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Samstag, 16. Februar 2013

Zwei Biersorten dominieren Göteborg

Obwohl Göteborg eine der interessantesten Bierstädte Schwedens ist in der sich mehrere Kleinbrauereien befinden, die eine reiche Auswahl an Biersorten hoher Qualität anbieten, ist es für die Besucher der Stadt nahezu unmöglich das Bier der Stadt zu trinken, denn kaum ein Restaurant und kaum eine Kneipe bieten die lokalen Produkte an, sondern greifen zu Carlsberg und Spendrups, den Produkten von zwei Großbrauereien, die den gesamten Markt in Schweden dominieren.

Obwohl nicht nachzuweisen ist, dass es in Göteborg in irgendeiner Weise zu Absprachen zwischen den Brauereien kam oder diese Druck auf ihre Kunden ausüben, ist es erstaunlich, dass ganze Straßenzüge jeweils nur die gleiche Marke anbieten, denn wer an der Linnégatan sucht, wird sich mit Spendrups zufrieden geben müssen und wer ein Bier an der Avenyn trinkt, erhält wie selbstverständlich Carlsberg. Eine plausible Erklärung für diese Situation kann weder der Verbraucherverband noch die Kneipen, Nachtclubs und Restaurants bieten.

Nur wer in Seitenstraßen Göteborgs sucht, kann nach langer Suche das Glück haben auch lokales Bier zu finden. Nicht sehr viel besser sieht es aus, wenn man in den staatlichen Systembolagen sucht, denn auch hier ist es nicht jedes Geschäft, das die lokalen Biersorten führt. Sicher kann man sich dort sein lokales Bier bestellen, aber da es etwa zehn Tage bis zur Lieferung dauert, ist diese Lösung für Besucher der Stadt kaum von Interesse. Selbstverständlich ist aber Brauereien der Direktverkauf verboten.

Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Mai 2012

Kein Alkohol nach Drei in Göteborg

Am letzten Donnerstag Nacht hat sich das Schicksal Göteborgs in Form eines sozialdemokratischen Coups gegen die 16 Kneipen und Nachtklubs der Stadt gewendet, die hofften auch in der Nacht von Freitag auf Samstag bis fünf Uhr Alkohol ausschenken zu dürfen, eine Genehmigung, die ohnehin nur sechs unter ihnen voll ausnutzten, da die anderen zehn bereits um vier Uhr schlossen. Mit nur 25 von 81 Stimmen drückten die Sozialdemokraten mit den Grünen ihren Vorschlag auf antidemokratische Weise durch und zeigten, dass Göteborg auch für Besucher keine Stadt mit Nachtleben sein soll.

Als nach einer zweistündigen Debatte des Stadtrats klar wurde, dass bei einer demokratischen Entscheidung der sogenannte Kompromissvorschlag der Sozialdemokraten unter Annelie Hultén keine Mehrheit erreicht, nutzte die Partei ihre Dominanz um bei der Endabstimmung nicht zwischen ihrem Vorschlag und dem mehrheitlichen Vorschlag der Opposition abzustimmen, sondern nur die Wahl zu bieten ob sowohl am Freitag als auch am Samstag um drei Uhr geschlossen werden muss oder nur am Freitag, nicht aber am Samstag.

Das Ergebnis war vorherzusehen, denn damit konnte die Minorität mit 25 Stimmen über die Zukunft der Sperrzeit entscheiden, also weniger als ein Drittel der Stimmberechtigten. Diese Situation zeigt vielen Göteborgern deutlich mit welchen Methoden die Stadt regiert wird und kann für Annelie Hulthén bei den nächsten Wahlen schwerwiegende Folgen haben, da letztendlich ihre Macht von den Wählern abhängt, die nicht gerne von einer fixen Idee einer Partei bevormundet werden will, selbst wenn sie die frühere Sperrstunde befürwortet.
Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Mai 2012

Überraschung zur Sperrstunde in Göteborg

Auch wenn sich die Linken Göteborgs bei der letzten Abstimmung zur Sperrstunde enthielten, so ging der Göteborger Stadtrat dennoch davon aus, dass sich die Partei in dieser Woche bei der entscheidenden Abstimmung hinter die Sozialdemokraten stellen wird und dem Kompromiss zustimmt, dass Kneipen und Nachtklubs am Freitag weiterhin bis fünf Uhr morgens öffnen dürfen, am Samstag aber bereits um drei Uhr den letzten Alkohol ausschenken dürfen.

Nun haben die Linken deutlich erklärt, dass sie sich auch diese Woche enthalten werden, was bedeutet, dass die bisherigen Regelungen weiterhin gültig bleiben werden und die Sperrstunde nach wie vor erst um fünf Uhr morgens sein wird. Die Linken, die forderten, dass in Göteborg grundsätzlich nach drei Uhr kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden darf, argumentieren dabei, dass man bei Gesundheitsfragen keine Kompromisse machen kann und wenn bei einer Sperrstunde um drei Uhr weniger Gewalt vorkommt, so trifft dies auf beide Tage zu.

Auch wenn mit der Enthaltung der Linken die Entscheidung im Grunde gefallen ist und die mehrmonatige Diskussion damit vergessen werden kann, so spielen die Sozialdemokraten nun noch ein Pokerspiel. Sollten sich mehrere Ratsmitglieder gegen die Empfehlungen ihrer eigenen Partei stellen, so gibt es noch eine minimale Chance, dass der Kompromissvorschlag der Göteborger Sozialdemokraten doch noch die letzte Instanz nehmen kann. Ernsthaft rechnen damit tut jedoch kaum noch jemand in Göteborg.
Herbert Kårlin

Freitag, 20. April 2012

Die Revolte der Kneipen in Göteborg

Nachdem die Stadtverwaltung Göteborg nächste Woche endgültig über die zukünftigen Öffnungszeiten von Kneipen, Nightclubs und anderen nächtlichen Einrichtungen entscheiden wird und sich die Tendenz zeigt, dass die Öffnungszeiten in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf drei Uhr morgens begrenzt werden sollen, fordern die Besitzer der Einrichtungen nun, dass man ihre Argumente vor der Beschlussfassung zumindest anhört.

Der Sozialdemokrat Dario Espiga, der seit Monaten für eine Einschränkung der Öffnungszeiten bei Kneipen und Nachtklubs kämpft, hat bisher jedes Treffen mit den Besitzern der Einrichtungen verweigert und stützt sich bei all seinen Aussagen ausschließlich auf ein sehr umstrittenes Gutachten und die Aussagen der Polizei. Die Argumente der Betroffenen scheinen ihn nicht zu interessieren.

Die Besitzer der Nachtklubs fordern indes nichts Unmögliches, sondern jene, die bisher kaum Probleme hatten, wollen wissen, was Dario Espiga ihnen vorwirft und sie fragen sich, wie sie ein Milieu verbessern können, wenn der Verantwortliche Göteborgs sich hinter fadenscheinigen Argumenten verbirgt statt das Gespräch zu suchen. Ihrer Meinung kann dies nur darauf bauen, dass Dario Espiga eine klare Meinung hat und sich für eine demokratische Ordnung in Göteborg nicht interessiert.

Herbert Kårlin

Freitag, 22. April 2011

Nachtklub in Göteborg musste evakuiert werden

Morgens gegen halb Zwei mussten die Gäste des Nightclubs Styrbord Babord am Kungsportsplatsen in Göteborg evakuiert werden, da das Boot zu lecken begann und sich Richtung Kanal neigte. Die 75 Gäste konnten vom Personal und dem Rettungsdienst problemlos evakuiert werden und mussten auch keinerlei persönlichen Werte auf dem Schiff zurücklassen.

Styrbord Babord, das auch als Restaurant dient und sich am späteren Abend in einen Nachtklub mit renommierten Diskjockeys verwandelt, wo auch regelmäßig bekannte Gruppen auftreten, hat nicht zum ersten Mal Probleme mit eindringendem Wasser, die auf mangelnden Unterhaltung des Bootes zurückzuführen sind.

Bisher waren bei den Unfällen nie Personenschäden zu beklagen gewesen, wobei das Unternehmen gegenwärtig auch in einem Rechtsstreit hinsichtlich seiner Schankgenehmigung mit der Stadt Göteborg steht, die Ende vorigen Jahres Missstände entdeckt hat, die jedoch Styrbord Babord bestreitet.

Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Dezember 2010

Immer mehr Nachtklubs und Kneipen in Göteborg ohne Schrankgenehmigung

Die Avenyn gilt in Göteborg als Zentrum für Nachtklubs, Kneipen und Restaurants, was mehrere Vermieter, Vereinigungen und auch die Stadt als unausgeglichen betrachten. Sie befürchten, dass damit der Nobelruf der Avenyn zerstört wird. Den stärksten Kampf gegen die Einrichtungen dabei führt das Amt, das zuständig für Schankgenehmigungen ist.

Mats Jönsson, der Besitzer des Nachtklubs Styrbord Babords, dem jüngst, wie auch Jameson Pub, die Schankgenehmigung entzogen wurde, spricht gar von einer Hexenjagd auf die Besitzer der Vergnügungseinrichtungen an der Avenyn und weist die Leiterin des Amtes, Anneli Silvander, als Verantwortliche aus, die das kleinste Detail sucht, um Einrichtungen an der Avenyn schließen zu können.

Anneli Silvander verweist als Verteidigung auf die gültigen Gesetze an die sich Besitzer aller Nightclubs, Kneipen und Restaurants halten müssen, vergisst dabei jedoch, dass Göteborg als die schwedische Stadt mit Null Toleranz gilt, was Alkoholausschank und Lebensmittelkontrollen gilt, was auch alle ausländischen Teilnehmer am Göteborger Kulturkalas und den Göteborger Weihnachtsmärkten bestätigen und zahlreiche Aktivitäten in Göteborg bremst.

Herbert Kårlin

Samstag, 16. Oktober 2010

Jeden Monat 100 Überfälle in Göteborg

Im Durchschnitt werden in Göteborg jeden Monat 100 Personen überfallen und beraubt und dies, obwohl die Polizei seit Frühjahr daran arbeitet insbesondere die Anzahl an diesen nächtlichen Überfällen zu reduzieren. Da die Täter jedoch in der Regel ihre Opfer und die Umgebung jeweils vorher beobachten, konnte die Polizei bisher keine bedeutenden Erfolge verzeichnen.

Über die Hälfte aller Überfälle verzeichnet man im Zentrum Göteborgs und nahezu die Hälfte der oft bewaffneten Raubüberfälle geschehen am Samstag und Sonntag zwischen 22 Uhr abends und 4 Uhr morgens. Zu den gefährlichsten Stellen gehören dabei die Vasagatan und die Umgebung des Hauptbahnhofs.

Nahezu alle Überfälle erfolgen nach dem gleichen Muster. Wenn Männer im Alter zwischen 18 und 30 nachts eine Kneipe oder einen Nightclub verlassen, wurde entweder bereits beim Zahlen an der Theke oder einer Imbissstelle außerhalb der Einrichtung, beobachtet, ob sie Bargeld in der Tasche haben. Anschließend folgt ihnen der Täter bis zu einer dunklen oder menschenleeren Stelle um dann zum Angriff zu gehen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 10. Oktober 2010

Mobile Polizeistationen in Göteborg

Nach Willen der schwedischen Polizeibehörden sollen kleiner Straftaten und Vergehen in Zukunft von mobilen Einheiten direkt vor Ort behandelt und protokolliert werden, was bedeutetet, dass Täter und Zeugen nicht mehr grundsätzlich im nächsten Polizeigebäude ihre Aussagen machen müssen, sondern vor Ort vernommen werden können. Diese Methode soll Zeit und Geld sparen, aber Bürgern auch ein höheres Sicherheitsgefühl vermitteln, da dadurch die Polizei mehr Zeit auf den Straßen verbringt statt vor einem Schreibtisch.

Obwohl sich mobile Polizeistationen bereits in mehreren Teilen Schwedens, unter anderem auch in Stockholm, bewährt haben, sucht die Polizeibehörde in Göteborg noch nach eigenen, an die Stadt angepasste Lösungen. Die Verantwortlichen in Göteborg bestreiten nicht die Effizienz von mobilen Polizeistationen, sonder fragen sich, inwieweit diese in Göteborg angewandt werden können um die Kriminalität zu reduzieren.

In der Regel arbeiten mobile Polizeistationen mit Undercover-Polizei zusammen, die sich in Göteborg vor allem am Wochenende in sensiblen Szenen an der Avenyn, Järntorget und Linnégatan bewegt. Restaurants, Kneipen und Nightclubs der Stadt stehen der Kooperation zwischen Zivilpolizei und mobilen Polizeistationen sehr offen gegenüber, haben jedoch in Göteborg, nach eigenen Aussagen, bisher wenig von der Präsenz der Polizei entdeckt.

Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Oktober 2010

Probleme im Nightclub Nivå in Göteborg

Seit zwei Jahren gehen bei der Göteborger Polizei Klagen über Misshandlung und Diebstahl im Göteborger Nightclub Nivå an der Edelstraße Avenyn ein. Erste jetzt wurden Polizei und Staatsanwalt aktiv, mit der Folge, dass vier Wachen, die für die Sicherheit des Nachtklubs und der Besucher zuständig waren, vor Gericht gestellt werden und zwei unter ihnen bereits in Untersuchungshaft sitzen.

In den letzten zwei Jahren gingen zahlreiche Klagen bei der Polizei ein, dass Geldbörsen, Handys und Markenkleidung, die an der Garderobe abgegeben werden müssen, spurlos verschwanden. Der Eigentümer und die Türwachen argumentierten, dass das Hab und Gut ihrer Kunden wohl hinter Sofas gefallen sei und dann jemand aus dem Publikum der Dieb war oder dass die Betroffenen so betrunken waren, dass sie die Nachtklubs verwechselten.

Bei einer polizeilichen Durchsuchung des Nightclubs fand man nun in einem verschlossenen Raum eine große Anzahl an Gut, das Kunden abhanden gekommen war. Während bisweilen Ausweise oder Kreditkarten sich noch in den Taschen befanden, war Bargeld grundsätzlich verschwunden. Nun werden auch zahlreiche Klagen wegen Misshandlung, die im Untergeschoss des Nightclubs zur Anzeige kamen, aufgenommen.

Herbert Kårlin

Samstag, 25. September 2010

Kampf gegen Schwarztaxis in Göteborg

Nachdem regelmäßig Anzeigen wegen unterschiedlichster Delikte gegen Schwarztaxi-Fahrer bei der Polizei eingehen und die offiziellen Taxigesellschaften auf Grund dieser illegalen Aktivität erhebliche Einbußen verzeichnet, startet nun an der Avenyn in Göteborg ein vierwöchiges Projekt, das als Kampf gegen Schwarztaxis angesehen werden kann.

Natürlich dürfen auch in Zukunft die offiziellen Taxis Göteborgs ihre Kunden nicht bei Valand, dem nächtlichen Drehpunkt der Aktivitäten, erwarten, sondern müssen darauf hoffen, dass die Kunden erst mehrere hundert Meter Fußmarsch nach Heden oder dem Storan auf sich nehmen, aber die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Betreibern der Nightclubs, den Taxigesellschaften und den Parkwächtern Göteborgs soll Schwarztaxis auf dieser Strecke ein Ende bereiten.

Zum einen wollen die Nightclubbesitzer, Taxichauffeure und Polizei vier Wochen lang eine Aufklärungsarbeit leisten, die über die Gefahren einer Schwarztaxifahrt informieren und den Besuchern einer der Vergnügungseinrichtungen den nächsten Weg zu einem offiziellen Taxihalteplatz zeigen, zum anderen sollen Parkwächter und Polizei gezielt Jagd auf meist illegal parkende Schwarztaxis zu machen. Nach vier Wochen soll sich zeigen, ob die Besucher von Nightclubs eher die Sicherheit mit einem bis zu 500 Meter langen Fußweg oder das Risiko mit einem Taxi um die Ecke bevorzugen.

Herbert Kårlin