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Samstag, 28. September 2013

Spitzenpolitiker Göteborgs lieben Flugzeuge

Auch wenn die gewählten Politiker und leitenden Angestellten Göteborgs bereits im letzten Jahr, entsprechend einer internen Verordnung, eindringlich dazu aufgefordert wurden keine, oder nur in extremen Ausnahmefällen, Flugzeuge für Strecken von unter 500 Kilometern zu nehmen hat sich an der Situation nichts geändert, denn während die Politiker 2011 in insgesamt 54 Fällen kurze Strecken flogen, wurden 2012 immer noch 51 Flüge gezählt.


Auch wenn die Abgeordneten ihren Bürgern immer mehr Umweltschutzmaßnahmen aufdrängen und Umweltschutz mit sehr großen Buchstaben schreiben, so sehen sie sich selbst kaum daran gebunden. Sicher, Göteborg hat geografisch gesehen eine „schlechte“ Lage, denn sowohl Stockholm als auch Kopenhagen liegen innerhalb des 500-Kilometer-Radius und sind zudem vom Rathaus aus per Zug fast ebenso schnell zu erreichen wie mit dem Flugzeug. Ein Flugzeug ist daher von Göteborg aus nur selten eine Alternative.

Für die Abgeordneten und leitenden Angestellten der Stadt handelt es sich daher nicht um Zeitgewinn oder Umweltschutz, sondern um Bequemlichkeit, wobei in den Statistiken der Stadt auch nicht zu finden ist welche Umweltfolgen durch die langen Taxifahrten von den außerhalb der Stadt liegenden Flugplätzen entstehen, denn die Taxifahrten von einem Bahnhof aus belasten die Umwelt weitaus weniger als die langen Strecken von den Flughäfen. Nach Sveriges Radio waren ein Drittel jener, die die Flugzeuge nahmen, nicht über die internen Anweisungen informiert, was ein Zeichen für die schlechte interne Kommunikation sein könnte oder ihr Unvermögen die Presse zu verfolgen.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Montag, 26. August 2013

Grünfläche im Göteborger Arendal kann gerettet werden

Noch in letzter Sekunde besteht für eine der wichtigsten Grünflächen des Göteborger Stadtteils Hisingen noch eine Chance auf Rettung, denn noch bevor das Umweltgericht ein Urteil über die Zukunft der Fläche in Arendal gefällt hat, tauchen neue Elemente aus, die den dortigen Steinbruch in Frage stellen, dieses Mal nicht von Naturschützern oder der Stadt selbst, sondern von einer Ölraffinerie, die sich dort in nächster Nähe befindet.


Die Ölraffinerie St1 will indes nicht den Steinbruch untersagen, sondern fordert von Swerock lediglich Garantien, die gewährleisten, dass durch die dabei notwendigen Sprengungen weder die Pipelines am Oljevägen beschädigt werden, noch aber durch das absinkende Grundwasser die Öllager im Bergraum einen Schaden erleiden und unter Umständen eine Umweltkatastrophe anrichten, Forderungen, die man nicht nur ernst nehmen muss, sondern auch einer Logik nicht entbehren.

Die Ölraffinerie St1 fragt sich auch, warum die umliegenden Firmen nicht über das Projekt und seine Ausmaße informiert wurde, da bekannt ist, da bereits früher bei weitaus harmloseren Sprengungen des Straßenbaus bedeutende Schäden entstanden. Das Unternehmen lässt es dabei vollkommen offen welche Garantien Swerock bietet und fordert nicht die Genehmigung zu untersagen, vorausgesetzt die Ölleitungen und die Ölreservoirs können auf eine andere Weise zu 100 Prozent geschützt werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Mai 2013

Umweltfreundliche Busse in Göteborg

Nachdem die Nachfrage nach elektrisch betriebenen Bussen weltweit steigt, testet Göteborg in Zusammenarbeit mit Volvo und einem teilweise von Europa finanzierten Projekt seit gestern den ersten teilweise elektrisch betriebenen Bus unter normalem Einsatz. Der Bus, der gegenwärtig nur auf der Linie 60 verkehrt, wird über einen Hochspannungsanschluss an der Endhaltestelle innerhalb von sechs Minuten wieder aufgeladen um erneut die Strecke befahren zu können.

Bei, Testbus in Göteborg handelt es sich um einen Hybridbus, der überwiegend mit Strom betrieben wird, jedoch bei Steigungen zusätzlich den Dieselmotor benötigt. Die Umweltverschmutzung beschränkt sich daher auf relativ kleine lokale Teile der Strecke und gibt auch nur an diesen Stellen die bisher üblichen Buslaute von sich. Mit einer einzigen Ladung ist der Bus in der Lage sieben Kilometer zurückzulegen, was für den Stadtverkehr völlig ausreichend ist, jedoch nicht für Langstrecken gedacht ist.

Im Laufe der kommenden vier Monate sollen zwei weitere Testbusse eingesetzt werden, wobei die Auswertung dann in einem Jahr stattfinden wird. Allerdings hat Stockholm bereits heute acht dieser Busse nach der neuesten Technik bestellt, die ab 2015 eingesetzt werden sollen. Die positive Nachricht bei diesen Bussen ist, dass etwa 70 Prozent weniger an Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben wird als bei Dieselbussen und die negative ist, dass Volvo die Produktion der Busse aus Kostengründen nach Polen legen wird und daher in Schweden keine Arbeitsplätze geschaffen werden.

Herbert Kårlin

Samstag, 5. Januar 2013

Schlechte Luft in Göteborg

Da zum 31. Dezember 2012 zahlreiche zusätzlichen Grenzwerte zur schädlicher Luftbelastung endgültig erreicht sein sollten, riskiert Schweden im Jahr 2013 eine Strafe von bis zu 180 Millionen Kronen an Europa bezahlen zu müssen, da nach wie vor 16 Städte die zulässigen Grenzwerte überschreiten. Bereits vor zwei Jahren war Schweden wegen Überschreitung der bis dahin geltenden Werte verurteilt worden ohne sich großartig angestrengt zu haben die gesundheitsschädliche Belastung zu reduzieren.

Göteborg gehört mit zu jenen Städten, die über die schlechteste Luft des Landes verfügen und als selbsternannte umweltfreundliche Stadt eines der schlechtesten Beispiele geben, da alle Bemühungen bisher nur oberflächlich waren und notwendige Maßnahmen, zum Beispiel der Einsatz von umweltfreundlichen Bussen, kaum in der Diskussion stehen, obwohl die tatsächlichen Probleme in einigen Stadtteilen nicht von einer Citymaut mit reduziertem Stadtverkehr behoben werden kann, da andere Straßen dadurch um 50 Prozent mehr befahren werden.

Göteborg hat bisher das Verbot von Spikes, das die Abgabe von Feinpartikeln verhindert, nur ansatzweise umgesetzt, eine Umgehungsstraße, die den schweren Lastwagenverkehr, der die Stadt nur als Transit benutzt, kommt nicht einmal zum Gespräch und das Verlagern der innerstädtischen Stena-Boote in einen Randbezirk wird ebenfalls abgelehnt, obwohl dies bedeutet, dass rund um die Uhr Lastwagen mit laufendem Motor auf die Fähren warten und durch die Stadt fahren müssen. Der linksorientierte Stadtrat kennt die Probleme seit Jahren ohne sich an eine sinnvolle Entscheidung zu wagen, die die Stadt wirklich in eine umweltfreundliche Großstadt verwandeln  könnte.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Januar 2013

Citymaut in Göteborg und Pendler

Pünktlich um sechs Uhr morgens setzte sich die Maschinerie und die Technik der 36 Bezahlstationen in Göteborg in Gang, die garantieren sollen, dass die Citymaut weniger Verkehr in die Innenstadt bringt und so nebenbei auch einen Beitrag gegen die Umweltverschmutzung leistet. Die Stellung der Göteborger zu dieser Zusatzsteuer ist geteilt und das Straßenverkehrsamt konnte bisher auch nicht erklären welche Vorteile sich den Göteborgern nun wirklich auftun.

Die Busse waren gestern auch während der rush hour weitaus leerer als gewöhnlich, was zu erwarten war, da die Zerreißprobe erst nach dem 6. Januar beginnen wird, da viele Schweden noch im Urlaub sind. Kurz vor sechs Uhr konnte man jedoch bemerken, dass weitaus mehr Fahrzeuge die Zahlstellen passierten als üblich, damit die Fahrer noch kostenlos zum Arbeitsplatz kamen, was bedeutet, dass sich die ersten Staumöglichkeiten nun etwas verschoben hat.

Die Stadt hat den Tag natürlich gut gewählt, da man nun, ohne die Urlaubssituation zu berücksichtigen und die Autos zu zählen, die vor sechs Uhr in die Stadt kommen, erzählen kann, dass sich der Verkehr um rund 25 Prozent reduziert hat und dies bedeutet, dass man nun schneller mit dem Auto in die Stadt kommen kann. Die Milchmädchenrechnung geht natürlich nicht ganz so auf, denn auch wenn man mit einem Auto nun vielleicht vier oder fünf Minuten gewinnen sollte, so verlieren jene, die den Bus nehmen auch schnell 30 Minuten und jene, die mit einem kalten Auto zum Pendelparkplatz fahren kann man wohl kaum als Umweltschützer betrachten. Nach einer Nettoberechnung stellt man daher fest, dass die Fahrt zur Arbeit mit der Citymaut im statistischen Durchschnitt länger wurde.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. November 2012

Grünfläche in Arendal wird zum Steinbruch

Auch wenn der linke Flügel des Göteborger Stadtrats noch im August des Jahres unter allen Umständen die Grünfläche in Arendal, eine der letzten auf der Insel Hisingen, retten wollte, hat sich die Stadt nun entschieden alle Einsprüche zurückzuziehen damit Swerock unmittelbar mit dem Kahlschlag der Gegend beginnen kann und den für die Dauer von 20 Jahren genehmigten Steinbruch in Betrieb nehmen kann.

Die Ursache dafür, dass Göteborg den Prozess nicht fortführt, ist die Tatsache, dass Swerock mit Schadenersatzansprüchen droht, die problemlos 100 Millionen Kronen übersteigen können und die Aussicht den Fall zu gewinnen und damit die Natur zu schützen sehr gering ist. Die Stadt hofft indes, dass das Unternehmen die Schäden an der Natur so weit wie möglich begrenzen wird und in diesem Zusammenhang Gespräche mit Göteborg führen wird.

Nach der Genehmigung der Regionalregierung darf Swerock bis zum Jahr 2032 insgesamt 12,9 Millionen Tonnen Berg in Schotter verwandeln, wobei die jährliche Menge auf 750.000 Tonnen begrenzt ist. Dass die Stadt nun einen Rückzieher machte, kann allerdings auch daran liegen, dass für die geplanten Straßenarbeiten und den Ausbau der Eisenbahnlinie sehr große Mengen an Schotter benötigt werden, die man bei einem entsprechenden Abkommen mit Swerock zu einem relativ günstigen Preis erwerben kann.

Herbert Kårlin

Sonntag, 14. Oktober 2012

Göteborger Abgeordnete halten wenig von Umweltschutz

Obwohl sich der Stadtrat Göteborgs als Vorreiter einer grünen Bewegung sieht und die Stadt zur Umweltstadt Europas machen will, scheint dies die einzelnen Gewählten kaum zu interessieren, denn öffentliche Aussagen sind eine Sache, aber der persönliche von Steuern finanzierte Komfort und die Praxis eine andere. Auch interne Regeln spielen in persönlichen Fragen zum Umweltschutz keine große Rolle, denn sie gelten ohnehin nur „für die Anderen“.

Offiziell sollen alle Gewählte der Stadt bei Reisen innerhalb eines Radius von 500 Kilometern auf Flugzeuge verzichten und öffentliche Verkehrsmittel nehmen. Seit diese Regel jedoch eingeführt wurde, muss man feststellen, dass sich die Betroffenen immer häufiger des Flugzeugs bedienen, denn innerhalb eines Jahres ging die Anzahl der Flugreisen von Abgeordneten um 20 Prozent nach oben und über 50 der Flugreisen zählte man innerhalb des verbotenen Radius, was wenig von einer bewussten Umweltpolitik spricht.

Auch wenn die Opposition sonst jede Chance nimmt um die Sozialdemokraten bei Verfehlungen zu kritisieren, ist dieses Mal selbst Helene Odenjung der Volkspartei der Meinung, dass die Betroffenen wohl ihre berechtigten Gründe hatten das Flugzeug bei Kurzreisen zu nehmen. Die Kritik kommt dieses Mal aus den eigenen Reihen, was zu einer neuen Formulierung in der Verordnung führt, dass nämlich Flugreisen innerhalb eines Radius von 500 Kilometern grundsätzlich nicht mehr in Frage kommen, auch nicht als Ausnahmefall.

Herbert Kårlin

Sonntag, 16. September 2012

Umweltschutz im Göteborger Hafen

Seit Frühjahr 2011 ist der Göteborger Hafen mit elektrischen Anschlüssen ausgerüstet, die es Schiffen jeder Art ermöglichen nach dem Anlegen ihre Motoren abzuschalten und ihren Betrieb auf Strombetrieb umzustellen, eine Maßnahme, die die Luftverschmutzung in Göteborg reduzieren sollte. Nun wurden auch die Fahrzeuge von DFDS Seaways, die zwischen Göteborg und Belgien, sowie zwischen Göteborg und Großbritannien verkehren, umgerüstet, damit sie den Stromanschluss beim Beladen und Entladen nutzen können.

Allein die Frachter von DFDS reduzieren den Ausstoß von Kohlendioxid um 40.000 Tonnen pro Jahr, was 20.000 Personenwagen entspricht und einen kleinen Beitrag dabei leistet, dass Göteborg den Ruf der Stadt mit der schlechtesten Luft Skandinaviens verlieren kann. Aber trotz der guten Nachricht, sind immer noch 60 Prozent der Schiffe, die in Göteborg anlegen, nicht dafür vorgesehen am Kai auf eine Stromversorgung umzusteigen.

Dabei hat die Regierung bereits Anfang des Jahres die Stromversorgung auf Schiffen steuerlich dem Verbrennen von Diesel gleichgesetzt und eine Steuerbefreiung beim Benutzen von Landstrom durchgesetzt, was bei Dieselverbrauch schon immer der Fall war. Da sämtlicher Strom, der an den Göteborger Hafen geliefert wird von den Windkraftwerken der Stadt geliefert wird, ist Göteborg weltweit der einzige Hafen, der es jeder Art von Schiffen ermöglicht umweltfreundlich am Kai zu liegen.


Herbert Kårlin

Dienstag, 28. August 2012

Regenwasser in Göteborg verschmutzter als Grundwasser

Nach einer Untersuchung des Geotechnischen Instituts Göteborgs ist Regenwasser und jedes Wasser, das über Straßen und andere oberflächliche Wege in die Natur gerät, mehr verunreinigt und gefährlicher für die Umwelt als das Grundwasser, das ebenfalls sehr stark belastet ist. Die Wasser, die über die Oberfläche in die Natur, in den Göta älv und damit auch in das Meer geraten sind bisweilen geradezu ein giftiger Cocktail.

Nach den Wissenschaftlern des Geotechnischen Instituts muss die Stadt Göteborg daher intensiv an der Reinigung dieser Wassermassen arbeiten, die durch Verkehr, Bauarbeiten, gereinigtes Abflusswasser und jede andere als natürlich betrachtete Weise in die Natur und insbesondere ins Meer geraten, wenn die Stadt die eigene Satzung zum Umweltschutz wirklich ernst nimmt und die Wasserqualität des Flusses zumindest auf aktuellem Niveau halten will.

Die von Europa finanzierte Studie sollte insbesondere die Auswirkung von Grundwasser auf die Wasserqualität an der Mündung des Göta älv erforschen um die Einwirkung der Verunreinigungen auf die zukünftige Wasserversorgung durch Oberflächenwasser in städtischem Milieu bewerten zu können, insbesondere hinsichtlich der Belastung von Schwermetallen. Nach der Studie hat Göteborg einen weiteren bedeutenden Schritt im Wasserschutz zu gehen um zukünftige Gefahren zu vermeiden.

Herbert Kårlin

Montag, 20. August 2012

Umweltschutz gegen 40 Jahre Bergbau in Göteborg

Bereits 2010 gab das Göteborger Bauamt dem Unternehmen Swerock, einem Subunternehmen PEABs, die Genehmigung eine 36 Hektar große Grünfläche mit bergigem Untergrund auszubeuten, also abzuholzen und den Fels zu Baumaterial zu verarbeiten, auch wenn bekannt war, dass die Gegend in Arendal im Göteborger Stadtteil Hisingen eine der letzten Grünflächen der Insel ist. Insgesamt sollen dort innerhalb von 20 Jahren etwa 750.000 Tonnen Fels pro Jahr entnommen werden.

Noch im Herbst, allerdings bereits nach der Unterschrift des Bauamts, sagte der Stadtrat mit seiner linken Mehrheit ein klares Nein zu diesem Projekt, da Sozialdemokraten und Grüne, im Gegensatz zum rechten Flügel, das Milieu mit zahlreichen Edelbäumen am Meer erhalten wollen. Eines der Argumente dabei war der Erhalt der ökologischen Vielfalt der Gegend, zumal es sich um eine zusammenhängende Grünfläche handelt, die in Göteborg immer seltener werden.

Swerock will sich nun mit diesen Argumenten nicht zufrieden geben und erwägt bei einer Verweigerung des Abbaus der Stadt Göteborg mit einer Klage, da nach Swerock gleichwertiges Bergmaterial an anderen Stellen um bis zu 30 Prozent teurer wird und sich im Gebiet Arendal ohnehin keinerlei schützenswerten Tiere oder Pflanzen befinden. Außerdem würde die Gegend kaum jemanden zu einem Freizeitvergnügen anziehen. Das wahre Interesse Swerocks dürfte allerdings sein, dass Arendal, allein wegen der Nähe des Hafens, mit der Eisenbahn versorgt wird und auch eine zentrale Straße in der Nähe vorbeiführt.

Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Juli 2012

Mit Schaum gegen Unkraut in Göteborg

Wer in Göteborg auf Bürgersteigen einen nahezu gleichmäßigen Schaum entdeckt, der aussieht als wäre er einem Schaumbad entkommen, denkt kaum daran, dass es sich dabei um die neue Methode der Stadt handelt Unkraut zu bekämpfen, und dies auf eine rein biologische Art, die zudem besser funktioniert als das stärkste Unkrautvernichtungsmittel, zumindest wenn man den Aussagen des englischen Herstellers vertraut.

Der Schaum wurde vom britischen Unternehmen Weedingtech entwickelt und bisher in einigen Orten mit großem Erfolg getestet. Basis des Mittels ist ein nicht genauer genanntes Material auf Maisbasis, das sich erwärmt und mit Hilfe des Schaumes länger warm bleibt und sich besser in die Ritzen zwischen den Steinen verteilt und selbst die Wurzeln des Unkrauts angreift und durch Wärmeeinwirkung verwelken lässt.

Die Technik, die als Foamstream vermarktet wird, ist relativ preisgünstig, wenn man von den Anschaffungskosten der notwendigen Maschinen absieht, die sich erst nach etwa zwei Jahren amortisieren. Was bei Foamstream jedoch noch zu denken gibt, ist die Tatsache, dass es nur eine britische Studie des NNSI dazu gibt, die vom Hersteller beauftragt war und selbst in Großbritannien noch nicht alle Umweltschutzorganisationen diese thermische Unkrautvernichtungsmethode als ökologisch betrachten, Göteborg jedoch auf die erst einmal teure Technik setzt ohne eine schwedisches Gutachten abzuwarten.

Herbert Kårlin

Dienstag, 17. Juli 2012

Citymaut in Göteborg, ein Problem für viele

Dass mit der Einführung einer Citymaut viele Bürger der Stadt mit Mehrkosten von bis zu 1200 Kronen im Monat rechnen müssen, was bei Geringverdienern zehn Prozent der Einkommen ausmachen kann, kann so mancher Bürger einer sozialistisch geführten Stadt vielleicht noch verstehen. Schwieriger wird es jedoch, wenn die Stadt die Bürger dadurch in mehrere Gruppen einteilt und damit rund 36.000 Autofahrern, die täglich in die Stadt kommen, die Gebühren schenkt.

Wer schon bisher vernünftig war und sein Auto auf dem Parkplatz am Bäckebolsmotet stehen ließ, um dann den Bus in die Stadt zu nehmen, wird ab der Einführung der Maut am 1. Januar selbst für sein Umweltbewusstsein gestraft, denn die Zahlstelle liegt nur wenige Meter vor dem Parkplatz, was bedeutet, dass alle, die dort parken, für die wenigen Meter jenseits der Zahlstelle pro Monat, je nach Uhrzeit, zwischen 682 und 1200 Kronen bezahlen müssen, was wohl jeder vernünftig denkende Bürger als Ungerechtigkeit und Fehlplanung empfindet.

Nicht viel gerechter lösten die Sozialisten das Problem bei denjenigen, die über ein hohes Einkommen verfügen und ein Dienstfahrzeug benutzen, denn ohne auch nur eine Sekunde an die Citymaut denken zu müssen, bezahlen die Abgaben für die 36.000 Fahrzeuge die Arbeitgeber, die die Kosten wiederum als steuermindernd abschreiben können. Hierbei spielt es auch keine Rolle wie viel diese Fahrzeuge in der Innenstadt verkehren und wie bedeutend ihre Abgaswerte sind. Man muss sich daher die Frage stellen wer in Göteborg tatsächlich das Infrastrukturpaket bezahlen muss, und es sieht so aus, als ob die Reichsten der Umgebung davon ausgenommen werden.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Mai 2012

Geschützte Insekten im Västra Götaland bedroht

Nur an zehn Stellen Schwedens findet man heute noch die seltene Steinfliege Nemura Dubitans, die es bereits in zahlreichen Gegenden Europas auf die Rote Liste geschafft hat. Eine dieser Gegenden mit dem seltenen Insekt befindet sich im westschwedischen Härryda, nahe einer Neubausiedlung. Nun soll die Heimat dieser Steinfliegen durch eine Abwasseranlage ökologisch umgewandelt werden, obwohl die Gemeinde im Västra Götaland die Aufgabe hat so seltene Tiere wie die Nemura Dubitans zu schützen.

Nahe des Baugebietes findet man heute noch ein kleines natürliches Sumpfgebiet mit einigen kleinen Bächen, die von natürlichen Quellen des nahen Waldes gespeist werden, ein ideales Gebiet für die seltenen Insekten, die sich hier ungestört vermehren konnten. Schon bald soll dies, nach mehrheitlichem Beschluss der Gemeinde Härryda, nun anders werden und der menschliche Egoismus über den Naturschutz gestellt werden.

Härryda muss natürlich dem Regenwasser im Wohngebiete einen Abfluss bieten und hat nun, obwohl es dafür auch andere Stellen gibt, genau jenes Gebiet für einen Dammbau gewählt, der das verunreinigte Regenwasser aufnehmen soll, einen Platz, der ideal für die Nemura Dubitans ist, die die kleinen Rinnsale benötigen. Ein höheres Wasserniveau und das verunreinigte Wasser der Straßen mit Umweltgiften, das sich in Zukunft dort befinden soll, sind ein Todesurteil für die Insekten. Für Härryda sind die Steinfliegen jedenfalls eher eine gesundheitliche Gefährdung als schützenswerte Insekten, auch wenn es diese heute kaum noch in Schweden zu entdecken sind.
Herbert Kårlin

Freitag, 13. April 2012

Verlässt Stena das Zentrum Göteborgs?

Nach einem 25-jährigen Vertrag zwischen Stena Line und der Stadt Göteborg muss noch dieses Jahr entschieden werden, ob die Dänemark-Fähren und die Fähren für Lastwagen auch nach 2014 weiterhin von der Innenstadt abgehen dürfen oder nicht. Kündigt die Stadt den Vertrag nicht bis zum 31. Dezember, so werden auch die nächsten 25 Jahre das kilometerlangen Ufer des Göta Älv Stena Line zur Verfügung stehen, bevor das Thema erneut auf den Tisch kommen kann. Die Vertreter von Stena Line gehen davon aus, dass der Vertrag stillschweigend verlängert wird.

Stadtplaner und ein Teil der Bevölkerung Göteborgs fordern, dass Stena Line an eine von der Innenstadt weiter entfernte Stelle umzieht, da die Fähren jedes Bauprojekt in der einzigen bleibenden guten Lage Göteborgs verhindern und die Einzäunungen der Bevölkerung den Zugang zum Fluss verhindert. Stena Line sieht bei einem Umzug einen weiteren Umsatzeinbruch, obwohl schon heute die Mehrheit der Passagiere mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmittel ankommen und eine Verlegung des Fährhafens daher kaum zu weniger Gästen führen wird.

Auch vom Standpunkt des Umweltschutzes müsste Göteborg den Mietvertrag mit Stena Line kündigen, denn ein Teil der hohen Luftverschmutzung liegt an den Booten und vor allem den Fahrzeugen, die während der Fahrt zur Fähre die Umwelt stark belasten, insbesondere Kühlwagen, die nahezu rund um die Uhr mit laufenden Motoren auf dem Parkplatz zu den Fähren stehen und es dadurch verhindern, dass Göteborg seine Ziele zum Umweltschutz erreichen kann.

Herbert Kårlin

Samstag, 24. März 2012

Militärgebiet auf den Schären vor Göteborg

Am gestrigen Freitag sprach sich die schwedische Umweltministerin Lena Ek erstmals zu den geplanten ausgiebigen militärischen Übungen auf den südlichen Schären aus, auch wenn sie den rund 5000 Bewohnern der Inseln weder eine schnelle Lösung versprach, noch eine eindeutige Stellung in diesen Fragen einnahm. Nach ihren Aussagen wird das Parlament vermutlich erst in einem Jahr Stellung zu diesem Thema nehmen.

Die Frage, die die schwedische Umweltministerin und das Parlament entscheiden müssen ist indes nicht nur die Frage, ob 1,3 Millionen Schüsse pro Jahr, verteilt auf 115 Tage, und unbegrenzte internationale Übungen in den Schären mit dem geltenden Europa-Vertrag vereinbar sind und inwieweit sie das schwedische Ziel zum Umweltschutz in Frage stellen, sondern auch welche Folgen die hohe Menge an giftigen Metallen, die bei den Übungen auf den Inseln und dem Meeresgrund verteilt werden, auf die Umwelt haben.

Erstaunt war Gunilla Carlsson, die, als Vertreterin Göteborgs, die Frage zu den militärischen Übungen an Lena Ek stellte, darüber, dass niemand im parlamentarischen Ausschuss, und auch nicht die Umweltministerin, darüber informiert waren, dass auf den Inseln permanent 5000 Personen leben und es sich dabei auch um ein bedeutendes touristisches Gebiet handelt.

Herbert Kårlin

Freitag, 23. März 2012

IT-Service in Göteborg aus Umweltgründen

Die Stadt Göteborg investiert in einen ausgedehnten IT-Service, der bisher übliche Treffen von zwei bis 20 Personen durch Videokonferenzen ersetzen soll. Das Ziel dieses Dienstes ist es jedoch nicht Geld zu sparen, sondern Reisen innerhalb der Stadt und in Stadtnähe weitgehend durch Videokonferenzen zu ersetzen um der Umwelt einen Dienst zu erweisen, da zu viele Angestellte Göteborgs noch immer nicht zu angebotenen Fahrrädern oder öffentlichen Verkehrsmitteln greifen, wenn sie zu einem Meeting müssen.

Als zweiten Grund für die Einführung der neuen Technik nennt die Verwaltung Göteborgs eine Bürgernähe zu schaffen, da es die neue Technik ermöglichen wird auch immer wieder einen Betroffenen mit in die Konferenz einzubinden und dadurch ein gesamtheitliches Bild zu sehen. Eine breite Öffentlichkeit durch die Videokonferenzen in das Geschehen der Stadt zu integrieren ist indes nicht vorgesehen.

Die neue Technik wird den Steuerzahler über zwei Millionen Kronen kosten, ohne dass bisher eine Studie erstellt wurde welche Kosten dann in Zukunft eingespart werden können und welche Verwaltungsbereiche Videokonferenzen auch anwenden wollen. Die neu vorgestellte Technik ist indes nichts als eine sehr einfache Methode, die im einfachsten Fall eine Unterhaltung von Laptop zu Laptop ermöglicht, was jede Webkamera ermöglicht, oder aber die Anwendung von Mikrofonen und Bildschirmen, die auch ein Treffen von rund 20 Personen an verschiedenen Stellen ermöglichen. Die ersten Videokonferenzen können dann ab Herbst gebucht werden.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. Januar 2012

Spike-Verbot in Göteborg

Bisher gibt es in Göteborg nur auf zwei Straßen ein Verbot für Spikereifen und dies wurde ausführlich in der Presse besprochen und an den beiden Straßen durch neue Verkehrszeichen deutlich gemacht. Auch wenn die Polizei die Einhaltung der Bestimmung nur sehr selten überwacht, so stellte sie gestern während einer Stunde fest, dass 60 Autos trotz Verbot und anderer Fahrmöglichkeiten eine der beiden Straßen mit Spikes befahren haben.

Jeder der Verkehrssünder bekam einen Strafzettel über 1000 Kronen in die Hände gedrückt, wobei die Mehrheit der angehaltenen Autofahrer auch zugab das Verbot zu kennen, wobei sie die Regelung jedoch für unsinnig oder gefährlich halten und daher nichts an ihrem Fahrverhalten und der Benutzung von Spikes in der Stadt ändern wollen. Was dabei nicht sonderlich verwunderlich ist, ist die Tatsache, dass die Polizei bei einem großen Teil der Spikefahrer auch gleichzeitig andere Verkehrsvergehen feststellen konnte.

Was sich nach der Verkehrskontrolle auch durch Leserbriefe an die lokale Tageszeitung GP zeigte, war, dass sich Autofahrer, die auf Spikes bestehen, sich nicht im geringsten um Umweltschutz oder die gesundheitlichen Probleme der Bewohner Göteborgs kümmern, sondern diejenigen, die das Verbot der Spikereifen auf zwei Straßen verfechten, für inkompetent halten. Erstaunlich dabei ist zudem, dass in Göteborg bisher weder Schnee noch Eis zu finden sind.

Herbert Kårlin

Freitag, 31. Dezember 2010

Umweltpolitik im Göteborger Hafen

Kurz nach Jahreswechsel beginnt der Göteborger Hafen mit der Installation von elektrischen Anschlüssen für Boote, was dazu führen soll, dass in Zukunft etwa 30 % der Schiffe ihre Dieselmotoren abstellen können, so lange sie am Kai liegen. Diese Maßnahme wird die Umweltverschmutzung in Göteborg erheblich reduzieren.

Göteborg wird mit diesen Umbauarbeiten einer der wenigen Welthäfen sein, die bei Schifffahrt auf Umweltschutz setzen. Die Kosten für die Arbeiten werden auf 13 Millionen Kronen geschätzt, wobei das Hauptproblem die Installation eines Umspannwerkes ist, da die Hilfsmotoren der Schiffe nicht die in Schweden übliche Frequenz benötigen.

Die stufenweise Umrüstung auf Strombetrieb reduziert jedoch nicht nur die Umweltverschmutzung sondern auch die Lärmbelästigung im ganzen Gebiet, da Elektromotoren, die auf Booten für Heizung, Licht und zahlreiche kleinere Arbeiten benötigt werden, weitaus leiser arbeiten die die bisher üblichen Dieselmotoren.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. Juni 2010

Göteborg verliert seinen Platz im Umweltranking

Zum dritten Mal hat die SNF (Svenska naturskyddsföreningen), der schwedische Naturschutzverband, 222 von 290 schwedischen Gemeinden nach ihren Umweltschutzmaßnahmen bewertet. Während Göteborg in den Jahren 2005 und 2007 noch einen fünften, respektive sechsten Platz, belegte, liegt die Stadt bei der jüngsten Untersuchung nur nur noch auf einem geteilten 29. Platz.

Zum ersten Mal hat der Naturschutzverband SNF nicht nur zukünftige Pläne und das angestrebte Ziel bewertet, sondern auch die tatsächlichen Aktionen der Städte mit in die Untersuchung aufgenommen, was in Göteborg die Kluft zwischen gewünschten Zielen und tatsächlichen Maßnahmen deutlich aufzeigt, denn viele Pläne der Stadt in Fragen Umweltschutz bleiben auf der Strecke, verzögern sich und selbst die bisherigen Maßnahmen zur Luftverbesserung haben keine erheblichen Fortschritte gezeigt.

Einige der Gründe für den Verlust der Topplätze liegen am mangelhaften Recycling von Naturabfall in Göteborg, die fortgesetzte Anwendung herkömmlicher Lampen bei einem Teil der Straßenbeleuchtung, die unzureichende Anregung für städtische Angestellte den öffentlichen Verkehr zu benutzen oder auch dem extrem seltenen Einsatz von Videokonferenzen, was Reisekosten erheblich reduzieren könnte. Es handelt sich dabei um Schritte, die in Städten wie Östersund, Stockholm und Malmö, die die ersten drei Plätze belegen, längst umgesetzt wurden.

Herbert Kårlin

Freitag, 4. Dezember 2009

Die Nachteile der kommen Straßenmaut in Göteborg

Nachdem bereits der Erfolg der geplanten Straßenmaut in Göteborg nicht unbedingt gewährleistet ist, haben Fachleute nun einen bedeutenden Nachteil der kommenden Straßenmaut festgestellt, der für eine große Schicht an Göteborgern gesundheitliche Nachteile und eine Lärmbelastung mit sich führen wird.

Einige Teile Göteborgs verzeichnen heute schon die schlechteste Luft Schwedens, die jeder dritte Göteborger als belastend betrachtet. Feinpartikel und Kohlendixid sind dabei oft weit über den europäischen Grenzwerten, wobei das Fahren mit Spikes die Probleme im Winter noch erheblich vergrößert.

Nach neueren Untersuchungen werden nach Einführung der Straßenmaut zwar einige der Schadstoffe in der Innenstadt reduziert, was jedoch auf Kosten anderer Stadtteile geht, denn vor allem die Anwohner des Hisingsleden, des Söder- und des Västerleden werden mit höheren gesundheitlichen Schadstoffen belastet werden als bisher, die dann ebenfalls über den offiziellen Grenzwerten liegen.

Die Stadt Göteborg konnte zwar während des letzten Jahrzehnts die Schadstoffemission erheblich reduzieren, ohne jedoch auch nur annähernd das gewünschte und notwendige Ziel zu erreichen. In mancher Hinsicht wird daher die Straßenmaut in Göteborg gesundheitlich mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen, sollte die Stadt nicht maßgeblich am Umweltschutz arbeiten.

Herbert Kårlin