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Mittwoch, 20. August 2014

Vegetarisches Essen im Folkteatern in Göteborg

Zum Saisonbeginn im September bietet das Volkstheater (Folkteatern) in Göteborg nicht nur ein neues Programm, sondern im Foyer auch eine neues Restaurant, die Folkbaren. Der Unterschied zum vergangenen Jahren wird so manchen Besucher überraschen, denn Emma Kolback, Köchin und Verantwortliche der Folkbaren, wird ausschließlich vegetarisches Essen anbieten und damit den gleichen Weg gehen wie das Musikfestival Way Out West, das wegen diesem Schritt mehrmals in die Kritik geriet.

Emma Kolback wird ab September eine aus ganz Europa inspirierte Küche anbieten, wobei die kleineren und mittleren Gerichte des Restaurants selbstverständlich auch mit ökologischen Produkten zubereitet werden, die teilweise so nahe wie möglich bei Göteborg angebaut wurden. Auch die Getränke jeder Art, von Bier und Wein bis zu den stärkeren Alkoholen, werden ein ökologisches Label tragen und damit den Richtlinien der Stadt Göteborg entgegenkommen.

Die Volksbar (Folkbaren) wird seine Aktivität vollkommen auf den Abend verlegen und täglich um 17 Uhr öffnen um dann bis spät in die Nacht den Gästen ein anspruchsvolles Essen zu bieten, auch an Tagen an denen das Folkteatern keine Vorstellungen hat und auch während der Vorstellungen. Ob die Ausrichtung auf rein vegetarische Kost von den Besuchern des Theaters positiv aufgenommen wird, wird sich bereits in den ersten Tagen zeigen, aber traditionelles Essen aus Göteborg wird es im Volkstheatern im kommenden Jahr jedenfalls nicht geben.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 9. Juni 2014

Eine Wildbiene starb im Västra Götaland aus


Seit Jahren konnte man im Västra Götaland feststellen, dass die Wildbiene Megachile lagopoda immer seltener wurde. Bei einer Bestandsaufnahme der Insekten im vergangenen Jahr suchten die Wissenschaftler nun vergebens nach dem kleinen und sehr nützlichen Insekt. Ab diesem Jahr muss man sich daher damit abfinden, dass eine weitere Insektenart in der Region ausgestorben ist und ohne Hilfe der Bevölkerung auch nicht wieder zurückkehren kann.

Das größte Problem für diese Wildbiene war die veränderte Landwirtschaft und die verstärkten Einsätze des Straßenverkehrsamts, denn zum Überleben braucht die Megachile lagopoda sehr viele Wildblumen, die jedoch durch immer früheres Mähen der Wiesen und das Mähen aller Straßenränder ebenfalls immer seltener werden. Die Blumenpracht, die man noch auf alten schwedischen Fotos sehen kann, ist einfach am Verschwinden, und damit auch die Insekten die diese Blumen zum Überleben benötigen.

Dies ist allerdings nur der erste Schritt des ökologischen Kreislaufs, denn die Wildbienen sorgen auch für die Befruchtung von zahlreichen Gemüsearten, Früchten und vielem mehr. Ohne diese Bienen wird also auch der landwirtschaftliche Ertrag in Schweden sinken und die Preise für viele Lebensmittel müssen steigen. Dass viele Schweden zudem immer mehr zu Steingärten neigen statt auch etwas Wiese zu bewahren, hilft den Wildbienen ebenfalls kaum.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. Mai 2014

Urban Gardening im Göteborger Freihafen

Da der Göteborger Freihafen bis zum Jahr 2021 ein vollkommen neues Aussehen erlangen soll, versucht die Stadtverwaltung schon jetzt dieses Gebiet den Göteborgern näher zu bringen. Am heutigen Samstag wird nun im Freihafen auch ein kleineres Gebiet eingeweiht, das für Urban Gardening gedacht ist und den Bewohnern der Stadt die Möglichkeit bieten soll das eigene Gemüse zu sähen oder zu pflanzen und anschließend zu ernten, eine Idee, die vor allem aus dem Wunsch vieler Bürger kommt gesundes Gemüse auf den Tisch zu bekommen.


Gegen eine Gebühr von 300 Kronen kann man über den Projektleiter, das Architekturbüro Kjellgren Kaminski, eine Bodenplane, einen Aufsatzrahmen von einem Quadratmeter und die nötige Erde erhalten um noch am gleichen Tag loslegen zu können, unter der Voraussetzung, dass die Gewächse zu essen sind oder Schmetterlinge und Bienen anziehen. Schon die Größe der Anbaufläche zeigt deutlich, dass sich das Projekt an Anfänger richtet, die erst testen wollen ob sie einen grünen Finger haben und eigentlich ein Verlustgeschäft für die Neugärtner ist.

Aber auch wenn Urban Gardening in Göteborg eine ungeahnte Nachfrage erlebt, so vergessen nahezu alle, die nun glauben ökologisches und gesundes Gemüse ernten zu können, dass allein die Lage Göteborgs und insbesondere der Freihafen dies zu einem Wunschtraum macht, denn in jedem Gemüse, das man im Handel findet, sind die Rückstände an Schadstoffen geringer als bei Gemüse, das im Stadtmilieu geerntet wird, einer Stadt, die regelmäßig Schadstoffe misst, die weit über der Europanorm liegen. Aber immerhin kann der Freihafen dadurch schon jetzt etwas belebt werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 23. Februar 2014

OUT TO SEA? in Göteborg

Gestern wurde im Seefahrtsmuseum in Göteborg die Ausstellung OUT TO SEA? eröffnet, eine Wanderausstellung des The Garbage Projekt, das das Designmuseum in Zürich zusammenstellte um die Bevölkerung über die fortschreitende Verschmutzung der Weltmeere zu informieren und dabei die verschiedensten Aspekte der Meeresverschmutzung mit den ökologischen Folgen darstellt. Göteborg ist damit in Europa die sechste Stadt, die diese Ausstellung beherbergt und diese mit einer Vitrine aus dem Bohuslän ergänzt.


Bereits am ersten Tag konnte das Seefahrtsmuseum über 800 Besucher zählen, die mehr über die Meeresverschmutzung wissen wollten, wobei die Zahlen, die die Ausstellung begleiten, schockierend sind, denn allein an der Küste des Bohuslän wird jede Stunde des Jahres ein Kubikmeter Abfall angeschwemmt und jede Sekunde werden weltweit 8000 Kilogramm Plastik hergestellt, die zu einem erschreckend hohen Teil in den Meeren landen um dort ihr zerstörendes Dasein zu beweisen.

Die Ausstellung, die auch von didaktischem Interesse ist und von mehreren Filmen begleitet wird, soll jedoch wegen den teilweise sehr “brutalen“ Bildern von Kindern nur in Begleitung von Eltern oder Lehrern besucht werden, die diese Bilder auch erklären können. Wer die Ausstellung verlässt und dabei auch erfahren hat, dass bereits 95 Prozent der Seevögel der Nordsee schon Plastik in den Mägen haben, wird auch wissen, dass der Mensch die Verantwortung für diese Vermutzung trägt und erfahren haben wie viel Umweltverschmutzung eine Kreuzfahrt mit sich bringt.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. Februar 2014

Verstärkter Strandschutz im Västra Götaland

Schon heute gilt in ganz Schweden ein Strandschutz in einer Breite von 100 Metern entlang Seen und Meeresgewässern, was bedeutet, dass in diesem Streifen nicht gebaut werden darf und keine Landwirtschaft betrieben werden kann, zumindest nicht ohne Sondergenehmigung der betreffenden Gemeinde. Vom Strandschutz ebenfalls ausgenommen sind Stellen, die bereits bebaut sind.


Die Region Västra Götaland will diesen Schutz, der als sogenanntes ausgedehntes Schutzgebiet, auch einen Streifen von 200 und 300 Meter um die Gewässer umfassen kann, an zahlreichen Stellen, verteilt auf die gesamte Region,  von den heutigen 100 Metern auf eine grössere Fläche ausdehnen und insgesamt rund 1000 Hektar zum ausgedehnten Schutzgebiet erklären, allerdings einige ausgedehnten Gebiete um Inlandsseen auch reduzieren, da dort die Schutzbedürftigkeit geringer sei.

Falls die Regionalregierung mit den Gemeinden eine Einigung findet, so werden vor allem die Küstenstreifen der Schären vor Göteborg und im Bohuslän unter einen stärkeren Schutz gestellt, aber auch ein Teil des Hisinger Küstenstreifens und das Gebiet entlang dem Nordre älv. Nicht an allen Stellen denkt die Region dabei an den Schutz sensibler Gebiete, sondern große Teile sollen auch Touristen und Bewohnern den Zugang zu Badestränden und zur Rekreation erleichtern. Die Entscheidungen können allerdings nur mit Zustimmung der betroffenen Gemeinden gefällt werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Oktober 2013

Göteborg will seinen Windpark in den Schären

Trotz dem Widerstand der Bevölkerung der Schären, dem Umweltrisiko bei Bohrungen im Meeresgrund zwischen den Göteborger Schären, dem Einspruch der Opposition im Stadtrat und der Überprüfung der ökologischen Zulässigkeit der Einrichtung eines Windparks im Hakefjord hat sich die rot-grüne Mehrheit der Gewählten Göteborgs dazu entschieden, den Bau eines Windparks in den Schären voranzutreiben.


Sicher fühlen sich viele Gegner des Windparks nur von den 15 geplanten 190 Meter hohen Windkraftwerken gestört, die die Romantik der Schären zerstören werden und auch ein Problem für die Freizeitboote sind, die dort im Sommer zu hunderten zu finden sind, aber die Stadt schließt bei ihren Plänen, unter dem Druck der Grünen, vor allem die Augen davor, dass an der geplanten Stelle der Hafen-Mudder mit unzähligen Umweltgiften liegt, der durch die Bohrung zwangsweise aufgewühlt wird und das gesamte Ökosystem vor den Göteborger Schären vernichten kann.

Allerdings war diese endgültige Entscheidung des Stadtrats mehr eine Formalität, denn in der Tat gingen die entsprechenden Anträge bereits im April des Jahres an das Umweltgericht, in der Hoffnung, dass dort alle Bedenken der nicht kommunalen Umweltschützer als unsinnig erklärt werden. Nach Meinung der rot-grünen Mehrheit ist der gewählte Ort die idealste Lage, auch wenn niemand so genau erklären kann warum dies der Fall ist. Erstaunlich ist dabei auch, dass man einerseits die Schären als wichtigsten zukünftiges Tourismusziel ernannte, andererseits genau dort die Umwelt gefährden will.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. Dezember 2012

Ein Problem mit Toten in Göteborg

Gegenwärtig findet man in Schweden zehn illegal tiefgefrorene Tote, darunter drei in Göteborg, die auf Wunsch der Angehörigen oder gemäß ihres Testaments darauf warten, dass die Gefriertrocknung als legale Methode einer ökologischen Bestattung anerkannt wird. Die schwedische Biologin Susanne Wiigh-Mäsak, die selbst einen tiefgefrorenen Angehörigen hat, kämpft seit nahezu 30 Jahren für ihre Idee und hat zu diesem Zweck auch die Firma Promessa Organic in Göteborg gegründet.

Nach schwedischen Gesetzen bilden die teilweise seit zehn Jahren tiefgefrorenen Personen ein Problem, denn nach den geltenden Gesetzen muss ein Toter innerhalb von 30 Tagen entweder beerdigt oder aber verbrannt sein. Das Einfrieren der Toten war bisher lediglich toleriert, da die Biologin ihre Methode in 35 Jahren Ländern patentieren ließ und mit mehreren schwedischen Städten über eine Versuchsanlage diskutierte, bisher jedoch ohne jeden Erfolg, da selbst für eine Versuchsanlage erst die Gesetze geändert werden müssen.

Da die Zeit jedoch läuft ohne dass sich in irgendeiner Richtung eine Bewegung zeigt, muss Göteborg nun entscheiden was mit den tiefgefrorenen Körpern in Göteborg geschehen soll, denn das Gesetz sieht vor, dass die Gemeinde zwangsweise zur Einäscherung schreiten muss, wenn die Toten nicht nach geltendem Gesetz beerdigt werden. Die Biologin kann sich nur auf den letzten Willen der Toten berufen, denn bisher haben sich selbst die Gerichte nicht zu ihren Gunsten entschieden. Es könnte sich daher nun nur noch um Wochen handeln bis Göteborg die Toten aus den Gefrierboxen holen wird um sie einzuäschern, da die Gemeinde an geltende Gesetze gebunden ist.

Herbert Kårlin

Montag, 20. August 2012

Umweltschutz gegen 40 Jahre Bergbau in Göteborg

Bereits 2010 gab das Göteborger Bauamt dem Unternehmen Swerock, einem Subunternehmen PEABs, die Genehmigung eine 36 Hektar große Grünfläche mit bergigem Untergrund auszubeuten, also abzuholzen und den Fels zu Baumaterial zu verarbeiten, auch wenn bekannt war, dass die Gegend in Arendal im Göteborger Stadtteil Hisingen eine der letzten Grünflächen der Insel ist. Insgesamt sollen dort innerhalb von 20 Jahren etwa 750.000 Tonnen Fels pro Jahr entnommen werden.

Noch im Herbst, allerdings bereits nach der Unterschrift des Bauamts, sagte der Stadtrat mit seiner linken Mehrheit ein klares Nein zu diesem Projekt, da Sozialdemokraten und Grüne, im Gegensatz zum rechten Flügel, das Milieu mit zahlreichen Edelbäumen am Meer erhalten wollen. Eines der Argumente dabei war der Erhalt der ökologischen Vielfalt der Gegend, zumal es sich um eine zusammenhängende Grünfläche handelt, die in Göteborg immer seltener werden.

Swerock will sich nun mit diesen Argumenten nicht zufrieden geben und erwägt bei einer Verweigerung des Abbaus der Stadt Göteborg mit einer Klage, da nach Swerock gleichwertiges Bergmaterial an anderen Stellen um bis zu 30 Prozent teurer wird und sich im Gebiet Arendal ohnehin keinerlei schützenswerten Tiere oder Pflanzen befinden. Außerdem würde die Gegend kaum jemanden zu einem Freizeitvergnügen anziehen. Das wahre Interesse Swerocks dürfte allerdings sein, dass Arendal, allein wegen der Nähe des Hafens, mit der Eisenbahn versorgt wird und auch eine zentrale Straße in der Nähe vorbeiführt.

Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Juli 2012

Mit Schaum gegen Unkraut in Göteborg

Wer in Göteborg auf Bürgersteigen einen nahezu gleichmäßigen Schaum entdeckt, der aussieht als wäre er einem Schaumbad entkommen, denkt kaum daran, dass es sich dabei um die neue Methode der Stadt handelt Unkraut zu bekämpfen, und dies auf eine rein biologische Art, die zudem besser funktioniert als das stärkste Unkrautvernichtungsmittel, zumindest wenn man den Aussagen des englischen Herstellers vertraut.

Der Schaum wurde vom britischen Unternehmen Weedingtech entwickelt und bisher in einigen Orten mit großem Erfolg getestet. Basis des Mittels ist ein nicht genauer genanntes Material auf Maisbasis, das sich erwärmt und mit Hilfe des Schaumes länger warm bleibt und sich besser in die Ritzen zwischen den Steinen verteilt und selbst die Wurzeln des Unkrauts angreift und durch Wärmeeinwirkung verwelken lässt.

Die Technik, die als Foamstream vermarktet wird, ist relativ preisgünstig, wenn man von den Anschaffungskosten der notwendigen Maschinen absieht, die sich erst nach etwa zwei Jahren amortisieren. Was bei Foamstream jedoch noch zu denken gibt, ist die Tatsache, dass es nur eine britische Studie des NNSI dazu gibt, die vom Hersteller beauftragt war und selbst in Großbritannien noch nicht alle Umweltschutzorganisationen diese thermische Unkrautvernichtungsmethode als ökologisch betrachten, Göteborg jedoch auf die erst einmal teure Technik setzt ohne eine schwedisches Gutachten abzuwarten.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Mai 2012

Geschützte Insekten im Västra Götaland bedroht

Nur an zehn Stellen Schwedens findet man heute noch die seltene Steinfliege Nemura Dubitans, die es bereits in zahlreichen Gegenden Europas auf die Rote Liste geschafft hat. Eine dieser Gegenden mit dem seltenen Insekt befindet sich im westschwedischen Härryda, nahe einer Neubausiedlung. Nun soll die Heimat dieser Steinfliegen durch eine Abwasseranlage ökologisch umgewandelt werden, obwohl die Gemeinde im Västra Götaland die Aufgabe hat so seltene Tiere wie die Nemura Dubitans zu schützen.

Nahe des Baugebietes findet man heute noch ein kleines natürliches Sumpfgebiet mit einigen kleinen Bächen, die von natürlichen Quellen des nahen Waldes gespeist werden, ein ideales Gebiet für die seltenen Insekten, die sich hier ungestört vermehren konnten. Schon bald soll dies, nach mehrheitlichem Beschluss der Gemeinde Härryda, nun anders werden und der menschliche Egoismus über den Naturschutz gestellt werden.

Härryda muss natürlich dem Regenwasser im Wohngebiete einen Abfluss bieten und hat nun, obwohl es dafür auch andere Stellen gibt, genau jenes Gebiet für einen Dammbau gewählt, der das verunreinigte Regenwasser aufnehmen soll, einen Platz, der ideal für die Nemura Dubitans ist, die die kleinen Rinnsale benötigen. Ein höheres Wasserniveau und das verunreinigte Wasser der Straßen mit Umweltgiften, das sich in Zukunft dort befinden soll, sind ein Todesurteil für die Insekten. Für Härryda sind die Steinfliegen jedenfalls eher eine gesundheitliche Gefährdung als schützenswerte Insekten, auch wenn es diese heute kaum noch in Schweden zu entdecken sind.
Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. April 2012

Bio-Fleisch in Göteborger Schulen

Nach Kia Andreasson, Vorsitzende der Grünen Göteborgs, wird in den Schulen, betreuten Wohnheimen und Altersheimen Göteborgs in naher Zukunft nur noch Bio-Fleisch serviert, was Teil der Satzung ist „100 Prozent Bio in Göteborg“ und sowohl ein Beitrag zur Umweltpolitik der Stadt sein soll als auch die Tierhaltung im Västra Götaland auf einen umweltfreundlicheren Weg bringen soll.

Die höheren Preise für Bio-Produkte sollen, laut Kia Andreasson, damit ausgeglichen werden, dass daran gearbeitet wird, dass in Zukunft weniger Essen in den Tonnen landet, was ein bewussteres Essen der Betroffenen und eine bessere Planung voraussetzt. Ein weiteres Problem sind bisher die Engpässe bei Bio-Fleisch, da gegenwärtig bisweilen normales Fleisch geliefert wird, selbst wenn Bio-Fleisch bestellt wurde, da die Bio-Produktion der Nachfrage nicht nachkommt.

Außer Fleisch sollen in Schulen und Altersheimen baldigst möglich auch alle Bananen, Milch, Kaffee und Tee nur noch aus biologischem Anbau kommen, wobei bis 2014 mindestens 50 Prozent aller Produkte der Stadtküchen biologisch sein sollen, auch wenn dies noch ein weiter Weg scheint, da sich der Anteil an Bio-Produkten von 2007 bis 2011 gerade einmal verdoppelt hat und gegenwärtig bei 21,9 Prozent liegt.

Herbert Kårlin

Dienstag, 13. März 2012

Ökologisches Essen in Göteborg

Wer in Göteborg ökologisches Essen höchster Qualität zu akzeptablen Preise sucht, muss nur in das nahe gelegene Schloss Gunnebo fahren, das seit dem Jahre 2007 bei jedem Essen, das auf den Tisch kommt beste Qualität anstrebt und im Jahre 2012 nun die vermutlich höchstmögliche Qualitätsstufe erreicht hat, nicht zuletzt auch deswegen, weil einige der Zutaten in den eigenen Gewächshäusern geerntet werden können.

Dieses Jahr stammen 90 Prozent aller Zutaten, die das Gunnebo Schloss kauft aus biologischem Anbau mit einem grünen Label. Gunnebo sucht bei jedem Einkauf die beste Lösung und kauft in großem Masse von lokalen Landwirten ein, wobei die Küche des Schlosses selbst durch Biogas geheizte Gewächshäuser den traditionellen Gewächshäusern vorzieht und auch der Produktionskette der eingekauften Waren folgt.

Selbst beim Speiseplan arbeiten Köche und Gärtner eng zusammen, was auch dazu führte, dass Gemüse eine wichtigere Rolle einnimmt als Fisch oder Fleisch, das eher als regelmäßige Beilage gesehen wird. Da auch jedes Essen der Saison angepasst ist, um den Import von Lebensmitteln zu vermeiden, sind die Preise natürlich etwas höher als in manch anderen Restaurants, aber liegen auf einem absolut akzeptablen Niveau, da man für etwa 12 Euro ein vollständiges Gericht mit Salat, Brot und Getränk erhalten kann.

Herbert Kårlin

Montag, 25. April 2011

Natürliches Waldmilieu in Göteborg

Nachdem man in den Wäldern und Grünanlagen Göteborgs seit Jahren tote Bäume und totes am Boden liegendes Holz beseitigte und zu grünem Brennstoff verarbeitete, hat das Umweltsamt der Stadt nun seine Politik geändert und legt, im Gegensatz zu früher, sogar totes Holz aus, damit die Tier und Pflanzenvielfalt erhalten werden kann.

Nachdem totes Holz aus Wäldern, Hainen und Grünflächen Göteborgs entfernt wurde, verschwanden auch ein Teil der Spechte, die Eremiten wurden seltener, der Leberpilz verschwand und mehrere Arten an Moosen und Flechten zogen sich zurück. Nur ein Umdenken in der Umweltpolitik konnte die weitere ökologische Verarmung dieser Räume verhindern.

Das Umweltamt Göteborgs geht mit seinen neuen Plänen jedoch einen Schritt weiter und will nicht nur totes Gehölz erhalten, sondern platziert auch weiteres Holz an strategisch günstigen Gebieten und versieht diese Stellen mit informativen Schildern, damit auch Wanderer und Pilzsucher über die Zerbrechlichkeit des ökologischen Systems informiert werden. Die ersten Schutzgebiete werden an den Delsjön und Hjällbo eingerichtet.

Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Februar 2011

Ökologisches Essen in Göteborgs Großküchen

In den Großküchen Göteborgs wird von Jahr zu Jahr mehr ökologisch produziertes Essen serviert. Vor allem Gemüse und Getreide kommt immer häufiger von biologisch arbeitenden Höfen. Ziel der Stadt ist, noch in dieser Mandatsperiode ganz auf ökologisches Essen umzustellen.

Aber noch ist das Ziel weit entfernt, denn selbst im Zentrum Göteborgs arbeiten Großküchen heute gerade einmal mit 25 Prozent ökologischen Waren und in anderen Stadtteilen wie Västra Frölunde wird in Großküchen gerade einmal die Hälfte dieser Quote erreicht und ökologisches Fleisch ist meist ganz abwesend.

Während in Altersheimen und Kindergärten Ökologie in gewisser Weise seinen Einzug hielt, sind Gymnasien noch weitaus weiter vom Ziel entfernt, denn hier zählt man gerade einmal sechs Prozent ökologisches Essen. Die Hauptbremse in dieser Entwicklung ist jedoch nicht ein Mangel an Bereitschaft, sondern dass sich die Budgets Göteborgs nicht den höheren Preisen für biologische Waren anpassen.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. November 2010

Konferenz zur bilogischen Vielfalt in Göteborg

Nicht nur Linné wird mit den Pflanzen und Tieren in Schweden in Zusammen gebracht, sondern auch die Universität Göteborg, die weltweit in der Erforschung und Lehre der biologischen Vielfalt eine bedeutende Rolle spielt. Vor allem die Untersuchung der Verwandtschaften innerhalb der Tier-, Pflanzen und der Pilzwelt stehen hier im Vordergrund.

Am 22. und 23. November treffen sich nun im Konferenzzentrum Wallenberg in Göteborg 150 nordische Forscher aus diesen Bereichen um über die aktuelle Evolution von Tieren, Pflanzen und Pilzen zu reden und welche Rolle diese Evolution innerhalb des ökologischen Systems einnimmt. Aber auch darüber, welche künftige Rolle Tiere und Gewächse für die Qualität von Wasser und Luft haben werden. Hierbei werden vor allem die theoretischen Modelle der Universität Göteborg eine Rolle spielen.

Die Konferenz Systematikdagarna 2010 wird gemeinsam von der Universität Göteborg, dem Naturhistorischen Museum der Stadt und dem Botanischen Garten Göteborg veranstaltet und von der ArtDatenbank wirtschaftlich unterstützt.

Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Juli 2009

Wildschweine verursachen ein steigendes Problem

Noch vor 20 Jahren war das Wildschwein in der Umgebung Göteborgs unbekannt und in ganz Südschweden zählte man kaum mehr als hundert Tiere. Heute befinden sich bereits 100.000 Wildschweine im südlichen Teil Schwedens und ihre Anzahl steigt in erschreckendem Masse.

Da das Wildschwein keinerlei natürliche Feinde hat und die Natur um Göteborg auch nicht in der Lage ist die steigende Zahl an Wildschweinen zu ernähren, werden die Tiere hier immer mehr zu Schädlingen in Natur und Landwirtschaft. Aber auch die Zahl der Unfälle an denen Wildschweine beteiligt sind steigt jährlich.

Da der Tierschutz in Schweden die Ökologie dieser Nachttiere bei jeder Jagd berücksichtigt können Wildschweine nicht der freien Jagd ausgesetzt werden bei denen unter Umständen Leittiere getötet werden könnten. Um die Ausbreitung jedoch einzudämmen wird jetzt die Methode studiert Fallen bei der Jagd anzuwenden, jedoch in Hinblick darauf, dass die Tiere auch keine Stressstoffe in der Falle entwickeln und dem Menschen als gesunde Nahrung zur Verfügung stehen.

Mehr über die Wildschweinprobleme bei:
Fällor ska stoppa vildsvinsexplosion