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Montag, 5. Mai 2014

18. Wissenschaftsfestival 2014 in Göteborg

Zwischen dem 5. und dem 11. Mai 2014 findet in Göteborg das 18. Wissenschaftsfestival (Vetenskapsfestivalen) statt, das dieses Jahr im Freihafen mit einem Rekordversuch für das Guinness Buch der Rekorde eingeleitet wird, denn dort soll ab 10 Uhr morgens aus 4096 kleineren Sierpinski-Pyramiden die bisher weltweit höchste Sierpinski-Pyramide zusammengesetzt werden. Die Einzelteile wurden von 1200 Schülern der Mittelstufe gebaut, auch wenn für das Fertigstellen nun ein Kran benötigt wird.


Das diesjährige Wissenschaftsfestival wird an 30 verschiedenen Orten der Stadt zu finden sein und gewissermaßen vom Freihafen bis zur neu eingeweihten Stadtbibliothek, Liseberg und der Technischen Hochschule Chalmers führen. Das Festival richtet sich bei einigen Punkten nur an Schulen, bei der Mehrheit jedoch an die gesamte Bevölkerung der Stadt und seine Besucher. Das umfangreiche Programm bietet im Grunde jedem Bürger der Stadt interessante Vorführungen, Vorträge und Experimente.

Während die absolute Mehrheit der Punkte im Programm des Wissenschaftsfestivals natürlich modernste Technik und die wissenschaftliche Zukunft unserer Welt im Auge haben, ließ es sich die Stadtverwaltung natürlich nicht nehmen auch etwas Wahlpropaganda für die diesjährigen Wahlen mit unterzubringen, wenn auch verkleidet in Zivilcourage, die Bestechungen und krumme Touren aufdecken kann, ein Punkt, der zeigen soll, dass es Göteborg mit einer ehrlichen Zukunft ernst nehmen will und Edward Snowden auch einen Weg in die westschwedische Stadt gefunden hat.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. Februar 2014

Neue Chancen für die Göta Älvbron in Göteborg

Offiziell muss die Göta Älvbron, die vom Zentrum Göteborgs über den Göta Älv zum Stadtteil Hisingen führt, ab dem Jahr 2020 aus Sicherheitsgründen für jeden Verkehr gesperrt werden, auch wenn die neue Hisingsbro nicht fertiggestellt sein sollte, da zu erwarten ist, dass mehrere Klagen wegen ihrer zu geringen Höhe eingehen werden, da dies ein Hindernis für die Schifffahrt ist. Der Bau der Brücke kann daher unter Umständen verhindert, zumindest aber verzögert werden.


Dieses Problem könnte durch eine neue Technik, die an der Technischen Hochschule Chalmers, mit Hilfe von Europageldern, entwickelt wurde, verhindert werden, denn mit Hilfe dieser Technik könnte die Göta Älvbron relativ preisgünstig stabilisiert werden und dadurch auch nach 2020 noch ohne Probleme benutzt werden. Und die Lebenszeit der Brücke muss vermutlich, um ein Verkehrschaos zu verhindern, dringend verlängert werden.

Die neue Technik der Technischen Hochschule Chalmers hat mittlerweile in ganz Europa Interessenten gefunden, da Brückenprobleme in vielen Ländern auftauchen. Das Problem in Göteborg ist nur, dass sich die Politiker der Stadt so deutlich auf eine neue Brücke festgelegt haben, dass sich bisher niemand für die in der eigenen Stadt entwickelten Technik interessiert, obwohl dies die naheliegendste Lösung wäre. Erstaunlich ist dabei auch, dass diese Forschung indirekt mit den Steuern der Einwohner bezahlt wurde, da ein Teil der Steuern Göteborgs nach Europa geht, die nun die Forschung in der Technischen Hochschule Chalmers finanzieren.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 5. Oktober 2013

Göteborger Universität und Chalmers verlieren an Ruf

Wer das diesjährige Ranking der Universitäten und Hochschulen in der Zeitschrift Times Higher Education betrachtet, stellt fest, dass sowohl die Göteborger Universität als auch die Technische Hochschule Chalmers nicht einmal mehr unter den 200 besten höheren Ausbildungsstellen weltweit zu finden sind, denn nach den Kriterien, die bei diesem Ranking bedeutend sind, ist die Hochschulausbildung in Göteborg fast schon im freien Fall.


Natürlich sind diese Rankings immer mit etwas etwas Vorsicht zu genießen, denn außer den immer wiederkehrenden amerikanischen und englischen Eliteinstituten findet man in der Spitzengruppe gerade einmal die Technische Hochschule in Zürich (zwölfter Platz) und unter den schwedischen Einrichtungen schafft es nur das Karolinska Institutet überhaupt in die Gruppe der 100 besten Universitäten weltweit eingereiht zu werden.

Für Göteborg liegt dieser Abstieg natürlich nicht an den Änderungen der Einrichtung der letzten Jahre, sondern an den falsch gewählten Kriterien, da Forschung mehr Punkte gibt als Unterricht und Medizin höher eingestuft wird als Soziologie oder Kunst. Diese Aussagen könnten natürlich zutreffen, wenn alle vergleichbaren schwedischen Universitäten gleichermaßen verlieren würden, aber bei genauerem Betrachten des Ranking stellt man fest, dass es nur die beiden Göteborger Universitäten sind, nicht aber Lund, Stockholm oder Uppsala, die am Absteigen sind. Es wäre daher sinnvoll, wenn Göteborg etwas tiefer in ihrer Hochschulausbildung graben würde und das Problem nicht  nur an den Kriterien der Times suchen würde.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. April 2013

Walpurgisfeuer in Göteborg


Auch wenn das Walpurgisfeuer in Schweden traditionell nach Ostschweden gehört und in Westschweden vom Osterfeuer ersetzt wird, so setzt sich in Göteborg in den letzten Jahren auch immer häufiger das Walpurgisfeuer am Abend des 30. Aprils durch, aus touristischen Gründen und auch weil die Bevölkerung der Stadt sich mehr und mehr mischt und die Zuwanderer ihre Traditionen nach Göteborg mitbringen wollen.

Auch wenn dieses Jahr die Walpurgisfeuer an mehreren Stellen der Stadt entzündet werden, so zieht jenes Im Göteborger Schlosswald auch dieses Jahr wieder die größte Menge an Besuchern an, denn auch wenn das Feuer erst bei Einbruch der Dunkelheit um 21 Uhr entzündet wird, so beginnen dort die Feierlichkeiten bereits um 17 Uhr 30 mit dem typisch schwedischen Allsång, der nach dem Feuer in Hardrock übergeht.

Der 30. April ist in Göteborg allerdings bereits den ganzen Nachmittag über ein bedeutendes Ereignis, da die Studentenchöre schon um 14 Uhr in der Trädgårdsföreningen auftreten, am frühen Abend der Chalmers Cortège durch die Stadt zieht, auf nahezu allen Grünflächen Picknicks stattfinden und natürlich teilweise auch sehr tief in die Flasche gesehen wird. Bereits im Laufe des Nachmittags wird man daher auf Betrunkene treffen, die vom Walpurgisfeuer nur noch wenig mitbekommen werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 22. April 2013

Vorbereitung des Walpurgisabends in Göteborg


Der Walpurgisabend am 30. April ist in Göteborg mit dem legendären „Karnevalsumzug“ der Studenten der Technischen Hochschule Chalmers verbunden. Damit dieser Umzug jedoch auch erfolgreich wird, sind die zukünftigen Studenten diese Woche besonders aktiv und sind, trotz der laufenden Kurse, eifrig mit dem Bau der verschiedenen Attraktionen beschäftigt, und sie versuchen ihre Entwicklungen bis zum letzten Moment so geheim wie möglich zu halten.

Der erste Umzug der Chalmers-Studenten geht bis zum Jahre 1909 zurück und, bis auf zwei Ausnahmen in den Jahren 1912 und 1940, wurde dieser Umzug, der in vielen Punkten dem Karnevalsumzug in Mainz, Köln oder Düsseldorf nahe kommt, regelmäßig am gleichen Tag veranstaltet. Der Unterschied zum deutschen Karneval ist jedoch, dass in Göteborg die Technik eine große Rolle spielt, denn schließlich handelt es sich um Ingenieure, die für den Bau der Attraktionen zuständig sind.

Während die meisten Installationen auf den Ladeflächen von Lastwagen zu finden sind und auf eine Gruppenarbeit aufbauen, beteiligen sich jedoch auch einzelne Studenten und Minigruppen mit individuellen Lösungen. Allerdings mit einer Ausnahme, denn das historische Fahrrad mit seinem riesigen Vorderrad aus dem Jahre 1910 begleitet den Umzug auch heute noch und findet jedes Jahr seine Liebhaber. Auch wenn man Studenten eine gewisse Trinkfreude zuschreibt, so ist allen Beteiligten des Chalmers Cortège seit 1973 jeder Alkohol verboten und schon nach einem Glas Bier wird man eliminiert.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Februar 2013

Studentenwohnung in Göteborg nur bei Erfolg

Da in den vergangenen Jahren sehr häufig Studentenwohnungen auch von Personen benutzt wurden, die keinerlei Rechte darauf hatten, begannen im vergangenen Herbst auch die Verantwortlichen der Studentenwohnungen für Studenten der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg die Berechtigung in regelmäßigem Abstand zu überprüfen, allerdings, wie die Universität Stockholm, auf eine automatisierte Weise durch eine Abfrage der universitären Database Ladok.

Zu Beginn jeden Semestern geht daher eine Anfrage an die Database bei der überprüft wird ob der Student nicht nur an einer Universität eingetragen ist, sondern ob er auch mindestens 15 Hochschulpunkte erreicht hat (Erstsemester ausgenommen), eine Menge, die belegt, dass der Betroffene mit dem mindest nötigen Erfolg einem Hochschulstudium folgt. Wurde dieses Ziel nicht erreicht, so geht die Kündigung an den Mieter und er muss die Studentenwohnung verlassen.

Obwohl diese Überprüfung als solches in Schweden vollkommen legal ist, will die Dateninspektion unter Umständen Klage gegen die Vermietgesellschaft in Göteborg einreichen, da die Kontrolle ohne Wissen der Studenten erfolgt und automatisch stattfindet, was dem aktuellen schwedischen Datenschutzgesetz widerspricht. Die meisten Universitäten haben dieses Problem nicht, da sie zu jedem Semester schriftliche Belege von ihren Studenten fordern, was allerdings nicht der modernen Technik entspricht und die Bearbeitung verlangsamt.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Februar 2013

Göteborg erhält 140 Millionen für die Forschung

Nachdem erst vor wenigen Tagen die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg die Leitung des Forschungsprojekts zur Kohlenstoff-Modifikation Graphen erhalten hat, teilt nun auch die Sahlgrenska Akademin, die zur Universität Göteborg gehört, mit, dass sie die Einrichtung eines europäisches Forschungsprojekts leiten wird und dafür 140 Millionen Kronen von Europa zur Verfügung gestellt bekommt.

Unter der Leitung von Professor Ulf Smith der Sahlgrenska Akademin sollen dreizehn führende europäische Forschungsgruppen über Krankheiten zu arbeiten, die in enger Beziehung zur Dickleibigkeit stehen. In Göteborg selbst werden sich das Lundberglabor und das Wallenberglabor an den Forschungsarbeiten beteiligen und diese mit den bedeutendsten Fachkräften aus Deutschland, England, Finnland,  Italien und einigen anderen Ländern Europas abstimmen.

Die Forschungen sollen Antworten darauf geben welche übergewichtige Personengruppe zu einer besonderen Risikogruppe gehört und wie man so früh wie möglich Risiken erkennen kann, die zu bestimmten Krankheitsformen führen. Nach den bisherigen Erkenntnissen sind 70 Prozent der Personen mit bedeutendem Übergewicht von Folgekrankheiten betroffen, unter anderem von Diabetes Typ 2, von Gefäßkrankheiten und von Herzkrankheiten.

Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Januar 2013

Chalmers in Göteborg erhält europäische Unterstützung

Als 2010 Andre Geim und Konstantin Novoselov für ihre Entdeckung der Kohlenstoff-Modifikation Graphen den Nobelpreis für Physik erhielten, begann ein internationales Rennen auf Patente in Verbindung mit diesem Stoff, der die Elektronik der Zukunft revolutionieren kann. Bisher haben bei diesem Rennen Amerika und Asien einen klaren Vorsprung erringen können.

Nun schaltet sich auch Europa ernsthaft in das Patentrennen mit Graphen ein, wobei das europäische Forschungsprojekt von der Technischen Hochschule Chalmer in Göteborg geleitet werden soll. Die westschwedische Hochschule erhält für dieses hoch aktuelle Forschungsprojekt eine Unterstützung aus Europa in Höhe von mehreren Milliarden Kronen.

Natürlich wird nicht das ganze Geld in Schweden bleiben und Chalmers wird nicht ohne fremde Hilfe die aufwendige Forschung, die zudem unter Zeitdruck steht, durchführen können. Nach ersten Schätzungen werden an diesem auf zehn Jahre geplanten Projekt etwa 100 verschiedene europäische Forschungsgruppen gleichzeitig arbeiten und Chalmers in Göteborg die gesamte Koordination übernehmen. Im ersten Jahr will Europa etwa 500 Millionen Kronen an Unterstützung  ausbezahlen, innerhalb der zehn Jahre knapp 9 Milliarden.

Herbert Kårlin

Montag, 5. November 2012

Göteborg sahnt bei Forschungsbeiträgen ab

Als der Vetenskapsrådet am 1. November bekannt gab welche Unterstützung das Amt dieses Jahr an Göteborg vergibt, konnten die Universität Göteborg und die Technische Hochschule Chalmers der Stadt aufatmen, denn allein diese beide Einrichtungen erhalten mit knapp 300 Millionen Kronen nahezu 14 Prozent der gesamten Unterstützung für Forschungsarbeiten, was eine enorme Summe ist, wenn man bedenkt, dass jeder Forscher im Durchschnitt nur 800.000 Kronen erhält.

Für das kommende Jahr vergibt der Wissenschaftsrat (Veteskapsrådet) insgesamt 2,3 Milliarden Kronen für die gesamte Forschung im schwedischen Raum. Die Chance seinen Antrag bewilligt zu bekommen stand im besten Falle eins zu vier. Allein im Bereich Naturwissenschaft und Technik gingen dieses Jahr 1129 Anträge von Forschern ein von denen 292 bewilligt wurden. Göteborg konnte jedoch nicht nur in diesem Bereich absahnen, sondern auch bei IT-Forschung und Forschung im sozialwissenschaftlichen Bereich.

Die finanzielle Unterstützung durch den Vetenskapsrådet ist in jedem Fall an bestimmte Bestimmungen geknüpft und die Ergebnisse der Forschung werden ausgewertet, was garantieren soll, dass nur sinnvolle Projekte unterstützt werden. Bei Naturwissenschaft und Technik haben dieses Jahr 200 weibliche Forscher eine Unterstützung beantragt, wobei 49 dieser Anträge bewilligt wurden. Die bewilligte Quote unter den Frauen ist daher um 1,7 Prozent niedriger als bei Männern, wobei der Beitrag im Durchschnitt jedoch um 12.000 Kronen höher ist als bei Männern.

Herbert Kårlin

Sonntag, 8. Juli 2012

Thermische Solarkraftwerke aus Göteborg

Auch wenn thermische Solarkraftwerke bisher nur vereinzelt in den USA, Spanien, Australien, Indien und Ägypten zu finden sind und nur die dort gewonnene Energie, die entsprechend hohe Sonnenbestrahlung voraussetzt, über Leitungen in den Norden exportiert werden kann, haben die Forscher der Technischen Hochschule Chalmers in Götebog nun einen entscheiden Schritt in die Zukunft gemacht und eines der bedeutendsten Probleme dieser Technik löst.

Bisherige thermische Solarkraftwerke benötigten seltene Metalle, die nicht nur ständig teurer werden, sondern auch immer seltener und daher den Ausbau und die Entwicklung dieser Anlagen bisher bremsten. Nach den Forschern von Chalmers ist es jedoch ohne grosse Probleme möglich die Silberlegierungen, die bisher verwendet werden, durch Aluminium zu ersetzen, was weitaus billiger ist und in großer Menge zur Verfügung steht.

Natürlich sind auch noch andere seltene Elemente für den Bau von thermischen Solarkraftwerken nötig, aber keines von ihnen benötigt man in einer so großen Menge wie bisher Silber, das bereits heute als sehr seltenes edles Metall gilt. Um die Entwicklung der Solarkraftwerke jedoch in größerem Stil anzuwenden, muss nach den Forschern die internationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet steigen, da zwar Know How, Turbinen und andere Technik aus Schweden kommen, die Sonne jedoch nur im Süden in ausreichender Menge zu finden ist.

Herbert Kårlin

Dienstag, 3. Juli 2012

Västra Götaland und Göteborg setzen auf Politik

Unter allen schwedischen Regionen investiert das Västra Götaland am meisten in eine Präsenz bei der Almedalveckan auf Gotland. Insgesamt 800.000 Kronen an Steuergeldern gehen in das Projekt Almedalen, wo die Region 17 Seminare zu unterschiedlichen Themen anbietet und hofft bedeutende Kontakte schließen zu können, die durch eine normale und regelmäßige Arbeit nicht geschlossen werden können. Die Region will sich zeigen.

Inwieweit eine Region, die voriges Jahr einen  Unterschuss von 400 Millionen Kronen hatte und die im kommenden Jahr die Steuern erhöht um das Budget halbwegs ausgleichen zu können, Gelder in eine Präsenz auf Gotland setzen soll, bleibt dahingestellt, aber zeigt, dass sich die Regionalpolitiker im Västra Götaland nicht für den Bürger interessieren, sondern sich deutlich sichtbar machen wollen und ihre Projekte in Schweden bekannt machen müssen, da man sonst sein Auge nicht nach Westschweden richtet.

Das Västra Götaland hat sich dieses Mal, was eigentlich die Kosten drücken sollte, zu einem gemeinsamen Auftritt mit der Stadt Göteborg, der Technischen Hochschule Chalmers, der Göteborger Universität und der Handelskammer der Region entschieden, was die gemeinsamen Punkte der Region in den Vordergrund stellen soll. Bleibt abzuwarten, ob die sozialdemokratische Führung der Region anschließend auch Erfolge melden kann, die 800.000 Kronen wert sind oder ob nur die politische Sprache bleibt.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. Mai 2012

Das gefährlichste Wrack liegt vor Västra Götaland

Nach einer Analyse der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg, die das Umweltrisiko von 17.000 Wracks, die vor der schwedischen Küste auf Grund liegen, nach ihrer Gefährlichkeit einstufte, ist das Fahrzeug S/S Skytteren, das seit 70 Jahren vor Lysekil liegt, jenes, das für das schwedische Meer und die Küste die größte Gefahr bildet und eine Umweltkatastrophe verursachen kann.

Die S/S Skytteren sollte am 1. April 1942 innerhalb eines Konvois schwedisches Kriegsmaterial an die Alliierten liefern und wurde als einziges der Schiffe von den Deutschen beschossen, woraufhin der Kapitän die Skytteren vor dem Bohuslän versenken ließ. Da das Schiff eine weite und gefährliche Reise vor sich hatte, befand sich, nach Informationen der Regionalregierung des Västra Götalands, nahezu 6000 Kubikmeter schweres Öl an Bord, das seit spätestens 2005 aus den Tanks austritt, wenn auch noch in kleinerer Menge.

Wie viel Öl bisher ausgetreten ist und um welche Menge an Öl sich noch in den Tanks des Wracks befindet, ist unbekannt, wobei bisher allerdings auch keine Maßnahmen ergriffen wurden das noch vorhandene Öl abzupumpen und damit ein mögliches Umweltchaos zu verhindern. Vor der schwedischen Küste liegen etwa 17.000 Wracks, wovon 2500 als Risiko für die Umwelt betrachtet werden und 31 eine extrem hohe Gefahr für die Meeresfauna und Meeresflora bilden.
Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Mai 2012

Rena Rama in Göteborg



Architekturstudenten der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg haben für eine Woche eine Installation im Zentrum der Stadt aufgebaut, die unter dem Namen Rena Rama zu einem ungewohnten Besuch des Zentrums anregen soll, der mit Hilfe von 14 Objekten zu vierzehn historisch bedeutenden Stellen des heutigen Göteborg führen soll und eine Stunde lang Denkanstöße bietet.

Um diese moderne Art der architektonischen Ausstellung, die die Brücken von der Gegenwart zur Vergangenheit bauen soll, zu verstehen, sollte man sich an einem der Werke einen kleinen Plan holen auf dem die Namen der Baudenkmäler in Miniatur zu lesen sind, denn nur so wird der Zusammenhang zwischen dem Werk und dem gewählten Ort deutlich. Ohne diesen kleinen Hinweis kann man die Geschichte des Platzes nicht verstehen, was eine Voraussetzung dafür ist den Spaziergang von Werk zu Werk wirklich zu genießen.

Die Schlinge, die die Installation Rena Rame einrahmt, ist das ursprünglich befestigte Göteborg, wobei die Studenten dabei auch auf die Entwicklungsfähigkeit der Wasserstadt Göteborg hinweisen wollen, denn so manche der historisch bedeutenden Stellen sind heute nahezu vergessen, andere durch Parkplätze unsichtbar und entfremdet. Um die Denkanstöße durch die Werke zu verbreiten, haben die Studenten auch dazu aufgerufen die Kamera zu zücken und die Fotos der Werke auf der dazu eingerichteten Facebook-Seite „RenaRamaGbg“ zu veröffentlichen und zu kommentieren.

Herbert Kårlin


Dienstag, 8. Mai 2012

Seemannsausbildung in Göteborg mit Hindernissen

Eine gesamte Abgangsklasse der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg mit der Fachrichtung Seefahrt steht dieses Jahr vor dem Schulende noch ohne Praktikantenplatz auf der Straße, was bedeutet, dass ihr Examen nicht anerkannt werden kann, bis sie eben auch auf einem Schiff beschäftigt werden. Und die Chancen für die Absolventen der kommenden Jahre sehen kaum besser aus.

Dabei ist das Ausbildungssystem in Schweden in diesem Punkte gut geregelt, denn jedes Schiff, das unter schwedischer Flagge fährt, muss Absolventen der schwedischen Hochschulen für Seefahrt einen Platz für ein Praktikum anbieten. Das Problem ist jedoch, dass immer mehr schwedische Reedereien ihre Schiffe ausflaggen und daher auch keine schwedischen Studenten mehr suchen, sondern jene des entsprechenden Landes beschäftigen.

Die schwedische Infrastrukturministerin Catharina Elmzäter Svärd kennt das Problem und verspricht, möglicherweise durch Subventionen, das akute Problem zu lösen, was allerdings dieses Jahr kaum noch der Fall sein wird. Die Ministerin scheint sich allerdings des Problems, das die schwedische Regierung selbst verursachte, nicht in seiner gesamten Tragweite zu erfassen, denn sie ist der Meinung, dass schwedische Seeleute auf der ganzen Welt wegen ihrer hohen Qualifikation gesucht werden. Auch wenn dem so sei, so müssen die Absolventen der Göteborger Hochschule erst einmal ihr Patent in der Tasche haben um sich überhaupt bewerben zu können.
Herbert Kårlin

Montag, 2. April 2012

Brückenforschung bei Chalmers

Karin Lundgren, Forscher der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg, hat nach zahlreichen Tests und Simulationen festgestellt, dass zahlreiche Zementbrücken Schwedens, trotz bereits rostigem Stahl, weitaus länger als bisher benutzt werden können, da die Tragfähigkeit einer Brücke durch Rost nicht unmittelbar an Stabilität und Tragkraft verliert. Durch eine längere Haltbarkeit könnten Gemeinden erhebliche Kosten einsparen.

Nach den Berechnungen von Karin Lundgren muss wegen einer angerosteten Armierung die Tragkraft einer Zementbrücke lediglich neu berechnet werden, damit eventuelle Begrenzungen im Verkehr die Lebensdauer der Brücke um bis zu 20 Jahre verlängern können, was bei der Lebensdauer von größeren Konstruktionen die Haltbarkeit um bis zu 20 Prozent verlängern kann.

Die Forscherin betont jedoch, dass aus Sicherheitsgründen noch zahlreiche Berechnungen und Simulationen durchgeführt werden müssen, bevor ihre Tragfähigkeitsberechnungen bei Rostschäden tatsächlich angewandt werden können. Die Göteborger Älvsborgsbron, die eine Stahlbetonkonstruktion ist, wurde nun 50 Jahre alt und hat etwa die Hälfte ihres Lebens hinter sich. Gegenwärtig sind noch keine Rostschäden festzustellen, so dass die Chance besteht, dass die Brücke eventuell sogar weitere 70 oder 80 Jahre problemlos benutzt werden kann. 
Herbert Kårlin

Montag, 26. Dezember 2011

Chalmers in Göteborg gewinnt Methanol aus Sonnenlicht

Forscher der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg entwickeln, unter der Leitung von Dinko Chakarov, eine industrielle Methode, die es erlaubt Methanol aus Sonnenlicht zu gewinnen. Der durch diese Methode gewonnene Treibstoff kann bei industrieller Gewinnung und auf eine umweltfreundliche Methode Benzin, Diesel und den Treibstoff für Flugzeuge ersetzen.

Die Gewinnung von Methanol durch Sonnenlicht funktioniert bereits im Labormilieu, so dass die Forscher nun die nächste und relativ aufwendige Stufe angehen können, um einen Prozess zu entwickeln, der es auf einfachste und sehr preisgünstige Methode erlaubt große Mengen an Methanol herzustellen, damit möglichst bald eine ausreichende Menge an umweltfreundlichem Treibstoff für die Auto- und die Flugzeugindustrie zur Verfügung steht.

Die Forscher bei Chalmers rechnen damit, dass die von ihnen entwickelte Methode bereits in etwa zehn Jahren industriell angewendet werden kann, auch wenn die Technik als solches relativ einfach wirkt. In der ersten Stufe werden Wassermolekülen in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt. Durch eine Reaktion von Wasserstoff und Kohlendioxid entsteht dann Methanol. Der Prozess erfolgt durch die Fotokatalyse wobei Sonnenenergie in chemische Energie umgewandelt wird. Die Forscher haben nun vier Jahre Zeit um mit einem Budget von 20 Millionen Kronen die dabei aufkommenden Probleme zu lösen, denn es müssen neue Sonnenpaneele entwickelt werden und auch für das bei der Verbrennung von Methanol entstehende Kohlendioxid darf nicht in die Umwelt gelangen.

Herbert Kårlin

Samstag, 3. Dezember 2011

Göteborg erhält Schwedens größtes Windkraftwerk

Aus mehreren Teilen der Welt nähern sich Göteborg die Teile des größten Windkraftwerks Schwedens, um dann auf der bereits fertigen Betonplattform auf Risholmen, an der äußersten Spitze des Göteborger Hafens, aufgestellt zu werden. Mit einer Höhe von 145 Metern wird das Windkraftwerk die höchste Stelle Göteborgs werden und ein Symbol der Hafeneinfahrt für alle Schiffe sein.

Die ersten Teile, das Maschinengebäude und der 85 Meter hohe Turm, werden bereits am Sonntag mit dem Fahrzeug Abis Belfast in Göteborg ankommen, während die Rotorblätter aus Brasilien noch einige Tage auf sich warten lassen werden. Bereits am 16. Dezember wird das Windkraftwerk mit einer Gesamtleistung von 15 Millionen kw/h im Jahr jedoch einsatzbereit sein und fünfmal soviel Strom liefern wie ein übliches Windkraftwerk.

Die gelieferte Energie ist ausschließlich für die Hafenbetriebe gedacht und verwandelt den Göteborger Hafen zu einem der umweltfreundlichsten Häfen der Welt. Das Windkraftwerk entstand in Zusammenarbeit des Forschungszentrums der Göteborg Energi, SKF und der Technischen Hochschule Chalmers, die das Kraftwerk auch für Forschungsprojekte benutzen wird.

Herbert Kårlin

Freitag, 14. Oktober 2011

Weniger Studienplätze an der Göteborger Universität

Da zahlreiche Universitäten des Landes nächstes Jahr mit weniger Geld auskommen müssen, sind viele gezwungen ganze Studienzweige zu streichen oder, wie im Fall der Göteborger Universität, 350 Studenten weniger zu akzeptieren als dieses Jahr. Als Ursache für die finanziellen Kürzungen nennt die schwedische Regierung die europäische Krise.

Eine Ausnahme ist jedoch die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg, die als eine der wenigen Hochschulen Schwedens im kommenden Jahr ein höheres Budget zugewiesen bekommt und dadurch mit einem Ansturm an Studenten rechnen muss. Die Einführung von Studiengebühren für nichteuropäische Studenten scheint dagegen keinen negativen Einfluss mit sich gebracht zu haben.

Eine weitere Änderung im nächsten Studienjahr des Göteborger Universität wird sein, dass Doktoranden keinen Studienbeitrag mehr erhalten, sondern vom ersten Tag an dort angestellt werden und dann grundsätzlich Lehraufträge übernehmen um das hohe Niveau der Ausbildungen an der Universität auch in Zukunft zu garantieren.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. September 2011

Göteborg hat die sichtbarste Universität Schwedens

Es gibt mehrere Statistiken über die Universitäten, angefangen von jenen, die die Menge der Nobelpreisträger, die sie hervorbrachten zählen bis zu der Anzahl und der Qualität der Ausbildung, die sie anbieten. Eine der Statistiken misst die Sichtbarkeit der Universitäten auf Internet, indem sie berechnet, wie oft auf eine der Seiten der Universitäten gelinkt wird und wie gut sie daher in den Suchmotoren zu finden ist.

Das spanische Cybermetrics Lab bestätigt nun bei ihrem Ranking der Göteborger Universität die beste Sichtbarkeit auf Internet unter den schwedischen Universitäten. Die Universität konnte innerhalb eines Jahres 123 Plätze überspringen und landet nun auf Platz 120 der Weltrangliste, neun Stellen vor Uppsalas Universität, die bisher die schwedische Liste anführte.

Wie zu erwarten, liegen die amerikanischen Universitäten auch nach der spanischen Liste auf den Topplätzen, angeführt von MIT und Harvard. Die am besten sichtbare europäische Universität wurde, was ebenfalls wieder zu erwarten war, das britische Cambridge. Die anderen schwedischen Universitäten, inklusive der Technischen Hochschule Chalmers, sind auch bei dieser Liste nur als „unter ferner liefen“ zu finden.

Herbert Kårlin

Sonntag, 28. August 2011

Weniger ausländische Studenten bei Chalmers

Nachdem der schwedische Staat für dieses Jahr eine Studiengebühr für nichteuropäische Studenten an allen Hochschulen des Landes einführte, ging die Anzahl an ausländischen Studenten an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg erheblich zurück. Am kommenden Montag beginnen gerade einem 135 Studenten, die die Jahresgebühr von 150.000 Kronen bezahlen konnten.

Allerdings ist auch diese Anzahl noch verfälscht, da rund die Hälfte unter ihnen ein Stipendium erhielten und daher entweder ganz von den Studiengebühren befreit wurden oder nur einen geringen Anteil selbst zahlen müssen. Die Anzahl der nichteuropäischen Studenten erreicht daher nur noch rund 25 Prozent der Vorjahre und verändert das Studentenbild der Hochschule bedeutend, auch wenn alle Studienplätze vergeben werden konnten.

Von den staatlichen Maßnahmen, die von Chalmers extrem kritisch aufgenommen wurden, sind insbesondere Studenten aus Pakistan, Indien, Iran, Bangladesh, Nigeria und China betroffen. Bei der Entscheidung eine Studiengebühr an schwedischen Hochschulen einzuführen, nannte die Regierung vor allem die hohen Kosten für den Steuerzahler, die bisher die Studien nichteuropäischer Studenten finanzieren mussten ohne dass der Staat nach Studienende diese Summen wieder an Steuern einnehmen kann.

Herbert Kårlin