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Dienstag, 5. März 2013

Der Kampf für Bäume in Göteborg

Auch wenn man während der letzten Monate weniger über den Kampf gegen die Baumfällpläne der Stadt hörte, die sämtliche Bäume der legendären Allee Vasagatan gegen Minibäume austauschen wollte ohne dass die aktuellen Bäume eine Krankheit zeigen oder eine Gefahr ausmachen, so hat die Widerstandsbewegung nicht geruht, sondern an einer Strategie gearbeitet, die alle gesunden Bäume der Stadt retten soll.

So hat sich aus den spontanen Gegner der Fällaktion ein Netzwerk mit einem eingetragenen Verein gebildet, der nun alle „grünen“ Pläne der Stadt unter die Lupe nehmen will und sich als offizielle Einrichtung dem Fällen aller Bäume widersetzt. Bisher hat der Verein Trädplan Göteborg bereits 80 Mitglieder, die sich erstmals im vergangenen Januar getroffen haben und die Vasagatan als Symbol für ganz Göteborg sehen, denn es handelt sich hierbei um die einzig erhaltene Allee der Stadt in der man unter einem grünen Dach spazieren gehen kann.

Am 17. März ruft der Verein zu einem Fackelzug entlang der Vasagatan auf um auf ein Problem der Nya Allén aufmerksam zu machen wo elektrische Kabel nur 30 Zentimeter von den Stämmen der dortigen Baumreihe entfernt eingegraben werden und die Wurzeln aller Bäume beschädigt werden, was bedeutet, dass alle diese Bäume sterben werden. Der Verein fordert daher die Stadt auf einen Baum-Plan der gesamten Stadt auszuarbeiten, der klar bestimmt wo sich welche schützenswerten Bäume befinden, damit diese tatsächlich erhalten bleiben. Gegenwärtig verfügt die Stadt lediglich über eine unverbindliche Policy, die nicht einmal einheitlich ausgelegt wird.

Herbert Kårlin

Dienstag, 16. Oktober 2012

Linden in der Göteborger Vasagatan mit Gnadenfrist

Das Abholzen der Linden in der Vasagatan geht weniger schnell voran als geplant, da die Parkverwaltung, trotz monatelanger Vorbereitung, vergessen hatte eine entsprechende Genehmigung einzuholen. Nach einer knappen Stunde Arbeit mussten Maschinen und Arbeiter daher wieder abziehen und nun auf die Genehmigung warten, eine Situation, die erneut zeigt mit welcher Sorglosigkeit man in Göteborg offizielle Angelegenheiten vorbereitet und durchführt.

Nach Angaben der Parkverwaltung beginnt das Holz in den Spitzen der zur Zeit etwa 100 Jahre alten Linden zu verfaulen, wodurch das Risiko besteht, dass Äste Passanten, Fahrradfahrer und Autos beschädigen könnten. Auch wenn diese Aussage durch keine Gutachten bestätigt sind, so fragt sich natürlich warum man nun Ahorn an den gleichen Stellen pflanzen will, da damit die zukünftigen Probleme nur vergrößert werden können und das Leben in den Bäumen durch den Austausch des Gesamtbestands bedeutend verändert wird und insbesondere die Insekten- und die Vogelwelt betrifft.

Eine Linde wird in der Regel 500 Jahre alt, ein Ahorn nur 150. Beide verkraften Abgase, riskieren jedoch durch Streusalz in Leidenschaft gezogen zu werden. Wenn man davon ausgeht, dass die Linden auf Grund der Luft- und Bodenprobleme in Göteborg nur 20 Prozent ihres Alters erreichen können, so gilt dies auch für Ahorn, was bedeutet, dass die Bäume bereits nach 30 Jahren wieder ausgetauscht werden müssen, lange bevor sie wirklich erwachsen sind. Und es stellt sich die Frage, warum man keinen Plan für die kommenden 50 Jahre aufstellt, damit die Allee erhalten bleiben kann und nur in regelmäßigem Abstand einzelne Bäume ausgetauscht werden, was ökologisch eine sinnvolle Lösung für eine umweltbewusste Stadt wäre.

Herbert Kårlin

Samstag, 6. Oktober 2012

Göteborg fühlt sich von Bäumen gestört

Die Parkverwaltung in Göteborg hat sich, trotz der sogenannten grünen Satzung, entschlossen weiterhin 100-jährige Bäume zu schlagen um sie durch junge Bäume zu ersetzen und dabei auch andere Arten zu wählen, die mehr einen Zierbaumcharakter haben als einen Alleecharakter. Als Aussage reicht den Verantwortlichen, dass die Bäume in schlechtem Zustand seien oder verjüngt werden müssen und daher verschwinden müssen bevor sie zu einer Gefahr werden, auch wenn man den Eindruck bekommt, dass es den Verantwortlichen dabei mehr um persönliche ästhetische Aspekte geht.

Bereits vor zwei Tagen hat man begonnen etwa 20 Bäume im Kungsparken zu schlagen, einer Anlage, die durch die Reichhaltigkeit der Baumarten bekannt geworden ist. Gefällt werden Bäume, die heute eine Höhe von 20 Metern erreicht haben,  und sie werden ersetzt von jungen Bäumen, die gerade einmal drei Meter hoch sind und sehr lange brauchen werden bis sie dem Park das ursprüngliche Gesicht zurückgeben können. Natürlich sind die mächtigen Bäume nicht krank und man könnte die Verjüngung auch auf 30 Jahre verteilen, aber diese Idee kommt so wenig in Frage wie den Bewohner Göteborgs eine plausible Erklärung anzubieten, obwohl diese letztendlich die Arbeiten bezahlen müssen.

Einen noch größeren Schock werden die Bewohner der Stadt allerdings bekommen, wenn sie ab Ende des Jahres erleben müssen, dass die letzte historische Allee Göteborgs, ein Anziehungspunkt für Touristen und Studenten, ihre Berechtigung verliert. Die Parkverwaltung Göteborgs hat nämlich entschieden die Linden der Vasagatan als nächstes zu beseitigen und durch kleine Zierbäume zu ersetzen, was an der Handelshochschule bereits begann. Aber vielleicht hat die Bevölkerung ja Verständnis dafür, dass ein 400-jähriges Göteborg einen neuen Anstrich braucht und eine 100-jährige Allee eben nicht mehr in ein modernes Stadtbild passt.

Herbert Kårlin

Samstag, 16. Oktober 2010

Jeden Monat 100 Überfälle in Göteborg

Im Durchschnitt werden in Göteborg jeden Monat 100 Personen überfallen und beraubt und dies, obwohl die Polizei seit Frühjahr daran arbeitet insbesondere die Anzahl an diesen nächtlichen Überfällen zu reduzieren. Da die Täter jedoch in der Regel ihre Opfer und die Umgebung jeweils vorher beobachten, konnte die Polizei bisher keine bedeutenden Erfolge verzeichnen.

Über die Hälfte aller Überfälle verzeichnet man im Zentrum Göteborgs und nahezu die Hälfte der oft bewaffneten Raubüberfälle geschehen am Samstag und Sonntag zwischen 22 Uhr abends und 4 Uhr morgens. Zu den gefährlichsten Stellen gehören dabei die Vasagatan und die Umgebung des Hauptbahnhofs.

Nahezu alle Überfälle erfolgen nach dem gleichen Muster. Wenn Männer im Alter zwischen 18 und 30 nachts eine Kneipe oder einen Nightclub verlassen, wurde entweder bereits beim Zahlen an der Theke oder einer Imbissstelle außerhalb der Einrichtung, beobachtet, ob sie Bargeld in der Tasche haben. Anschließend folgt ihnen der Täter bis zu einer dunklen oder menschenleeren Stelle um dann zum Angriff zu gehen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Januar 2010

Ungenehmigte Taxis oft eine Falle in Göteborg

Nachdem sowohl in der Kungsportsavenyn als auch der Vasagatan der allgemeine Verkehr ab 23 Uhr verboten ist, aber sich gerade hier die bekanntesten Kneipen und Nachtbars befinden, müssen sich jene, die ein zugelassenes Taxi suchen, weil sie in angetrunkenem Zustand sich nicht mehr selbst ans Steuer setzen wollen oder sich einer 90-minütigen Busfahrt aussetzen wollen, zu Fuß bis nach Heden begeben. Ein Zustand, der in einer touristischen Stadt wie Göteborg im Grunde undenkbar sein sollte.

Verständlicherweise hat sich daher ein organisierter Markt mit illegalen Taxis in Göteborg etabliert bei denen die Fahrer vor den Nachtbars und Kneipen auf angetrunkene Kunden warten, um diesen einen günstigen Heimfahrtpreis zu bieten und ihre Kunden dann auch zum oft näher geparkten Auto lotsen. Gerade in angetrunkenem Zustand akzeptieren viele dieses Angebot, was jedoch nicht ganz ungefährlich ist.

Während ein Teil der illegalen Taxifahrer seine Kunden auch problemlos nach Hause fährt, haben sich in den letzten Monaten mehr und mehr illegale Taxifahrer etabliert. Jedes Wochenende wartet die Polizei nun bereits auf die Anmeldungen wegen Gewalttaten, Vergewaltigung und Raub.

Während jüngere Frauen häufig Vergewaltigern in die Hände fallen, die hinterher in den wenigsten Fällen identifiziert werden können, werden Männer oft zusammengeschlagen und dann ihres Bargelds und Mobiltelefons entledigt und dann am Straßenrand liegen gelassen. Der neueste Trick ist nun, dass der Kunde gebeten wird an einer Tankstelle für 100 Kronen zu tanken, wobei ein Komplize die eingetippten Ziffern notiert. Anschließend wird der Passagier bedroht oder niedergeschlagen, damit von den beiden Verbrechern in aller Ruhe das Konto geleert werden kann.

Herbert Kårlin

Dienstag, 22. September 2009

Eine neue öffentliche Pumpstation für Fahrräder in Göteborg

Göteborg ist schon seit Jahren eine Fahrradstadt wo man an jeder Ecke einen Parkplatz für Fahrräder findet. Egal, ob man zur Arbeit fährt, zur Universität oder zum Einkaufen, bei vielen Göteborgern dient in Göteborg das Fahrrad als Verkehrsmittel. Entsprechend gut ist auch das Netz der Radwege ausgebaut.

Schon mehrmals hat die Stadt - mit wechselndem Erfolg - versucht an zentralen Stellen öffentliche Pumpstationen für Fahrräder einzurichten. Meist wurden diese Stationen jedoch durch Vandalismus zerstört und waren gerade dann, wenn die Luft am nötigsten war, unbrauchbar.

Heute wird nun die neue Generation an Pumpstationen eingeweiht. Genauer genommen wird das erste Gerät an einem der zentralsten Orte der Stadt, nämlich an der Vasagatan, eröffnet. Hier kann ab heute jeder Radfahrer seinen Reifen mit neuester Technik aufpumpen, wobei die Stahlkonstruktion auch besser gegen Vandalismus geschützt ist als die früheren Anlagen.

Diese erste Pumpe an der Vasagatan ist eine Art Prototyp. Sollte sich die angewandte Technik bewähren, so werden ab 2010 an allen bedeutenden Fahrradknotenpunkten Göteborgs entsprechende Fahrradpumpen aufgestellt.

Herbert Kårlin