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Sonntag, 10. August 2014

Unsichere Zukunft für das Aeroseum in Göteborg

Seit Mai 2005 hat sich des Aeroseum in Göteborg zu einem wahren Erlebniszentrum in Göteborg entwickelt. Auch wenn die finanziellen Voraussetzungen in dieser Zeit nicht immer optimal waren, so gelang es den Verantwortlichen die Aktivitäten auszubauen und die unterirdischen Hallen begrüßen heute rund 50.000 Besucher pro Jahr. Neben einer staatlichen Subvention von jährlich zwei Millionen Kronen gelang es dem Aeroseum sich aus Einnahmen, mit Hilfe von Sponsoren und der Aktivität von Freiwilligen zu finanzieren, ein Modell, das nun in Frage gestellt ist.


Um auch weiterhin die absolut notwendige staatliche Subvention zu erhalten, muss das Aeroseum bereits ab 2015 nachweisen, dass auch die Region Västra Götaland und/oder die Stadt Göteborg am Erhalt der Einrichtung interessiert sind und das Erlebniszentrum ebenfalls finanziell unterstützen, genau genommen mit 3,5 Millionen Kronen, eine Summe, die auch garantieren würde, dass die wissenschaftliche Aktivität des Aeroseums ausgebaut werden kann und nicht mehr jede Investition zu einer Zerreißprobe wird.

Problematisch ist jedoch, dass sich bisher weder die Region noch die Stadt sonderlich für das Aeroseum interessierten und das Budget für das kommende Jahr bereits entschieden ist, ohne allerdings das Aeroseum einzubinden. Die Stadtverwaltung zeigt sich zwar offen für Verhandlungen mit dem Flugerlebniszentrum, sieht jedoch kaum einen Handelsspielraum für 2015. Die Verantwortlichen des Aeroseum blicken dem kommenden Jahr nun mit gemischten Gefühlen entgegen, denn sollte es die staatlichen Gelder verlieren, so können nur noch am Wochenende Besucher entgegengenommen werden, was die Einkünfte des Aeroseums stark mindern könnte.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. August 2014

Baustellen ruinieren in Göteborg Geschäfte

Um Göteborg zu modernisieren und auf das Jubiläum im Jahre 2021 vorzubereiten, findet man in der Stadt bereits heute unzählige Baustellen unterschiedlicher Größe, die nicht nur ein Verkehrshindernis ausmachen und Touristen die schlechteste Seite der Stadt vermitteln, sondern zahlreiche Firmen Göteborgs, insbesondere Restaurants und Cafés, an den Rande des Ruins bringen, da die Kunden den Lärm fliehen und die Aussicht auf Baufahrzeuge kaum ein Wunschtraum ist.

Besonders stark davon betroffen sind die Unternehmer am Vasaplatsen, da dort die Schienen für die Straßenbahn ausgetauscht werden, also der Verkehr während des Sommers ganz eingestellt ist und Schweißarbeiten, Materialtransport und andere unangenehme Nebenwirkungen der Bauarbeiten teilweise sogar den Zugang zu Restaurants behindern und einen Tisch im Freien unmöglich machen. Mit dem Ende der Sommersaison werden die Arbeiten beendet sein, aber einige der Unternehmer müssen einen Konkurs erwägen, da sie kaum das Kapital haben einen Winter zu überleben.

Natürlich sind Bauarbeiten wichtig und die Sicherheit der Straßenbahn ist nicht zu vernachlässigen, aber die Stadtverwaltung kann wohl kaum behaupten, dass es keine anderen Lösungen gäbe und die Arbeiten ausschließlich auf den Sommer gelegt werden müssen. Keine touristische Stadt der Welt will seinen Besuchern ein Chaos und Lärm bieten, wenn man von Göteborg absieht, das vermutlich auch die kommenden sieben Jahre eine einzige große Baustelle sein wird um anschließend, wie Phönix, aus den „Flammen“ mit neuer Pracht zu entstehen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. März 2014

Neue Pläne des Vergnügunsparks Liseberg

Noch bevor der Göteborger Vergnügungspark Liseberg dieses Jahr öffnet und seine neue Achterbahn Helix dem Publikum vorstellt, präsentiert die Geschäftsleitung bereits eine neue Idee, die bereits im Herbst dieses Jahres in eine reelle Planungsphase übergehen kann. Allerdings steht Liseberg bei diesem neuen Projekt noch nicht unter einem Zeitdruck, da man an eine Eröffnung ohnehin erst zum hundertjährigen Jubiläum des Vergnügungsparks im Jahr 2023 denkt.

Bild: Liseberg

Um gegen den schwindenden Besucherstrom auszugehen, will die Geschäftsführung Lisebergs allerdings keine neue Attraktion aufstellen, sondern will, wie andere Vergnügungsparks, das Angebot ausdehnen und einen Magnet schaffen, der 365 Tage im Jahr die Besucher anzieht und nicht nur während der Sommermonate und anlässlich eines Weihnachtsmarkts. Diese Idee ist jedoch nicht neu, sondern mehr ein Kopie anderer großer Anlagen, die erfolgreich in die Gegenwart investiert hatten.

Liseberg will auf der kürzlich erworbenen Fläche und dem angrenzenden Parkplatz zum einen ein Hotel mit bis zu 400 Zimmern schaffen und einen Aquapark schaffen, da Stena Line damit einen großen Erfolg in Fredrikshavn hat. Es geht Liseberg daher nicht um Innovation und weitsichtiges Zukunftsdenken, sondern mehr um Geschäftsideen anderer als Nachzügler zu vermarkten. Ob diese Planung ab 2023 tatsächlich Besucher zurückbringen kann, muss sich erst zeigen.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. September 2013

Göteborger bleiben im Ungewissen über die Infrastruktur

Während man gestern bereits im Göteborger Stadtteil Angered die 400-Jahrfeier Göteborgs vorfeierte, beginnen sich an anderen Stellen der Stadt Bürger über die Zukunft der Stadt zu beunruhigen, denn die Vorbereitungen zum gigantischen Infrastrukturpaket zeigen nun die ersten Schattenseiten über die die Bürger selbstverständlich ebenso wenig informiert wurden wie über andere Probleme, die mit der vermutlich größten Baustelle Schwedens zur Jahrhundertfeier auf sie zukommen.

Um den Eisenbahntunnel unter der Stadt zu bauen, haben die Planer des Baus nämlich vorgesehen sechs sogenannte Arbeitstunnel zu bauen über die im Rhythmus von allen 20 Minuten schwere Lastwagen verkehren werden und die später dem Eisenbahntunnel zur eventuellen Evakuierung bei Problemen dienen sollen. Das Problem dabei ist jedoch, dass einer der Tunnels selbst unter Häusern des 19. Jahrhunderts geplant ist, unter Häusern, die kaum Erschütterungen vertragen und im Grunde geschützt werden müssen.

Dass die Bürger Göteborgs über die geplanten Tunnelbauten bisher nicht informiert wurden, erklären die Verantwortlichen damit, dass ja noch keine endgültige Entscheidung gefällt sei und die Lage der Tunnels daher nicht eindeutig festgelegt wurde. Außerdem sollen permanent Messungen vorgenommen werden, die jede Veränderung der Bausubstanz der betroffenen Häuser melden würden, was den Bewohnern jedoch kaum Sicherheit bietet. Und falls ein bereits begonnener Tunnel verlegt werden soll, so können die Kosten für den Göteborger Eisenbahntunnel explosionsartig in die Höhe gehen, was wiederum nur mit der Erhöhung der Maut ausgeglichen werden kann.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 31. Mai 2012

400 Jahre Göteborg, der Jubiläumsplan

 
Als Göteborg 300 Jahre alt wurde, setzte die Stadt auf Kultur, deren Zeichen noch heute am Götaplatsen deutlich zu sehen sind und der immer noch als kultureller Magnet gilt. Wenn Göteborg im Jahre 2021 die nächste Schwelle nimmt und 400 Jahre alt wird, sollen erneut Zeichen gesetzt werden, die Göteborg deutlich auf die Weltkarte setzen und den Bewohnern eines neues Stadtbild bietet.

Bevor man sich an die Planung dieses Mammutprojektes machte, wollte man wissen, wovon eigentlich die Göteborger träumen. Jeder Bürger war daher aufgerufen seine Ideen und Wünsche zu präsentieren. Das Ergebnis findet man nun in einem 400 Seiten umfassenden Buch, wo man sich über alle 1680 eingegangen Ideen seine eigenen Gedanken machen kann. Auch wenn so manche Idee nur ein persönlicher Wunsch war, so findet man hier auch zahlreiche Ansätze, die die heutigen Schwachpunkte der Stadt zeigen und deshalb eine wichtige Anregung zur 400-Jahresfeier sind.

Die Projektgruppen, die bereits ein Stück weiter denken und intensiv an den Vorbereitungen arbeiten, wollen Göteborg zu sieben Städten machen, die alle in einer einzigen Platz haben, denn das 400 Jahre alte Göteborg soll eine grüne Stadt werden, eine Kulturstadt, eine Stadt der Wissenschaft, eine moderne Stadt, eine Stadt der Erlebnisse, eine wachsende Stadt und eine offene Stadt in der sich alle Bewohner wohl fühlen, egal welcher Hautfarbe, welcher Religion und welcher Herkunft.

Herbert Kårlin