Posts mit dem Label Psychopharmaka werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Psychopharmaka werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 3. Mai 2010

Schlafmittelmissbrauch bei Göteborgs Schülern

Während der letzten drei Jahren hat sich der Verkauf von Schlaftabletten und Beruhigungsmittel (Psychopharmaka) an Jugendliche im Göteborger Raum verdoppelt. Jährlich werden allein in den Apotheken im Västra Götaland mittlerweile 522.000 Tagesrationen verkauft, fast ein fünftel mehr als im Stockholmer Raum.

Betroffen von diesem Missbrauch an Schlaftabletten und Beruhigungsmittel sind Kinder und Jugendlichen jeden Alters, was bedeutet, dass gerade Eltern und Ärzte sehr schnell zu Tabletten greifen statt die Ursache der Schlafstörungen zu suchen um gezielt helfen oder eingreifen zu können.

Die Folgen des hohen Konsums an beruhigenden Mitteln sind vielseitig. Eine Untersuchung des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses zeigt, dass Jugendliche mit hohem Konsum an Beruhigungsmitteln häufiger Selbstmord begehen und auch einfachen Zugang zu einer Überdosis haben. Aber auch die schulischen Leistungen sinken, da der häufige Gebrauch von Schlaftabletten dazu führt, dass die Reaktionsschwelle herabgesetzt wird und Kinder einen Tag mehr wie im Traum erleben.

Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Dezember 2009

Missbrauch an Antidepressiva in Göteborg

Nirgends in Schweden werden so viele Antidepressiva (Psychopharmaka) geschluckt wie in der Region Göteborg, wobei die Bewohner der Stadt hier die Statistik anführen. Der hohe Verbrauch erfordert nun Maßnahmen, die die Verschreibung, und damit auch die Benutzung, in der Region um etwa 20% senken.

Der Missbrauch von Antidepressiva im Göteborger Raum ist seit Jahren bekannt, wobei jede Aufklärungsmaßnahme bisher ohne bedeutenden Erfolg blieb. Egal, ob ein Patient über Unruhe klagt, über Stress oder eine ungewöhnliche Belastung, werden ihm in Göteborg Psychopharmaka verschrieben, wobei auch in Alters- und Pflegeheimen der Griff zu Antidepressiva an der Tagesordnung ist.

Im Västra Götaland werden außer Antidepressiva auch überdurchschnittlich viele Schmerzmittel, und vor allem Schlaftabletten, verkauft, da das Schlafproblem im Västra Götaland bedeutender zu sein scheint als in anderen Regionen Schwedens. Inwieweit ein Zusammenhang zwischen Schlaflosigkeit und Antidepressiva besteht wurde bisher nicht untersucht. Sichert ist jedoch, dass der Missbrauch beider Mittel reduziert werden muss.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. September 2009

In Göteborger Altersheimen regieren Psychopharmaka

Die Alterheime Göteborgs können zwei wenig rühmlichen Rekorde in Schweden aufweisen. Es wird landesweit am meisten an Personal gespart und die älteren Menschen werden am meisten mit Drogen still gestellt. Zwei Rekorde, die jedoch vermutlich zusammenhängen und der Sozialpolitik der Regierung Göteborgs anzulasten sind.

Die Situation ist leider nicht ganz neu und in vielen Altersheimen scheint es normal zu sein, seinen Bewohnern am Tag drei bis vier beruhigende Pillen, sprich Psychopharmaka, zu geben. Die Probleme sind nicht in allen Stadtteilen gleich groß, denn in Askim und Härlanda spart man am meisten Personal ein, während in Högsbo, Majorna und Älvsborg der Medikamentenmissbrauch am höchsten ist. Vom Gleichheitsprinzip ist daher in manchen Teilen Göteborgs wenig zu spüren.

Marina Johansson, die sozialistische Verantwortliche für Heimdienst und Altersheime in Göteborg, sieht kaum Probleme wegen eines Personalmangels und sieht die Fehler mehr bei den Geschäftsführern der Altersheime. Über den Tablettenmissbrauch ist sie seit langem informiert, wobei, nach ihrer Aussage, innerhalb der Stadtpolitik ein Strategie dagegen vorgesehen ist, auch wenn bisher niemand diese Strategie zu kennen scheint.

Herbert Kårlin