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Samstag, 9. August 2014

Göteborger Insel für Arbeiter wird Kapitalanlage

Vor 70 Jahren wurde die Insel Knarrholmen vor Göteborg den Werftarbeitern der Götaverken geschenkt damit diese sich dort im Sommer aufhalten konnten, da für sie das Einkommen kaum für einen Urlaub reichte. Später übernahmen zwei Gewerkschaften, darunter die Gewerkschaft Metall, die Insel mit seinen 33 Sommerhäuschen und 65 Sommerwohnungen so dass auch nach der Auflösung der Götaverken Arbeitern weiterhin ein günstiger Aufenthalt geboten werden konnte.

Nun haben die Gewerkschaften die Insel mit seien Bauten für einen Gesamtpreis von 48,5 Millionen Kronen an einen Investor verkauft, der seinerseits nicht nur die vorhandenen Häuschen modernisieren will, sondern auch zusätzliche bauen will um diese dann einzeln weiterverkaufen zu können, für einen Preis, der für einfache Arbeiter allerdings unerschwinglich sein wird, da die Lage von einkommensstraken Gruppen gesucht wird. Die letzten Arbeiter-Mieter der Sommerhäuschen sind mittlerweile ausgezogen und die Vorbereitungen des neuen Besitzers sind in vollem Gang.

Sicher sollen die Gewerkschaften nun das eingenommene Geld in Form eines Fonds weiterhin zum Vorteil von Arbeitern anlegen, aber auf Grund von nicht Investitionen und Renovierungsarbeiten wird ein ungenannter Teil des Geldes dennoch in die Gewerkschaftskassen fließen große Teile der Einnahmen direkt in die Kassen der Gewerkschaften um diese und andere Kosten zu decken. Die Stadtverwaltung Göteborgs, die die Chance hatte die Insel weiterhin für alle zugänglich zu machen, hat bereits einen neuen Bebauungsplan erstellt und verzichtet darauf Knarrholmen denen zu lassen, die einen solchen Platz am meisten benötigen.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 3. April 2014

Schwedische Verteidigung will Schären Göteborgs dominieren

Während auf der einen Seite der Tourismus in den Schären vor Göteborg gefördert werden soll und die Stadt den Wert dieses Freizeitgebietes als immer bedeutender sieht, besteht die schwedische Verteidigung darauf in Zukunft 115 Tage im Jahr im Gebiet Styrsö, Brännö, Donsö und Känsö scharf schießen zu dürfen und dabei 1,3 Millionen Schüsse abgeben zu dürfen, was nicht nur eine extreme Belästigung für die Bewohner ausmacht, sondern auch die Ökologie der Inseln in Frage stellt.


Während der gestrigen Anhörung aller betroffenen Parteien zeigte sich sehr deutlich, dass die Verteidigung touristische und menschliche Aspekte auf den Schären unbeachtet lässt und selbst darauf dringt die Insel Känsö zu enteignen damit dort das bedeutendste militärische Übungsfeld in der schwedischen Küstenlandschaft werden kann, auch wenn die Bedrohung wohl eher von der Ostküste des Landes zu erwarten ist. Nachdem die Regionalregierung die Pläne der Verteidigung bereits gut geheißen hat, kann nun nur noch die Regierung das Projekt stoppen.

Dabei zeigte sich die Stadt Göteborg sogar zu einem Kompromiss bereit und wollte 50 Übungstage mit 300.000 abgefeuerten Schüssen akzeptieren, was die Verteidigung geradezu als lächerlich bezeichnet. Selbstverständlich gibt es für den Oberbefehlshaber in Göteborg nur ein Reichsinteresse, nämlich die militärische Verteidigung des Landes, auch wenn dabei andere Reichsinteressen wie Ökologie, Freizeit der Bevölkerung und Tourismus auf der Strecke bleiben müssen. Stellt sich lediglich die Frage, warum die Verteidigung Göteborg als Übungsgebiet wählte und nicht Stockholm, das im Ernstfall weitaus mehr bedroht ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. März 2014

Styrsöbolaget in Göteborg im Aufwind

Die Styrsöbolaget, die im Auftrag von Västtrafik mit seinen Fähren die südlichen Schären anläuft und den Göta älv entlangfährt, meldet erneut einen Aufschwung des Passagierdienstes, denn im vergangenen Jahr haben insgesamt rund 4.270.000 Personen die Fähren benutzt, was einem absoluten Rekord entspricht und zeigt, dass Göteborg eine Stadt am Wasser ist, dem Element, das viele wie magisch anzieht.


Die Anzahl der Passagiere, die zu den südlichen Schären aufbrachen, stieg im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent an, was auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist, denn zum einen ziehen einige der Inseln mit interessanten Angeboten immer mehr Touristen an, zum anderen werden die Wanderwege dort bekannter und zum dritten findet man auf einigen der Inseln die herrlichsten Badestrände, die bisher nicht überlaufen sind. Nachdem man mit den Katamaran im Sommer in weniger als einer halben Stunde selbst die entfernteste Insel Vrångö erreichen kann, steht mittlerweile selbst einem Sonntagsausflug nichts mehr im Wege.

Noch mehr stieg die Anzahl der Passagiere, die die Älvsnabben benutzten, die nicht nur eine interessante Möglichkeit bieten Göteborg vom Wasser aus zu entdecken, sondern von immer mehr Studenten benutzt werden, die auf einer der beiden Seiten studieren, jedoch auf der anderen wohnen. Hinzu kommt, dass die Bautätigkeiten in Eriksberg und Lindholmen in Fahrt kamen und die Älvsnabben dort schneller sind als Busse und Straßenbahnen. Kein Wunder daher, dass hier die Anzahl der Passagiere im letzten Jahr sogar um 10,4 Prozent anstieg.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. Februar 2014

Windkraftprobleme in Göteborg

Gegen den geplanten Windpark in den Schären Göteborgs haben die Bewohner, Naturschützer und Fischer nun einen mächtigen Verbündeten gefunden mit dessen Hilfe sie nicht rechneten, denn nun spricht sich auch der Göteborger Hafen gegen die Windkraftwerke aus, da diese die Schiffahrt des größten skandinavischen Hafens stören können, da ein Teil der Gesamtanlage zu nahe an der Fahrrinne liegt.


Vor dem Umweltgericht in Göteborg fordert der Hafen der Stadt, dass die Fahrrinne für die Schiffe zu denen auch die größten Frachter der Welt gehören, eine Breite von 400 Metern haben muss und nicht, wie von Göteborg geplant, 200 Meter, da nach dem Seefahrtsamt ausser der direkten Fahrrinne eine Sicherheitsabstand von zusätzlich je 100 Metern auf beiden Seiten vorhanden sein muss, der bei eventuellen Unfällen oder Katastrophen absolut notwendig sein kann.

Der Göteborger Hafen argumentiert hierbei mit einem nationalen Interesse der Seefahrt und weist darauf hin, dass unter den angegebenen Umständen das geplante Gebiet für den Windpark bedeutend schrumpft. Zudem fordert der Hafen Garantien, dass die sehr hohen Kraftwerke nicht auf die Fahrrinne fallen können und erklärt, dass es unter gewissen Umständen auf Grund der Sicherheit für die Seefahrt notwendig sein kann, die Rotoren zeitweise zu stoppen, was bedeutet, dass man nicht mit der vollen Nutzung des Windparks rechnen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. November 2013

Die Verteidigung droht in den Schären Göteborgs mit Enteignung

Auch wenn die schwedische Verteidigung die Göteborger Schäreninsel Känsö und die umgebenden Kleininseln seit den 30er Jahren nutzt, so wurde 2009 gerichtlich festgestellt, dass das Militär dort nur ein vorübergehendes Nutzungsrecht besitzt, die Inseln jedoch einem Verein auf Brännö gehören, der schon sehr lange dafür kämpft Känsö der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Die übertriebene Forderung des Militärs dort nahezu das ganze Jahr über Schießübungen zu machen und den Zugang Privatpersonen zu verweigern, erhärtete die Fronten allerdings.


Nun will der Verein die Insel verkaufen und hofft auf einen Käufer, der Känsö zu einem Ausflugsgebiet macht. Natürlich kam die erste Anfrage von der Verteidigung, die für eine Insel, die etwa 100 Millionen Kronen wert ist, weniger als ein Fünftel der Summe bezahlen will. Da der Verein aus Brännö jedoch nicht an das Militär verkaufen will und schon gar nicht zu dieser lächerlichen Summe, hat nun die Verteidigung beantragt die Insel wegen Allgemeininteresse mit seiner gesamten Umgebung zu enteignen, was den geplanten Verkauf zumindest verzögern wird.

Die Verteidigung will das Gebiet vor allem für Schießübungen behalten, was eine extreme Belastung für Anwohner, Touristen und durch das Blei im Wasser auch für die Meeresökologie ist. Die Situation für die rechtmäßigen Besitzer von Känsö ist indes nicht schlecht, denn diese zeigt sich sogar bereit mit dem Militär zu verhandeln und dieses auch bei Verkauf auf einem Teil der Insel zu lassen, aber mit weniger Belästigung durch Schießereien und ohne dem Militär den uneingeschränkten Zugang zu allen umliegenden kleinen Inselchen zu erlauben. Die Verteidigung gibt sich jedoch bisher hart und nennt die Schießübungen als absolut notwendig, muss nun jedoch beweisen, dass diese Übungen nur auf Känsö und Umgebung möglich sind und im Ernstfall der Verteidigung des Hafens dienen.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. November 2013

Auferstehung des Theaterboots in Göteborg

Zwischen 1948 und 1953 hatte der Rosenlundskanalen bei der Feskekôrka eine besondere kulturelle Attraktion, denn hier lag das sogenannte Theaterboot in dem der Direktor und Besitzer des Bootes, Lars Schmidt, seinen Besuchern sehr viele Vorstellung zur Regionalkultur bot, was sich bereits bei der Premiere mit Kasta Loss zeigte, einem Stück von Lasse Dahlquist, der zu diesem Anlass auch selbst auf der Bühne stand.

Nun hat sich die Stadt Göteborg dazu entschlossen erneut ein Theaterboot in Göteborg zu stationieren. Ab dem 19. November wird die M/S Svea während der Theatersaison regelmäßig zwischen Freihafen und Eriksberg verkehren während die Besucher sich bei Theatervorstellungen unterhalten lassen können. Bei der ersten Fahrt wird ein Stück geboten, das sich an Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren richtet. Anschließend wird das Repertoire auch auch auf Jugendliche und Erwachsene angepasst werden.

Auch wenn der Freihafen nicht gerade ein erträumter Platz für eine Theaterboot ist, so versteht man die Wahl des Ortes dennoch sehr schnell, denn die Stadt will den Freihafen wieder attraktiver gestalten und auch den Göta älv mehr ins Zentrum setzen, da dadurch die „Stadt Göteborg“ und die „Insel Hisingen“ sich nähern. Während des Tourismus wird die Aktivität des Theaterbootes allerdings eingestellt, denn dann soll die M/S Svea und ein geplantes weiteres Theaterboot den Besuchern der Stadt die Welt der Göteborger Schären näher bringen.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. November 2013

Göteborger Schären ab Montag ohne Fähren

Nachdem die Arbeitgeber der Fähren zu den Schären und entlang des Göta Älv sich nicht bereit erklärten den Angestellten die gleichen Gehaltserhöhungen zu bieten, die in allen anderen Berufsgruppen ausgehandelt wurden, hat die Gewerkschaft Seko nun ab Montag 12 Uhr zum Streik aufgerufen, was bedeutet, dass sieben Fähren im Hafen liegen werden und selbst die kostenlosen Überfahrten zum Wissenschaftszentrum in Hisingen eingestellt werden.


Die Gewerkschaft will diesen Arbeitskampf auf jeden Fall austragen, da in fast allen anderen Bereichen die Lohnverhandlungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften bereits geführt wurden und in jedem Fall zu höheren Gehaltssteigerungen führten als für Angestellte im Fährverkehr gedacht ist. Valle Karlsson, der Sprecher Sekos, sieht das Angebot der Arbeitgeber als unhaltbar und kann nicht verstehen, dass eine Gruppe an Angestellten dafür kämpfen muss um nur das zu erhalten was alle anderen arbeitenden Schweden bereits erhalten haben.

Gleichzeit wurde bekannt, dass die Arbeitgeber in Zukunft auf genormte Tarife übergehen wollen, was bedeutet, dass auch jemand, der sich durch eine ausgezeichnete Arbeit und Sonderleistungen auszeichnete, keinerlei Prämie mehr dafür erhalten kann. Je nachdem ob es zum Streik kommt und wie lange dieser anhalten wird, werden auch die Paddan-Boote nicht mehr zum Weihnachtsmarkt nach Liseberg fahren. Die Gewerkschaft ist auf jeden Fall fest entschlossen den Streik durchzuführen bis allen Angestellten eine Gehaltserhöhung in der Höhe zugesprochen wird, die Industriearbeitern geboten wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Oktober 2013

Göteborg will seinen Windpark in den Schären

Trotz dem Widerstand der Bevölkerung der Schären, dem Umweltrisiko bei Bohrungen im Meeresgrund zwischen den Göteborger Schären, dem Einspruch der Opposition im Stadtrat und der Überprüfung der ökologischen Zulässigkeit der Einrichtung eines Windparks im Hakefjord hat sich die rot-grüne Mehrheit der Gewählten Göteborgs dazu entschieden, den Bau eines Windparks in den Schären voranzutreiben.


Sicher fühlen sich viele Gegner des Windparks nur von den 15 geplanten 190 Meter hohen Windkraftwerken gestört, die die Romantik der Schären zerstören werden und auch ein Problem für die Freizeitboote sind, die dort im Sommer zu hunderten zu finden sind, aber die Stadt schließt bei ihren Plänen, unter dem Druck der Grünen, vor allem die Augen davor, dass an der geplanten Stelle der Hafen-Mudder mit unzähligen Umweltgiften liegt, der durch die Bohrung zwangsweise aufgewühlt wird und das gesamte Ökosystem vor den Göteborger Schären vernichten kann.

Allerdings war diese endgültige Entscheidung des Stadtrats mehr eine Formalität, denn in der Tat gingen die entsprechenden Anträge bereits im April des Jahres an das Umweltgericht, in der Hoffnung, dass dort alle Bedenken der nicht kommunalen Umweltschützer als unsinnig erklärt werden. Nach Meinung der rot-grünen Mehrheit ist der gewählte Ort die idealste Lage, auch wenn niemand so genau erklären kann warum dies der Fall ist. Erstaunlich ist dabei auch, dass man einerseits die Schären als wichtigsten zukünftiges Tourismusziel ernannte, andererseits genau dort die Umwelt gefährden will.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. September 2013

Extremsport in den nördlichen Schären Göteborgs

Nach dem großen Erfolg des Insellaufs (Öloppet) in den südlichen Schären Göteborgs, der Anfang August zum zweiten Mal vom Stapel lief, haben nun auch die nördlichen Schären ihr Ereignis für Extremsportler geschaffen, das in vielem dem Vorgänger ähnelt, jedoch eine dritte Sportart mit integriert, denn in den nördlichen Schären müssen die Teilnehmer auch beim Paddeln ihre Leistung zeigen.

Das Ten Island Race umfasste sämtliche bewohnten Inseln der nördlichen Schären und baute zudem darauf auf, dass auf jeder der Inseln der höchste Punkt betreten werden musste. Von den 50 zugelassenen Teams traten letztendlich 37 Paare an, die sich nach den Regeln nie weiter als zehn Meter voneinander entfernt sein durften, was im Grunde voraussetzte, dass die beiden Partner in allen drei Sportarten etwa gleich stark waren und bereit waren auch eine extreme Leistung zu bringen.

Das Ten Island Race ging über eine Gesamtstrecke von 46,24 Kilometer, wobei 26,8 Kilometer im Spurt zurückgelegt werden mussten, 18,2 Kilometer im Kajak und 1,24 Kilometer schwimmend, allerdings bei kräftigem Gegenwind und einer Wassertemperatur von gerade einmal 17 Grad. Nicht verwunderlich war allerdings, dass die Veranstalter viele Gesichter des diesjährigen Insellaufs zu sehen bekamen, die erneut ihre Grenzen suchten. Der Gewinn der Veranstaltung in Höhe von 30.000 Kronen wurde an die Organisation Missing People gespendet, die ehrenamtlich nach spurlos verschwundenen Personen sucht.

Herbert Kårlin

Samstag, 10. August 2013

Die Schären vor Göteborg immer attraktiver


Bis 1997 waren die südlichen Schären vor Göteborg ein militärisches Schutzgebiet zu dem Touristen keinen Zutritt hatten, aber durch weitere Beschränkungen auch dazu führte, das die Göteborger Bevölkerung nur ein begrenztes Interesse an den Badestränden und Schönheiten der Inseln zeigte. Seit das Gebiet nun jedoch immer mehr für touristische Zwecke ausgebaut wird, ändert sich die Situation.

Nun meldet die Styrsöbolaget, die den Fährbetrieb zu den Schäreninseln aufrecht hält und Teil der städtischen Verkehrsbetriebe ist, dass im Juli dieses Jahres 304.000 Passagiere auf den Booten gezählt wurden, eine Menge, die 19,5 Prozent über der Zahl des gleichen Monats des Vorjahres liegt und einen absoluten Rekord für die Styrsöbolaget darstellt, denn noch nie in der Geschichte der Gesellschaft wollten so viele Personen in nur einem Monat die Inselwelt vor Göteborg entdecken.

Die meisten Besucher der Inseln, für die an gewissen Tagen sogar Sondertouren eingesetzt wurden, haben bisher allerdings weniger die einzigartige Natur der verschiedenen Inseln gesehen oder einen der Wanderwege genommen, sondern wollten einfach im klaren Wasser der Schären baden, da hier, außer den Fähren, nur Freizeitboote verkehren und die Strömungen nahezu immer für ein klares Wasser sorgen, allerdings dieses Jahr auch Feuerquallen mit an den Strand brachten.


Herbert Kårlin

Sonntag, 4. August 2013

Der Insellauf (Öloppet)in Göteborg


Am gestrigen Samstag fand auf den Schären vor Göteborg der zweite Insellauf (Öloppet) statt an dem in diesem Jahr über 400 Hochleistungssportler teilnahmen, die sich wohl gerüstet zu einer der schwierigsten sportlichen Veranstaltungen Göteborgs aufmachten und teilweise das letzte gaben um vor 19 Uhr im Ziel auf der Schäreninsel Donsö anzukommen. Was die Veranstaltung noch erschwerte, war die Tatsache, dass niemand allein an den Start durfte, sondern aus Sicherheitsgründen, einen Partner neben sich hatte, ein Ansporn und eine Bremse gleichzeitig.

Die Veranstaltung, die dieses Jahr rund doppelt so viele Teilnehmer zählte als im vergangenen Jahr, forderte von allen Teilnehmern eine enorme Leistung, denn sie mussten insgesamt 4,9 Kilometer schwimmend zurücklegen und 31,7 Kilometer im Sprint, wobei die längste zusammenhängende Schwimmstrecke über 720 Meter ging, glücklicherweise bei einem relativ ruhigen Meer, jedoch teilweise bei stärkeren Gegenwinden, weswegen Rekordzeiten nicht erreicht werden konnten.

Am zweiten Öloppet nahmen 159 Herrenmannschaften, 30 gemischte Paare und 18 Frauenequipes teil, wobei das 142. Paar gerade noch wenige Sekunden vor der längst möglichen Zeit, nämlich innerhalb von neun Stunden ins Ziel ging. Da der Öloppet in mehreren Kategorien aufgeteilt ist, waren die ersten vier, die ins Ziel gingen, nicht die Gewinner des „Langen Laufes“, aber die Teams 29 und 40 waren die ersten die vom Publikum, das am Hafen in Donsö auf die Läufer und Schwimmer wartete, mit großem Beifall begrüßt wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. Juli 2013

Die Göteborger Schären sind ein beliebter Wohnort

In nahezu allen Teilen Schwedens schrumpft die Anzahl der Personen, die ganzjährig auf einer Schäreninsel wohnen, was dazu führt, dass außerhalb der Sommermonate die Infrastruktur sich verschlechtert und die Schären sich mehr und mehr in Ferieninseln verwandeln, die für Personen mit einem eigenen Boot immer interessanter werden und sich durch Vermietung auch in rentable Immobilienprojekte verwandeln, da der Strand nahe ist, jedoch ohne wirkliches Leben sind.

Eine Ausnahme bilden hier die Schären vor Göteborg, denn hier stieg innerhalb der letzten sieben Jahr die Anzahl der festen Bewohner um rund 400 Personen an, trotz der Probleme, die das Bewohnen einer Insel verursacht, da man dort meist weit entfernt von seinem Arbeitsplatz wohnt und auf Brücken, Fähren und Boote angewiesen ist. Das Bevölkerungswachstum betrifft alle schon bisher fest bewohnten Inseln der Schären Göteborgs, zeigt sich jedoch am deutlichsten an den Inseln Öckerö, Hälsö, Fotö und Hönö.

Was allerdings die Schären Göteborgs von zahlreichen anderen Inseln Schwedens unterscheidet, ist die Zugänglichkeit, denn alle fest bewohnten Inseln sind entweder über eine Brücke oder aber mit Linienfähren zu erreichen, wobei selbst die am weitest vom Festland entfernten Schäreninsel mit einem Katamaran innerhalb von gut 20 Minuten von Göteborg aus zu erreichen ist, eine Situation, die viele der knapp 390 anderen fest bewohnten Inseln Schwedens nicht bieten können.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. Juli 2013

Traumgrundstücke in Göteborg mit Nachteilen

Wer von einem sehr großen Grundstück in idealer Lage auf der Schäreninsel Donsö direkt vor der Stadt Göteborg träumt, sollte die Versteigerung der Verteidigung im kommenden September nicht verpassen, denn es wird dort ein Grundstück mit 53.000 Quadratmetern und eine weiteres mit 77 Quadratmetern angeboten, eines mit Bootssteg und großzügigem Zugang zum Meer.

Der kleine Nachteil der beiden Grundstücke ist jedoch, dass man gegenwärtig kaum mehr mit dem Grundstück anfangen kann als dort zu baden, mit dem Boot anzulegen, zu sonnen und spazieren zu gehen, denn auf einem der Grundstücke gibt es keinerlei Gebäude und auf dem anderen nur ein sehr kleines Ferienhaus ohne Wasseranschluss, ohne Abfluss oder anderen Eigenschaften. Um zu übernachten muss man daher auf ein Zelt zurückgreifen.

Auf den beiden Grundstücken liegen allerdings auch noch einige andere Probleme, denn zum einen ist die Frage ob die Grundstücke nicht an die ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden müssen, da sie einst zwangsweise an die Verteidigung verkauft werden mussten, zum anderen sind sie als touristisch interessant eingestuft, überwiegend von Strandschutz betroffen sind und es völlig offen ist wann darauf auch gebaut werden darf. Die Objekte bleiben daher erst in der Zukunft rentabel.

Herbert Kårlin

Montag, 1. Juli 2013

Feuerquallen erobern Göteborgs Küste

Wer dieses Jahr in Göteborg und seiner Umgebung Urlaub macht, kann bisher bei einigen seiner Sorgen beruhigt werden, denn gegenwärtig gibt es in diesem Raum nur sehr wenige der so gefürchteten myggor, also Schnaken. Ebenso die Anzahl der Zecken hält sich in Grenzen, da der vergangenen Winter jeder Art von Insekten das Überleben sehr schwer machte, was jedoch nicht bedeutet, dass nicht kleinere Gebiete dennoch problematisch sein können.

Auf ein weitaus größeres Problem treffen jedoch jene, die im Meer baden wollen, denn das Wasser zeigt dieses Jahr eine ideale Temperatur für Quallen, was insbesondere bedeutet, dass sich entlang der Küste eine sehr große Menge an Feuerquallen aufhält mit denen man im Wasser weniger Bekanntschaft schließen möchte. Gegenwärtig kommen Feuerquallen selbst bis an den Strand, da sich das Wasser bisher nicht aufwärmen konnte.

Feuerquallen kommen nur in kälterem Wasser vor und ernähren sich überwiegend von ungefährlichen Ohrenquallen. Wenn man daher Ohrenquallen in der Nähe sieht, so sind die Feuerquallen meist nicht weit davon entfernt. Nur wenn bereits in den nächsten beiden Wochen eine Hitzewelle in Westschweden einbricht, wird man von den Feuerquallen befreit werden, da diese bei wärmerem Wasser die Tiefe vor der Küste suchen. Allerdings ist von diesem Wärmeeinbruch im Moment noch kein Zeichen zu finden und die Feuerquallen erobern sowohl die Schären als das Wasser im Bohuslän.

Herbert Kårlin

Dienstag, 25. Juni 2013

Offshore-Windkraft in Göteborg eine Streitfrage

Nachdem der geplante Windpark im Hake Fjord in der Hafeneinfahrt Göteborgs bereits Umweltschützer, Bewohner mehrerer Inseln und Besitzer von Freizeitbooten wegen der geplanten Lage und Höhe auf die Palme bringt, beginnen sich nun auch Parteien Göteborgs in dieser Frage immer weiter zu entzweien, auch wenn es sich dabei mehr um wahlstrategische Streitereien handelt als um sinnvolle und konstruktive Argumente.

Das Problem mit dem seit 2008 geplanten Windpark, der aus 15 Windkraftwerken mit einer Höhe von bis zu 190 Metern umfassen soll, ist indes sehr vielschichtig zu sehen, denn die Grünen unter Kia Andreasson kümmern sich wenig um die Wünsche der Bevölkerung und wollen den Windpark unter allen Umständen aufbauen, auch wenn die Vorlage der bisherigen Unterlagen kaum ausreichen um Schäden, Nutzen oder auch die mögliche Finanzierung zu bewerten. Aber der Kampf um den Offshore-Windpark soll 2014 grüne Wähler bringen.

Die Moderaterna und die Volkspartei dagegen widersetzen sich dem Projekt und wollen es auf jeden Fall verhindern, da die Finanzlage der Stadt und die nötigen Ausgaben zur Infrastruktur, sowie die Kosten für die geplante 400-Jahresfeier der Stadt keinerlei Extravaganzen zulassen. Außerdem wissen beide Parteien, dass sich gerade Personen mit höherem Einkommen gegen den Windpark wehren und eine Partei wählen werden, die sie im Kampf gegen die Pfeiler im Meer schützt.


Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Juni 2013

Mehr Sicherheit für Freizeitboote

Nachdem die Anzahl der Besitzer von Freizeitbooten jedes Jahr ansteigt und die Westküste vor Göteborg ein sehr beliebtes Ziel für Bootbesitzer ist, zählt man hier auch jedes Jahr mehr Boote, die auf Felsen auflaufen, was an der Küste des Västra Götalands auch kein großes Wunder ist, da sich in der Nähe der Schäreninseln sehr viele verräterische Felsen nur knapp unter der Wasseroberfläche verstecken, völlig unsichtbar für die Fahrer von Motorbooten.

Im vorigen Jahr wurden dem Seefahrtsamt allein an der Westküste 19 Unfälle gemeldet bei denen Boote auf diese verräterischen Felsen aufgelaufen waren, was im Verhältnis zu den insgesamt 130 ähnlichen Problemen in ganz Schweden eine relativ hohe Anzahl ist. Viele dieser Felsen sind bis heute auch nicht auf den Seekarten eingetragen, so dass selbst erfahrenere Bootseigner in Schwierigkeiten geraten können, falls sie nicht über die modernste Technik verfügen.

Um die Unfälle in Zukunft weitgehend zu vermeiden hat das Seefahrtsamt nun ab 1. Juni einen Wettbewerb ausgeschrieben bei dem alle, die die verräterische Stellen kennen diese melden sollen, damit die entsprechenden Felsen auf den Seekarten eingetragen werden können oder auch mit einem warnenden Seezeichen gekennzeichnet werden können. Bisher wurden dem Seefahrtsamt bereits Stellen mitgeteilt an denen pro Jahr bis zu 30 Boote aufgelaufen sind, eine Anzahl, die zum ersten Preis führen kann. Diese Gefahrenstelle befindet sich direkt vor der Küste Göteborgs.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. März 2013

Das Problem der Osterfeuer in Göteborg


Der Mangel an Regen, der häufige Wind und die strahlende Sonne der letzten Wochen haben Westschweden in ein Trockengebiet verwandelt an dem allein am vergangenen Wochenende über 50 Grasbrände gezählt wurden, da viele Schweden nicht auf ihre Einweggrills verzichten wollten oder gar Zweige und Blätter verbrennen wollten. Die Folge davon ist nun, dass eine Gemeinde nach der anderen jedes offene Feuer verbietet.

In großen Teilen des Bohuslän und auf zahlreichen nördlichen Schäreninseln traten die Verbote bereits in Kraft, was sich zu einer Kraftprobe zwischen Verwaltung und Bürgern entwickeln kann, da das Verbot von offenen Feuern sich auch über die Ostertage hinweg erstreckt, also an zahlreichen Orten keine Osterfeuer entfacht werden dürfen, obwohl sich ganze Inseln seit Weihnachten darauf vorbereiteten und diese Tradition von vielen nahezu so wichtig genommen wird wie Mittsommer.

Auf den südlichen Schären Göteborgs und in der Stadt selbst zögert man noch mit einer Entscheidung, da man die Tradition des Osterfeuers erhalten möchte und jede Konfrontation vermeiden will, zumal auf den Schären vor Göteborg jede Insel mit den anderen um das größte Feuer konkurriert. Ein Risiko ist dieses Jahr auf jeden Fall, dass ein Osterfeuer, das einen größeren Brand verursacht, vor Gericht enden wird, da die Organisatoren der Osterfeuer für die Sicherheit verantwortlich sind.

Copyright Foto und Text: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Freitag, 5. Oktober 2012

Windkraft vor Göteborgs Toren


Nachdem sich die Stadt Göteborg immer häufiger Entscheidungen fällt ohne auf die Meinung ihrer Wähler zu hören oder sie rechtzeitig über geplante Entscheidungen sachkundig zu informieren, steigt der Widerstand gegen die links-grüne Regierung der Stadt nahezu täglich. Neben dem Infrastrukturpaket, das nur von den Politikern als optimal bezeichnet wird, zeichnet sich nun auch ein Konflikt zur Windkraftpolitik Göteborgs ab, der mangels Information zu einer Zerreißprobe für die Politiker werden kann.

Während der geplante Windkraftpark in Ale aus finanziellen Gründen vorerst nicht gebaut wird, will Goteborg Energi mit der grünen Stadtpolitikerin Kia Andreasson an der Spitze den Bau von 15 Windkraftwerken in der Hafeneinfahrt der Stadt so schnell wie möglich in Angriff nehmen, auch wenn sich mittlerweile eine Widerstandsgruppe von über 1000 Personen gebildet hat, die, wenn auch teilweise aus sehr eigenwilligen Gründen, einen anderen Platz für die Windkraftwerke fordern und feststellen, dass sich Göteborg Energi sehr wenig Mühe machte Alternativstellen zu finden.

Die Gruppe Göteborgs Kultur och Miljöarv behauptet nun, dass die von Göteborg Energi gewählte Stelle instabil sei, da man dort Schlamm ablagerte, der zudem mit Umweltgiften angereichert ist, die sich bei Bohrungen im Meer verteilen werden und die Meeresökologie ins Ungleichgewicht bringen. Hinzu kommt, dass große Teile der Gewässer Privatbesitz seien. Auf diese Argumente antwortet Kia Andreasson lediglich, dass alle Möglichkeiten im Raum Göteborg ausführlich geprüft wurden und de Hakefjord die idealste Stelle für die 15 Windkraftwerke sei statt sachkundige Gründe vorzulegen.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. September 2012

Freizeitboot verursachen Probleme für die Schären

Nach vier Jahren Forschung im Sannäsfjorden, nördlich von Grebbestad, legt die Universität in Göteborg nun eine Studie vor, die belegt, dass die steigende Anzahl an Freizeitbooten bedeutende Schäden im Wassermilieu der westschwedischen Schären anrichtet und dringend Wege gefunden werden müssen, die die Belastung des Wassers reduziert, will man irreversible Dauerschäden vermeiden.

Das rapide Ansteigen der Menge an Freizeitbooten, die sich während des Sommers zwischen den Schären der Westküste bewegen beeinflusst das Meeresmilieu mehrfach, denn zum einen landen durch den Abrieb der Bootfarben immer mehr Schwermetalle und andere giftige Elemente auf dem Meeresgrund, aber auch die Abgase der immer stärkeren Motoren mit immer höheren CO2 Werten, begleitet von anderen Giftstoffen, die sich im Wasser binden, bilden eine steigende Gefahr, zumal die Schären eine Sedimentfalle bilden, die Giftstoffe also nicht aus dem nahezu geschlossenen Milieu ausgespült werden können.

Nach Kjell Nordberg der Geowissenschaftlichen Fakultät der Universität Göteborg ist die Lage bereits heute in einem Grenzbereich und fordert dringend Maßnahmen, die eine weitere Belastung des Meeresmilieus verhindern. Die wichtigste Maßnahme wäre die Anwendung der umweltschädlichen Farben gesetzlich zu verbieten, da es hierfür Alternativen gibt, aber auch das Auslagern der Bootsstege in den äußersten Bereich der Schären wäre nach den Forschern eine Überlegung wert.

Herbert Kårlin

Sonntag, 26. August 2012

Internationale Übungen in den Schären vor Göteborg

Bevor nun die schwedische Regierung über die Ausdehnung der Schießübungen in den südlichen Schären vor Göteborg entscheidet, sagt die Stadt Göteborg einheitlich nein zu den 115 Tagen an scharfen Schießereien, da damit die Anwohner zu stark gestört werden und die geplante Entwicklung der Inseln in Frage gestellt wird. Allerdings sind sich rechter und linker Flügel Göteborgs über die tatsächlichen Beschränkungen der militärischen Übungen nicht einig.

Das Problem zwischen den beiden Blocks betrifft die Anzahl der Tage mit internationalen militärischen Übungen auf den Schären Göteborgs, denn während der linke Block in keinem Fall will, dass öfter als 50 Tage auf den Inseln und auf dem Meer zwischen den Inseln scharf geschossen wird, sieht der rechte Block kein Problem diese Zeit bei internationalen Übungen, zum Beispiel innerhalb eines Nato-Verbands, auszudehnen um dann im nächsten Jahr die entsprechenden Tage wieder abzuziehen.

Ein Teil des Stadtrats will im Grunde sogar jede internationale Übung auf den Schären  verhindert, da diese eine extreme Belastung für die Bewohner bedeuten, vor allem wenn das Urteil des Umweltgerichts angewandt wird, da nach dem Urteil überhaupt keine Begrenzungen für diese Fälle vorgesehen sind und damit auch im Sommer die Touristen von ihrem Vergnügen abgehalten werden können. Nun liegt der Ball bei der Regierung, was allerdings bedeuten könnte, dass 115 Tage Belästigung für die Göteborger Schären als sinnvoll betrachtet werden.

Herbert Kårlin