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Montag, 3. Dezember 2012

Kampf gegen Lärm in Göteborg

Da übermäßiger Lärm nicht nur Hörschäden verursachen kann, sondern auch das Risiko für stressbezogene Krankheiten steigert und Lärm in Schweden jährlich hunderte von Leben kostet, hat Göteborg bereits 2008 einen ersten Fünfjahresplan beschlossen, der den Lärm in Wohnungen reduzieren soll. Nun geht die Stadt die zweite Phase mit einem weiteren Fünfjahresplan an, der das Gesamtmilieu der Stadt berücksichtigt.

Nach dem neuen Plan spielt vor allem die Entspannung in Grünflächen eine wichtige Rolle, da man in Göteborg gegenwärtig zehn Grünanlagen zählt in denen die Lärmbelästigung über den gesundheitlich empfohlenen Werten liegt. Innerhalb von fünf Jahren sollen nun Methoden gefunden werden, die es ermöglichen dass der Lärm in keiner der Grünanlagen der Stadt 50 Dezibel überschreitet, was insbesondere für den Kungsparken und den Vasaparken eine wahre Herausforderung ist.

Der zweite wichtige Punkt dieses Anti-Lärm-Plans betrifft die Pausenhöfe und Spielflächen von Kindergärten und Schulen, da auch hier der nahe Straßenverkehr oft zu einer Lärmbelästigung führt, die auf Kosten der Konzentrationsfähigkeit der Kinder geht. Hier soll der maximale Lärmpegel auf 55 Dezibel begrenzt werden, was gegenwärtig bei 18 dieser Einrichtungen nicht der Fall ist. Man hofft in Göteborg im ersten Schritt auf jeden Fall bei 95 Prozent dieser Einrichtungen das angestrebte Ziel zu erreichen.

Herbert Kårlin

Samstag, 6. Oktober 2012

Göteborg fühlt sich von Bäumen gestört

Die Parkverwaltung in Göteborg hat sich, trotz der sogenannten grünen Satzung, entschlossen weiterhin 100-jährige Bäume zu schlagen um sie durch junge Bäume zu ersetzen und dabei auch andere Arten zu wählen, die mehr einen Zierbaumcharakter haben als einen Alleecharakter. Als Aussage reicht den Verantwortlichen, dass die Bäume in schlechtem Zustand seien oder verjüngt werden müssen und daher verschwinden müssen bevor sie zu einer Gefahr werden, auch wenn man den Eindruck bekommt, dass es den Verantwortlichen dabei mehr um persönliche ästhetische Aspekte geht.

Bereits vor zwei Tagen hat man begonnen etwa 20 Bäume im Kungsparken zu schlagen, einer Anlage, die durch die Reichhaltigkeit der Baumarten bekannt geworden ist. Gefällt werden Bäume, die heute eine Höhe von 20 Metern erreicht haben,  und sie werden ersetzt von jungen Bäumen, die gerade einmal drei Meter hoch sind und sehr lange brauchen werden bis sie dem Park das ursprüngliche Gesicht zurückgeben können. Natürlich sind die mächtigen Bäume nicht krank und man könnte die Verjüngung auch auf 30 Jahre verteilen, aber diese Idee kommt so wenig in Frage wie den Bewohner Göteborgs eine plausible Erklärung anzubieten, obwohl diese letztendlich die Arbeiten bezahlen müssen.

Einen noch größeren Schock werden die Bewohner der Stadt allerdings bekommen, wenn sie ab Ende des Jahres erleben müssen, dass die letzte historische Allee Göteborgs, ein Anziehungspunkt für Touristen und Studenten, ihre Berechtigung verliert. Die Parkverwaltung Göteborgs hat nämlich entschieden die Linden der Vasagatan als nächstes zu beseitigen und durch kleine Zierbäume zu ersetzen, was an der Handelshochschule bereits begann. Aber vielleicht hat die Bevölkerung ja Verständnis dafür, dass ein 400-jähriges Göteborg einen neuen Anstrich braucht und eine 100-jährige Allee eben nicht mehr in ein modernes Stadtbild passt.

Herbert Kårlin