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Donnerstag, 1. Mai 2014

Die Natur in Arendal kann gerettet werden

Bei der Gerichtsverhandlung um die Erhaltung oder Zerstörung der Natur in Arendal zeigt sich nach zahlreichen Zeugenaussagen die deutliche Tendenz dass die dortigen Berge nicht in Schotter verwandelt werden dürfen, sondern die Natur intakt gehalten werden soll. Auch wenn das Urteil gegen Swerock erst am 16. Juni des Jahres fallen wird, konnten vor Gericht deutlich eventuelle Risiken die mit den Arbeiten verbunden sind aufgezeigt werden.

Mehrere Anlieger sprachen von enormen Risiken, die mit Sprengungen des Berges verbunden sind, da gerade einmal 50 Meter von der Sprenggrenze entfernt sensible Gasleitungen laufen und sich dort eine Ölraffinerie befindet. Beide beunruhigen sich bereits heute über Erschütterungen deren Größenordnung weit unter jener von Sprengungen liegt. Nahezu jedes Unternehmen im Raum Arendal sieht Sicherheitsprobleme bei den von Swerock geforderten Arbeiten, die selbst eine Brand- oder Explosionsgefahr einschließen.

Bisher wurden die geplanten Arbeiten durch eine Gerichtsentscheidung gestoppt, woraufhin Swerock die nächsthöchste Instanz anrief. Mittlerweile ist jedoch selbst die rot-grüne Führung der Stadt, die ursprünglich positiv zu diesem Projekt stand, in Zweifel geraten und sieht Probleme der Sicherheit, da gewisse Risiken bei Sprengungen nie eindeutig ausgeschlossen werden können und sich die Bevölkerung Göteborgs sich sehr deutlich gegen das Projekt ausspricht. Lediglich die Vertreter und Gutachter von Swerock sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Arbeiten in Arendal keinerlei Gefahr bieten.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Januar 2013

Umweltziele sind für das Västra Götaland ein Traum

Während man auf der Website der Regionalregierung des Västra Götalands immer noch lesen kann, dass die Politiker der Region darauf zuarbeiten, dass die 16 nationalen Umweltziele zum Jahr 2020 auch in Westschweden Wirklichkeit werden, teilt der Regierungsvertreter im Västra Götaland nun mit, dass es nahezu ein Wunder sein wird wenn die Region auch nur eines der 16 Ziele zum vorgesehenen Zeitpunkt erreichen wird.

Die bisherigen Anstrengungen der Region, deren Hauptstadt Göteborg ist, können weder eine gute Luft noch das ökologische Gleichgewicht von Seen und Meer garantieren und haben kaum eine Idee wie die Überdüngen abgestellt werden kann. Falls eines der Ziele bis 2020 erreicht werden kann, so handelt es sich um die Qualität des Grundwassers, aber selbst dieses ist nicht in der gesamten Region auf höchstem Niveau, obwohl hier bereits die Grundvoraussetzungen gut waren, da die notwendige Wasserqualität zum Teil bereits 2011 existierte als der Plan in Kraft trat.

Der Plan der Region für sämtliche Umweltverbesserungen aus dem Jahre 2010 war indes auf dem Papier gut angelegt, denn jedes Jahr sollte ein neues übergreifendes Thema analysiert und angegangen werden, damit man im Folgejahr mit den Verbesserungsmaßnahmen beginnen konnte. Im Jahre 2011 wurde am Wasser gearbeitet, im Folgejahr an der frischen Luft und dem Klima und dieses Jahr soll ein giftfreies Milieu und die Gesundheit im Zentrum stehen, wobei am 31. Dezember sämtliche Wasserprobleme bereits behoben sein sollen, was jedoch mehr als nur unwahrscheinlich ist.

Herbert Kårlin

Dienstag, 16. Oktober 2012

Linden in der Göteborger Vasagatan mit Gnadenfrist

Das Abholzen der Linden in der Vasagatan geht weniger schnell voran als geplant, da die Parkverwaltung, trotz monatelanger Vorbereitung, vergessen hatte eine entsprechende Genehmigung einzuholen. Nach einer knappen Stunde Arbeit mussten Maschinen und Arbeiter daher wieder abziehen und nun auf die Genehmigung warten, eine Situation, die erneut zeigt mit welcher Sorglosigkeit man in Göteborg offizielle Angelegenheiten vorbereitet und durchführt.

Nach Angaben der Parkverwaltung beginnt das Holz in den Spitzen der zur Zeit etwa 100 Jahre alten Linden zu verfaulen, wodurch das Risiko besteht, dass Äste Passanten, Fahrradfahrer und Autos beschädigen könnten. Auch wenn diese Aussage durch keine Gutachten bestätigt sind, so fragt sich natürlich warum man nun Ahorn an den gleichen Stellen pflanzen will, da damit die zukünftigen Probleme nur vergrößert werden können und das Leben in den Bäumen durch den Austausch des Gesamtbestands bedeutend verändert wird und insbesondere die Insekten- und die Vogelwelt betrifft.

Eine Linde wird in der Regel 500 Jahre alt, ein Ahorn nur 150. Beide verkraften Abgase, riskieren jedoch durch Streusalz in Leidenschaft gezogen zu werden. Wenn man davon ausgeht, dass die Linden auf Grund der Luft- und Bodenprobleme in Göteborg nur 20 Prozent ihres Alters erreichen können, so gilt dies auch für Ahorn, was bedeutet, dass die Bäume bereits nach 30 Jahren wieder ausgetauscht werden müssen, lange bevor sie wirklich erwachsen sind. Und es stellt sich die Frage, warum man keinen Plan für die kommenden 50 Jahre aufstellt, damit die Allee erhalten bleiben kann und nur in regelmäßigem Abstand einzelne Bäume ausgetauscht werden, was ökologisch eine sinnvolle Lösung für eine umweltbewusste Stadt wäre.

Herbert Kårlin

Samstag, 12. Mai 2012

Exotische Flechte in Göteborg

Als man zu Beginn des Jahres an einer Eiche in Göteborg die unter Schutz stehende Blattflechte Flavoparmelia soredians entdeckte, die in Schweden nur sehr vereinzelt vorkommt, entschloss man sich den Baum von einer extrem verkehrsreichen Straße in ein sichereres Milieu in der Nähe des Schlosswaldes zu verpflanzen und der Flechte eine Überlebenschance zu bieten.

Mitte März zog dann die kahle Eiche mit der Blattflechte aus dem Mittelmeerraum um und die Biologen Göteborgs warteten geduldig auf die ersten Zeichen des Baumes. Auch wenn die Eiche nun Anfang Mai die ersten zaghaften Blätter zeigt und die Flechte bisher weiterhin gedeiht, so kann man leider noch nichts über die nächste Zukunft der seltenen Flechte sagen.

Die Verpflanzung des Baumes geschah in Zusammenarbeit zwischen Parkverwaltung und der botanischen Sektion der Universität Göteborg. Die Biologen sind nun sehr an der Entwicklung sämtlicher Flechten an der Eiche interessiert und halten den Baum mit seinem Gast unter nahezu ständiger Überwachung. Sollten Baum und Blattflechten diesen Sommer überstehen, so dürfte Göteborg auch in Zukunft über eine botanische Sensation verfügen.
Herbert Kårlin
 

Samstag, 10. März 2012

Göteborgs Promotion von Reitwegen und Joggingrunden

Die Stadt Göteborg bietet auf seinem Website seit kurzem auch einen kartographischen Dienst an, der das Freizeitleben in der Stadt und seiner näheren Umgebung fördern will. In der ersten Stufe wird dem Anwender eine Hilfe geboten Reitwege oder Joggingrunden jeder Länge zu finden, aber auch die besten Beobachtungsstellen für Vögel zu entdecken oder bestimmte Pflanzenarten zu finden, so zumindest die Ankündigung.

Wer diese neuen Dienste dann tatsächlich benutzt, muss sich jedoch auf eine etwas längere Suche einstellen, da sich diese Dienste im Angebot der Stadt nahezu verstecken und zahlreiche Klicks erfordern, ganz davon abgesehen, dass man sich bereits sehr gut in Göteborg auskennen muss um auf der Karte dann die gesuchte Stelle auch ausfindig zu machen, da sich der Programmierer mit einer Minimalarbeit begnügte.

Während man die Runden für Reitsport und Jogging noch finden kann, auch wenn die Runden nur sehr oberflächlich dargestellt sind und die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten weitgehend fehlen, ist das Versprechen Pflanzen und Tiere zu finden als unbedeutend zu betrachten und hilft wirklich nur jenen, die eben ein Stück Natur suchen in der auch Tiere und Pflanzen zu finden sind. Für wirkliche Liebhaber der Natur ist der Dienst vollkommen ungeeignet.

Herbert Kårlin