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Dienstag, 8. Mai 2012

Seemannsausbildung in Göteborg mit Hindernissen

Eine gesamte Abgangsklasse der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg mit der Fachrichtung Seefahrt steht dieses Jahr vor dem Schulende noch ohne Praktikantenplatz auf der Straße, was bedeutet, dass ihr Examen nicht anerkannt werden kann, bis sie eben auch auf einem Schiff beschäftigt werden. Und die Chancen für die Absolventen der kommenden Jahre sehen kaum besser aus.

Dabei ist das Ausbildungssystem in Schweden in diesem Punkte gut geregelt, denn jedes Schiff, das unter schwedischer Flagge fährt, muss Absolventen der schwedischen Hochschulen für Seefahrt einen Platz für ein Praktikum anbieten. Das Problem ist jedoch, dass immer mehr schwedische Reedereien ihre Schiffe ausflaggen und daher auch keine schwedischen Studenten mehr suchen, sondern jene des entsprechenden Landes beschäftigen.

Die schwedische Infrastrukturministerin Catharina Elmzäter Svärd kennt das Problem und verspricht, möglicherweise durch Subventionen, das akute Problem zu lösen, was allerdings dieses Jahr kaum noch der Fall sein wird. Die Ministerin scheint sich allerdings des Problems, das die schwedische Regierung selbst verursachte, nicht in seiner gesamten Tragweite zu erfassen, denn sie ist der Meinung, dass schwedische Seeleute auf der ganzen Welt wegen ihrer hohen Qualifikation gesucht werden. Auch wenn dem so sei, so müssen die Absolventen der Göteborger Hochschule erst einmal ihr Patent in der Tasche haben um sich überhaupt bewerben zu können.
Herbert Kårlin

Dienstag, 29. März 2011

Weniger Kapitäne in Göteborg

Im gleichen Takt, in dem schwedische Schiffe ausflaggen und sich in Dänemark, Norwegen, Holland oder England registrieren, da dort die Bedingungen weitaus vorteilhafter sind als in Schweden, verschwinden auch die Praktikantenstellen für die schwedische Seefahrtausbildung.

Allein die Seefahrthochschule Chalmers verlor in den letzten Jahren 160 von etwa 1000 Praktikantenplätzen, was bedeutende Folgen für die Ausbildung zu Kapitänen und Seefahrtingenieuren hat, da eine Ausbildung ohne Praktikum auf See nicht möglich ist. Die Folge ist daher, dass die Hochschule Chalmers in Zukunft nur noch weniger Studenten akzeptieren kann und damit immer weniger schwedische Fachkräfte auf See zur Verfügung stehen werden.

Weniger Studenten bedeutet jedoch auch, dass für die Ausbildungen weniger Geld zur Verfügung steht, worunter die Qualität des Studiums leidet und vor allem die teuren Teile der Ausbildung wie die Arbeit an Simulatoren reduziert werden müssen. Ohne baldige Gesetzesänderungen werden Kapitäne in Zukunft nur noch außerhalb Schwedens ausgebildet werden können.

Herbert Kårlin