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Samstag, 5. Juli 2014

Rollende Zahnärzte in Göteborg und dem Västra Götaland

Vor allem zwei Gruppen an Personen sind in Schweden teilweise sehr schwer oder nur mit einem größeren Aufwand in die Praxen der Zahnärzte zu bringen, obwohl gerade diese beiden Gruppen die Zahnpflege, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen, am Nötigsten haben, nämlich Schulkinder und ältere Personen, die Gehschwierigkeiten haben, in Heimen untergebracht sind oder über keinerlei Verkehrsmittel in nächster Nähe verfügen.

Im nordöstlichen Göteborg hatte man dieses Problem bisher mit einem voll als Praxis eingerichteten Zahnarztbus gelöst, der sich in einem beschränkten Radius zu den Patienten bewegen konnte. Als dieser Bus dann jedoch zu alt wurde, entschloss sich nun die Region Västra Götaland statt einem dieser Busse gleich zwei neue rollende Praxen anzuschaffen. Bereits ab kommendem Herbst wird daher die zahnärztliche Versorgung im Raum Göteborg für zwei wichtige Gruppen bedeutend verbessert werden.

Die Zahnarztbusse haben natürlich zudem den Vorteil, dass sie nicht nur zu Schulen oder Altersheimen fahren können, sondern sich vollkommen frei bewegen können. Gegenwärtig steht, zum Beispiel, einer der beiden neuen Busse auf Heden wo die Zahnärzte den Teilnehmern des Partille Cup bei Zahnproblemen jeder Art zu Hilfe kommen können. Nach Aussagen der Journalisten von Sveriges Radio erwägt die Region in naher Zukunft auch einen dritten Bus in eine Zahnarztpraxis zu verwandeln, der dann nicht mehr auf Göteborg beschränkt sein wird, sondern durch die gesamte Region rollen wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 15. Februar 2014

Der Service in Göteborger Altenheimen lässt zu wünschen

Auch wenn es heutzutage als normal betrachtet wird, dass ältere Personen in Alters- und Pflegeheimen jeden Tag beschäftigt werden und auch selbst entscheiden können wann sie am Abend ins Bett gehen, oder ob sie vielleicht noch in Gesellschaft einige Zeit vor dem Fernseher verbringen wollen, so ist dies in Göteborg davon abhängig in welchem Stadtteil man sich befindet.

Unter den zehn Stadtteilen Göteborgs entscheidet in vieren das Personal wann sich die Mieter in ihr Zimmer zurückziehen müssen und die Bettruhe beginnt und in dreien wird an Wochenenden keinerlei gemeinsame Aktivität angeboten, eine Leistung, die man sonst in ganz Schweden finden kann. Dass sich dadurch ältere Personen bevormundet fühlen und sich in den Heimen nicht als zu Hause empfinden ist verständlich, auch wenn die Stadt Göteborg dies vielleicht nicht versteht.

Die Ursache für diesen Missstand sind natürlich die Einsparungen, die Göteborg in allen Bereichen betreibt bei denen es keine Lobbyarbeit gibt. Das Personal in den Alters- und Pflegeheimen ist daher zu knapp bemessen und kann daher in einigen Stadtteilen nicht einmal die grundlegenden Leistungen bringen. Dabei ist es keine Frage des Geldmangels, denn die Direktoren der städtischen Unternehmen und die Leistungen für die Politiker der Stadt steigen permanent an.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. September 2013

Göteborger Koch erregt landesweit Aufsehen

Der Göteborger Koch Leif Mannerström veröffentlichte in der Tageszeitung GP in Form eines Debattenartikels seine Idee, die die Küche in Altersheimen verbessern kann und konnte mit seiner Idee so vielen Personen aus dem Herzen sprechen, dass der Beitrag  innerhalb von zwei Tagen über 14.000 Mal über Twitter und Facebook verteilt wurde und damit zu einem der meist verteilten Artikel der Göteborger Tageszeitung wurde.

Leif Mannerström bezog sich auf eine Fernsehreportage, die ein Altersheim zeigte in dem das Essen unzumutbar war und mit Sicherheit nicht von den Angestellten gegessen wurde, die es an ihre Gäste verteilten. Mannerström schlug deshalb vor, dass alle, die im Reichstag sitzen einen Monat lang das gleiche Essen serviert bekommen sollen wie die Bewohner des Altersheims, damit sie sich endlich Gedanken darüber machen was würdiges Altern bedeutet, denn gutes Essen zu servieren ist nicht unbedingt die Frage von Geld, sondern eine Frage des Engagements und der Wahl der Mitarbeiter.

So stark die Bevölkerung auch von Mannerströms Beitrag berührt war, auf die Antwort eines einzigen Politikers wartet der Koch immer noch, denn selbst die Lokalpolitiker Göteborgs hüllen sich in ein eisernes Schweigen. Nach Mannerström ist dies allerdings logisch, denn nach ihm halten es die Politiker des Landes für völlig ausgeschlossen selbst alt zu werden und in ein Heim zu kommen. Ein solcher Gedanke wird im Gehirn eines Politikers einfach blockiert.

Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Februar 2011

Ökologisches Essen in Göteborgs Großküchen

In den Großküchen Göteborgs wird von Jahr zu Jahr mehr ökologisch produziertes Essen serviert. Vor allem Gemüse und Getreide kommt immer häufiger von biologisch arbeitenden Höfen. Ziel der Stadt ist, noch in dieser Mandatsperiode ganz auf ökologisches Essen umzustellen.

Aber noch ist das Ziel weit entfernt, denn selbst im Zentrum Göteborgs arbeiten Großküchen heute gerade einmal mit 25 Prozent ökologischen Waren und in anderen Stadtteilen wie Västra Frölunde wird in Großküchen gerade einmal die Hälfte dieser Quote erreicht und ökologisches Fleisch ist meist ganz abwesend.

Während in Altersheimen und Kindergärten Ökologie in gewisser Weise seinen Einzug hielt, sind Gymnasien noch weitaus weiter vom Ziel entfernt, denn hier zählt man gerade einmal sechs Prozent ökologisches Essen. Die Hauptbremse in dieser Entwicklung ist jedoch nicht ein Mangel an Bereitschaft, sondern dass sich die Budgets Göteborgs nicht den höheren Preisen für biologische Waren anpassen.

Herbert Kårlin

Montag, 7. Dezember 2009

Göteborg soll in zehn Stadtteile eingeteilt werden

Die Göteborger Stadskansliet, die zuständig ist für die organisatorische Planung Göteborgs, kam zum Schluss, dass es strukturell sinnvoll wäre aus den zur Zeit 21 Stadtteilen Göteborgs zehn zu machen, die dann jeweils über 50.000 bis 60.000 Einwohner verfügen wurden. Ziel ist zum einen Geld innerhalb der Verwaltung einzusparen, zum anderen aber die Organisation Göteborgs zu vereinfachen.

Um dies durchsetzen zu können wird nun die politische Führung Göteborgs über den Vorschlag der Stadskansliet diskutieren um dann im Januar 2010 über den Vorschlag abzustimmen. Da die entsprechende Untersuchung von der politischen Führung der Stadt beauftragt war, gilt die neue Einteilung Göteborgs in zehn Stadtteile ab Januar 2011 als relativ sicher.

Nach Stadskansliet und Stadtrat wird die Neustrukturierung der Stadt vor allem schnellere Entscheidungen zulassen, die den Bürgern zum Vorteil gereichen. Kritiker hingegen befürchten, dass dann die bisher kleinsten Stadtteile noch mehr benachteiligt werden, da sie selbst keinerlei Entscheidungen mehr treffen können. Sie befürchten vor allem, dass sie Bibliotheken, Kindergartenplätze und Altersheime verlieren werden, die dann in die Gesamtstruktur eingehen und den bisherigen größeren Stadtteilen zu Gute kommen und damit die Gesellschaft Göteborgs noch mehr spalten als bisher.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. September 2009

In Göteborger Altersheimen regieren Psychopharmaka

Die Alterheime Göteborgs können zwei wenig rühmlichen Rekorde in Schweden aufweisen. Es wird landesweit am meisten an Personal gespart und die älteren Menschen werden am meisten mit Drogen still gestellt. Zwei Rekorde, die jedoch vermutlich zusammenhängen und der Sozialpolitik der Regierung Göteborgs anzulasten sind.

Die Situation ist leider nicht ganz neu und in vielen Altersheimen scheint es normal zu sein, seinen Bewohnern am Tag drei bis vier beruhigende Pillen, sprich Psychopharmaka, zu geben. Die Probleme sind nicht in allen Stadtteilen gleich groß, denn in Askim und Härlanda spart man am meisten Personal ein, während in Högsbo, Majorna und Älvsborg der Medikamentenmissbrauch am höchsten ist. Vom Gleichheitsprinzip ist daher in manchen Teilen Göteborgs wenig zu spüren.

Marina Johansson, die sozialistische Verantwortliche für Heimdienst und Altersheime in Göteborg, sieht kaum Probleme wegen eines Personalmangels und sieht die Fehler mehr bei den Geschäftsführern der Altersheime. Über den Tablettenmissbrauch ist sie seit langem informiert, wobei, nach ihrer Aussage, innerhalb der Stadtpolitik ein Strategie dagegen vorgesehen ist, auch wenn bisher niemand diese Strategie zu kennen scheint.

Herbert Kårlin