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Montag, 6. Oktober 2014

Eid al-adha wird in Göteborg gefeiert

Als am Wochenende das islamische Opferfest Eid al-adha in der Göteborger Moschee auf Hisingen gefeiert wurde, eines der beiden wichtigsten Feste im islamischen Kalender, kamen so viele Gläubige aus Göteborg und dem Västra Götaland zu den Gebeten, dass die Gebete in mehreren Etappen gehalten werden mussten damit auch alle Wartenden daran teilnehmen konnten, ein Zeichen dafür, wie wichtig dieses Fest im Islam ist, das man am ehesten mit Weihnachten und Neujahr gleichzeitig vergleichen kann.

Anlässlich von Eid al-adha werden alle Probleme zwischen islamischen Gruppen vergessen und man konnte vor der Moschee eine Gemeinsamkeit finden, die anschließend für ein Jahr lang teilweise wieder vergessen wird. Das Familienfest, an dem Kinder mit Geschenken und Süßigkeiten überhäuft werden, ist der einzige Tag des Jahres an dem die Herkunft eines Gläubigen und die Glaubensrichtung keine Rolle spielen und der Besuch in der Moschee für jeden Moslem im Zentrum des Ereignisses steht.

Allerdings zeigt Eid al-hadar auch wie weit Religionen gesellschaftliche Gruppen und Kulturen trennen können, denn es gibt auch keinen Tag am dem man in Göteborg so viele voll verschleierte Frauen in schwarzem Burka sieht und so viele junge Frauen, die kaum ihr Gesicht zeigen, in keinem Fall jedoch die Haare, obwohl nirgends im Koran steht, dass dies ein religiöses Zeichen ist. Für viele Bewohner der Stadt ist dies das Zeichen einer missglückten Integration und schafft eine Angst vor einem parallelen islamischen Staat in Schweden, und leider geht keine der beiden Gruppen offen aufeinander zu um Unterschiede zu erklären und Gemeinsamkeiten hervorzuheben.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. August 2014

Ein zusätzlicher Campus für die Universität Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg den Plan die Umgebung um den Näckrosdammen in einen Campus zu verwandeln in mehreren Punkten bereits den Wünschen der Universität angepasst hat und die Ausweitung der Universität mit Neubauten entschieden ist, sollen nun noch die Anwohner, aber auch die anderen Bewohner Göteborgs, ihre Meinung zum Projekt äußern können, selbst wenn das Treffen im Herbst mehr eine Formsache ist als ein Aufruf zur Mitbestimmung.

Da selbst der Neubau einer Bibliothek am Näckrosdammen, der zur 300-Jahrfeier Göteborgs entstand und selbst eine Freilichtbühne erhielt, eine entschiedene Sache ist und nur noch ihre Größe einen gewissen Freiraum lässt, ist offen welchen konkreten Zweck die Einladung hat. Zur Diskussion steht nur noch das alte Hovrätten (Landesgericht), da dieses Gebäude als historisch wertvoll eingestuft ist , aber nach Meinung der Universität abgerissen werden soll, damit an dieser Stelle eine imposante Bibliothek entstehen kann die bereits auf die Zukunft ausgerichtet sein soll.

Die Frage bei der etwas vagen Einladung ist daher welche Rolle die Meinung der Bürger hinsichtlich der Zukunft dieses Gebäudes spielen soll und wovon die Bürger überzeugt werden sollen, denn so nebenbei hat die Stadtverwaltung einen Köder vorgelegt und verspricht die Erhaltung eines Großteils der Grünanlage an der man sich nach wie vor erholen kann. Zusätzlich sollen dort Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen geplant sein, auch wenn diese Punkte bisher nur sehr vage sind. Der Baubeginn ist jedenfalls bereits auf das kommende Jahr festgelegt. Das Projekt soll zur 400-Jahrfeier Göteborgs abgeschlossen sein.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 13. Februar 2014

Sport nicht gefragt bei Göteborger Politikern

Als Göteborg im Jahre 2003 die alten Kasernen in Kviberg umbaute, so sollte dort das größte schwedische Sportzentrum entstehen und das vorhandene Sportmuseum eine internationale Attraktion werden, zumindest nach den Aussagen des Stadtrates. Obwohl das Gebiet sehr abseits liegt und kaum als attraktiv bezeichnet werden kann, nahmen damals auch zahlreiche Sportklubs der Stadt das Angebot an, ein Irrtum, wie viele nun bekennen.

Wegen der extrem hohen Mieten, die die Stadt von ihren Mietern fordern, beginnt sich das Sportzentrum Kviberg mehr und mehr zu leeren. Schon heute kann man kaum noch von einem schwedischen Zentrum des Sports reden und die Sportverbände fühlen sich von der Stadt Göteborg im Stich gelassen, aber kleine Sportklubs können auf die Dauer die aktuellen Belastungen nicht tragen. Selbst das Sportmuseum  erwägt bereits einen Umzug, da die hohen Mieten nur zu Verlusten führen können.

Bevor Kviberg leer steht, will der Stadtrat nun nach einer Lösung suchen, auch wenn geringere Mieten nicht unbedingt auf dem Plan stehen. Im ersten Schritt sollen nun zum Sport auch kulturelle Aktivitäten kommen, aber auch dies könnte vergebene Mühe sein, denn bei schlechten Verkehrsverbindungen und einer ungünstigen geographischen Lage kann auch Kultur in Kviberg nur überleben wenn entweder die Mieten gesenkt werden oder aber die Subventionen erhöht werden, was beim Sparkurs der Stadt jedoch kaum zu erwarten ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Januar 2014

200 Jahre Frieden mit eingeschränktem Fest

Wenn die Bohus fästning (Festung Bohus) in Kungälv im kommenden Juni 200 Jahre Frieden im Norden ankündigt, so wird dieses bedeutende Ereignis ohne das schwedische und dänische Königshaus vor sich gehen, denn beide Königshäuser haben bereits definitiv abgesagt, da man dort vermutlich bereits einen Strich unter die nordische Geschichte gemacht hat. Ob sich das norwegische Königshaus und die Präsidenten Finnlands und Islands einfinden werden, ist noch ungewiss, aber nach den ersten beiden Absagen sehr unwahrscheinlich.


Kungälv gibt sich dennoch gelassen und spricht bereits von einigen Festtagen, die unvergesslich bleiben werden, denn zum Höhepunkt der Festlichkeiten am 7. Juni werden die Göteborger Symphoniker ein Konzert geben und in der Kirche der Kleinstadt wird der Bischof der Diözese einen Friedensgottesdienst halten und damit die fünftägigen Feierlichkeiten abschließen.

Immerhin wird es zwischen dem 3. und dem 7. Juni täglich musikalische und kulturelle Ereignisse geben, werden Seminare zur Geschichte Schwedens und Norwegens angeboten und der Nationalfeiertag wird eines der größten Feste der letzten Jahre sein, auch wenn das Staatsfernsehen SVT diese Feierlichkeiten nun doch nicht übertragen wird, da man dort die Fußballweltmeisterschaft als vorrangig bewertet. Kungälv, direkt vor den Toren Göteborgs, muss sich trotz des bedeutenden Jahrestages auch diesen Sommer mit einer kulturellen Nebenrolle zufrieden geben.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Januar 2014

Göteborg verliert seine Seele

Göteborg hat noch einige Gebiete, die an das „alte Göteborg“ erinnern und von Reisejournalisten aus der ganzen Welt als die Gebiete mit Seele beschrieben werden, weil hier die Kreativität am stärksten ist, auch Normalverdiener noch eine Wohnung haben und man in jedem Café sofort Kontakt bekommt, ein Stadtteil, dem bisher der Sprung in die Zukunft erspart blieb, wo Künstler, Handwerker und Striptease nebeneinander existieren können ohne sich in irgendeiner Weise zu stören.


Eine dieser Oasen sind noch große Teile der vier Långgatorna, vier Parallelstraßen, entlang denen sich die Bewohner eher wie eine große Familie fühlen und in der Lage sind auch jährlich ein großes Straßenfest zu organisieren in denen auch Fremde die einladenden Hinterhöfe sehen und ein Gespräch über die Vergangenheit Göteborgs führen können. Wie aber in den 60er Jahren Haga, so hat der Stadtrat nun auch die Långgatorna gefunden und festgestellt, dass ein Stück Vergangenheit der Zukunft weichen muss.

Die ersten Häuser wurden bereits von den städtischen Unternehmen gekauft und das Bauamt der Stadt hat begonnen einen neuen Bebauungsplan für die vier Straßen zu entwickeln. Sehr viele der Häuser werden sehr bald neuen Bauten Platz machen, die es erlauben nicht nur mehr Personen auf der gleichen Fläche unterzubringen, sondern auch die Preise dem aktuellen Neubauniveau anzupassen. Jene, die heute an den vier Straßenzügen wohnen, werden bald an den Stadtrand gedrängt, damit die Zukunft auch hier einziehen kann. Reisejournalisten und Filmer werden dann jedoch kaum noch in die Gegend kommen, da die Seele verschwunden sein wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Dezember 2013

Graffiti zieht in Göteborg ein

Göteborg hatte bisher eine stark abwehrende Haltung zu Graffiti jeder Art im öffentlichen Raum und erlaubte es den Künstlern ausschließlich abseits jeder touristischen Attraktion, nämlich bei Röda Sten, Graffiti im öffentlichen Raum „auszustellen“, was bei der großen Anzahl der Graffiti-Künstler in Göteborg dazu führte, dass ein Kunstwerk sehr schnell wieder überspritzt war und andere Künstler den Bestimmungen der Stadt einfach trotzten.


Nachdem nun auch Göteborg entdeckt hat, dass Städte wie Berlin, London und New York durch ihre Graffiti tausende von Touristen anziehen, die dann wiederum ihre Fotos in den sozialen Medien verbreiten, beginnen auch einige Politiker der Stadt umzudenken und wollen in Zukunft dieser Kunstart offener gegenüberstehen, wenn auch mit einer Lösung, die wenig mit den Lösungen anderer Städte zu tun hat und in der westschwedischen Stadt als Versuch gewertet wird.

Ab der kommenden touristischen Saison könnte es daher möglich sein, dass gewisse von der Stadt ausgesuchten Wände durch Graffiti in Kunstwerke verwandelt werden dürfen. Allerdings will die Stadt auch die Namen der Künstler und daher mit einem Genehmigungsverfahren arbeiten. Auch wenn sich vielleicht der eine oder andere zweitrangige Künstler an die Wände machen wird, so zeigt diese Entscheidung, dass die Politiker der Stadt nie in die Seele eines Graffiti-Künstlers sahen, denn noch bestehen zwischen den beiden Gruppen Welten, die nicht mit einigen wenigen offiziellen Wänden abzubauen sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Dezember 2013

Fünf Architekten wollen Heden in Göteborg verändern

Seit hundert Jahren wollte man in Göteborg nicht mehr so viel verändern wie nun und, wenn möglich, noch vor der 400-Jahrfesfeier der Stadt im Jahr 2021. Nur wenige der Projekte sind wirklich durchdacht und ausgereift, aber die Zeit drängt wenn man in nur acht Jahren eine Weltstadt schaffen will, die vielleicht etwas weniger schwedisch, dafür aber herausragend ist, modern und zukunftsweisend.

Bild: Adept APS

Nun hat die Stadt auch fünf Projekte zur Neugestaltung von Heden ausgewählt, für eine Gegend, die in der Tat modernisiert werden muss und mit seinen Sportfeldern, dem offenen Trödelmarkt im Sommer, dem Exerzierhaus und den Parkplätzen nicht unbedingt in einem der Zentren der Stadt erwartet wird. Die Ausschreibung  war allerdings ungenau genug um sehr unterschiedliche Vorschläge zu erhalten, denn Sport, Kultur und öffentlichen Raum für eine Eventstadt zu vereinen lässt sich sehr weit auslegen. Entsprechend unterschiedlich sind die ausgewählten Vorschläge.

Kaum erstaunen wird, dass die eingereichten Vorschläge von internationalen Architekturbüros kommen unter denen eines sogar eine Abteilung in Göteborg unterhält. Sehr einfallsreich ist bereits der Vorschlag der dänischen Architekten von Adept APS, denn neben einem offenen Gebiet findet man neben der Pariser Pyramide noch einige andere Zeichen, die in anderen Städten Erfolg hatten. Auch einige der anderen Vorschläge haben futuristische Zeichen einer international Großstadt, unter anderem mit Wolkenkratzern, die bei einer Luftaufnahme den Kontrast eines alten und neuen Göteborg zeigen. Anschließend müssen nur noch die Gebäude aus dem 20. Jahrhundert abgerissen werden. Sicher bei allen fünf Vorschlägen ist allerdings, dass man Heden nicht wiedererkennen wird, egal was die Stadtplaner auswählen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. November 2013

Das Folkteatern in Göteborg muss sparen

Während man in Göteborg immer Geld für die Entwicklung einer modernen Stadt, Verkehrstunnel, Infrastruktur und auch eine teure und aufsehenerregende 400-Jahresfeier vorbereitet, wird bei Schulen, Krankenversorgung und Kultur immer mehr gespart. Eines der jüngsten Opfer ist nun das Folkteatern (Volkstheater) der Stadt, das für die kommenden Spielperioden weniger Geld als bisher erhält und daher erheblich sparen muss.


Gegenwärtig diskutieren die Besitzer der kulturellen Einrichtung und die Gewerkschaft über die Zukunft des Theaters und wie man den Schaden so gering als möglich gestalten kann. Dennoch zeichnet sich bereits ab, dass Personal, das pensioniert wird, nicht mehr ersetzt werden kann, aber auch ein Teil des aktuellen Personals gekündigt werden muss. So mancher Schauspieler oder Bühnenarbeiter wird in Zukunft statt einem Dauervertrag nur noch saisonal beschäftigt, was mit bedeutenden finanziellen Einbussen verbunden ist.

Das Göteborger Folkteatern hat sich international einen Ruf für seine anspruchsvollen und kritischen Vorführungen gemacht, wobei sich die künstlerische Leitung auch dafür einsetzte so viele Stücke wie möglich selbst zu produzieren. Bei den geplanten Einsparungen wird so manches neue Stück auf der Strecke bleiben und kann nur von Gastspielen ersetzt werden, die bisher ein willkommener Zusatz waren. Die Frage ist vor allem, ob mit weniger Geld die extrem hohe Qualität des Theaters, das gegenwärtig mit einem Stab an festen Schauspielern arbeitete, gehalten werden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Sonntag, 26. Mai 2013

Kunst und Kultur in Göteborg

Wenn am heutigen Sonntag erneut der Tag der Kunst- und Kulturschulen in Göteborg gefeiert wird, werden auf den drei Bühnen des Vergnügungsparks Liseberg und im Weltkulturmuseum insgesamt 3500 Schüler und etwa 150 Musiklehrer auftreten um ihr Publikum zu unterhalten. Die Mehrheit der bisher unbekannten Künstler werden in der Altersgruppe zwischen sechs und 19 Jahren zu finden sein.

Während sich früher nur die Musikschulen Göteborgs an diesem Tag beteiligten, sind es dieses Jahre nahezu alle Schulen, die im Kulturbereich arbeiten, was das Spektrum bedeutend erweiterte, denn dieses Jahr wird neben Musik auch Tanz, Theater und jede Art von Bildkunst vorgeführt, was für fast alle Beteiligten eine erste Chance ist sich der Öffentlichkeit zu stellen.

In Göteborg findet man gegenwärtig in den verschiedensten Stadtteilen neun Kulturschulen unterschiedlicher Größe und mit einem unterschiedlich gefächerten Programm, die alle aufgefordert waren sich am Kunst- und Kulturtag zu beteiligen. Vor allem in Liseberg führt dieses Ereignis auf drei Bühnen gleichzeitig zu einem Marathon der Kultur, denn nach der Eröffnung dieses Ereignisses um elf Uhr auf der Großen Bühne des Vergnügungsparks, werden sich die zukünftigen Künstler anschließend bis 19 Uhr 45 permanent ablösen.

Herbert Kårlin

Göteborger Flugschau 2013

Sonntag, 24. März 2013

Klein-Broadway in Göteborg

Seit dem 21. März 2013 hat Göteborg für alle Kulturinteressenten eine neue Attraktion zu bieten, einen Straßenzug, der sich unter der gemeinsamen Bezeichnung Teaterstråket i Göteborg vermarkten wird und, ähnlich dem Broadway, auf das Theaterprogramm entlang dieser Strecke aufmerksam machen will. Und in der Tat findet man entlang dieser Strecke nicht weniger als zehn verschiedene Theater.

Der Göteborger Broadway erstreckt sich von der Hagakyrkan bis zum Chapman Torg und zieht sich entlang der Straßenbahnlinien 3 und 9. In den zehn angeschlossenen Theatern, deren Programm vom Kindertheater bis zum Klassischen Theater reicht, werden pro Jahr etwa 1000 Vorstellungen geboten. Sie spiegeln damit einen Teil des kulturellen Lebens Göteborg, das immer noch abseits der farbigen Broschüren der touristischen Organisationen liegt.

Die einzelnen Stationen, die mit besonderen Schildern an den betroffenen Halteplätzen der Straßenbahnlinien  gekennzeichnet sein werden, beginnen an der Hagakyrkan mit dem Teater Jaguar und dem Stora Teatern, setzt am Järntorget mit dem Folkteatern, dem Hagateatern und dem Teater UNO fort, gelangt zum Masthuggstorget mit dem Matthusteatern und dem Teater Trixter, kommt zum Stigbergstorget mit Göteborgs Dramatiska Teatern und endet am Chapman Torg mit dem Teater Sesam und GEST.

Herbert Kårlin

Samstag, 26. Januar 2013

Jugendliche arbeiten kostenlos in Göteborg

Göteborg setzt immer mehr auf kulturellen und sportlichen Tourismus, was zur Folge hat, dass für immer mehr Veranstaltungen kostenlose Hilfen gesucht werden, denen man wage verspricht, dass ihnen dies den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen wird. Egal, ob es sich um das Kulturfest, eine Europameisterschaft, eine Musikveranstaltungen oder das Filmfestival handelt, keines dieser Ereignisse wäre heute ohne die kostenlose Hilfe Jugendlicher möglich.

Auch wenn nach den Bedingungen der Stadt kostenlos arbeitende Jugendliche niemandem einen Arbeitsplatz wegnehmen dürfen und im Prinzip keine Leistung bringen sollen, die eine Entlohnung fordert, so gibt es keine klare Regel wann eine Arbeit mehr als Vergnügen aufgefasst werden kann und wann es sich um eine Arbeit handelt, deren Leistung entlohnt werden muss, zumal hier auch die Grenze schwer zu setzen ist.

Einige kostenlose Arbeitskräfte haben noch den Vorteil dass sie, zum Beispiel, kostenlose Filme beim Filmfestival sehen können, andere sind nur zur Kundenberatung, der Hilfe hinter der Bühne oder Arbeiten in den Logen abgestellt und können dabei bis zu zehn Tagen eine Erfahrung in einem Bereich sammeln in dem es ohnehin keine Arbeitsstellen gibt, da  diese von Jahr zu Jahr von freiwilligen Hilfen geleistet werden.

Herbert Kårlin

Samstag, 29. Dezember 2012

Weniger Theater für Jugendliche in Göteborg

Auch wenn Göteborg landesweit noch eine privilegierte Position unter den schwedischen Gemeinden einnimmt, in denen Schulen ihre Schülern mindestens einmal im Jahr zu einen Besuch im Theater, im Kino oder einer anderen kulturellen Veranstaltung animiert, so sehen die tatsächlichen Zahlen geradezu ernüchtern aus, da die Kulturabteilung Göteborgs diese Besuche als Nebensache betrachtet.

Da Göteborg ab 2011 keinerlei Anweisungen mehr gibt, dass Gymnasialschüler einmal im Jahr eine Bühne besuchen sollen und einmal einen Kinobesuch zu planen haben, ist die Anzahl der Theaterbesuche von 6500 im Jahre 2011 auf 3500 im Jahre 2012 gefallen, was bedeutet, dass die Mehrheit der Schüler der verschiedensten Schulklassen kein Theater oder Kino mehr von innen sehen. Die Ursache liegt natürlich daran, dass Göteborg diese Besuche nicht mehr subventionieren will, da man hier Geld sparen kann, das in Gehälter und die Infrastruktur gesteckt werden kann.

Bis zum Jahre 2010 hing die Höhe der Subventionen von den einzelnen Stadtteilen ab, so dass ein Theaterbesuch im Schnitt 50 Kronen kostete, aber auch umsonst sein konnte oder 100 Kronen erreichte. Auch bei dieser Methode waren die Kinder in ärmeren Stadtteilen mit einer hohen Einwanderungsquote im Nachteil, aber der Begriff Kultur war zumindest eine Thema für jene, die später zu Theaterbesuchern werden sollen. Sollte die Kulturverwaltung Göteborgs sich nicht bald wieder zu einer Kulturförderung bei Schülern entscheiden, so werden 2013 noch weniger Schüler erfahren was Kultur im Grunde bedeutet und irgendwann stehen die Theater leer.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. November 2012

Gustaf II. Adolf in Göteborg wird restauriert


Nachdem voriges Jahr bereits Poseidon am Götaplatsen restauriert wurde um zur 400-Jahresfeier der Stadt sein nahezu ursprüngliches Gesicht zeigen zu können, sind die Restauratoren nun bei Gustaf II. Adolf am gleichnamigen Platz angelangt. Bis Ende Dezember wollen sie analysieren welche Arbeiten im kommenden Jahr dringend nötig werden, damit die am häufigsten fotografierte Statue der Stadt wieder im alten Glanz erstrahlen kann.

Der Marmorsockel aus Carrara zeigt bereits deutliche Verschleißerscheinungen und zeigt kaum noch den Glanz der alten Tage, zumal diese Art von Marmor wenig für das schwedische Klima geeignet ist und Eisschäden sehr deutliche Spuren hinterlassen haben. Nun müssen die Restauratoren eine Möglichkeit finden, sämtliche Schäden am optimalsten zu reparieren um dem Marmor wieder seinen ursprünglichen Glanz verleihen zu können.

Aber auch die äußere Bronzeschicht des Stadtgründers Gustav Adolf selbst wurde durch den Einfluss von Möwenkot, Wind und Wetter stark beschädigt. Hier müssen die Restauratoren jedoch erst einmal feststellen ob der König auf einem Stahlgerüst steht oder nur die Bronze seine massive Figur in Form hält. Sicher ist jedoch, dass Gustaf II. Adolf innerhalb eines Jahres wieder sein früheres Aussehen erhalten wird. Falls das Geld der Stadt reicht, so werden in den folgenden Jahren noch zwei weitere Monumentalstatuen Göteborgs restauriert, nämlich der Kopparmärran am Kungsportsplatsen und die Johanna am Brunnsparken.

Herbert Kårlin

Sonntag, 25. November 2012

HBTQ-Festival in Göteborg wird zu West Pride

Als im Jahre 2007 das HBT-Festival in Göteborg gegründet wurde, das sich dann in das HBTQ-Festival verwandelte, dachte man in erster Linie an ein schwedisches Publikum und wollte auch nicht den Namen Pride Festival verwenden, der bereits in Stockholm ein Begriff geworden war. Das Regenbogen-Festival in Göteborg hat sich jedoch weitaus schneller entwickelt als gedacht und spricht mittlerweile, als zweitgrößtes schwedisches „Pride-Festival“, auch ein internationales Publikum an.

Nachdem im Jahr 2012 während des fünftägigen HBTQ-Festivals 108.000 Besucher gezählt wurden und 370 Programmpunkte angeboten werden konnten, will sich das Göteborger Festival nun der Welt öffnen, was auch erfordert einen Namen dafür zu finden, der weltweit zu einem Begriff werden kann. Während der Jahresversammlung des veranstaltenden Vereins hat man sich daher entschlossen ab 2013 den Begriff West Pride zu verwenden, auch wenn diese Lösung erneut für Schweden mehr bedeutet als für das internationale Publikum, da der Begriff Pride zwar international verstanden wird, jedoch kaum jemand ausserhalb Schwedens bei West an die schwedische Westcoast denkt.

Auch wenn der Name West Pride vor allem für das jährliche Festival verwendet werden soll, so bietet der Verein mittlerweile das ganze Jahr über Veranstaltungen unterschiedlicher Art an und hat sich in das allgemeine Kulturprogramm Göteborgs und des Västra Götalands integriert und dort einen wichtigen Platz eingenommen. Das erste Festival unter der Bezeichnung West Pride wird vom 20. Mai bis zum 2. Juni 2013 stattfinden und am letzten Tag mit der traditionellen Regenbogenparade entlang der Avenyn enden.

Herbert Kårlin

Montag, 8. Oktober 2012

Die Kulturnacht 2012 in Göteborg

Am 12. Oktober findet in Göteborg zum 22. Mal die Kulturnacht statt, die dieses Jahr um 19 Uhr am Lagerhuset eröffnet wird. Dieses Jahr laden 130 verschiedene lokale Veranstalter zu über 200 Programmpunkten ein. Auch wenn in dieser Nacht Kultur umsonst sein soll, so sollten sich die Besucher der unterschiedlichsten Veranstaltungen rechtzeitig erkundigen, ob die gewünschte Veranstaltung auch tatsächlich kostenlos ist, denn einige der Veranstalter fordern für die Teilnahme auch die sogenannte Kulturnattakort, die für 150 Kronen vor Ort erworben werden kann.

Kulturnacht oder Kulturnatta bedeutet eine Nacht lang jede denkbare Art an Kunst und Kultur geboten zu bekommen, die nicht unter einer gewissen künstlerischen Leitung arrangiert wird, sondern von unabhängigen Gruppen und Organisationen an den verschiedenen Plätzen der Stadt angeboten werden. Entsprechend unterschiedlich ist das Programm, das von Straßenmusik vor dem Lagerhaus über Breakdance im Stadtmuseum oder einer Performance unter der Älvsborgsbron reicht.

Auch wer die letzten Kulturnächte in Göteborg auf den Straßen war, wird von den Veranstaltungen nicht enttäuscht, denn, wie jedes Jahr, haben sich auch neue Bewegungen der Kulturnacht angeschlossen. So ist dieses Mal auch das Designkollektiv „Friends of Form“ erstmals unter der Liste der Teilnehmer zu finden, ebenso wie einige Straßenmusiker, die bisher unentdeckt geblieben waren. Besonders umfangreich ist dieses Jahr auch das Angebot an Livemusik und an Filmvorführungen.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. August 2012

Etwa 30 Roma sollen in Göteborg zu Unternehmern werden

Nachdem Göteborg eines der Pilotprojekte sein soll, an dem man erfahren will auf welche Weise man Roma in die schwedische Gesellschaft integrieren kann und wie man ihnen die Chance bieten kann aktiv an der Entwicklung der Gesellschaft teilzuhaben, beginnt in den kommenden Tagen ein Projekt, das sich Newo Drom (Neuer Weg) nennt und vorerst etwa 30 Roma den Weg zu einer eigenen Firma zeigen soll.

Die Ausbildung, mit der der Studienverband Sensus beauftragt wurde, soll in drei aufeinander folgenden Gruppen mit je zehn bis zwölf Teilnehmern erfolgen und sich über zwölf Wochen erstrecken, wobei die Vormittage für einen traditionellen Unterricht in Marketing, Steuerrecht, Arbeitsrecht und andere Themen für Unternehmer gedacht sind und die Teilnehmer am Nachmittag an der Vorbereitung der eigenen Unternehmen arbeiten sollen.

Während der gesamten Ausbildung sollen vier „Kulturübersetzer“ anwesend sein, die als Roma anerkannt sind und die Teilnehmer stützen und motivieren können. Das Projekt Newo Drom hat 3,3 Millionen Kronen zur Verfügung, die sich der Europäische Sozialfond (ESF) und die Stadt Göteborg teilen. Als Lehrer dienen unter anderem Unternehmer der Stadt, aber auch die verschiedenen Ämter, zum Beispiel das Finanzamt. Nach der Projektleiterin Susanne Lotzke geht es bei der Ausbildung in erster Linie nicht darum Unternehmer unter den Roma zu schaffen, sondern Relationen und Vertrauen aufzubauen. Gegenwärtig leben in Göteborg schätzungsweise zwischen 5000 und 10.000 Roma.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. Mai 2012

400 Jahre Göteborg, der Jubiläumsplan

 
Als Göteborg 300 Jahre alt wurde, setzte die Stadt auf Kultur, deren Zeichen noch heute am Götaplatsen deutlich zu sehen sind und der immer noch als kultureller Magnet gilt. Wenn Göteborg im Jahre 2021 die nächste Schwelle nimmt und 400 Jahre alt wird, sollen erneut Zeichen gesetzt werden, die Göteborg deutlich auf die Weltkarte setzen und den Bewohnern eines neues Stadtbild bietet.

Bevor man sich an die Planung dieses Mammutprojektes machte, wollte man wissen, wovon eigentlich die Göteborger träumen. Jeder Bürger war daher aufgerufen seine Ideen und Wünsche zu präsentieren. Das Ergebnis findet man nun in einem 400 Seiten umfassenden Buch, wo man sich über alle 1680 eingegangen Ideen seine eigenen Gedanken machen kann. Auch wenn so manche Idee nur ein persönlicher Wunsch war, so findet man hier auch zahlreiche Ansätze, die die heutigen Schwachpunkte der Stadt zeigen und deshalb eine wichtige Anregung zur 400-Jahresfeier sind.

Die Projektgruppen, die bereits ein Stück weiter denken und intensiv an den Vorbereitungen arbeiten, wollen Göteborg zu sieben Städten machen, die alle in einer einzigen Platz haben, denn das 400 Jahre alte Göteborg soll eine grüne Stadt werden, eine Kulturstadt, eine Stadt der Wissenschaft, eine moderne Stadt, eine Stadt der Erlebnisse, eine wachsende Stadt und eine offene Stadt in der sich alle Bewohner wohl fühlen, egal welcher Hautfarbe, welcher Religion und welcher Herkunft.

Herbert Kårlin
 

Samstag, 26. Mai 2012

Der Hammarkullekarnevalen in Göteborg


Am heutigen Samstag findet der 37. farbenprächtige Karnevalsumzug im Göteborger Stadtteil Hammarkullen statt, einem multikulturellen Stadtteil, der trotz seiner nur rund 8000 Einwohnern jedes Jahr den größten skandinavischen Karneval auf die Beine stellt, der im letzten Jahr etwa 70.000 Zuschauer in den Vorort lockte. Auch wenn der Umzug des Hammakullekarnevalen mit seinem internationalen Einschlag als der Höhepunkt betrachtet wird, so hat sich die Veranstaltung zu weitaus mehr entwickelt.

Der Karneval mit Diskussionen, internationalem Essen, Tanz und Animation für Kinder konnte sich gerade wegen seiner kulturellen Vielfalt zu dem entwickeln, was er heute darstellt, denn fast 3000 der Bewohner des Stadtteils sind Einwanderer, die es schafften sich in rund 50 verschiedenen Vereinen zu engagieren und damit eines der bedeutendsten Ereignisse der Stadt zu schaffen, das sich weniger an Touristen richtet, sondern vor allem an die Bewohner des Västra Götaland.

Der Nachteil dieser Struktur ist natürlich, dass die Tanzgruppen ihre Kleidung und ihren Schmuck selbst finanzieren müssen und die Organisation in den Händen von einigen Wenigen liegt. Dies ist auch einer der Gründe, warum sich Tony Parath, der Karnevalchef, Gedanken über diesen Göteborger Karneval macht, denn das Publikum sucht jedes Jahr eine Steigerung und Neuerungen, was jedoch die finanzielle Situation nicht zulässt. Wer allerdings den heutigen Karnevalsumzug verpasst, kann einen etwas reduzierten Umzug noch während des Göteborger Kulturfestes entlang der Avenyn bewundern.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Mai 2012

Göteborgs Kulturfestival 2012


Nachdem Europa dieses Jahr als das "Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" ausgerufen hat, wurde das diesjährige Programm des Göteborger Kulturfestivals 2012 (Göteborgs Kulturkalas), der vom 14. bis zum 19. August stattfinden wird, auch in einem Göteborger Altersheim vorgestellt, bei dem die Bewohner des Heimes nicht nur über Aktivitäten informiert wurden an denen auch sie teilnehmen können, sondern sie wurden auch mit der Band «Swing Brothers» unterhalten und zum Tanz gebeten.

Die Kernpunkte des Kulturfestes wie der internationale Mark am Gustav Adolf Torg, das Kinderfest in der Trädgårdsföreningen, die Einbindung von Liseberg in das Kulturfestival und andere Erfolgsrezepte sind natürlich auch dieses Jahr erhalten geblieben, auch wenn der eine oder andere Punkt in verbesserter Form geboten wird. So wird fünf Abende lang jeweils ein Konzert in Liseberg kostenlos geboten und nicht nur der Eintritt in alle Museen ist gratis, sondern man wird sich im Röhsska Designmuseum auch mit den Kulturen von Minoritäten auseinandersetzen können.

Erstmals dieses Jahr wird Jugendlichen ein eigener Aktionpark geboten, älteren Bewohnern der Stadt bietet das Valhallabad einen Tag mit zahlreichen Aktivitäten, im Bio Roy wird man, in Zusammenarbeit mit dem Göteborger Filmfestival, kostenlos kommende Filme betrachten können, Göteborger Restaurants werden ihre Gerichte in Tapasform anbieten und am Kanaltorget wird eine mobile Galerie der Gegenwartskunst in einem aufblasbaren Raum geboten. Das gesamte Programm wird ab Mittsommer auch auf Internet zu finden sein.
Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Polizei fordert von Göteborg Bezahlung der Einsätze

Als die Polizei dem Subunternehmen der Stadt Treffpunkt AB eine Rechnung über 100.000 Kronen für die Bewachung des Kulturfestivals 2010, ein Viertel der tatsächlichen Kosten, schickte, ging die Stadt vor Gericht, verlor in erster Instanz und gewann in zweiter Instanz, da das Kammergericht erklärte, dass es sich beim Kulturkalaset um eine nicht gewinnträchtige Veranstaltung handelt.

Nun hat die Göteborger Polizei einen Antrag beim Verwaltungsgerichtshof gestellt diese letzte Entscheidung zu überprüfen, zumal nun zwei Kammergerichte bei ähnlichen Veranstaltungen in unterschiedlichen Orten unterschiedlich entschieden haben, es aber nötig ist einem klaren Grundsatz zu folgen, der für ganz Schweden identisch ist. Einer der Streitpunkte ist vor allem die Firmenform des Göteborger Unternehmens, das als Aktiengesellschaft eingetragen ist, auch wenn die Gesamteinlage aus der städtischen Kasse, bzw. dem Subunternehmen Göteborg & Co. stammt.

Der Verwaltungsgerichtshof soll nun auch feststellen was der Begriff „Gewinn“ bei kulturellen Veranstaltungen bedeutet, da dies bisher ebenfalls nicht juristisch geklärt ist. Sollte der Verwaltungsgerichtshof den Fall aufnehmen, was wegen der unterschiedlichen Entscheidungen der Kammergerichte wahrscheinlich ist, so riskiert Göteborg in Zukunft für jedes Kulturfestival eine Rechnung zwischen 500.000 und einer Million Kronen für die polizeiliche Bewachung zu erhalten und bezahlen zu müssen.

Herbert Kårlin