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Sonntag, 31. August 2014

Fotoverbot in Kindergärten Göteborgs

Seit diesem Herbst haben sich die Kindergärten in Askim-Frölunda-Högsbo, einem grösseren Stadtteil Göteborgs, dazu entschlossen Gruppen- und Einzelbilder ganz zu verbieten. Als Ursache findet man mehrere Gründe, unter andrem, dass dies Eltern indirekt zum Kauf von Bildern zwingt, die sich diese Ausgabe teilweise nicht leisten können, zum anderen weil das Fotografieren nicht als Unterricht betrachtet werden kann, aber auch, weil dadurch Kinder mit geschützter Identität auf Bildern erscheinen können.

Insbesondere die dafür angeheuerten Schulfotografen, die in der Regel nur mündliche Verträge mit den Kindergärten haben und erst kutz vor dem neuen Kindergartenjahr vom Verbot unterrichtet wurden, zeigen sich über diese Massnahme stark verärgert, denn für viele war dies eine wichtige Einnahme zum Herbstbeginn. Mehrere Fotografen halten das Verbot zudem für völlig unsinnig, da sie seit 25 Jahren die Kinder fotografierten und nicht verstehen wollen, dass sich Verhältnisse ändern können.

Problematisch wird nun allerdings der Punkt mit den Verträgen, denn weder die Leitungen der Kindergärten noch die Fotografen wissen ob sie nun eine Entschädigung zahlen müssen, beziehungsweise ein Anrecht darauf haben, da die Kosten bisher durch den Kauf der Bilder von den Eltern übernommen wurden, die jedoch keinerlei Abkomen mit einem der Fotografen haben. Unter Umständen müssen nun die Gerichte darüber entscheiden, denn die Fotografen hatten natürlich bereits ihre Zeiten für Kindergärten eingeteilt und dadurch einen bedeutenden Verdienstausfall.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. April 2014

Probleme eines Kindergartens in Göteborg

Bereits neun Klagen über einen einzigen Kindergarten Göteborgs wurden von Eltern beim Schulamt eingereicht ohne dass dies bisher zu einem Ergebnis geführt hätte. Die Eltern beklagen sich insbesondere darüber, dass Kinder gekränkt und auch geschlagen werden, in der Regel von anderen Kindern, ohne dass die Erzieher eingreifen.

Als besonders kritisch sehen die Eltern dabei an, dass die Erzieher diese Probleme den Eltern nicht mitteilen und sämtliche Probleme intern unter den Tisch kehren statt den offiziellen Routinen zu folgen. Nach der Göteborgs-Posten kam in einem Fall ein Kind sogar mit einer Heftklammer im Kopf zu Hause an und musste von den Eltern zur Notaufnahme gebracht werden, da die Erzieher den Vorfall entweder nicht bemerkten oder nicht sehen wollten.

Auf Fragen erklären einige Erzieher, dass es in ihrem Kindergarten keine Probleme gäbe und alles, was dort als negativ betrachtet wird, auf die kulturellen Unterschiede der Kinder zurückzuführen sei, eine Aussage, die man im Grunde nur als rassistisch betrachten kann, da die Aufgabe der Erzieher gerade ist die Integration zu fördern und Kindern mit ausländischer Herkunft die schwedische Mentalität zu erklären und näher zu bringen.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Dezember 2013

Göteborg richten einen Rat für schwedische Finnen ein

Obwohl in Göteborg rund 30.000 Personen leben, die im Alltag Finnisch sprechen, was diese Gruppe zur größten Minorität der Stadt macht, und Göteborg zudem bereits 2011 finnisches Verwaltungsgebiet wurde, werden diese 30.000 Göteborger immer noch als „Nebensache“ behandelt. Um dies zu ändern, will die Stadt 1014 einen Rat für schwedische Finnen einsetzen, der daran arbeiten soll, dass die Rechte dieser Gruppe an Personen gewürdigt werden und in der Politik der Stadt ernst genommen werden.

Der Rat soll aus 17 Mitgliedern bestehen, wobei sechs unter ihnen städtische Politiker der verschiedenen Parteien sind, deren Aufgabe im Rat bisher wenig klar ist. Die Frage ist auch, ob sie den Einfluss der Stadt im Rat stärken sollen und ob sie für diese Aufgabe zusätzlich bezahlt werden oder ob diese Leistung in die Arbeitszeit und die normale Entlohnung eingeht. Auch die Entscheidungsmöglichkeiten des Rates wurden bisher nicht definiert, da der Stadtrat in allen Fällen die endgültigen Entscheidungen fällen wird.

In der Tat haben finnische Schweden in Göteborg bisher sehr wenig erreicht, denn nur in zwei Altersheimen der Stadt ist man auf finnischsprachige Bewohner vorbereitet und der seit Jahren gewünschte Kindergarten ist immer noch ein Traum. Finnisch wird in Schulen kaum angeboten und bei Problemen mit den Ämtern ist es einfacher einen Angehörigen oder Freund mitzubringen, der Finnisch spricht als dort einen finnischsprachigen Gesprächspartner zu finden. Wichtig wäre daher zu entscheiden welche Möglichkeiten der neue Rat für schwedische Finnen bekommt.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 16. Mai 2013

Eltern fordern kleinere Gruppen in Kindergärten

Bereits gestern Nachmittag trafen sich am Järntorget in Göteborg Eltern, Verwandte, Kindergärtner und sehr viele Kinder um Plakate für die spätere Demonstration zu malen, die die Vertreter der Stadt darauf aufmerksam soll, dass es nun endgültig reicht mit den großen Kindergruppen, da immer mehr unter ihnen über mehr als 21 statt der vorgesehenen 15 Kinder verfügen und die Kinder daher nicht einmal mehr korrekt beaufsichtigt werden können.

Die Initiative zur Demonstration kam aus dem Stadtteil Majorna-Linné, wo die Stituation mit teilweise über 24 Kindern pro Gruppe am schlechtesten aussieht. Die Demonstranten fordern im Grunde nur, dass der rot-grüne Stadtrat zu seinen Versprechen steht und endlich an den Bau von Kindergärten denkt und nicht nur an Brücken, Tunnels und andere Projekte, die man zur 400-Jahrfeier stolz zeigen will.

Gegenwärtig findet man in Göteborg 7000 Kinder, die in Gruppen von über 21 Kindern untergebracht sind und im kommenden Jahr wird die Situation voraussichtlich noch weiter eskalieren. Der Durchschnitt pro Gruppe liegt gegenwärtig bei 17,6 Kindern, was bedeutet, dass in einigen privilegierten Kindergärten auch weniger als 15 Kinder gezählt werden. Dass es auch anders geht als in Göteborg beweist bereits Stockholm, wo weitaus mehr Kinder in Kindergärten untergebracht werden müssen, denn dort liegt der statistische Durchschnitt nur bei 15,2 Kindern. Die Stadtverwaltung sieht indes keinen Handlungsspielraum und verdrängt, dass 2014 erneut Wahlen sein werden und fehlgeleitete Politik Folgen haben kann.

Herbert Kårlin

Dienstag, 30. April 2013

Immer größere Gruppen in Kindergärten

Obwohl nach den Anweisungen des Schulamts nicht mehr als 15 Kinder in einer Kindergartengruppe gezählt werden sollen, da diese Menge als das Maximum für einen sinnvollen Unterricht gilt, haben die Göteborger Kindergärten gegenwärtig nach dem statistischen Durchschnitt Gruppen von 17,6 Kindern. Aber wie üblich bei einem statistischen Schnitt, so liegen dabei einige Gruppen in Elitekindergärten unter dem Durchschnitt und andere wiederum haben auch Gruppen von über 20 Kindern.

Sicherlich kann man auch von der Größe einer Gruppe nicht immer Rückschlüsse ziehen, da auch die Menge der Erzieher pro Gruppe, die Einrichtung und Ausstattung des Kindergartens sowie andere Faktoren eine Rolle spielen können. Problematisch ist jedoch, dass in Göteborg bei der Finanzierung der Kindergärten der Rotstift herrscht und auch nicht geplant ist die schwierige Situationen in den kommenden Jahren abzustellen.

Wenn man die heutige Situation mit jener des Jahres 2003 vergleicht, so stellt man fest, dass es damals kaum eine Kindergruppe von über 17 Kindern gab, heute aber in 24 Prozent der Göteborger Kindergärten mehr als 20 Kinder in jeder Gruppe gezählt werden, was bedeutet, dass diese Kinder nicht mehr entsprechend auf den Schulbesuch vorbereitet werden können und vom ersten Tag an im Hintertreffen sind. Nicht zu vergessen ist dabei, dass auch das Personal durch die hohe Belastung in eine Stresssituation gerät, die die Sicherheit der Kinder in Frage stellen kann.

Herbert Kårlin

Montag, 8. April 2013

Die Göteborger Literaturwoche für Kinder

Zwischen dem 8. und dem 14. April findet in Göteborg die mittlerweile bereits traditionelle Literaturwoche für Kinder statt in der dieses Jahr 45 Kinderbuchautoren und Illustratoren die Kindergärten und Grundschulen der Stadt besuchen werden um über ihre Arbeit zu reden, aber auch um tausenden von Kindern Literatur näher zu bringen und sie zum Lesen zu animieren.

Der Besuch der Autoren und Illustratoren in den Schulen, der seit der Jahrtausendwende in Göteborg organisiert wird, hat auch einen gewissen Nebeneffekt, denn bereits während die Literaten und Künstler noch in der Stadt sind, steigt in sämtlichen Bibliotheken Göteborgs die Nachfrage nach den Büchern genau dieser Autoren, denen es also offensichtlich immer gelingt das Interesse ihrer jungen Zuhörer zu gewinnen.

Jede Schule und jeder Kindergarten Göteborgs kann einen oder mehrere Autoren während der Literaturwoche buchen, wobei die Region Västra Götaland die gesamten Kosten für die Reise und die Unterkunft der Schriftsteller und Illustratoren übernimmt. Die Schulen und die Region teilen jedoch die Kosten des Gastes, die für die Gespräche entstehen, was leider bedeutet, dass ärmere Schulen der Stadt von dieser Aktion nicht profitieren dürfen und Schulen mit höherem Budget, die meist einen geringen Anteil an Einwanderern haben, privilegiert sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Januar 2013

Ein Kindergarten für Roma-Kinder in Göteborg

Als die Göteborger Rettungsmission im vergangenen Herbst feststellte, dass sich in Göteborg im Durchschnitt jeweils 15 Roma-Kinder unter sechs Jahren aufhalten, die keinerlei Beschäftigung haben, außer den Eltern zu folgen während diese betteln oder nach Pfanddosen suchen und sich gelegentlich mit einem Verwandten irgendwo auf den Straßen der Stadt aufhalten, wurde den Mitarbeitern der Hilfsorganisation klar, dass sie etwas gegen diese Situation übernehmen müssen.

Ion Stan, selbst ein Roma und Mitarbeiter der Rettungsmission, hatte daher die Idee einen kostenlosen Kindergarten für diese Kinder, die in den meisten Fällen aus Rumänien kommen, zu schaffen, wo sie den ganzen Tag über betreut werden, Essen bekommen, einen gewissen Unterricht erhalten und vor allem auch mit Hilfe von Lehrern Schwedisch lernen um besser für die Zukunft gewappnet zu sein.

Der Stadtrat will noch Ende Januar über diesen Vorschlag, der die Stadt 500.000 Kronen und den Rettungsdienst 300.000 Kronen kosten wird, beraten, so dass der Kindergarten bereits im Frühling seine Arbeit aufnehmen kann. Der Göteborger Rettungsdienst hofft über die Kinder auch einen besseren Zugang zu den Eltern zu bekommen, damit diese ebenfalls die schwedische Sprache erlernen und vom Betteln auf das Herstellen von Schmuck oder anderen Gegenständen übergehen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Kindergärten in Göteborg werden kritisiert

Vor den letzten Wahlen versprach die rot-grüne Mehrheit des Göteborger Stadtrates die Gruppen in Kindergärten zu reduzieren, neue Kindergärten zu bauen und eine Milliarde in den Ausbau der Einrichtungen zu investieren, damit Kinder nicht mehr in provisorischen Anlagen untergebracht werden müssen und sich in den Kindergärten wohl fühlen. Nach über zwei Jahren zeigt sich nun, dass es sich um leere Wahlversprechen handelte und die Gelder lieber in Lohnerhöhungen für die Spitzenkräfte der Stadt ausgegeben werden.

Bei der jüngsten Untersuchung der Schulinspektion wurden nun erneut die Hälfte aller Stadtteile wegen der üblen Situation im Vorschulbereich kritisiert. Statt dass die Gruppen in den Kindergärten kleiner werden, werden sie in zwei Stadtteilen im Jahr 2013 sogar größer und die anderen behalten die aktuelle Größe, da weder die nötigen Räumlichkeiten, noch das notwendige Personal zur Verfügung stehen. Erschwerend kommt hierbei hinzu, dass die Stadtverwaltung bereits zum 31. Oktober 2012 erklären sollte wie sie die Zukunft der Kindergärten sieht und wann die bisher kritisierten Punkte verbessert werden.

Die Stadt Göteborg verweist darauf, dass es keinerlei Bestimmung gibt, die darüber Auskunft gibt wie viele Kinder in einer Gruppe sein sollen, sondern die Anzahl nur auf den Bedarf der Kinder abgestimmt werden soll damit die Pädagogik nicht zu leiden hat, eine nichtssagende Aussage, die jedoch vernachlässigt, dass Psychologen hierzu sehr wohl eine klare Meinung haben. Die Schulinspektion hat nun, bei den neuen Kontrollen, in fünf Stadtteilen genau den Schwachpunkt kritisiert, dass nämlich der Bedarf der Kinder nicht berücksichtigt wird und die Pädagogik im Argen liegt.

Herbert Kårlin

Montag, 3. Dezember 2012

Kampf gegen Lärm in Göteborg

Da übermäßiger Lärm nicht nur Hörschäden verursachen kann, sondern auch das Risiko für stressbezogene Krankheiten steigert und Lärm in Schweden jährlich hunderte von Leben kostet, hat Göteborg bereits 2008 einen ersten Fünfjahresplan beschlossen, der den Lärm in Wohnungen reduzieren soll. Nun geht die Stadt die zweite Phase mit einem weiteren Fünfjahresplan an, der das Gesamtmilieu der Stadt berücksichtigt.

Nach dem neuen Plan spielt vor allem die Entspannung in Grünflächen eine wichtige Rolle, da man in Göteborg gegenwärtig zehn Grünanlagen zählt in denen die Lärmbelästigung über den gesundheitlich empfohlenen Werten liegt. Innerhalb von fünf Jahren sollen nun Methoden gefunden werden, die es ermöglichen dass der Lärm in keiner der Grünanlagen der Stadt 50 Dezibel überschreitet, was insbesondere für den Kungsparken und den Vasaparken eine wahre Herausforderung ist.

Der zweite wichtige Punkt dieses Anti-Lärm-Plans betrifft die Pausenhöfe und Spielflächen von Kindergärten und Schulen, da auch hier der nahe Straßenverkehr oft zu einer Lärmbelästigung führt, die auf Kosten der Konzentrationsfähigkeit der Kinder geht. Hier soll der maximale Lärmpegel auf 55 Dezibel begrenzt werden, was gegenwärtig bei 18 dieser Einrichtungen nicht der Fall ist. Man hofft in Göteborg im ersten Schritt auf jeden Fall bei 95 Prozent dieser Einrichtungen das angestrebte Ziel zu erreichen.

Herbert Kårlin

Samstag, 17. März 2012

Zu wenige Kindergärten in Göteborg

Auch wenn die Nachfrage nach Kindergartenplätzen in Göteborg wächst und die einzelnen Gruppen immer größer werden, was die Qualität erheblich in Frage setzt, so ist die Chance, dass sich diese Situation in den nächsten Jahren verbessert, minimal. Voraussichtlich wird man bis 2015 nicht einmal an die geplanten Plätze gelangen, zumindest nicht in den kinderreichen Gegenden Göteborgs.

Die Hauptschuld in diesen Fragen liegt indes nicht beim Göteborger Bauamt, sondern der Schwierigkeit Baugrundstücke für Kindergärten zu finden, da sich bei der Veröffentlichung jeden Planes eine Bürgergruppe entwickelt, die sich juristisch gegen den Plan wehrt und jedes Bauvorhaben entweder ganz verhindert oder aber über Jahre hinweg verzögert. Der Wunsch für Kindergärten ist vorhanden, aber sie sollen doch bitte in einer anderen Gegend gebaut werden.

Unter den sechs Bauprojekten über die man im April in Göteborg entscheiden will, gelten gerade einmal zwei dauerhaften Kindergärten. Die anderen vier sind vorübergehende Einrichtungen in Sportanlagen oder anderen gegenwärtig wenig genutzten Einrichtungen, was jedoch bedeutet, dass die entsprechende Genehmigung für maximal fünf Jahre gilt und nicht erneuert werden kann. Man muss daher davon ausgehen, dass diese Einrichtungen auch nicht für einen Kindergarten optimiert werden können und das Problem letztendlich nur noch größer wird.

Herbert Kårlin

Samstag, 26. November 2011

Lightprodukte verschwinden aus Göteborgs Schulen

Auf Anraten des schwedischen Lebensmittelamtes beschloss der Göteborger Stadtrat im Jahre 2004, dass in allen Schulen und Kindergärten Göteborgs nur noch Lightprodukte verwendet werden dürfen, was bei vielen Kindern bedeutete, dass sie zu Hause fetthaltige Milch und normale Butter essen konnten, nicht jedoch in Schulen und Kindergärten.

Nach zahlreichen Diskussionen hat die Stadt nun beschlossen, sich von den Empfehlungen des Lebensmittelamtes zu entfernen und jedem Stadtteil die freie Entscheidung über Normalprodukte und Lightprodukte zu lassen, eine Entscheidung, die voraussichtlich auch nicht alle befriedigt, da nun in Zukunft in einer Schule die alten Regeln gelten und in der nächsten, die nur 200 Meter entfernt ist, aber zum nächsten Stadtteil gehört, Kindern die von zu Hause gewohnten Produkte vorenthalten werden.

Die Kinder in Schulen und Kindergärten freuen sich mehrheitlich über die Entscheidung, auch wenn sie noch nicht wissen wie sich diese Entscheidung ab der kommenden Woche in ihren Einrichtungen auswirken wird, da nun die lokalen Stadträte, die Schulleitung und der Elternrat zu jeweils individuellen Lösungen finden muss, aber nur in Einzelfällen Normalprodukte und Lightprodukte von jedem einzelnen Kind selbst gewählt werden können.

Herbert Kårlin

Sonntag, 6. November 2011

Göteborg bietet zu wenig Kindergartenplätze

Nach dem aktuellen Gesetz vom 1. Juli des Jahres muss Göteborg für jedes Kind innerhalb von vier Monaten nach der Anmeldung einen Platz im Kindergarten bereitstellen, und zwar in einem Kindergarten, der von den Eltern gewünscht wird und in greifbarer Nähe der Wohnung liegt. Während die meisten Gemeinden Schwedens dieser Auflage nachkommen, stellt die Schulinspektion in Göteborg erhebliche Mängel fest.

Bei den gegenwärtigen Überprüfungen konnte das Schulamt bereits drei bedeutende Verspätungen entdecken, die den Eltern der Kinder erhebliche Probleme verursachten. Im Stadtteil Zentrum musste eine Familie sieben Monate lang auf einen freien Platz warten, in Lundby acht Monate und in Linnéstaden fünf Monate, wobei die Eltern in Lundby in keinem der gewünschten Kindergärten einen Platz zugewiesen bekamen und nun täglich eine größere Strecke zurücklegen müssen.

Kindergartenplätze sind für Kinder zwischen einem und fünf Jahren gedacht und können in Göteborg sechs Monate vor der Bedarf eintritt beantragt werden. Um einen Kindergartenplatz zu bekommen, muss man berufstätig sein, einem Studium folgen oder aktiv Arbeit suchen. Auch für Kinder, die eine besondere pädagogische Förderung benötigen, können im Kindergarten Plätze beantragt werden. Wer seine Abgaben für ein anderes Kind nicht bezahlt hat, bekommt erst dann einen Kindergartenplatz zugewiesen, wenn sämtliche Schulden bezahlt sind.

Herbert Kårlin

Montag, 26. September 2011

Überfüllte Kindergärten in Göteborg

Obwohl die Göteborger Regierung vor der letzten Wahl zusagte eine schnelle Lösung für übervolle Kindergärten und Kinderkrippen zu finden und nach dem Wahlsieg den verschiedenen Stadtteilen sogar 200 Millionen Kronen für diese Zwecke überwies, hat sich die Situation für die Kinder innerhalb des letzten Jahres noch verschlechtert.

Da die Führung der Stadt den Weg der Gelder nicht verfolgt und die einzelnen Stadtteile die 200 Millionen verantwortungslos einfach für Dinge verwenden, die sie für wichtig halten, bleiben Kinder in Göteborg auf der Strecke. Gegenwärtig sind in manchen Gruppen bereits mehr als 30 Kinder zu finden und jeder Vorschullehrer trägt die Verantwortung für 5,2 Kinder, was sich zweifellos auf die Qualität der Erziehung auswirken muss.

Die Ergebnisse in der Grundschule zeigen daher deutlich die Folgen, denn jedes Jahr erreichen weniger Kinder das vorgegebene Niveau. Die bürgerliche Opposition fordert nun, dass die Stadtführung die Verantwortung für Kinderhorte und Kindergärten selbst übernimmt und dadurch dafür sorgt, das die Gelder auch für das Ziel angewendet werden für das sie bestimmt sind und nicht mehr in den verschiedenen Kanälen der Stadtteile verschwinden können, was die sozialistische Führung der Stadt jedoch ablehnt.

Herbert Kårlin

Sonntag, 19. September 2010

Geburtenrate übersteigt in Göteborg die Voraussagen

Allein in den ersten sechs Monaten wurden in Göteborg fast 4000 Babys geboren und zum Jahresende rechnet man damit, dass die Anzahl an Geburten die Zahl 8000 übersteigt, was bedeutet, dass etwa 400 Kinder mehr geboren werden als die Stadt Göteborg bei ihren Zukunftsplanungen einschätzte.

Die Stadtverwaltung ging davon aus, dass in Krisenzeiten die Geburtenrate rückläufig ist und hat daher bedeutende Summen aus den Bereichen Kindergarten und Erziehung bereits anderweitig verplant. Obwohl die Kindergärten und Vorschulen jetzt schon überfüllt sind, so wird sich die Situation daher in Zukunft noch verschlechtern.

Bereits im nächsten Jahr benötigt man in Göteborg mindestens 1000 zusätzliche Plätze in Kinderhorte, damit arbeitende Mütter und Väter auch ihrer Tätigkeit weiter nachgehen können, wobei die Welle dann, bereits ein Jahr später, auf Kindergärten und anschließend auf Vorschulen seine Auswirkungen zeigen wird ohne dass von der Stadt bisher auch nur der kleinste Plan vorliegen würde, der diese Situation klären könnte.

Herbert Kårlin

Montag, 7. Dezember 2009

Göteborg soll in zehn Stadtteile eingeteilt werden

Die Göteborger Stadskansliet, die zuständig ist für die organisatorische Planung Göteborgs, kam zum Schluss, dass es strukturell sinnvoll wäre aus den zur Zeit 21 Stadtteilen Göteborgs zehn zu machen, die dann jeweils über 50.000 bis 60.000 Einwohner verfügen wurden. Ziel ist zum einen Geld innerhalb der Verwaltung einzusparen, zum anderen aber die Organisation Göteborgs zu vereinfachen.

Um dies durchsetzen zu können wird nun die politische Führung Göteborgs über den Vorschlag der Stadskansliet diskutieren um dann im Januar 2010 über den Vorschlag abzustimmen. Da die entsprechende Untersuchung von der politischen Führung der Stadt beauftragt war, gilt die neue Einteilung Göteborgs in zehn Stadtteile ab Januar 2011 als relativ sicher.

Nach Stadskansliet und Stadtrat wird die Neustrukturierung der Stadt vor allem schnellere Entscheidungen zulassen, die den Bürgern zum Vorteil gereichen. Kritiker hingegen befürchten, dass dann die bisher kleinsten Stadtteile noch mehr benachteiligt werden, da sie selbst keinerlei Entscheidungen mehr treffen können. Sie befürchten vor allem, dass sie Bibliotheken, Kindergartenplätze und Altersheime verlieren werden, die dann in die Gesamtstruktur eingehen und den bisherigen größeren Stadtteilen zu Gute kommen und damit die Gesellschaft Göteborgs noch mehr spalten als bisher.

Herbert Kårlin

Montag, 7. September 2009

Zahlreiche Studenten Göteborgs haben eine falsche Adresse

Nach schwedischem Gesetz muss man seinen Wohnsitz unmittelbar nach Umzug im zuständigen Finanzamt melden. Zahlreiche Studenten Göteborgs kommen dieser Auflage nicht und nur sehr zögernd nach, da sie oft nur vorübergehend bei jemandem einziehen, in den ersten Monaten häufig umziehen oder eine Anmeldung einfach nicht für wichtig nehmen, da sie nach dem Studium ja ohnehin wieder weg- oder zurückziehen.

Dieses Verhalten hat, außer dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, meist keinerlei direkte Folgen für die Betroffenen, solange sie keinen Arzt benötigen, kein Wohngeld beantragen müssen oder andere administrative Angelegenheiten anliegen. Zuständig in diesen Angelegenheiten ist nämlich der eingetragene Wohnort des Studenten, was unter Umständen erhebliche finanzielle Konsequenzen mit sich führen kann.

Das zweite Problem betrifft natürlich die Stadt Göteborg, da jede Planung, egal ob es sich um Ausbildungsplätze, Kindergartenplätze oder einfach die Anzahl von Ärzten handelt, auf Grund der angemeldeten Bewohner erfolgt. Je größer daher die Abweichung der realen Zahl von der eingetragenen Zahl ist, je weniger kann das gesellschaftliche Gefüge funktionieren. Allein Göteborg verliert im übrigen zwischen 1000 Euros und 3000 Euros an Einnahmen an jedem Student, der sich nicht rechtmäßig beim Finanzamt anmeldet.

Herbert Kårlin