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Samstag, 31. Mai 2014

Alle Schüler können in Göteborg im Sommer arbeiten

Da Göteborg in allen Bereichen zeigen will wie fortschrittlich und aufstrebend die Stadt ist, garantiert man im Göteborger Stadtteil Hisingen seit sechs Jahren allen Schüler nach der neunten Klasse einen bezahlten Sommerjob, der ihnen später den Einstieg ins Berufsleben erleichtern soll und sie gleichzeitig von der Strasse entfernen soll. Die Methode Hisingens dürfte aber mehr als nur umstritten sein und wird dieses Jahr nun kurzfristig abgesagt.

Während die Idee dieser Praktika ist, dass die Stadt Göteborg selbst die verschiedenen Arbeitsmöglichkeiten anbietet, hatte Hisingen hier eine besondere Idee, die Jugendlichen nämlich in Wirtschaftsunternehmen wie Hotels oder Hamburgerketten zu schicken, wobei selbstverständlich die Stadt die Schüler dafür entlohnte und die Arbeitgeber damit ein gutes Geschäft machen konnten, Firmen, die während der Sommerzeit ohnehin oft Engpässe hatten und daher nach Personal suchten.

Probleme könnte Göteborg nun vor allem mit der Gewerkschaft der Hotelangestellten bekommen, denn zum einen wurde die Gewerkschaft von dieser Maßnahme gar nicht erst informiert und zum anderen bekommen die Schüler von der Stadt 57,50 Kronen die Stunde und nicht den tariflich vorgeschriebenen Mindestlohn von 74,60 Kronen, was bedeutet, dass vom Hotel Scandic direkt angestellte Schüler mehr verdienen als jene, die die Stadt schickt. Die Gewerkschaft kritisiert diese Idee Hisingens allerdings auch, weil damit der normale Arbeitsmarkt gestört wird, denn wer sollte im Sommer schon normal bezahltes Personal suchen wenn man dieses kostenlos über Steuergelder der Stadt erhalten kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 3. November 2013

Das Folkteatern in Göteborg muss sparen

Während man in Göteborg immer Geld für die Entwicklung einer modernen Stadt, Verkehrstunnel, Infrastruktur und auch eine teure und aufsehenerregende 400-Jahresfeier vorbereitet, wird bei Schulen, Krankenversorgung und Kultur immer mehr gespart. Eines der jüngsten Opfer ist nun das Folkteatern (Volkstheater) der Stadt, das für die kommenden Spielperioden weniger Geld als bisher erhält und daher erheblich sparen muss.


Gegenwärtig diskutieren die Besitzer der kulturellen Einrichtung und die Gewerkschaft über die Zukunft des Theaters und wie man den Schaden so gering als möglich gestalten kann. Dennoch zeichnet sich bereits ab, dass Personal, das pensioniert wird, nicht mehr ersetzt werden kann, aber auch ein Teil des aktuellen Personals gekündigt werden muss. So mancher Schauspieler oder Bühnenarbeiter wird in Zukunft statt einem Dauervertrag nur noch saisonal beschäftigt, was mit bedeutenden finanziellen Einbussen verbunden ist.

Das Göteborger Folkteatern hat sich international einen Ruf für seine anspruchsvollen und kritischen Vorführungen gemacht, wobei sich die künstlerische Leitung auch dafür einsetzte so viele Stücke wie möglich selbst zu produzieren. Bei den geplanten Einsparungen wird so manches neue Stück auf der Strecke bleiben und kann nur von Gastspielen ersetzt werden, die bisher ein willkommener Zusatz waren. Die Frage ist vor allem, ob mit weniger Geld die extrem hohe Qualität des Theaters, das gegenwärtig mit einem Stab an festen Schauspielern arbeitete, gehalten werden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Freitag, 1. April 2011

Passprobleme in Göteborg

Wer wegen einer kommenden Reise in Göteborg seinen Pass verlängern will, wird einer harten Prüfung unterworfen. Nur damit man seinen Pass ausgehändigt bekommt sind Wartezeiten von bis zu sechs Stunden einzuplanen, da im Passamt nur wenig ausgebildetes Personal zur Verfügung steht.

Seit Januar warten täglich bis zu 180 Personen gleichzeitig darauf, dass ihre Nummer auf einem der Bildschirme erscheint, damit sie ihren Pass ausgehändigt bekommen und viele waren gezwungen ihren Pass gerade nun zu bestellen, da sie ihn für die bevorstehende Reise benötigen, zumal Thailand-Reisen immer attraktiver werden.

Göteborger werden nun aufgerufen auf Anträge bis Mai oder Juni zu warten, damit zusätzliches Personal ausgebildet werden kann, aber niemand kann garantieren, dass sich bis dahin die Situation bessert, da gerade zu Beginn der Ferienzeit eine sehr hohe Anzahl an Pässen auslaufen wird und der Andrang daher nochmals steigt.

Herbert Kårlin

Freitag, 26. Februar 2010

Kinderintensivstation des Sahlgrenska in Göteborg unter Druck

Dringende Herzoperation bei Kindern müssen in der Kinderabteilung des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg oft langfristig aufgeschoben werden oder kurzfristig abgesagt werden, da in den Abteilungen akuter Personalmangel herrscht und Kindern daher nach einer Operation oft nicht die notwendige Zeit gewidmet werden kann.

Heute arbeiten in der Intensivstation für Kinder, die zwölf fachlich qualifizierte Krankenschwestern benötigt, gerade einmal acht, obwohl weitere zwei Stellen zur Besetzung ausgeschrieben sind. Aber bei dem hohen Druck, der in der Intensivstation auf den Krankenschwestern lastet und der relativ geringe Gehalt, der den doppelt ausgebildeten Fachkräften bezahlt wird, lockt diese Fachkräfte kaum an, die in anderen schwedischen Städten ebenfalls gesucht werden, aber dafür auch mehr verdienen können.

Überbelegungen, hoher Arbeitsdruck und extrem hohe Wiederbelegung der Betten locken kaum Personal an, das in Lund, Stockholm oder Norwegen unter normalen Bedingungen arbeiten kann. Das Problem der Intensivstation des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses ist jedoch nicht neu, denn die Gewerkschaften dringen seit Jahren auf verbesserte Arbeitsbedingungen für das Personal, ohne jedoch bisher ihrem Ziel einen Schritt näher gekommen zu sein, da Kinder im Göteborger Krankenhaus immer noch als „zweitrangige“ Patienten betrachtet werden.

Herbert Kårlin

Montag, 19. Oktober 2009

Konferenzhotels in Göteborg stecken in der Krise

Über Jahre hinweg galt Schweden als das Land der Konferenzen, die jede mittlere und größere Firma veranstaltete. Ein großer Teil dieser Konferenzen dienten auch dem Ansporn eigener Angestellten, die bei Konferenzen über Neuerungen informiert wurden und während eines angenehmen Hotelaufenthaltes weiter motiviert wurden. Diese goldenen Zeiten scheinen nun vorbei zu sein, was sich beim deutlichen Rückgang an Buchungen von Konferenzhotels zeigt.

Der Rückgang an Buchungen ist in Göteborg jedoch weitaus mehr zu spüren als in den anderen Städten Schwedens. Bereits zu Beginn des Jahres mussten mehrere Hotels Personal entlassen und ihrem verbleibenden Personal zusätzliche Aufgaben zuweisen, unter anderem die Reinigung der Zimmer und Zimmerservice. Der Sommer mit außerordentlich zahlreichen Touristen brachte dann kurzfristig einen bedeutenden Aufschwung, aber im Herbst setzt die Talfahrt nun fort.

Während in ganz Schweden Konferenzhotels nun Rabatte von bis zu 50% anbieten, halten die meisten Göteborger Konferenzhotels nichts von dieser Maßnahme und behalten ihre üblichen Preise bei. Falls in den nächsten Monaten jedoch keine Wende eintritt, müssen einige der Göteborger Hotels, die bisher vor allem auf Konferenzen setzten, jedoch umdenken und voraussichtlich noch mehr Personal entlassen, was dann auch zu geringerem Service führen wird.

Herbert Kårlin