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Mittwoch, 20. August 2014

Vegetarisches Essen im Folkteatern in Göteborg

Zum Saisonbeginn im September bietet das Volkstheater (Folkteatern) in Göteborg nicht nur ein neues Programm, sondern im Foyer auch eine neues Restaurant, die Folkbaren. Der Unterschied zum vergangenen Jahren wird so manchen Besucher überraschen, denn Emma Kolback, Köchin und Verantwortliche der Folkbaren, wird ausschließlich vegetarisches Essen anbieten und damit den gleichen Weg gehen wie das Musikfestival Way Out West, das wegen diesem Schritt mehrmals in die Kritik geriet.

Emma Kolback wird ab September eine aus ganz Europa inspirierte Küche anbieten, wobei die kleineren und mittleren Gerichte des Restaurants selbstverständlich auch mit ökologischen Produkten zubereitet werden, die teilweise so nahe wie möglich bei Göteborg angebaut wurden. Auch die Getränke jeder Art, von Bier und Wein bis zu den stärkeren Alkoholen, werden ein ökologisches Label tragen und damit den Richtlinien der Stadt Göteborg entgegenkommen.

Die Volksbar (Folkbaren) wird seine Aktivität vollkommen auf den Abend verlegen und täglich um 17 Uhr öffnen um dann bis spät in die Nacht den Gästen ein anspruchsvolles Essen zu bieten, auch an Tagen an denen das Folkteatern keine Vorstellungen hat und auch während der Vorstellungen. Ob die Ausrichtung auf rein vegetarische Kost von den Besuchern des Theaters positiv aufgenommen wird, wird sich bereits in den ersten Tagen zeigen, aber traditionelles Essen aus Göteborg wird es im Volkstheatern im kommenden Jahr jedenfalls nicht geben.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. November 2013

Das Folkteatern in Göteborg muss sparen

Während man in Göteborg immer Geld für die Entwicklung einer modernen Stadt, Verkehrstunnel, Infrastruktur und auch eine teure und aufsehenerregende 400-Jahresfeier vorbereitet, wird bei Schulen, Krankenversorgung und Kultur immer mehr gespart. Eines der jüngsten Opfer ist nun das Folkteatern (Volkstheater) der Stadt, das für die kommenden Spielperioden weniger Geld als bisher erhält und daher erheblich sparen muss.


Gegenwärtig diskutieren die Besitzer der kulturellen Einrichtung und die Gewerkschaft über die Zukunft des Theaters und wie man den Schaden so gering als möglich gestalten kann. Dennoch zeichnet sich bereits ab, dass Personal, das pensioniert wird, nicht mehr ersetzt werden kann, aber auch ein Teil des aktuellen Personals gekündigt werden muss. So mancher Schauspieler oder Bühnenarbeiter wird in Zukunft statt einem Dauervertrag nur noch saisonal beschäftigt, was mit bedeutenden finanziellen Einbussen verbunden ist.

Das Göteborger Folkteatern hat sich international einen Ruf für seine anspruchsvollen und kritischen Vorführungen gemacht, wobei sich die künstlerische Leitung auch dafür einsetzte so viele Stücke wie möglich selbst zu produzieren. Bei den geplanten Einsparungen wird so manches neue Stück auf der Strecke bleiben und kann nur von Gastspielen ersetzt werden, die bisher ein willkommener Zusatz waren. Die Frage ist vor allem, ob mit weniger Geld die extrem hohe Qualität des Theaters, das gegenwärtig mit einem Stab an festen Schauspielern arbeitete, gehalten werden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 21. November 2012

Happyland 1979 in der Göteborger Johanneskyrkan


Wie bereits im vorigen Jahr, so präsentieren auch dieses Jahr das Folkteatern und die Göteborger Stadtmission wieder ein weihnachtliches Theater, das nicht nur dem Publikum eine Stück präsentiert, das die menschliche Gesellschaft in Frage stellt, sondern dessen Einnahmen auch ausschließlich den Bedürftigen der Stadt zu Gute kommen, die insbesondere im Winter die Hilfe ihrer Mitmenschen benötigen, da in dieser Zeit nicht nur der Hunger, sondern auch die Kälte zu schaffen macht.

Zwischen dem 27. November und dem 20. Dezember präsentiert die gemischte Schauspielgruppe in der Göteborger Johanneskyrkan jeweils am Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag um 19 Uhr das Stück Happyland 1979, das während der Theatersaison 1979/80 im Folkteatern 100 Mal vor ausverkauften Räumen gespielt wurde und bereits damals die gleichen Fragen aufwarf wie heute, als ob die Zeit stehen geblieben wäre oder die Menschen blind durch die Welt gehen.

Happyland ist kein Weihnachtsmärchen, das man im Allgemeinen zu Weihnachten erwartet, was schon der Ort der Handlung aussagt, denn 1979 war die Handlung in einen Einkaufstempel gelegt und dieses Jahr in eine Kirche, die Obdachlose beherbergt. Und auch wenn bei Happyland Engel, Hirten und die Jungfrau Maria mit auf der Bühne stehen, so geht die Frage nicht um die Biblische Geschichte, sondern darum, wer sich eigentlich um das Jesuskind kümmern soll, um die Frage der Mitmenschlichkeit und die Frage ob es in unserer Welt noch einen Platz für die Liebe gibt.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Fragmente, ein Portrait Göteborgs

Karin de Frumerie in Fragmente von Lars Norén

Am 26. Oktober hat das Stück Fragmente von Lars Norén seine Uraufführung im Folkteatern Göteborg, eine Produktion, die von Europa unterstützt wurde und im kommenden Jahr auf eine Europatournee gehen wird. Fragmente wird, unter anderem, in Paris, Brüssel und Madrid zu sehen sein und den Besuchern einen künstlerischen Blick nach Göteborg bieten. In den kommenden Jahren werden dann auch die Städte, die von der schwedischen Truppe besucht werden, ihre Stadt im Folkteatern in Göteborg präsentieren.

Fragmente ist eine Zeitraffer-Aufnahme von Göteborg in der man Ausschnitte aus 30 verschiedenen Leben geboten bekommt, die zu einem Gesamtbild führen, auch wenn man letztendlich keiner der Personen ständig folgt, sondern nur Fragmente ihres Lebens geboten bekommt, die in 50 verschiedene Szenen verpackt wurden, in Teile, die man auch in Bussen, Zügen, Flugzeugen oder beim Spaziergang durch Göteborg erleben kann wenn man seiner Umgebung etwas neutrale Aufmerksamkeit schenkt.

Lars Norén hat mit Fragmente erstmals ein Stück konkret für das Göteborger Folkteatern geschrieben, das erste, dem vielleicht andere folgen werden. Die Regie des Stückes übernahm Sofia Jupither, die damit, nach Lars Noréns Skalv und Jon Fosses Vinter das dritte Mal ein Stück des Folkteatern in Szene setzt und mit dem neuen Stück erneut beweist, dass sie Theater lebendig machen kann und es schafft, dass sich jeder Besucher berührt fühlt, auch dann noch, wenn er nach der Vorstellung in die Dunkelheit der Stadt entschwindet.

Herbert Kårlin

Samstag, 25. Dezember 2010

Weihnachtsfest in der Stadtmission Göteborg

Wie jedes Jahr lädt die Stadtmission Göteborg alle Bedürftige Göteborgs während der drei Weihnachtstage zu einem Weihnachtsessen ein, das auch dieses Jahr in der Sankt Johanneskyrkan der Stadt serviert wird. In der Regel treffen sich an diesen drei Tagen jeweils etwa 500 Personen, die dort nicht nur essen, sondern auch gemeinsam Weihnachten feiern können.

Die Stadtmission lädt zum Weihnachtsessen nicht nur all jene ein, die selbst bei minus 15 Grad kein Dach über dem Kopf haben, sondern auch alle, die nach Drogen- oder Alkoholmissbrauch einsam sind und nur mit Hilfe von staatlicher Unterstützung überleben können. Auch zum Neuen Jahr plant die Stadtmission wieder eine Essensausgabe, die erneut von den Unternehmern der Stadt finanziert wird.

Zum 24. März plant die Stadtmission, in Zusammenarbeit mit dem Folkteatern Göteborg, in der Johanneskirche die Aufführung des Theaterstücks „Breaking the Rules“ nach dem gleichnamigen Preisfilm von Lars von Triers. Die beiden Schauspieler Göran Ragnerstam und Karin Lykke werden das Stück gemeinsam mit Amateurschauspielern aufführen, wobei sämtliche Einnahmen der Stadtmission zur Verfügung gestellt werden.

Herbert Kårlin