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Mittwoch, 8. Oktober 2014

Organisierte Ausbeutung der Bettler in Göteborg

In den drei Großstädten Schwedens, also auch in Göteborg, taucht immer häufiger das Problem auf, dass Bettler aus Rumänien und Bulgarien bis zu 1000 Kronen bezahlen müssen um an einem strategisch günstigen Platz sitzen zu dürfen. Allerdings handelt es sich bei den Geldeintreibern um schwedische Gruppen, die entdeckt haben wie sie aus Armut Geld machen können ohne dass sich Polizei und Richter darum kümmern.

Und in der Tat haben diese Gruppen keine Schwierigkeiten mit ihren Erpressungen, denn die Bettler Schwedens haben kein Vertrauen in die Gerechtigkeit und teilweise auch Angst vor der Polizei. Keiner unter ihnen wagt daher das Verbrechen anzuzeigen und nur einige wenige Vertrauenspersonen der Stadtmission oder Personen, die selbst auf der Straße gelebt haben, also ehemalige Alkoholiker und ehemalige Drogenabhängige, können das Vertrauen der Bettler gewinnen, so dass die Erpressung zumindest bekannt werden kann.

Bettler, die nach Göteborg kommen, verfügen über kein Netzwerk und keinerlei Informationen darüber was sie erwartet. Wenn daher eine jüngere Person ein Platzgeld verlangt, so wissen sie in der Regel nicht einmal, dass dies illegal ist und spätestens nach einer stärkeren Drohung bezahlen sie jede ihnen mögliche Summe. Ohne einen guten Platz zum Betteln, ist es schon heute nahezu unmöglich als Bettler in Göteborg zu überleben, denn die Anzahl der Bettler stieg während der letzten Jahre so stark an, dass die meisten unter ihnen nur noch etwa 100 Kronen pro Tag erbetteln können, die Hälfte dessen was vor zwei Jahren noch üblich war.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. September 2014

Buchmesse Göteborg 2015

Während die Göteborger Buchmesse 2014 am Sonntagabend zu Ende ging und erneut mehrere Rekorde aufwies, wenn auch nicht an der Menge der Besucher, was allerdings weniger am geringeren Interesse liegt, sondern daran, dass die ewigen Schlangen vor dem Eingang so manchen Besucher zum Umdenken brachten und das Gedränge bei den größten Messeständen so hoch wurde, dass man nicht unter Platzangst leiden muss um eine etwas ruhigere Stelle zu suchen, so war die Bekanntgabe des Themas für 2015 kaum erwartet.


Im Zentrum der Buchmesse 2015 wird die Literatur Ungarns stehen, die in Schweden vermutlich noch weniger bekannt ist als jene Brasiliens, die dieses Jahr im Fokus stand. Die Problematik liegt indes weniger an der Literatur Ungarns, sondern der Wahl des Landes, da dort die Demokratie nahezu abgeschafft wurde und Autoren unter dem Staatsdruck stehen, falls sie in Verlagen Ungarns veröffentlicht werden wollen. Die Organisatoren der Buchmesse 2015 in Göteborg benötigen daher ein deutliches Fingerspitzengefühl und müssen zwischen Exilliteratur, Untergrundliteratur und Staatsliteratur jonglieren, eine Aufgabe, um die sie kaum zu beneiden sind.

Ein zweiter Schwerpunkt wird im kommenden Jahr die Literatur Islands sein, die in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewann, auch wenn sich der Bekanntheitsgrad nur auf einige wenige Autoren des Landes erstreckt. Die Besucher der Göteborger Buchmesse 2015 haben nun die Chance etwas tiefer in die literarische Bewegung des Landes einzusteigen und die Verleger Schwedens können ebenfalls so einige Entdeckungen machen, die sich von den Neuausgaben der klassischen Sagen bis zur modernen Poesie erstrecken.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Dienstag, 16. September 2014

Drei Wahlgewinner in Göteborg

Auch wenn die großen Parteien Göteborgs bei den Kommunalwahlen ein etwas langes Gesicht machen mussten, da sie während der letzten vier Jahre teilweise sehr viele Stimmen verloren haben, so gab es drei Gewinner, nämlich die Feministische Initiative, die erstmals im Stadtrat Platz nahmen wird, die Sverigedemokraterna, die die Anzahl ihrer Sitze in Göteborg verdoppeln konnten und die Vägvalet, die zwar keinen zusätzlichen Kandidaten in den Stadtrat brachte, jedoch erreichte dass eine bedeutende Mehrheit der Bürger der Stadt die Citymaut abschaffen will.

Auch wenn noch nicht alle Stimmen ausgezählt sind, so zeichnet sich deutlich ab, dass die Sozialdemokraten, die Herrscher der Stadt seit 20 Jahren, fünf Plätze verloren haben und der linke Block daher nicht mehr über die absolute Mehrheit verfügt. Genau genommen fehlt den Linken, Feministische Initiative und Linke eingerechnet, in Zukunft eine einzige Stimme, was bedeutet, dass entweder die Sverigedemokraterna oder die Vägvalet, die beide die Tendenz haben für den rechten Block zu stimmen, in Zukunft sehr viele Entscheidungen der Stadt kippen können, eine Situation mit der die Vorsitzende der Stadtrates, Anneli Hultén, nicht gerechnet hat.

Noch problematischer sieht es für Göteborg nun mit den hochgeschraubten Ideen zur Citymaut und dem Infrastrukturpaket aus, denn knapp 57 Prozent der Göteborger wollen die Citymaut sofort abschaffen. Bei einer so deutlichen Aussage wird es schwierig sich gegen die Wähler zu stellen, was sowohl die Moderaterna als auch die Grünen verstanden haben, denn beide Parteien überdenken nun den nächsten Schritt. Lediglich Anneli Hulthén gibt sich ungeschlagen und scheint keine klare persönliche Meinung von sich geben zu wollen, denn sie beharrt darauf, dass die Entscheidung nur im Parlament getroffen werden kann. Diese engstirnige Haltung kann bei den nächsten Wahlen, oder einer eventuell notwenigen Neuwahl, den Sozialdemokraten zum Verhängnis werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Freitag, 13. Juni 2014

Göteborg plant Selbstmord abzuschaffen

Der Göteborger Stadtrat sieht nicht nur beim Straßenverkehr eine Vision nach der es keine Toten mehr auf den Straßen der Stadt geben soll, sondern will nun auch darauf hinarbeiten, dass es in Göteborg keinen Selbstmord mehr gibt. Im ersten Schritt bedeutet dies, dass die Anzahl der Selbstmorde in den kommenden sechs Jahren um zehn Prozent reduziert werden soll. Eine Jahreszahl für das langfristige Ziel gibt die Stadt natürlich bisher nicht an.

Um sich dem vorgegebenen Ziel zu nähern, sieht die Stadt die Arbeit in zwei Bereichen. Zum einen soll natürlich alles in die Wege geleitet werden, dass man in der Schule, am Arbeitsplatz und in Pflegeheimen die ersten Selbstmordgedanken einer Person entdecken soll, damit man rechtzeitig die notwendige Hilfe anbieten kann. Zum anderen sollen alle gefährlichen Stellen, die den Selbstmord erleichtern, abgebaut oder aber geschützt werden. Die Stadt denkt hierbei insbesondere an Brücken und Eisenbahnstrecken an denen häufig Selbstmorde zu verzeichnen sind.

Das Vorhaben ist natürlich lobenswert, aber die Statistiken zeigen bei dieser Vision einige Probleme, denn auch wenn, statistisch gesehen, die Selbstmordrate im allgemeinen am Sinken ist, so bleibt sie bei Jugendlichen konstant und steigt bei weiblichen Jugendlichen sogar an. Selbstmord in dieser Gruppe zu verhindert, verlangt jedoch keine Sicherheitsmaßnahmen, sondern vor allem die Sicherheit auf einen Arbeitsplatz und den Abbau von Stress, Probleme, die im Plan Göteborgs leider nicht zu finden sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. Mai 2014

Beleidungen auf Instagram haben für Eltern schwere Folgen

Dass im vergangenen Jahr zwei Mädchen aus Göteborg im Alter von 15 und 16 Jahren 38 andere Mädchen auf Instagram schwer beleidigten und falsche kränkende Aussagen über sie verbreiteten, hatte für die beiden Jugendlichen schwerwiegende Folgen, denn das jüngere Mädchen wurde in ein Jugendheim eingewiesen und das ältere musste Sozialstunden ableisten, davon abgesehen, dass sie ihren Opfern gemeinsam zusätzlich 570.000 Kronen an Entschädigung bezahlen müssen.

Dass die beiden Mädchen ihre Zukunft nur noch in Schwarz sehen, da sie die Entschädigung in voller Höhe schuldig sind und vom ersten Arbeitstag an zurückzahlen müssen, ist ein Problem für sich. Das Berufungsgericht hat indes bestätigt, dass die Eltern der beiden Mädchen ersatzweise für den Schaden haften und daher das Geld unmittelbar fällig wird, also die gesamten Familien und anderen Kinder für die 'Tat mithaften und die beiden Täterinnen nur noch den Rest der Schuld abzahlen müssen, falls dann noch ein solcher besteht.

Die Mutter der 15-Jährigen legte gegen diese Entscheidung erneut Einspruch ein und vertrat vor Gericht die Meinung, dass sie, so wenig wie andere Eltern, einen Einfluss darauf hat was ihre Kinder auf Instagram verbreiten, ein Argument, das das Gericht nur als Strafminderung ansah und bedeutet, dass die Mutter nun nur noch 150.000 Kronen an Strafe bezahlen muss und die Tochter den Rest schuldig bleibt. Diese Entscheidung wird weitreichende Folgen in der schwedischen Rechtssprechung haben, da damit die Aufsichtspflicht der Eltern selbst auf Bereiche ausgedehnt wurde, die sie nicht überwachen können.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. Mai 2014

Politiker Göteborgs denken an die Wahl

Obwohl die Gemeindewahlen erst im September des Jahres stattfinden werden, gilt für alle Parteien Göteborgs nur noch die Wahlpropaganda, die mit möglichst vielen Versprechen die Wähler anziehen soll. Gesunde Vernunft ist dabei allerdings Mangelware, denn die an der Macht sitzenden Politiker geben Versprechen ab ohne auch nur zu erwähnen wie das Versprechen eingelöst werden kann und woher die nötigen Gelder kommen werden.


Während die rot-grüne Regierung der Stadt vor allem vom Bau von 7000 Wohnungen im Jahr spricht und das Schulproblem damit lösen will die Freischulen zu begrenzen, hat sich die Opposition ebenfalls auf Wohnungsbau, Schulsystem und Altenpflege spezialisiert, wobei die Altenpflege der einzige Punkt ist mit dem die aktuelle Regierung der Stadt kaum werben kann, da sie in diesem Bereich hohe Summen einsparte und gegenwärtig einen weitaus schlechteren Service bietet als andere Städte des Landes.

In Schulfragen sieht die Opposition die Lösung in einer besseren Entlohnung der Lehrer, mehr Geld für die Ausbildung, einer verstärkten Hilfe für Migranten und der Einrichtung eines zentralen lokalen Schulamtes. Auch bei der Altenpflege sollen Gelder die Probleme beseitigen, auch wenn hier vor allem die Planung schlecht funktioniert. Beim Wohnungsmarkt geht die bürgerliche Parteiengruppe einen anderen Weg als die rot-grüne Mehrheit, denn hier setzt man nur auf 4500 Wohnungen im Jahr, wobei 1000 davon Einfamilienhäuser sein sollen, auch wenn dies die Verschuldung der Haushalte noch mehr in die Höhe treiben wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. April 2014

Göteborg sucht ausländische Investoren

Kaum eine Stadt Europas plant, gemessen an der Bevölkerung, so großzügig wie Göteborg, das sich mit erhofftem Hochgeschwindigkeitszug, geplanten Hochhäusern und Modernismus schon als Weltstadt sieht. Allein die Pläne das Gebiet des Freihafens und am Gullbergvass in ein ultramodernes Stadtgebiet zu verwandelt, fordern Investitionen, die die Stadt mit bestem Willen nicht leisten kann. Allein die beiden genannten Gebiete fordern in den kommenden 15 Jahren Investitionen von hunderten von Milliarden an Kronen.


Da es sich bei den beiden Gebieten um exklusive Gegenden am Wasser handelt bei denen sich Verkaufspreise und Mieten an der obersten Grenze ansiedeln können, streckt die Stadt nun ihre Fühler nach internationalen Investoren aus, die nun statt in London, Paris oder auch Stockholm in Göteborg investieren sollen. Die neue Geschäftsführerin der städtischen Bauentwicklungsgesellschaft Älvstranden AB, Lena Andersson, spricht bereits von Kontakten, die sie bei der Immobilienmesse Mipim in Cannes geschlossen hat, ohne allerdings mit einem Wort näher darauf einzugehen.

Nach der Vision von Lena Andersson werden im Freihafen und am Gullbergsvass innerhalb von 15 Jahren 45.000 Wohnungen und 60.000 Arbeitsplätze entstehen, wobei sie dabei vergisst zu nennen, dass die Segregation der Stadt damit noch mehr betont wird, da die Lage jeden Normalverdiener und vor allem jeden Einwanderer ausschließen muss wenn sie an internationale Investoren denkt, die ihr Kapital nur rentabel anlegen wollen. Die Zeitspanne ist ebenfalls knapp, wenn man bedenkt, dass das Projekt Södra Älvstranden bald seinen 30. Geburtstag feiert ohne auch nur annähernd abgeschlossen zu sein, obwohl es sich um kleinere Flächen mit relativ bescheidenen Ideen handelt.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. April 2014

Schwedische Verteidigung will Schären Göteborgs dominieren

Während auf der einen Seite der Tourismus in den Schären vor Göteborg gefördert werden soll und die Stadt den Wert dieses Freizeitgebietes als immer bedeutender sieht, besteht die schwedische Verteidigung darauf in Zukunft 115 Tage im Jahr im Gebiet Styrsö, Brännö, Donsö und Känsö scharf schießen zu dürfen und dabei 1,3 Millionen Schüsse abgeben zu dürfen, was nicht nur eine extreme Belästigung für die Bewohner ausmacht, sondern auch die Ökologie der Inseln in Frage stellt.


Während der gestrigen Anhörung aller betroffenen Parteien zeigte sich sehr deutlich, dass die Verteidigung touristische und menschliche Aspekte auf den Schären unbeachtet lässt und selbst darauf dringt die Insel Känsö zu enteignen damit dort das bedeutendste militärische Übungsfeld in der schwedischen Küstenlandschaft werden kann, auch wenn die Bedrohung wohl eher von der Ostküste des Landes zu erwarten ist. Nachdem die Regionalregierung die Pläne der Verteidigung bereits gut geheißen hat, kann nun nur noch die Regierung das Projekt stoppen.

Dabei zeigte sich die Stadt Göteborg sogar zu einem Kompromiss bereit und wollte 50 Übungstage mit 300.000 abgefeuerten Schüssen akzeptieren, was die Verteidigung geradezu als lächerlich bezeichnet. Selbstverständlich gibt es für den Oberbefehlshaber in Göteborg nur ein Reichsinteresse, nämlich die militärische Verteidigung des Landes, auch wenn dabei andere Reichsinteressen wie Ökologie, Freizeit der Bevölkerung und Tourismus auf der Strecke bleiben müssen. Stellt sich lediglich die Frage, warum die Verteidigung Göteborg als Übungsgebiet wählte und nicht Stockholm, das im Ernstfall weitaus mehr bedroht ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. März 2014

Westschwedische Frauen sind kränker als andere

Nach den Statistiken der schwedischen Krankenkasse sind Frauen in ganz Schweden nahezu doppelt so oft krankgeschrieben wie Männer, denn im Durchschnitt ist jede Frau 10,9 Tage im Jahr krank und Männer nur 6,1 Tage. Diese Zahlen sind seit den 80er Jahren nahezu konstant und erklären sich unter Umständen damit, dass Frauen öfter als Männer unter Stresssymptomen leiden oder auch psychisch zusammenbrechen.

Erstaunlich bei diesen Zahlen ist jedoch, dass diese Situation nicht auf ganz Schweden zu übertragen ist, denn die Analytiker der Krankenkasse stellten fest, dass Frauen im Västra Götaland weitaus häufiger und länger krank sind als Frauen in anderen Regionen des Landes. Besonders deutlich drückt sich dies im Raum Göteborg und der westschwedischen Stadt Ale aus, denn dort sind Frauen jedes Jahr 3,6 Tage länger krank als im Landesschnitt.

Forscher können für diese Entwicklung allerdings keinen logischen Grund finden, da die Grundsituation für alle schwedischen Frauen identisch ist und überall die Zeichen darauf hindeuten, dass die Rolle der Frau im Haushalt noch weit von der Gleichstellung entfernt ist, denn die Krankschreibungen steigen nahezu grundsätzlich mit der Geburt des zweiten Kindes an, parallel zu einem steigenden Stress, dem die Frauen ausgesetzt sind, da die Verantwortung im Haushalt meist ganz auf sie abgeladen wird, auch wenn sie täglich die gleiche Arbeitsleistung bringen müssen als ihre Männer. Dass die Frauen Westschwedens davon jedoch mehr betroffen sein sollen, scheint den Forschern kaum plausibel.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. Februar 2014

Göteborg präsentiert die schwedische Geschichte

Wenn man an Geschichte denkt, so denken viele zuerst an dicke Bücher und einen langweiligen Stoff, den man sich ohnehin nicht merken kann. Das Göteborger Kunstmuseum zeigt ab heute die schwedische Geschichte, zumindest ausschnittsweise, in einem neuen Gewand, denn hier kann man die Geschichte das Landes in Form einer Ausstellung mit überdimensionalen Gemälden entdecken und dabei gleichzeitig Bekanntschaft mit einigen der bedeutendsten Herrschern des Landes machen.

Die Bevölkerung Visbys überreicht Valdemar Atterdag seine Schätze.

Die Ausstellung En målad historia wurde aus Gemälden des 19. Jahrhunderts zusammengestellt, die teilweise auch eine Leihgabe anderer Museen sind. Ziel der Ausstellung ist natürlich nicht Wissen über Kriege und Eroberungen zu sammeln, sondern sich in die Vergangenheit zu versetzen und Kristina von Schweden, Gustav Vasa oder Gustav II. Adolf so zu betrachten wie sie von Künstern des 19. Jahrhunderts betrachtet wurden, in einer Umgebung, die wir uns heute oft völlig anders vorstellen.

Wenn man die zahlreichen Details, die Hintergründe, die Waffen oder auch die Gesten der Personen in den Gemälden betrachtet, so stellt man sich natürlich auch die Frage, ob dies Geschichte ist oder eine Geschichte, die von den Künstlern “verfälscht“ wurde, im gleichen Sinn wie heute Fotografien nur ein gewolltes Bild der Zeitgeschichte darstellen und nicht unbedingt die Realität, da sich mächtige Männer und Frauen in Pose stellen und Fotografen das zeigen was sich der Betrachter wünscht. Die Ausstellung im Göteborger Kunstmuseum zeigt daher auch nur eine Warte der schwedischen Geschichte und ist gerade deswegen besonders interessant.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 18. Januar 2014

Göteborg sucht einen Lieferanten für Straßenbahnen

Nachdem die Probleme mit dem italienischen Straßenbahnlieferanten Ansaldobreda bis heute nicht behoben sind und auf Grund der Qualitätsmängel auch keine weiteren Wagen mehr dort bestellt werden, sucht Göteborg nun nach einem neuen Lieferanten, der alle Forderungen Göteborgs erfüllt und nicht nur sehr billig ist, sondern auch Straßenbahnen liefert, die für die nördlichen Verhältnisse geeignet sind und zudem enge Kurven nehmen können.


Da bereits im Januar 2015 die neuen Verträge unterschrieben werden müssen, ist es nun dringend einen zuverlässigen Lieferanten zu finden. Aber schon jetzt kristallisiert sich heraus, dass dies gar nicht so einfach ist, denn die 75 Wagen des spanischen Unternehmens CAF, die sich in Stockholm bereits bewährt haben und bis 90 Kilometer die Stunde fahren können, sind für das alte Straßenbahnnetz Göteborgs völlig unbrauchbar, da die Kurven in Göteborg zu steil sind.

Und dann gäbe es natürlich noch einen finnischen Hersteller, der die neuen Straßenbahnen in Helsinki liefert. Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass sich dieser Anbieter, obwohl er mit Sicherheit für nördliche Verhältnisse baut, sein Angebot zurückziehen musste, da er die Anforderungen Göteborgs nicht erfüllen kann. Die Stadt Göteborg fordert nämlich, dass im Januar 2015 zwei Monate lang eine „Teststraßenbahn“ in Göteborg eingesetzt wird und sechs der Wagen seit mindestens 1. Februar 2013 rollen müssen. Da es sich sich jedoch um völlig neu konzipierte Straßenbahnen handelt, so sind die ersten Exemplare erst seit Herbst 2013 unterwegs. Dadurch bleiben nur noch drei Anbietet übrig, wobei zwei davon wohl über dem geplanten Preis liegen werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Januar 2014

Wohnungen in Göteborg werden erneut teurer

Wie in ganz Schweden, so wird der zweite Sonntag eines Jahres auch in Göteborg als der Besichtigungstag von Wohnungen bezeichnet in dem die Immobilienmakler ihre Produkte an den Mann oder die Frau bringen wollen. In der Regel ist dieser Tag daher einer der wichtigsten Tage eines Jahres um seine Villa oder sein Bostadsrätt zu finden, zumal man an diesem Sonntag mehrere Projekte hintereinander besichtigen kann.

In Göteborg zeichnete sich dies vor allem dadurch aus, dass weitaus weniger Besichtigungen angeboten waren als in anderen Jahren, da die Bautätigkeit sehr langsam von sich geht und wenige Neubauten zu finden sind. Einer steigenden Nachfrage stehen immer weniger Objekte zur Verfügung. Dieser Nachteil bewirkte dann jedoch auch, dass die Preise für Häuser und Bostadsrätter erneut bedeutend nach oben gingen, da bei der hohen Wohnungsnot und den gegenwärtig geringen Zinsen jedes Projekt verkauft werden kann.

Der Nachteil bei dieser Situation ist lediglich, dass die Käufer von heute bereits bald sehr viel Geld verlieren können, denn der Preis der angebotenen Wohnräume liegt schon heute weit über dem tatsächlichen Wert. Sobald daher mehr gebaut wird, so werden die Preise teilweise ins Bodenlose fallen und ein Käufer muss mit starken Verlusten und extrem hohen Zinsen, verglichen zum Wert der Objekte, rechnen. Aber auch wenn alle Wirtschaftsfachkräfte bereits vor diesem Effekt warnen, so fand auch gestern jedes Objekt zahlreiche ernsthafte Interessenten.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Januar 2014

Göteborgs-Posten schließt das Jahr mit einem Feuerwerk

Gestern pünktlich um 17 Uhr läutete die Tageszeitung Göteborgs-Posten auch dieses Jahr wieder, etwas im voraus, das Neue Jahr mit einem groß angelegten Feuerwerk ein, das man von nahezu jedem Standort der Stadt aus sehen konnte, auch wenn man das Kai vor der Göteborger Oper als die Loge für die prächtige Veranstaltung betrachtet an derm jedes Jahr hunderte von Göteborgern auf den magischen Moment warten.


Zehn Personen haben sich drei Wochen lang auf diese Lichtershow vorbereitet um synchronisiert 700 verschiedene Feuerwerkskörper im Gesamtwert von rund 250.000 Kronen innerhalb von elf Minuten in den relativ fast wolkenfreien Himmel zu schießen. Um das Publikum nicht zu enttäuschen, wurde ein vollkommen neues Lichterwerk konzipiert, das möglicherweise das größte Feuerwerk Schwedens ist.

Die einzige Frage, die sich dabei stellt, ist jedoch, ob die Fotografen, Journalisten und anderen Mitarbeiter, die wegen Sparmaßnahmen die Göteborgs-Posten im Laufe des Jahres 2013 verlassen mussten, ebenfalls davon begeistert waren, dass in so kurzer Zeit so viel Geld verbrannt wurde. Die Herausgeber sehen dies allerdings so, dass mit dem Feuerwerk so vielen Menschen eine Freude bereitet wurde, dass jede Kritik unsinnig sei.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 28. Dezember 2013

Der Botanische Garten Göteborgs setzt auf Japan

Der Botanische Garten in Göteborg setzt im kommenden Jahr ganz auf Japan, ein Thema, das von Ende April bis September der Anlage seinen Stempel aufdrücken wird. Man wählte Ende April, da um diese Zeit die Kirschblüte dem gesamten Park bereits von Grund auf einen japanischen Touch gibt und die Kirschbaumblüte auch als Beginn der Sommersaison betrachtet werden kann.


Auch wenn sich viele Göteborger über das Thema Japan wunderten, so liegt es beim Botanischen Garten geradezu auf der Hand, denn nicht nur, dass Hortensien, Magnolien und Kirschbäume ihre Ahnen in Japan haben, in der Anlage findet man gegenwärtig über 400 verschiedene ursprünglich japanische Pflanzenarten und 160 verschiedene Baumarten aus dem Land der Kirschblüten.

Im Zentrum des japanischen Jahres wird natürlich das sogenannte Japantal im Botanischen Garten sein, das  nicht nur bei der Wahl der Pflanzen an Japan erinnert, sondern auch der Aufbau erinnert an die japanische Gartenkunst und die Bänke erlauben im Schatten zu meditieren. Wer dann noch mehr in die Geschichte der japanischen Gewächse im Botaniska eintauchen will, kann auch noch an einer Führung durch die Gartenanlage teilnehmen.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Kreuzfahrten zum Weihnachtsmarkt in Göteborg

Da der Göteborger Hafen einer der wenigen in Skandinavien ist, der auch im Winter eisfrei ist, haben sich drei britische Unternehmer von Kreuzfahrten entschlossen im Dezember die Weihnachtsstadt Göteborg anzulaufen damit insgesamt 5000 Besucher Großbritanniens vom bisher wenig winterlichen Göteborg profitieren können. Da sich das Klima der beiden Länder in vielem ähnelt, so gibt es auch kaum langen Gesichter unter den Gästen.


Das Hauptziel der Besucher aus Großbritannien ist natürlich der Weihnachtsmarkt in Liseberg, der mittlerweile auch in anderen Ländern bekannt ist. Um die Gäste auch in weihnachtliche Stimmung zu bringen und ihnen eine bedeutende schwedische Tradition näher zu bringen, werden die drei Gruppen selbstverständlich von der Göteborger Luzia und ihrer Truppe besucht und willkommen geheißen. Zum Abschluss ihres kurzen Ausflugs nach Göteborg wird den Gästen auch noch der „singende Weihnachtsbaum“ und die Lichterschau am Kunstmuseum präsentiert.

Da die Kreuzfahrtschiffe wochentags anlegen, ist es den britischen Gästen leider nicht möglich etwas anderes von Göteborg zu sehen als die von der Stadt selbst organisierten und geförderten Veranstaltungen und sie werden leider nie von den anderen Weihnachtsmärkten der Stadt erfahren oder tiefer in die Weihnachtstradition Göteborgs eintauchen, denn selbstverständlich sind auch die Führer von der Stadt ausgewählt. Das Bild, das die Gäste mit zurücknehmen ist daher leider nicht unbedingt als neutral zu sehen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. September 2013

Die Buchmesse in Göteborg öffnet die Pforten

Zum 29. Mal findet vom 26. bis zum 29. September 2013 die Göteborger Buchmesse Bok & Bibliotek statt, die dieses Jahr die rumänische Literatur im Zentrum hat, was natürlich auch bedeutet, dass rund 50 Programmpunkte diesem Land gewidmet sind und dass 15 Autoren des Landes an Seminaren teilnehmen werden, die ausschließlich um die Literatur Rumäniens kreisen. Insbesondere Mircea Cărtărescu und Norman Manea, die beide für den kommenden Nobelpreis für Literatur in Frage kommen, werden eine bedeutende Menge an Literaturinteressenten anziehen.


Auch wenn die rumänische Gegenwartsliteratur in Schweden immer häufiger übersetzt wird, denn allein dieses Jahr wurden bereits elf Bücher aus dem Rumänischen übersetzt, nimmt die Literatur Rumäniens noch eine Nischenstellung ein, was sich nach der diesjährigen Buchmesse vermutlich etwas ändern kann, da voraussichtlich erneut knapp 100.000 Besucher die Buchmesse besuchen werden und am Stand des Landes vorbeigehen um dabei das eine oder andere interessante Werk zu entdecken.

Durch die Register der Polizei in Skåne, die begonnen hatte sämtliche Roma in Schweden zu katalogisieren, hat Rumänien als diesjähriges Thema natürlich auch eine gewisse politische Brisanz erreicht, denn viele dieser über 4000 registrierten Roma kommen aus Rumänen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nun sehr kurzfristig auch über 20 Themapunkte der Buchmesse von diesem neu aufgekommenen Problem eingenommen werden und eine rege Diskussion hervorrufen können.

- Die deutsche Presse verweisen wir für weitere informationen zur Göteborger Buchmesse auf unsere Pressedienste.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. September 2013

Die Götheborg zurück im Heimathafen

Nach einer viermonatigen Reise kehrte die Götheborg am gestrigen Nachmittag wieder in ihren Heimathafen zurück, wo sie von vielen ehemaligen Expeditionsteilnehmern sehnsüchtig erwartet wurde. Eine kurze Zeit wird sie dann besichtigt werden können, um jedoch bereits im Oktober in der Werft eine Generalüberholung zu erhalten damit die Ostindiensegler im April wieder auf große Fahrt gehen kann, dieses Mal vielleicht für eine sehr lange Zeit.


Dass sich chinesische Sponsoren fanden, die der Götheborg die kommenden sieben Jahre das Überleben garantieren, hat auch seine Schattenseite, denn die Sponsoren fordern auch, dass die ersten Reise nach China gehen muss und dort die Küste entlang segelt und an zahlreichen Ort Halt macht. Anschließend soll die Fahrt nach Korea, Japan, Vancouver und schließlich entlang der amerikanischen Westküste führen, damit sie 2016 während der Olympiade in Rio de Janeiro liegen kann.

Da der Vertrag mit den chinesischen Sponsoren erst 2021 ausläuft, ist zu befürchten, dass die Götheborg erst zur 400-Jahrfeier der Stadt wieder in Göteborg anlegen wird und dann erneut vor einer ungewissen Zukunft steht. Die Geschäftsführung der Ostindischen Gesellschaft versichert allerdings, dass das Schiff die gesamte Zeit über unter schwedischer Flagge unterwegs sein wird und daher auch die schwedischen Gesetze, auch hinsichtlich der Arbeitsrechts, gelten werden, was allerdings ein geringer Trost für alle ist, die die Götheborg auch mit der fast gleichnamigen Stadt verbinden und sie immer wieder im Heimathafen sehen wollen.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. August 2013

Die Händler Göteborgs bilden eine Vereinigung

Nachdem die Aktiengesellschaft Innerstaden AB in Zusammenarbeit mit der Stadt Göteborg und mit der Unterstützung Europas die Planung und die Organisation der Innenstadt an sich gerissen hat und so nebenbei noch zahlreiche Händler zu einer Zwangsmitgliedschaft zwingt, auch wenn das Unternehmen gegen ihre Interessen arbeitet, hat sich eine Gruppe der Händler der Innenstadt nun zu einem eigenen Verband unter dem Namen Cityhandeln zusammengefunden.

In der Mehrheit handelt es sich bei diesen Händlern um kleinere Firmen, die auf Grund von fehlerhaften Parkplatzplanung, abgesperrten Straßen, Maut und anderen von Innerstaden gutgeheißenen oder gar geforderten Maßnahmen bis zu 20 Prozent des Umsatzes eingebüßt haben. Vor allem das Problem der Parkplätze, die mehr und mehr aus der Innenstadt verschwinden oder an denen das Parken auf 30 Minuten begrenzt ist, versetzt viele Händler in Wut, da viele Gegenstände nur mit einem Fahrzeug transportiert werden können und die Kunden daher auch in der Nähe des Ladens parken wollen.

Da sich die Grundziele der Firma Innerstaden AB und jenes des neuen Vereins sich entsprechen, nämlich die Innenstadt mit möglichst vielen Läden zu erhalten, ist vielen unverständlich, dass Marianne Sörling, die Geschäftsführerin von Innerstaden nicht die tatsächlichen Probleme der kleinen Händler sieht, sondern die Ursache des Umsatzrückgangs darin sehen will, dass die Händler zu wenig arbeiten, denn wenn diese ihre Läden auch am Sonntag offen halten würden, so kämen auch die Kunden, und dies, obwohl diese Händler schon heute 60 bis 80 Stunden die Woche arbeiten um über die Runden zu kommen.

Herbert Kårlin

Samstag, 17. August 2013

In Göteborg schließen Night-Clubs um drei Uhr morgens

In der vergangenen Nacht waren die Göteborger Night-Clubs erstmals gezwungen ihr Publikum spätestens um drei Uhr morgens vor die Tür zu setzen und am heutigen Samstag sind es nur wenige, die, dank einer Sondergenehmigung, damit noch bis fünf Uhr warten dürfen. Wer daher in Göteborg nach einem Nachtleben sucht, hat sich getäuscht und sollte nach einer anderen Stadt Schwedens Ausschau halten, die Alkohol nicht grundsätzlich mit Gewalt in Verbindung bringt.

Der Göteborger Stadtrat hatte sich zu dieser Entscheidung entschlossen, da der Kommunalrat Dario Espiga der Sozialdemokraten und ein Polizeimeister mit Hilfe einer sehr umstrittenen Studie beteuerten, dass das Nachtleben Göteborgs mit seinem Alkoholkonsum die Volksgesundheit beeinträchtigt und zur nächtlichen Gewalt führt. Bei der Entscheidung wurden weder die Besitzer der Nachtklubs noch deren Besucher um ihre Meinung gefragt, da diese nicht in der Lage waren die Ernsthaftigkeit der Situation zu bewerten.

Nach den Besitzern der Göteborger Nachtklubs werden auf Grund dieser Entscheidung bis zu 500 Arbeitsstellen betroffen sein ohne dass sich eine Änderung im Stadtbild zeigt, und nach den Nachtsüchtigen werden nun erneut Schwarzklubs auftauchen in denen man bis in die Morgenstunden weiterfeiern kann, oder aber man wird gruppenweise zu Hause weitertrinken, allerdings weitaus höhere Mengen als in den Night-Clubs. Kritische Polizisten sehen bei der Göteborger Maßnahme auch das Problem, dass sich nun die Gewalt über die ganze Stadt verteilen wird und nicht mehr zu lokalisieren ist zumal auch sexuelle Übergriffe in Wohnungen häufiger sind als in einem Nachtklub.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. August 2013

Das Universitätskrankenhaus Göteborgs in Bedrängnis

Obwohl in Schweden jedes Jahr etwa 4000 neu ausgebildete Krankenschwestern die Schulen verlassen und anschließend eine Arbeitsstelle suchen, klagen alle staatlichen Krankenhäuser, darunter das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg, über einen Mangel an Krankenschwestern, und sie vergessen dabei, dass jedes Jahr die Hälfte dieser neuen Krankenschwestern um eine Zulassung in Norwegen ansucht, weil dort die Bezahlung, die Arbeitszeit, die Verantwortung und das Arbeitsklima besser sind als in schwedischen Krankenhäusern.

Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus gehört mit zu jenen bei denen sehr viele neu ausgebildete Krankenschwestern arbeiten wollen, und viele sind auch bereits eine sehr hohe Arbeitsbelastung auf sich zu nehmen, jedoch nicht unter einem monatlichen Gehalt von 24.000 Kronen, einer Summe, die man in Norwegen leicht bei einer Teilzeitbeschäftigung verdienen kann. Für die Regionalregierung im Västra Götaland ist es jedoch ein Prinzip die Gehälter für Krankenschwestern nicht zu erhöhen, auch wenn dadurch die Patientensicherheit in Frage gestellt wird.

Dabei ist der Personalmangel im Sahlgrenska das ganze Jahr über zu spüren und führt im Sommer geradezu zu einem Kollaps, denn Patienten müssen vorzeitig nach Haus geschickt werden, andere Abteilungen, insbesondere die Notaufnahme in Mölndal, werden ganz geschlossen und Krebspatienten müssen in ihrer Angst wochenlang auf eine dringende Operation warten. Aber seit der Reform des Gesundheitswesen ist nicht mehr der Kranke im Zentrum des Gesundheitswesens, sondern die Rentabilität, weswegen die Führung des Sahlgrenska auch von Wirtschaftswissenschaftlern übernommen wurde und nicht von Medizinern.

Herbert Kårlin