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Freitag, 15. August 2014

Göteborgs Doppelmoral und die Situation der Roma

Als die moderate Politikerin Cecilia Magnusson aus Göteborg vor wenigen Tagen ein landesweites Verbot der Bettelei forderte, zeigten sich sämtliche Politiker der Stadt empört, da sie Göteborg als offene Stadt vermarkten wollen, die besonders hinsichtlich der Roma Toleranz zeigen will. Die Verantwortung dabei ist dabei sogar von zwei Seiten zu betrachten, denn einerseits ist Göteborg ein Pilotprojekt für die Integration der Roma-Bevölkerung, andererseits sind auch die Bettler an den Straßen der Stadt überwiegend Roma, die jedoch kaum mit der Roma-Minorität der Stadt verschmelzen und alles andere als integriert werden sollen.

Gestern zeigte die Göteborgs-Posten jedoch ein Bild, das die Stadt kaum wegdiskutieren kann, denn in Göteborg ist es üblich provisorische Lager der Roma über das Amt der Gerichtsvollzieher systematisch zwangsräumen zu lassen, denn „niemand kann sich ohne Genehmigung einfach irgendwo in Schweden niederlassen“, aber es gibt kaum Stellen an denen Roma willkommen sind, die auf Grund der Armut in Göteborg betteln wollen - und im Winter wird es in unbeheizten Wohnwagen eisig, was viele der Bettler in einem Wohlfahrtsstaat zu einem unwürdigen Leben zwingt.

Zum anderen hat Göteborg noch nie so viele Bettler der Stadt nach Hause transportieren lassen wie bereits im vergangenen Jahr, denn die Stadt organisierte 2013 nicht weniger als 93 globale Rückreisen, meist mit eigens eingesetzten Bussen, obwohl man weiß, dass die meisten der indirekt ausgewiesenen Roma so schnell wie möglich wieder nach Schweden zurückkehren werden da die geringe Einkunft durch Betteln immer noch höher ist als das Einkommen im eigenen Land. Dass die Stadtverwaltung in der Frage der Bettler mit Hilfsorganisationen zusammenarbeitet, kann zwar das Los einiger der Bettler verbessern, bietet jedoch keinerlei langsichtige Lösung.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Dienstag, 1. Juli 2014

Zeltlager für Roma werden in Göteborg zur Streitfrage

Nachdem die rot-grüne Regierung Göteborgs, in Zusammenarbeit mit der Svenska Kyrkan und den Hilfsorganisationen der Stadt, ermöglichte dass Roma ihre Wohnwagen und Zelte auf kirchlichen Parkplätzen aufstellen können und mit Toiletten und Müllcontainern für eine korrekte sanitäre Situation sorgen, greift die bürgerliche Opposition nun diesen Schritt stark an.


Nach dem Stadtrat Jonas Ransgård der Moderaterna führt diese Genehmigung nur dazu, dass diese Lager zu einer festen Einrichtung werden und die aktuellen Gruppen an Roma zum Bleiben auffordern. Als Dauereinrichtung werden, nach Ransgård, diese Lager zu einer starken Belastung für Göteborg, die unvorhergesehene Folgen nach sich ziehen kann. Nach den Moderaten (Moderaterna) haben die Heimatländer die Verantwortung für die in Göteborg bettelnden Roma zu tragen, was auch bedeutet, dass diese, notfalls zwangsweise, in die Heimat zurückgeschickt werden müssen, zumal das Leben in einem Zelt oder Wohnwagen kein integriertes Leben ermöglicht.

Nach den Sozialdemokraten (Socialdemokraterna)wird es mit den Roma keinerlei Probleme geben, da die Genehmigungen nur auf sechs Monate ausgestellt wurden, eine Zeitspanne, die man jedoch nur als symbolisch sehen kann, da man die neuen Lager wohl kaum im Winter räumen wird. Über ihre Zukunftspläne in Fragen der armen EU-Migranten aus Rumänien und Bulgarien, die nun einige Monate Sicherheit in Göteborg gefunden haben, sind die Sozialdemokraten allerdings sehr verschwiegen, wobei sie auch auf eine politische Entscheidung des Parlaments in Stockholm hoffen, die jedoch kaum noch vor den Wahlen im September fallen wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. Mai 2014

Göteborg sucht Lösung für Roma-Lager

Nachdem Göteborg bereits negative Schlagzeilen bekam weil die Stadt Roma, die an den Straßen bettelten, zwangsweise nach Rumänien ausgeliefert hat und die Nationalpresse mittlerweile jede Zwangsräumung von Roma-Lagern extrem kritisiert, versucht Göteborg nun eine andere und humanere Lösung zu finden, die von den Media positiv bewertet wird und Göteborg gleichzeitig als Vorbild erscheinen lässt.


In der Tat sind im kommenden Budget 6,4 Millionen Kronen für arme EU-Migranten vorgesehen und Göteborg ist eine der fünf Musterstädte Schwedens, die mit Hilfe von Europageldern Möglichkeiten finden sollen Roma in die schwedische Gesellschaft zu integrieren. Nach Beratungen kam die Stadtverwaltung daher auf die Idee die Roma, die man lieber als arme EU-Migranten bezeichnet, auf neu zugelassenen Campingplätzen unterzubringen statt sie in der ganzen Stadt verteilt auf verschiedenen Parkplätzen wohnen zu lassen.

Auch wenn die Stadt über das Geld verfügt, so hofft sie indes, dass die gemeinnützigen Hilfsorganisationen sich um die Roma kümmern und dass man die Parkplätze der Kirchen in vorübergehende Campingplätze verwandeln kann, so dass sich Göteborg selbst nur noch um die Toiletten und Stellen zum Waschen kümmern muss. Sollten die Kirchen die Idee nicht aufnehmen, so sieht Göteborg notfalls auch auf städtischem Grund einen Campingplatz für arme EU-Migranten vor, allerdings nur am Rande der Stadt und nur für einen begrenzten Zeitraum.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. November 2013

Internationales Roma-Filmfestival in Göteborg

Nach Stockholm, Uppsala und Gävle findet nun dieses Wochenende erstmals in Göteborg des Internationale Roma-Filmfestival statt, das fünfte Festival dieser Art, das nicht nur die Geschichte der Roma in den Vordergrund rücken will, sondern eine andere Seite der Roma zeigt, in Form von Filmen, die man normalerweise nie in den großen Kinos sehen kann, denn diese Filme wurden von Roma gedreht und zeigen das Leben dieser Volksgruppe unter einem ungewohnten Winkel und ohne die Vorurteile, die allein mit dem Wort Roma immer noch bei vielen entstehen.


Drei Tage lang wird sowohl im Göteborger Stadtmuseum, als auch Hagabion und dem Folkets bio in Angered die Breite der Filmkunst der Roma gezeigt. Klassische Filme, Spielfilme, Zeichentrickfilme, Dokumentarfilme und Nachrichten wechseln sich ab und zeigen die Roma als Filmhelden und beeindruckende Regisseure. Sämtliche der Filmvorführungen sind kostenlos und werden anschließend von Diskussionen und Gesprächen zur Filmkunst der Roma begleitet damit der Besucher nicht nur ein passiver Betrachter des Filmgeschehens bleibt.

Die Idee zu diesem Festival kam Domino Kai, dem Veranstalter des Festivals, als er zur parallelen Ausstellung Vi är Romer, die gegenwärtig im Stadtmuseum Göteborg zu finden ist, als Berater tätig war, denn es gibt kaum ein Medium, das ein Publikum besser zum Nachdenken bringt als der Film. Natürlich hofft Domino Kai, dass sich die Besucher der Filme anschließend nicht sofort wieder in alle Winde verstreuen, sondern bei einem Kaffee über das Thema Roma diskutieren und die Eindrücke später auf das tägliche Leben mit der Roma-Bevölkerung Göteborgs übertragen.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 18. Oktober 2013

Kulturwoche der Roma in Göteborg

Seit 2012 gehört Göteborg zu den Pilotgemeinden, die intensiv an der Integration der Roma arbeiten sollen und in diesem Rahmen im Frühjahr 2013 im Stadtmuseum eine Sonderausstellung zum Thema aufbauten und seit einiger Zeit auch den Nationaltag der Roma feiern, auch wenn es noch weiter Weg bis zur tatsächlichen Integration ist, da nach wie vor Vorurteile bestehen und Roma aus anderen europäischen Ländern an Straßenrändern betteln und, meist vergebens, auf ein besseres Leben in Göteborg hoffen.


Im Stadtteil Östra Göteborg unternahm man bereits ab Frühjahr des Jahres nun einen neuen Weg der Integration, denn es entstand eine Arbeitsgruppe, die in Zusammenarbeit mit dem Rat der Roma das Leben und die Kultur der Roma bekannter machen will und damit statt der theoretischen Arbeit eine praktische Verbindung schaffen will. Der Erfolg dieser Zusammenarbeit zeigt sich nun in Form einer Kulturwoche der Roma in diesem Stadtteil.

Von Montag bis Freitag wird gewissermaßen der gesamte Stadtteil Östra Göteborg unter dem Zeichen der Tradition der Roma stehen, denn in den Schulen und Altersheimen werden Gerichte serviert, die der Küche der Roma entstammen, in den Bibliotheken von Gamlestaden, Kortedala und Bergsjön werden Filme zum Thema gezeigt, aber auch die Literatur und die Musik der Roma werden während dieser Woche in diesem Stadtteil in den Vordergrund gestellt. Da die Tradition und die Kultur der Roma auch fünf Tage lang in den Schulen Östra Göteborgs diskutiert wird, könnte diese Initiative eine Brücke zwischen zwei Welten schlagen und der Beginn eines neuen Zusammenlebens sein.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. September 2013

Die Buchmesse in Göteborg öffnet die Pforten

Zum 29. Mal findet vom 26. bis zum 29. September 2013 die Göteborger Buchmesse Bok & Bibliotek statt, die dieses Jahr die rumänische Literatur im Zentrum hat, was natürlich auch bedeutet, dass rund 50 Programmpunkte diesem Land gewidmet sind und dass 15 Autoren des Landes an Seminaren teilnehmen werden, die ausschließlich um die Literatur Rumäniens kreisen. Insbesondere Mircea Cărtărescu und Norman Manea, die beide für den kommenden Nobelpreis für Literatur in Frage kommen, werden eine bedeutende Menge an Literaturinteressenten anziehen.


Auch wenn die rumänische Gegenwartsliteratur in Schweden immer häufiger übersetzt wird, denn allein dieses Jahr wurden bereits elf Bücher aus dem Rumänischen übersetzt, nimmt die Literatur Rumäniens noch eine Nischenstellung ein, was sich nach der diesjährigen Buchmesse vermutlich etwas ändern kann, da voraussichtlich erneut knapp 100.000 Besucher die Buchmesse besuchen werden und am Stand des Landes vorbeigehen um dabei das eine oder andere interessante Werk zu entdecken.

Durch die Register der Polizei in Skåne, die begonnen hatte sämtliche Roma in Schweden zu katalogisieren, hat Rumänien als diesjähriges Thema natürlich auch eine gewisse politische Brisanz erreicht, denn viele dieser über 4000 registrierten Roma kommen aus Rumänen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nun sehr kurzfristig auch über 20 Themapunkte der Buchmesse von diesem neu aufgekommenen Problem eingenommen werden und eine rege Diskussion hervorrufen können.

- Die deutsche Presse verweisen wir für weitere informationen zur Göteborger Buchmesse auf unsere Pressedienste.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. September 2013

Wenige Romakinder lernen in Göteborg ihre Muttersprache

Obwohl Göteborg zu den Pilotstädten gehört, die verstärkt daran arbeiten, dass Roma einerseits in der Gesellschaft integriert werden, aber andererseits auch mit ihrer Herkunft und ursprünglichen „Nationalität“ akzeptiert werden, wollen etwa 90 von 140 Roma-Grundschülern in der Schule nicht Romani lernen. Nachdem die Schulleitung sämtliche Eltern persönlich kontaktierte, zählt man im Jahre 2013 in den fünf Schulen der Stadt in denen Romani angeboten wird, gerade einmal 48 Schüler.


Diese bisherige Entwicklung kann nahezu als Scheitern des Projekts bezeichnet werden, da die Roma der Stadt überwiegend deshalb ihre Kinder nicht zum Romani-Unterricht schicken, weil sie auf Grund der permanenten Diskriminierung die Zugehörigkeit zu diesem Volksstamm der Öffentlichkeit verschweigen wollen, der Sprachunterricht jedoch dazu führt, dass sie erneut in die Gruppe der diskriminierten Roma gestellt werden.

Natürlich hofft die Stadt Göteborg auf eine Änderung der Situation und sucht beim mangelnden Sprachinteresse auch andere Erklärungen. In den Augen des Stadtrates kann das mangelnde Interesse auch daran liegen, dass Romani-Unterricht nicht in die normale Unterrichtszeit integriert ist und erst nach dem üblichen Schulunterricht angeboten ist, aber das Problem kann auch daran liegen, dass fest in Schweden integrierte Roma immer noch mit Kriminalität und Bettelei in Verbindung gebracht werden, da die Vorurteile der Bewohner bisher kaum abgebaut wurden und hierfür auch kein konkretes Programm besteht.

Herbert Kårlin

Freitag, 21. Juni 2013

Die Anzahl der Bettler in Göteborg steigt weiter an

Nach der Einheit der Göteborger Citypolizei, die sich insbesondere für die Bettler der Stadt interessiert und versucht sich einen Überblick über deren Anzahl, deren Verhalten und deren Wohnort zu machen, befinden sich diesen Sommer weitaus mehr Bettler in der Stadt als früher und zeigen teilweise auch ein völlig neues Verhalten, das dieses Jahr zu einigen Problemen führen kann, selbst wenn die Bettler nicht kriminell werden sollten.

Zu den bereits bekannten Bettlern Göteborgs, die nur eine sehr kleine Gruppe ausmachen und sich regelmäßig in der Stadt befinden, haben sich nun hunderte von Personen, insbesondere Roma aus Bulgarien und Rumänien, gesellt, die darauf hoffen im Sommer durch Betteln so viel Geld zusammenzubekommen, dass sie über den Winter keine Probleme in ihrer Heimat haben werden. Dies bedeutet, dass man bereits jetzt im Zentrum der Stadt auf etwa 100 Bettler stößt und der Rest sich auf die Randgebiete und vor allem die Einkaufszentren verteilt.

Während die nahezu „ansässigen“ Bettler mittlerweile Musik am Straßenrand spielen oder auch die Zeitschriften für Obdachlose verkaufen, gehen die Neulinge Wege, die weder von den Bewohnern der Stadt noch von Touristen besonders geschätzt werden, denn sie gehen in Restaurants um zu betteln, bitten in Bussen und Straßenbahnen um eine Gabe oder machen jeden vorbeigehenden Passanten an, was bei der Menge der Bettler viele für aufdringlich und störend halten. Bereits zu Beginn des Sommer werden daher die Fragen laut warum die Stadt nichts gegen die Bettler unternimmt, oder aber, warum man diesen ausgesetzten Menschen nicht von offizieller Seite Hilfe bietet.

Herbert Kårlin

Samstag, 16. März 2013

Ausstellung zur Kultur der Roma in Göteborg

Am Samstag, den 23. März um 13 Uhr wird im Göteborger Stadtmuseum die Ausstellung Vi är romer - möt människorna bakom myten (Wir sind Roma - begegne den Menschen und nicht den Mythen) eröffnet, eine Ausstellung, die Roma nicht in Form einer Reportage eines Außenstehenden zeigt, sondern eine Ausstellung, die die Roma selbst zusammenstellten um ihre lange Geschichte in Schweden von ihrer Seite aus zu zeigen.


Das Ziel der Ausstellung ist vor allem die Roma nicht als Gruppe zu sehen, sondern als verschiedene Individien. Die Ausstellung als solches erlaubt dem Besucher auch die verschiedensten Warten der Roma zu entdecken, denn neben Fotografien, Videos, Kleidung, Schmuck und Musikinstrumenten findet man alles was die Kultur der Roma für die einen fremd erscheinen lässt und bei anderen die Neugierde und das Interesse weckt. Eines der Glanzstücke ist ein bereits historischer Wagen einer Romafamilie, den das Museum im vorigen Jahr in England erworben hat.

Anlässlich der Ausstellung wird auch das Buch Det var en gång det som inte var erstmals präsentiert, ein Buch, das gleichzeitig in Schwedisch, Englisch und Romani erscheint und einige der bedeutendsten Sagen der Roma einem breiten Publikum näher bringen will. Ziel der Ausstellung ist es natürlich die Kultur der Roma zu verstehen und sie dadurch nicht mehr durch tausend Vorurteile auszugrenzen. Die Vernissage der Ausstellung findet um 13 Uhr im Beisein der Schmuckkünstlerin Rosa Taikon, der Schwester der Schriftstellerin Katarina Taikon, statt.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Januar 2013

Ein Kindergarten für Roma-Kinder in Göteborg

Als die Göteborger Rettungsmission im vergangenen Herbst feststellte, dass sich in Göteborg im Durchschnitt jeweils 15 Roma-Kinder unter sechs Jahren aufhalten, die keinerlei Beschäftigung haben, außer den Eltern zu folgen während diese betteln oder nach Pfanddosen suchen und sich gelegentlich mit einem Verwandten irgendwo auf den Straßen der Stadt aufhalten, wurde den Mitarbeitern der Hilfsorganisation klar, dass sie etwas gegen diese Situation übernehmen müssen.

Ion Stan, selbst ein Roma und Mitarbeiter der Rettungsmission, hatte daher die Idee einen kostenlosen Kindergarten für diese Kinder, die in den meisten Fällen aus Rumänien kommen, zu schaffen, wo sie den ganzen Tag über betreut werden, Essen bekommen, einen gewissen Unterricht erhalten und vor allem auch mit Hilfe von Lehrern Schwedisch lernen um besser für die Zukunft gewappnet zu sein.

Der Stadtrat will noch Ende Januar über diesen Vorschlag, der die Stadt 500.000 Kronen und den Rettungsdienst 300.000 Kronen kosten wird, beraten, so dass der Kindergarten bereits im Frühling seine Arbeit aufnehmen kann. Der Göteborger Rettungsdienst hofft über die Kinder auch einen besseren Zugang zu den Eltern zu bekommen, damit diese ebenfalls die schwedische Sprache erlernen und vom Betteln auf das Herstellen von Schmuck oder anderen Gegenständen übergehen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 13. November 2012

Die Situation der Roma in Göteborg

Die Stadt Göteborg hat die Räddningsmissionen beauftragt eine Studie über arme europäische Bürger zu erstellen, die sich in Göteborg aufhalten um anschließend über mögliche Maßnahmen zu entscheiden die dabei helfen diese Probleme abzubauen. Seit September sind nun bereits drei Mitarbeiter der städtischen Rettungsmission unterwegs um bis Weihnachten einen Überblick über die aktuelle Situation zu bekommen.

Bereits die ersten Ergebnisse der Gruppe sind allerdings wenig aufbauend für eine Stadt, die sich für die Rechte der Roma einsetzen will und ein europäisches Vorbild für die Integration dieser Volksgruppe werden will, denn die Räddningsmissionen konnte bisher bereits mit etwa 100 armen Europäern Kontakt aufnehmen und stellte dabei fest, dass es sich dabei fast ausschließlich um Roma aus Rumänien handelt, die in Schweden ein besseres Leben suchen als in Rumänen und nun von Straßenmusik, Betteln oder dem Sammeln von Pfanddosen ernähren müssen.

Nach Schätzungen könnten sich gegenwärtig etwa 500 unregistrierte Roma in Göteborg aufhalten, die zu einem großen Teil auch kein Dach über dem Kopf haben und ihre Kinder in keine Schule schicken können, weil sie selbst dafür zu arm sind und zudem auch in Göteborg nur auf Vorurteile treffen und teilweise wie Aussätzige behandelt werden. Gleichzeitig stellte die Räddningsmissionen auch fest, dass das Vorurteil der Polizei über organisierte Einwanderung und Bettelei der Roma aus Rumänen nur auf Vorurteile baut, denn die Helfer konnten in nicht einem Fall auf irgendwelche organisierte Bettelei oder ähnliches stoßen. Dario Espiga, der sich bereits bei der Frage nach den Öffnungszeiten der städtischen Nachklubs als uneinsichtig zeigte, legt dieses Mal die Verantwortung auf Europa und will damit verschleiern, dass seine Arbeit zur Integration bisher ebenfalls missglückte, obwohl er selbst in Schweden immigrierte und die Probleme kennen müsste.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. August 2012

Etwa 30 Roma sollen in Göteborg zu Unternehmern werden

Nachdem Göteborg eines der Pilotprojekte sein soll, an dem man erfahren will auf welche Weise man Roma in die schwedische Gesellschaft integrieren kann und wie man ihnen die Chance bieten kann aktiv an der Entwicklung der Gesellschaft teilzuhaben, beginnt in den kommenden Tagen ein Projekt, das sich Newo Drom (Neuer Weg) nennt und vorerst etwa 30 Roma den Weg zu einer eigenen Firma zeigen soll.

Die Ausbildung, mit der der Studienverband Sensus beauftragt wurde, soll in drei aufeinander folgenden Gruppen mit je zehn bis zwölf Teilnehmern erfolgen und sich über zwölf Wochen erstrecken, wobei die Vormittage für einen traditionellen Unterricht in Marketing, Steuerrecht, Arbeitsrecht und andere Themen für Unternehmer gedacht sind und die Teilnehmer am Nachmittag an der Vorbereitung der eigenen Unternehmen arbeiten sollen.

Während der gesamten Ausbildung sollen vier „Kulturübersetzer“ anwesend sein, die als Roma anerkannt sind und die Teilnehmer stützen und motivieren können. Das Projekt Newo Drom hat 3,3 Millionen Kronen zur Verfügung, die sich der Europäische Sozialfond (ESF) und die Stadt Göteborg teilen. Als Lehrer dienen unter anderem Unternehmer der Stadt, aber auch die verschiedenen Ämter, zum Beispiel das Finanzamt. Nach der Projektleiterin Susanne Lotzke geht es bei der Ausbildung in erster Linie nicht darum Unternehmer unter den Roma zu schaffen, sondern Relationen und Vertrauen aufzubauen. Gegenwärtig leben in Göteborg schätzungsweise zwischen 5000 und 10.000 Roma.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. April 2012

Integration von Roma in Göteborg

Auch wenn Göteborg bei der Roma-Politik nicht immer eine vorbildliche Rolle spielte, sondern Bettler dieser Volksgruppe bereits zwangsweise zurück in die Heimatländer transportierte, wo sie riskierten Verfolgungen ausgesetzt zu werden, hat sich der schwedische Staat entschieden in Göteborg ein Pilotprojekt zur Integration der Roma zu starten. Parallel zu Göteborg wird dieses Projekt auch in Helsingborg, Linköping, Malmö und Luleå verfolgt.

Bis einschließlich 2015 sollen die fünf Städte nun mit guten Beispielen vorangehen und damit anderen Städten des Landes die richtigen Wege zur Integration der Roma weisen. Der Projektleiter Göteborgs, Jan Svensson, ist der Meinung, dass Göteborg gewählt wurde, weil hier bereits erste Schritte wie das Feiern des Nationaltags der Roma und eine geplante Ausstellung im Stadtmuseum als positive Beispiele gewertet wurden. Die bisherigen Projekte der Stadt zu Fragen der Roma wurden insbesondere von Europageldern gestützt.

Um das Projekt erfolgreich zu gestalten, sollen bei der Vorbereitung des Planes erstmals Vertreter der Roma aktiv mitwirken. Die bedeutendsten Punkte der Integration sollen auf Ausbildung, Arbeit, Gesundheit und Altersvorsorge zielen, wobei das übergreifende Ziel sein soll, dass Roma, die im Jahre 2012 geboren werden im Jahre 2032 die gleichen Möglichkeiten innerhalb der schwedischen Gesellschaft haben wie Nicht-Roma.
Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. April 2012

Der Tag der Roma in Göteborg

Da der Tag der Roma dieses Jahr auf den Ostersonntag fällt, einem allgemeinen Beflaggungstag Schwedens, wird auf dem Gustav Adolf Torg mitten zwischen den schwedischen Flaggen auch jene der Roma im Wind wehen und zur Mittagszeit unter der Flagge die Hymne der Roma, Gelem Gelem, ertönen, sowie auf der Lejontrappan die traditionelle Lichterzeremonie gefeiert werden.

Wie seit dem Jahre 2008, so wird auch dieses Jahr ein Teil der Feierlichkeiten in das Röhsska Museum in Göteborg verlegt, wo dann bis 20 Uhr eine rege Aktivität mit Musik, Tanz, einer Schmuckausstellung und einer Modeschau mit traditioneller Kleidung der Roma zu entdecken ist. Wer am 8. April keine Chance hat an den Feierlichkeiten im Museum teilzunehmen, findet bis zum 22. April noch eine Ausstellung mit Sammlungen des Museums, die die Kultur der Roma demonstrieren.

Am 8. März wird gegen die Mittagszeit ein Pferdeparade die Norra Hamngatan entlang kommen an dem ein traditioneller Wagen der Roma präsentiert wird, der an diesem Tag vor dem Göteborger Rathaus zu besichtigen ist und anschließend Teil einer bereits geplanten Ausstellung im Göteborger Stadtmuseum sein wird, wo im kommenden März die Hauptausstellung zur Geschichte und Tradition der Roma eröffnet wird und einer großen Gruppe an Personen die Probleme dieser Minoritätengruppe näher bringen wird.
Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. September 2011

Meros Camping wird zu Schrebergärten

Im Jahre 1985 schuf der Pfarrer Jean-Erik Mårtensson auf einem eigenen Grundstück, das an den Göteborger Strand in Askim angrenzt, einen Campingplatz für alle Personen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden und dort eine Heimat fanden. Die Anlage wurde von der Stadt Göteborg vom ersten Tag an negativ betrachtet und bald als Herberge für Verbrecher bezeichnet, wobei es sich die letzten Jahre vor allem um Roma handelte, die dort ein Dach über dem Kopf fanden. Im Februar 2009 musste Jean-Erik Mårtenson auf starken Druck den Grund dann an die Stadt verkaufen.

Der Pfarrer hatte jedoch zur Auflage gemacht, dass die Stadt allen Bedürftigen von Meros Camping eine Unterkunft verschaffen muss und dass das Gebiet anschließend allen Göteborgern für ihre Freizeit zur Verfügung stehen soll. Annelie Hulthén sah beim Verkauf jedoch die Chance das Gebiet in ein luxuriöses Wohngebiet zu verwandeln, was die Lokalregierung in Askim allerdings nicht unterstützte.

Die Stadtverwaltung hat nun dennoch beschlossen das Gebiet zu privatisieren und plant nun eine Schrebergartenkolonie auf dem ehemaligen Campingplatz zu errichten, da das Ziel der Stadt nicht ist die Grünflächen der Stadt für die Allgemeinheit auszudehnen oder den Badestarand Askim zu erweitern, da dies für die städtische Kassen nur Ausgaben bedeutet und für den linken Stadtrat jede Art von Einnahmen Vorrang haben. Aus der Fläche, die Jean-Erik Mårtensson für die Allgemeinheit retten wollte, wird nun Kapital geschlagen.

Herbert Kårlin

Freitag, 8. April 2011

Romadagen wird in Göteborg gefeiert

Nachdem noch vor einem Jahr Roma-Bettler zwangsweise aus Göteborg ausgewiesen und in die Heimatländer zurücktransportiert wurden, wird nun am 8. April, dem 40. Internationalen Romadagen (Internationaler Roma-Tag), an der Lejontrappan am Brunnsparken die Flagge der Roma gehisst.


Nach Andréa Selvén arbeitet Göteborg intensiv für alle Menschenrechte und will mit dem Hissen der Flagge um zwölf Uhr, mit einer Rede und traditionellem Gesang auf die Minorität der Roma, ihre Rechte und Probleme aufmerksam machen. Nach Aussagen der Stadt soll sich das Feiern des Romadagen zu einer jährlichen Tradition in Göteborg verwandeln.

Die Feierlichkeit soll mit der sogenannten Feuerzeremonie abschließen, die ihren Ursprung in Indien hat. Soraya Post, die zweite Sprecherin des Vereins European Roma und Bagir Kwiek, der Vorsitzende des Vereins für die kulturelle Entwicklung der Roma, werden ein Tablett mit einer brennenden Kerze und Blumen auf dem Kanal an der Lejontrappan zum freien Meer schwimmen lassen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 2. November 2010

Ryanair verbindet Göteborg mit Großstädten

Während Ryanair Glasgow und Frankfurt Hahn von Göteborg aus bald nicht mehr anfliegen wird, kommen vier neue wichtige Städte auf die Flugpläne. Bei den neuen Zielen wie Paris, Rom, Brüssel und Edinburgh wird die Fluggesellschaft Ryanair die Preise der anderen Fluggesellschaften, die von Göteborg aus die gleichen Städte anfliegen, erheblich drücken.

Auch wenn die Gewinne von Ryanair und dem Göteborger Flughafen Säve (City Airport) mit überdurchschnittlicher Geschwindigkeit steigen, spüren die vom Fluglärm belasteten Bewohner bisher keinerlei Verbesserung. Allein dieses Jahr stieg die Anzahl der Passagiere um 16,5% und erreicht voraussichtlich die für den Flugplatz maximal zulässige Passagierzahl von 750.000 Passagieren im Jahr.

Ryanair bringt jedoch nicht der irischen Fluggesellschaft und dem ehemaligen Militärflughafen Göteborgs einen Gewinn, sondern auch der Stadt Göteborg, da es sich bei über der Hälfte der Passagiere um deutsche Touristen handelt, die im Durchschnitt jeweils vier Tage in Göteborg verbringen und täglich über 5500 Kronen für Wohnen, Essen, Trinken und Vergnügen ausgeben, was einem Jahresumsatz von über sieben Milliarden Kronen entspricht.

Herbert Kårlin

Dienstag, 7. September 2010

Arme EU-Bürger in Göteborg eine Zukunftsfrage

Im Frühjahr 2010 war die Politik Göteborgs noch davon bestimmt Bettler aus Göteborg auszuweisen und in die Heimatländer zurückzuschicken, was sich jedoch als wenig sinnvolle Maßnahme entpuppte und weder den erhofften Erfolg zeigte, noch aber die Situation der Betroffenen veränderte.

Nach nur einem halben Jahr ändert sich nun die Policy der Stadt Göteborg und sie will zum Modellfall Europas werden, bei der die Bettler und armen Straßenmusiker, unter denen sich eine bedeutende Anzahl an Roma befindet, individuell behandelt werden um diesen Bürgern Europas eine Zukunft in der Stadt zu garantieren.

Wohnungsprogramme, Arbeitsmarktsprogramme und die Kontrolle, dass Kinder auch eine Schulbildung erhalten, sind nur einige der Punkte an denen die Stadt Göteborg arbeitet. In erster Linie gilt es die Bettelei zu reduzieren, die zwar nicht illegal ist, aber der Stadt dennoch einen negativen Anstrich gibt, Kriminalität fördert und Bettlern dennoch kein regelmäßiges Einkommen garantiert.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. April 2010

Rumänische Bettler werden aus Göteborg abgeschoben


Seit dem 14. April 2010 fährt die Stadtpolizei Göteborgs mit ihrem Kleinbus durch die Innenstadt, um Bettler, die sich seit längerer Zeit in der Stadt aufhalten, mit unmittelbarer Wirkung auszuweisen. In der Regel handelt es sich um ältere Frauen, die täglich an der gleichen Stelle ihrer Tätigkeit nachgehen und aus Rumänien kommen. Oft handelt es sich dabei um Roma, die im Heimland, in das sie nun abgeschoben werden, ebenfalls verfolgt werden.

Anlass ist der Verdacht, dass es sich bei der Bettelei um eine organisierte Kriminalität handelt, bei der die Frauen zwar Opfer sind, die Ausweisung aber die einzige Möglichkeit bildet ein klares Zeichen zu geben, dass diese Art von Kriminalität in Göteborg in Zukunft nicht mehr funktioniert. Als Beweis für die organisierte Kriminalität nimmt die Polizei die Entdeckung einer Wohnung, die für zwei Personen bestimmt war, wo sich aber bis zu 25 Bettler aufhielten.

Da europäische Bürger in der Regel nicht ausgewiesen werden können, greift die Polizei nun zu einem Paragraphen des Ausländergesetzes, der besagt, dass Ausländer, die sich nicht selbständig und auf ehrliche Weise innerhalb der Nordischen Union versorgen können oder dort einer Tätigkeit nachgehen, die eine Arbeitsgenehmigung erfordert, diese aber nicht vorweisen können, mit unmittelbarer Wirkung ausgewiesen werden können.

Herbert Kårlin