebaut werden dürfen wo auch im Radius von 300 Metern eine Grünfläche zu finden ist, und dies ohne dass eine Barriere wie Eisenbahnlinie, verkehrsreiche Straße oder ein Wasserlauf im Weg sein dürfen, eine Forderung, die immer seltener zu erfüllen ist und bei den alten Fabriken geradezu illusorisch ist.

In Gamlestaden ist, auf Grund der geografischen Lage, gegenwärtig von kaum einem Bewohner im Radius von 300 Mater eine Grünfläche zu finden und beim Umbau der alten Fabriken könnte geradezu ein neuer Stadtteil entstehen, der für die aktuellen Bewohner und die vielen Wohnungssuchenden nur von Vorteil sein könnte, auch ohne Grünfläche. Bei der Durchsetzung der Forderungen nach einer nahen Grünfläche dürften in den kommenden Jahren sehr viele Bauprojekte Göteborgs auf der Strecke bleiben und mögliche Wohnfläche als leere Ruinen das Stadtbild „auflockern“.

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Donnerstag, 19. Juni 2014

Göteborg bekommt Nordens höchsten Wolkenkratzer

Gestern wurde bekannt gegeben welchen Wolkenkratzer Göteborg zum Jahr 2019 bekommen wird, der dann nur zwei Jahre später, während der 400-Jahrfeier Göteborgs, das neue Wahrzeichen der Stadt sein soll, sichtbar bereits weit vom Meer aus und als Symbol für eine aufstrebende Stadt gedacht, die damit auf die Karte der höchsten Häuser Europas geraten wird und Lindholmen damit endgültig auf die Landkarten setzen wird, einen Stadtteil, der sich auf der viertgrößten Insel Schwedens befindet.

Design: SOM (Skidmore, Owings & Merrill)

Wie zu erwarten, hatte sich die Jury für eines der beiden höchsten Gebäude entschieden, das bereits nach der Skizze 230 Meter hoch sein soll, jedoch problemlos auch 250 oder 260 Meter werden kann und damit zu den zwanzig höchsten Wolkenkratzern ganz Europas gehören kann und von der vermögendsten Schicht Schwedens bezogen werden kann, denn der Quadratmeterpreis des Prestigeobjekts wird nicht für den Durchschnittsbürger gedacht sein.

Gewinner wurde das Architekturbüro SOM (Skidmore, Owings & Merill), das bereits sechs der 15 höchsten Gebäude der Welt erbaute, unter anderem auch das bisher höchste Bauwerk in Dubai. Auch wenn die Vorschläge offiziell anonym waren um die Jury nicht zu beeinflussen, konnte man bereits am Vorschlag einige Hinweise auf das Architektenteam finden, das letztendlich auch gewann. Nach der offiziellen Begründung wurde das 1,5 Milliarden teure Projekt gewählt, weil es ideal in das Stadtmilieu Göteborgs passt und die Architekten auch an einen Park dachten für den jedoch der aktuelle Verkehr umgeleitet werden muss.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. Juni 2014

Der Plan einer neuen Restaurantstraße in Göteborg

Nachdem die New York Times die Andra Långgatan in Göteborg als den authentischsten Platz Göteborgs bezeichnete und Göteborg die vier parallelen Långgator nicht nur neu beleben will, sondern auch alte Gebäude abreißen will um modernen Bauten Platz zu machen, wollen einige Besitzer der grösseren Gebäude und die Anwohner der Tredje Långgatan der Angelegenheit vorauseilen und planen ihre Straße für eine goldene Zukunft vorzubereiten, auch wenn die Verwirklichung ihrer Ideen viel Zeit benötigen wird.


Für die Anwohner der Tredje Långgatan ist es erst einmal wichtig eine möglichst autofreie Straße zu bekommen. Das Ziel dazu soll über die Umwandlung der Straße in eine Gehstraße geschehen in der Autos nur Schritt fahren dürfen und Fußgänger auch auf der heutigen Fahrbahn das Vorrecht haben werden Während diese Idee vielleicht noch zu realisieren ist, so stellt sich dabei jedoch die Frage was mit den Parkplätzen geschieht, die in der Umgebung auch für die Anwohner mit Sondergenehmigung, sehr knapp sind, denn parkende Fahrzeuge stören ebenso wie der Verkehr auf der Straße.

Für den neuen Besitzer des Auktionsverkets wäre eine Gehstrasse natürlich auch wünschenswert, denn seine Vision geht bereits weitaus weiter, denn er will die Tredje Långgatan zur restaurantdichtesten Straße Schwedens machen, einen Teil der Hinterhöfe öffnen und der Straße das Leben einer modernen Großstadt geben. Mit den Restaurants und den offenen Hinterhöfen soll auch das kulturelle Leben in die Straße kommen, die so langsam den Namen Långgårdarna annehmen soll. Die Idee der Geschäftsbesitzer der Tredje Långgatan geht natürlich auch dahin, dass sie den Besucherstrom der Haga Nygatan zu sich ziehen wollen.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 30. Mai 2014

Engpass mit Büroräumen in Göteborg

Eine mangelhafte Stadtplanung in Göteborg fürte nicht nur dazu, dass man auf Mietwohnungen, Wohnungen nach Bostadsrätt oder Villen jahrelang warten muss, und diese immer teurer werden, sondern auch die Nachfrage nach Büroräumen ist weitaus höher als der tatsächliche Bestand. Auch hier bleibt der Neubau weit hinter den Anforderungen und Bedürfnissen zurück und die Preise pro Quadratmeter liegen für kleinere Firmen jenseits ihrer finanziellen Mittel.


Dieses Problem scheint für Göteborg noch problematischer zu werden als der Bau von Mietwohnungen, obwohl gerade der Bau von Büroräumen Arbeitsplätze schaffen können. Setzt jedoch die Stadtverwaltung nun verstärkt auf Büroräume, so riskiert sie einen Aufstand derjenigen, die bereits seit sieben Jahren oder länger auf eine Mietwohnung warten und klar sagen, dass man ohne Wohnung auch keinen Arbeitsplatz suchen kann, sondern Göteborg meiden oder verlassen muss.

Aber der Bau von Bürohäusern, wie sie teilweise in der Bahnhofsgegend oder auf Hisingen geplant sind, führt Probleme mit sich, dann reine Bürohäuser führen dazu, dass diese Gegenden am Abend menschenleer sind und das Gefüge einer Stadt zerstören, denn nur Bauten, die eine Mischung aufweisen und neben Büroräumen  auch Wohnungen für Arm und Wohlhabend schaffen, können eine Stadt wirklich langfristig beleben, eine Lösung, die man bisher in Göteborg nicht ins Auge schließt.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 27. Mai 2014

Göteborg und das höchste Hochhaus des Nordens

Gestern präsentierten fünf ausgewählte Architekten ihre endgültigen Vorschläge für das höchste Hochhaus des Nordens, das zur 400-Jahrfeier Göteborgs auf der Insel Hisingen von nahezu ganz Göteborg aus sichtbar sein soll, ein Projekt um das sich, wegen des Prestigewertes, ursprünglich 56 Architekturbüros aus der ganzen Welt beworben hatten. Nur fünf unter ihnen, deren Namen bisher heimlich gehalten werden, gelang es nun in die Endauswahl zu kommen.

Vorschlag 4: Polstjärnan

Ursprünglich sollte der Wolkenkratzer nur über eine Höhe von 200 Meter verfügen, was zur Folge hatte, dass Stockholm sehr bald ein neues Projekt plante, das nur einige wenige Meter höher sein sollte als jenes in Göteborg. Die vorgelegten Endvorschläge für Göteborg zeigen nun jedoch, dass die Architekten Göteborgs Wunsch nach dem höchsten Hochhaus des Nordens verstanden haben, denn alle fünf Projekte überschreiten nun die ursprünglich vorgegebene Höhe, in einem Fall sogar um 31 Meter, was bedeutet, dass die neuen Pläne Stockholm erneut aus dem Rennen nach dem höchsten nordischen Bau schlagen.

Am 7. Juni wird nun eine achtköpfige Jury das optimale Objekt auswählen, das dann in Lindholmen dem Himmel entgegenwachsen soll. Das Gebäude, das über bis zu 450 Wohnungen auf bis zu 70 Etagen verfügen soll, wird voraussichtlich weit über 1,5 Milliarden Kronen kosten und soll nicht nur nach Aussehen bewertet werden, sondern auch im Hinblick auf das Stadtbild und die Pläne, die zur näheren Umgebung vorliegen, was natürlich bei einer so bedeutenden Höhe sehr relativ gesehen werden muss.

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Dienstag, 29. April 2014

Göteborg zerstört seine Grünflächen

Obwohl wissenschaftlich erwiesen ist, dass Grünflächen für die Gesundheit der Bevölkerung förderlich sind und Stress abbauen, sind das Bauamt Göteborgs und der Stadtrat der Meinung, dass zu viel Grün in Göteborg unnötig sei und nur Platz für Wohnungen wegnehme. Allein zwölf Grünflächen der Stadt sollen bereits weichen, damit dort Wohnungen in möglichst hohen Häusern errichtet werden können.


Natürlich gibt es in Göteborg auch andere möglichen Baugebiete, da Parkplätze unter Gebäuden errichtet werden können und auch auf Granit gebaut werden kann, aber dies kommt für die Stadtplaner aus unerklärlichen Gründen nur in wenigen Fällen in Frage, obwohl sich Göteborg ein grünes Label gibt und gerne von der grünen Stadt spricht, auch wenn die grünen Stellen immer mehr am Rande der Stadt gesucht werden müssen, da das Zentrum immer mehr zubetoniert wird.

Natürlich muss in und um Göteborg gebaut werden, damit die Wohnungsnot im Laufe der Jahre abgebaut wird, aber es stellt sich natürlich die Frage, warum man zuerst zentrale Grünflächen zerstören muss, die über 100 Jahre den Bürgern der Stadt ein Stück Natur mit Vogelgezwitscher und einem Platz für ein Picknick boten. Wo einmal Beton steht, ist die Natur für immer verloren zumal die Neubauten immer höher werden und damit die kleinen Flächen zwischen den Häusern sogar meist ohne jede Sonneneinstrahlung bleiben, eine Notwendigkeit für jedes Lebewesen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. April 2014

Die Zukunft der Göteborger Werft „Götaverken“

Noch hat das holländische Unternehmen Damen die Hallen der früheren Götaverken und die Trockendocks nicht verlassen, aber schon stellt sich die Frage, was man mit der Gegend in Zukunft anfangen will, denn der Grund auf dem sämtliche Gebäude stehen, und natürlich auch die Gebäude, gehören Göteborg und nicht dem Unternehmen. Allein die Stadt wird daher entscheiden, ob man dort in Zukunft moderne Wohnhäuser am Wasser finden wird, eine Grünanlage oder ob man sich auf eine Überraschung vorbereiten sollte.


Bisher hat die Stadt entweder noch keine Ideen und Pläne, oder aber die Verantwortlichen wollen nicht darüber reden, da die Wahlen kurz bevorstehen. Sicher ist eigentlich nur, dass man kaum ein Unternehmen finden kann, das in die alten Hallen einziehen will, diese also in absehbarer Zukunft abgerissen werden um Platz für die Zukunft Göteborgs zu schaffen. Das Gebiet ist für Spekulanten interessant, denn die Lage am Göta älv ist begehrt, egal ob es sich um Wohnraum oder um Firmenräume und Restaurants handelt.

Am interessantesten ist in diesem Rahmen jedoch die Frage was aus den beiden Trockendocks wird, die geradezu ein Wahrzeichen Göteborgs wurden und jeden Besucher faszinieren, der sich ihnen mit den Paddan oder Älvsnabben nähert.  Die beiden Trockendocks gehören nämlich dem holländischen Unternehmen und können daher entweder verschrottet werden oder aber zu einer Werft im Baltikum transportiert werden, was wiederum den Weg dafür öffnen könnte, dass die Stena-Line-Fähren nach Dänemark das Flussufer wechseln können und der südliche Älvstrand touristisch erschlossen werden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 21. April 2014

Neue Studentenwohnungen für Göteborg

Wenn es um Bauvorhaben geht, denkt das Bauamt Göteorgs nicht unbedingt an die billigsten Mieten oder Preise für die Einwohner und noch weniger daran ob die neuen Gebäude auch in die Stadtlandschaft passen, was natürlich anschliessend zu Protesten von Seiten der betroffenen Bewohner führt und jedes Bauprojekt zudem verzögert oder auch, nach einem entsprechenden Gerichtsbeschluss, ganz verhindert.

Eines dieser Projekte findet man nun in Lindholmen, genauer genommen einem Teil Lindholmens, der ein historisches Interesse aufweist, über eine einzigartige Bauweise verfügt und daher zu den Gebieten gehört, die auf Grund eines Reichsinteresses erhalten bleiben sollen. Bei Erweiterungen muss zudem jedes neue Gebäude der Umgebung angepasst werden, was Göteborg bei seiner Ausschreibung im Jahre 2011 wohl vergessen hat den Architekten mitzuteilen, davon abgesehen, dass die anschliessende Auswahl nicht so ganz legal zuging.

In der Tat soll nun auf einem Raum in dem überwiegend Holzgabäude des 19. Jahrhunderts stehen zusätzlich ein fünfstöckigen Wohnkomplex mit 175 Studentenwohnungen entstehen, obwohl es in der Nähe davon eine weitaus geeignetere Fläche für dieses Gebäude gibt und der Neubau auch die Parkplätze für die vorhandenen Bewohner vernichtet. Das Bauamt der Stadt will mit dieser Idee ein einzigartiges Gebiet vom gesamten Göta älv aus verstecken und damit zeigen, dass Göteborg eine moderne Stadt ist, auch wenn die Besucher eigentlich den älteren Charakter bevorzugen, der in Göteborg täglich mehr verloren geht.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. April 2014

Göteborg sucht ausländische Investoren

Kaum eine Stadt Europas plant, gemessen an der Bevölkerung, so großzügig wie Göteborg, das sich mit erhofftem Hochgeschwindigkeitszug, geplanten Hochhäusern und Modernismus schon als Weltstadt sieht. Allein die Pläne das Gebiet des Freihafens und am Gullbergvass in ein ultramodernes Stadtgebiet zu verwandelt, fordern Investitionen, die die Stadt mit bestem Willen nicht leisten kann. Allein die beiden genannten Gebiete fordern in den kommenden 15 Jahren Investitionen von hunderten von Milliarden an Kronen.


Da es sich bei den beiden Gebieten um exklusive Gegenden am Wasser handelt bei denen sich Verkaufspreise und Mieten an der obersten Grenze ansiedeln können, streckt die Stadt nun ihre Fühler nach internationalen Investoren aus, die nun statt in London, Paris oder auch Stockholm in Göteborg investieren sollen. Die neue Geschäftsführerin der städtischen Bauentwicklungsgesellschaft Älvstranden AB, Lena Andersson, spricht bereits von Kontakten, die sie bei der Immobilienmesse Mipim in Cannes geschlossen hat, ohne allerdings mit einem Wort näher darauf einzugehen.

Nach der Vision von Lena Andersson werden im Freihafen und am Gullbergsvass innerhalb von 15 Jahren 45.000 Wohnungen und 60.000 Arbeitsplätze entstehen, wobei sie dabei vergisst zu nennen, dass die Segregation der Stadt damit noch mehr betont wird, da die Lage jeden Normalverdiener und vor allem jeden Einwanderer ausschließen muss wenn sie an internationale Investoren denkt, die ihr Kapital nur rentabel anlegen wollen. Die Zeitspanne ist ebenfalls knapp, wenn man bedenkt, dass das Projekt Södra Älvstranden bald seinen 30. Geburtstag feiert ohne auch nur annähernd abgeschlossen zu sein, obwohl es sich um kleinere Flächen mit relativ bescheidenen Ideen handelt.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. März 2014

In Göteborg wird ein neuer Stadtteil geplant

Dort wo früher die Fix Fabrik im Göteborger Stadtteil Majorna lag, werden gegenwärtig zwei parallele Bauprojekte entwickelt, die insgesamt zu 1000 neuen Wohnungen und Geschäften führen sollen. Da jedoch die Hälfte des Grundes der Stadt Göteborg gehört und die andere Hälfte von den Bauunternehmen HSB und Balder erworben wurde, ist nicht ganz sicher, dass beide Projekte auch miteinander koordiniert werden. Es ist daher zu befürchten, dass dort bald zwei separate Projekte entstehen werden.

Die Grundstücke für die Bauten liegen auf historischem Grund, da der Teil Sandarna in Majorna zu jener Gegend gehört in dem mit die ältesten Funde Westschwedens gemacht wurden und der sich später in ein Industriegebiet verwandelte. Da Majorna gegenwärtig zu den beliebtesten Wohngebieten Göteborgs gehört, rechnen die Bauunternehmen damit, dass die neuen Wohnungen dort sehr schnell verkauft oder vermietet sein werden, wenn auch nicht mehr zu jenen Preisen, die man heute in Majorna bezahlt, denn schon heute geben die Bauherren an, dass es sich um Marktpreise handeln wird, was in einer Stadt mit extremem Wohnungsmangel bedeutet, dass sie sich im gehobenen Niveau befinden werden.

Das Architekturbüro What! hat bereits vier Skizzen vorgelegt, die alle gemein haben, dass sie viel Wohnraum bieten sollen, aber auch einem Teil der neuen Wohnungen einen Blick auf den Göta älv gewähren sollten und Kindern mehrere Grünflächen bieten werden. Problematisch kann die Situation mit den öffentlichen Verkehrsmittel werden, da die Gegend bisher relativ schlecht versorgt wird und eine Fahrt zur Arbeitsstätte ein Umdenken in der Infrastruktur der Stadt fordern wird oder sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Da der Bebauungsplan jedoch nicht vor 2016 fertig gestellt sein wird, ist allerdings mit einem schnellen Baubeginn ebenfalls nicht zu rechnen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. Februar 2014

Neue Chancen für die Göta Älvbron in Göteborg

Offiziell muss die Göta Älvbron, die vom Zentrum Göteborgs über den Göta Älv zum Stadtteil Hisingen führt, ab dem Jahr 2020 aus Sicherheitsgründen für jeden Verkehr gesperrt werden, auch wenn die neue Hisingsbro nicht fertiggestellt sein sollte, da zu erwarten ist, dass mehrere Klagen wegen ihrer zu geringen Höhe eingehen werden, da dies ein Hindernis für die Schifffahrt ist. Der Bau der Brücke kann daher unter Umständen verhindert, zumindest aber verzögert werden.


Dieses Problem könnte durch eine neue Technik, die an der Technischen Hochschule Chalmers, mit Hilfe von Europageldern, entwickelt wurde, verhindert werden, denn mit Hilfe dieser Technik könnte die Göta Älvbron relativ preisgünstig stabilisiert werden und dadurch auch nach 2020 noch ohne Probleme benutzt werden. Und die Lebenszeit der Brücke muss vermutlich, um ein Verkehrschaos zu verhindern, dringend verlängert werden.

Die neue Technik der Technischen Hochschule Chalmers hat mittlerweile in ganz Europa Interessenten gefunden, da Brückenprobleme in vielen Ländern auftauchen. Das Problem in Göteborg ist nur, dass sich die Politiker der Stadt so deutlich auf eine neue Brücke festgelegt haben, dass sich bisher niemand für die in der eigenen Stadt entwickelten Technik interessiert, obwohl dies die naheliegendste Lösung wäre. Erstaunlich ist dabei auch, dass diese Forschung indirekt mit den Steuern der Einwohner bezahlt wurde, da ein Teil der Steuern Göteborgs nach Europa geht, die nun die Forschung in der Technischen Hochschule Chalmers finanzieren.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 12. Februar 2014

Göteborg plant Wohnungen für das Jahr 2035

Unter der Voraussetzung, dass Göteborg im gleichen Rhythmus weiterwächst wie die vergangenen Jahre, was viele Wissenschaftler eher für eine naive Einschätzung halten, so benötigt die Stadt in dieser Zeit auch die entsprechenden Wohnungen. Nachdem nun Stockholm in den kommenden 25 Jahren 150.000 neue Wohnungen plant, will natürlich auch Göteborg seine Zukunftsversion bekannt geben.

In Hinblick auf die aktuelle akute Wohnungsnot und die steigende Bevölkerung kam das Bauamt der Stadt auf die Rechnung, dass man bis spätestens 2035 insgesamt 100.000 zusätzliche Wohnungen benötigt, wobei zwei Drittel davon in verkehrsgünstiger Lage, ein kleiner Teil im Zentrum der Stadt und der Rest in den Vororten gebaut werden sollen. Dass die aktuelle Infrastrukturplanung, inklusive den geplanten Maßnahmen, diesen Zuwachs nicht verkraften wird, wird von den Stadtplanern erst einmal ausgeklammert.

Auch wie ein weiteres Problem gelöst werden soll, ist bisher unklar, denn um die notwendigen Wohnungen innerhalb von 25 Jahren fertigzustellen, müssen pro Jahr nahezu 5000 Wohnungen gebaut werden, also die doppelte Menge dessen, die bisher pro Jahr gebaut werden. Das Bauamt geht dabei allerdings auch nicht darauf ein, dass vor allem Mietwohnungen fehlen, also Projekte, die, im Verhältnis zum Bostadsrätt, geradezu als unrentabel betrachtet werden.

Copyright: Herbert Kårlin