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Freitag, 31. Januar 2014

Göteborg bekommt ein weiteres Kino

Auch wenn man in vielen Ländern vom Kinosterben spricht, so kann man in Göteborg eher sagen, dass es, trotz der bereits zahlreichen Kinos, immer noch zu wenig Säle gibt, da die Nachfrage, vor allem an Wochenenden, immer noch bedeutend größer ist als das Angebot  und zudem zahlreiche ausgezeichnete Filme Göteborg nie erreichen. Dieses Manko will nun die Kinokette SF-Bio AB beheben und plant daher eine dritte Einrichtung in der Stadt öffnen.


Das geplante Kino, das bisher noch keinen Namen hat, wird voraussichtlich im Frühjahr 2015 öffnen und in drei Kinosälen Platz für 230 Besucher bieten. Dass sich in diesem neuen Kino die modernste Technik finden wird und voraussichtlich auch ein Café oder einfacheres Restaurant angeschlossen sein wird, gilt für die Geschäftsführung von SF-Bio geradezu als selbstverständlich. Das Programm soll in etwa dem Stockholmer Sturebiografen entsprechen, also Filme höchster Qualität umfassen.

Das neue SF Bio, das sich am Götaplatsen befinden wird, direkt im kulturellen Zentrum Göteborgs, wird vor allem dem städtischen Bio Roy Konkurrenz machen, das in seinem alten Kinosaal das gleiche Publikum anspricht und nur wenige Schritte vom neuen SF Bio entfernt liegt. Wenig erstaunlich ist, dass das Gebäude mit dem neuen Kino dem schwedischen Immobiliengiganten Wallenstam gehört, dem auch die Gebäude gehören in denen die beiden anderen SF Kinos untergebracht sind, der Biopalatset und die Filmstaden Bergakungen.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 27. Januar 2014

Kritik zur Preispolitik des Göteborger Filmfestivals

Dieses Jahr muss man erstmals für jeden Film, den man während des Göteborger Filmfestivals sehen will, 90 Kronen oder mehr bezahlen, da es weder eine Tageskarte noch eine Dauerkarte gibt. Für einen Teil der Kinoliebhaber bedeutet diese Regel auf Filme verzichten zu müssen, zumal ein so hoher Preis für einige der älteren Filme oder für Experimentalfilme als zu hoch betrachtet wird. Sehr viele Besucher wünschen sich daher die Dauerkarten zurück und einen Preis, der wieder bei etwa 70 Kronen liegt.


Der Geschäftsführer des Filmfestivals, Mikael Fellenius, nimmt bei der Preispolitik eine etwas andere Position ein, auch wenn er der Öffentlichkeit keine Rechenschaft über Einnahmen und Ausgaben liefert, denn Fellenius spricht pauschal davon, dass das Filmfestival eine ausgeglichene Bilanz aufweisen muss, damit es auch in den kommenden Jahren veranstaltet werden kann, was ebenfalls logisch erscheint.

Interessant ist dabei jedoch, dass das Internationale Filmfestival in Göteborg mit seinen 200.000 Besuchern, den zahlreichen Sponsoren und den 200 kostenlosen Helfern über beträchtliche finanzielle Mittel verfügt und eine wichtige Einrichtung für die nordischen Produktionsfirmen ist, so dass sich natürlich die Besucher fragen wer diese hohen Summen tatsächlich erhält, denn immerhin können mehrere Millionen Kronen an Einnahmen verbucht werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 9. Januar 2014

Göteborger Filmfestival im Endspurt

Gestern erschien der Katalog zum 37. Internationalen Filmfestival in Göteborg in dem Filmenthusiasten zwischen dem 24. Januar und dem 3. Februar aus 500 Filmen aus 80 Ländern ihre Wahl treffen müssen, da es unmöglich ist alle angebotenen Filme zu sehen, selbst dann nicht, wenn man die Zeit vom frühen Morgen bis zum späten Abend in den Kinosälen Göteborgs verbringen will und den Rest des Festivalprogramms vergisst.


Die Höhepunkte des diesjährigen Festivals sind vorab schwer einzuschätzen, da zahlreiche Überraschungen und Premieren auf die Besucher warten. Besucher, die aus anderen Ländern anreisen, sollten in jedem Fall einen Blick auf die 19 neuen nordischen Filme werfen, die während der zehn Tage geboten werden, wobei man dabei nicht vergessen sollte, dass ein weiterer Schwerpunkt auf die Produktionen aus Island und Russland gelegt wurde und, unter anderem, der Dokumentarfilm Pussy versus Putin gezeigt wird, dem auch ein Seminar zum Thema folgt.

Wer während des Göteborger Filmfestivals tiefer in das Filmgeschehen blicken will, dem werden in diesem Jahr rund 40 verschiedene Seminare angeboten und ein Besuch im Göteborger Filmstudio, wobei man am 29. Januar auch einer der zur Zeit bekanntesten isländischen Musikgruppe lauschen kann, nämlich Hjaltalín. Das Einzige womit man während der zehn Tage nicht rechnen sollte, ist ausreichend Schlaf, denn die Filmtage beginnen sehr früh und enden sehr spät.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. November 2013

Internationales Roma-Filmfestival in Göteborg

Nach Stockholm, Uppsala und Gävle findet nun dieses Wochenende erstmals in Göteborg des Internationale Roma-Filmfestival statt, das fünfte Festival dieser Art, das nicht nur die Geschichte der Roma in den Vordergrund rücken will, sondern eine andere Seite der Roma zeigt, in Form von Filmen, die man normalerweise nie in den großen Kinos sehen kann, denn diese Filme wurden von Roma gedreht und zeigen das Leben dieser Volksgruppe unter einem ungewohnten Winkel und ohne die Vorurteile, die allein mit dem Wort Roma immer noch bei vielen entstehen.


Drei Tage lang wird sowohl im Göteborger Stadtmuseum, als auch Hagabion und dem Folkets bio in Angered die Breite der Filmkunst der Roma gezeigt. Klassische Filme, Spielfilme, Zeichentrickfilme, Dokumentarfilme und Nachrichten wechseln sich ab und zeigen die Roma als Filmhelden und beeindruckende Regisseure. Sämtliche der Filmvorführungen sind kostenlos und werden anschließend von Diskussionen und Gesprächen zur Filmkunst der Roma begleitet damit der Besucher nicht nur ein passiver Betrachter des Filmgeschehens bleibt.

Die Idee zu diesem Festival kam Domino Kai, dem Veranstalter des Festivals, als er zur parallelen Ausstellung Vi är Romer, die gegenwärtig im Stadtmuseum Göteborg zu finden ist, als Berater tätig war, denn es gibt kaum ein Medium, das ein Publikum besser zum Nachdenken bringt als der Film. Natürlich hofft Domino Kai, dass sich die Besucher der Filme anschließend nicht sofort wieder in alle Winde verstreuen, sondern bei einem Kaffee über das Thema Roma diskutieren und die Eindrücke später auf das tägliche Leben mit der Roma-Bevölkerung Göteborgs übertragen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. November 2013

Göteborg will die Stadt des schwedischen Films werden

Auch wenn man bei dem Begriff Filmstadt in Schweden in erster Linie an Ystad, seinen Filmfond und seine Studios denkt, so soll sich dies nach Meinung des Göteborger Stadtrats nun ändern, denn die Stadt will bereits im kommenden Jahr zehn Millionen Kronen in die Entwicklung der Filmbrache in der Stadt stecken und plant innerhalb einer absehbarer Zeit das kreative Filmzentrum Schwedens zu werden.

Sein Ziel will Göteborg vor allem durch einen starken finanziellen Einsatz gewinnen, unter anderem dadurch, dass Film i Väst ab kommenden Jahr doppelt so viel Geld als bisher erhält, nämlich 5,5 Millionen Kronen. Weitere zwei Millionen sollen in die Talentsuche und in kleinere Filmprojekte in Göteborg investiert werden. Der Hauptpunkt soll jedoch sein ein Filmzentrum in der Stadt einzurichten, das nicht nur internationale Filmemacher und Produzenten anziehen soll, sondern diesen auch dabei helfen soll Risikokapital zu finden.

Auch wenn die Filmindustrie Göteborg einen anhaltenden und guten Ruf bringen kann, so wird das Projekt, wie leider üblich in der Stadt, nicht von einem einzigen Amt geleitet, sondern wird eine Zusammenarbeit unterschiedlichster städtischer und regionaler Einheiten, was erneut zu einer unübersichtlichen Struktur und Konkurrenzdenken führen kann, die Göteborg bisher immer wieder zu Bestechungsaffären brachte. In jedem Fall sieht Göteborg im Kinofilm eine Zukunft, auch wenn es im nordischen Raum im Grunde nur noch einen einzigen Filmvertrieb und eine einzige gigantische Kinokette gibt, die zudem auf Göteborg nicht sehr gut zu sprechen ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Göteborg führt neue Kennzeichnung für Filme ein

Das Göteborger Kino Roy führt ab diesem Wochenende, als eines von vier schwedischen Kinos, den sogenannten Bechdel-Test ein und wird Filme, die diesen Test bestehen mit einem deutlichen A markieren, sowohl in der Werbung als auch auf den Plakaten und der Homepage. Diese Kennzeichnung soll den Besuchern vor allem bewusst machen welche Filme einem gewissen Gleichstellungsprinzip von Mann und Frau entsprechen. Als erste Filme, die nun genauer unter die Lupe genommen werden, findet man Monica Z., Hotell und Vi är bäst.

Ein mit A gekennzeichneter Film muss drei Kriterien erfüllen. Zum einen müssen im Film zwei weiblichen Darstellerinnen eine bedeutende Rolle haben und miteinander sprechen. Das geführte Gespräch darf zudem nicht von Männern handeln. Auch wenn man im ersten Moment das Ausmaß dieser Kennzeichnung nicht sieht, so werden die Kinobesucher sehr schnell feststellen wie wenig Filme tatsächlich ein A verdienen und die Frau daher in ein Klischee drücken, das nur in Nebenrollen zu finden ist.

Die Bechdel-Kennzeichnung, die in Zusammenarbeit mit dem Verein WIST (women in film and television) vergeben wird, existiert mittlerweile seit 30 Jahren ohne in der Welt der Kinos und des Fernsehens bisher einen Durchschlag zu verzeichnen. Bio Roy, das seit fünf Jahren auch das Lady Bug Festival veranstaltet, will in Göteborg nun wegweisend in diesem Punkt werden und hofft, dass die Besucher dabei auch zu kritischeren Kinobesuchern werden, denen die Gleichstellung von Mann und Frau wichtig ist.

Herbert Kårlin

Sonntag, 29. September 2013

Kinokrieg in Göteborg

In ganz Göteborg gibt es nur noch ein einziges von den SF-Kinos unabhänges Kino, das zum Überleben eine jährliche städtische Unterstützung von 800.000 Kronen erhält und daher Filme billiger zeigen kann als die gigantische Kinokette von Bonnier.  SF-Bio (AB Svensk Filmindustri), das in Göteborg knapp 97 Prozent aller Kinobesucher zählt, will nun verhindern, dass Bio Roy, was in einzelnen Fällen geschieht, gleichzeitig eine Filmpremiere zeigt wie SF-Bio.


Dass SF-Bio auch in Göteborg jedes öffentliche, private oder vereinsmäßig gehaltene Kino als Feind ansieht, liegt an der Politik des Unternehmens, das auch in anderen Städten Schwedens jeden Konkurrenten bekämpft. Neu ist jedoch, dass SF-Bio in Göteborg auch dagegen vorgehen will, dass dort Premieren gezeigt werden, die vom gleichen Vertrieb kommen dem auch Bio Roy gehört und gegen Filme, die SF vorher an Bio Roy zur Vorführung vermietete, denn niemand zwingt SF zu so einer Handlung.

Der tatsächliche Grund dürfte natürlich sein, dass Bio Roy billigere Eintrittskarten verkauft als die großen und sehr modernen SF-Kinos, denn sobald Familie Bonnier sämtliche schwedischen Kinos besitzt, so kann eine völlig neue Preispolitik angesetzt werden, wobei dann, so ganz nebenbei, auch noch die kleineren freien Filmproduzenten endgültig vertrieben werden können, die heute bei Kinos wie Bio Roy noch treue Filmliebhaber finden können.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Januar 2013

Internationales Filmfestival 2013 in Göteborg


Marit Kapla präsentiert das Programm des Filmfestivals 2013
Endlich liegt das Programm des 36. Internationalen Filmfestivals in Göteborg, das vom 25. Januar bis zum 4. Februar 2013 alle Kinos der Stadt einnimmt, vor und für alle Filmliebhaber beginnt das Problem die zehn Tage so gut wie möglich zu planen, denn niemand wird in so kurzer Zeit 500 Filme aus 84 Ländern ansehen können, auch nicht wenn man sich täglich von 10 Uhr morgens bis 22 Uhr nachts vor eine der zahlreichen Leinwände setzt.

Beim enormen Angebot an Filmen ist es bereits schwierig Schwerpunkte beim Internationalen Filmfestival in Göteborg zu finden, denn zum diesjährigen Thema „Filme aus Chile“ kann man unter elf verschiedenen Filmen wählen, nicht zu vergessen die Auswahl der Filme aus dem Iran, die einen Blick in eine völlig andere Kultur erlauben als man sonst im Kino findet, oder aber der erste Film aus Saudi Arabien, dem Land, in dem es keine Filmindustrie geben darf.

Das Problem wird noch größer wenn man auch einige der größten gegenwärtigen Regisseure treffen und an den Seminaren teilnehmen will, denn 32 Seminare in diesen zehn Tagen unterzubringen ist geradezu unmöglich. Wer sich auch nur im entferntesten für Film interessiert, sollte ab dem 25. Januar vergessen, dass es Cannes, Berlin oder Edinburgh gibt, denn um diese Zeit findet man die Welt des Films in Göteborg, mit einem Angebot, das dieses Jahr nahezu alle Grenzen sprengt.

Herbert Kårlin

Sonntag, 6. Januar 2013

Film i Väst hat eine Nase für Erfolg


Jan Troell präsentiert während des Filmfestivals 2012 in Göteborg
seinen Film Dom över död

Unter den Filmen, die im vorigen Jahr in Coproduktion mit Film i Väst entstanden, findet man elf Filme, die am 21. Januar bei der Verleihung des Goldenen Käfers (Guldbagge) einige der bedeutendsten Filmpreise des Jahres an Land ziehen können. Theoretisch können die Filme an denen Film i Väst beteiligt ist, sogar mit 37 der 48 möglichen Guldbaggar von der Bühne gehen, wobei bereits die Nominierung ein bedeutender Erfolg für die westschwedische Produktionsgesellschaft ist.

Der Film Call Girl von Mikael Marcimains, der am 9. November 2012 Premiere hatte und bereits in die Kritik geraten war, weil manche Olof Palme als einen der Sexkäufer erkannt haben wollen, erhielt insgesamt elf Nominierungen und gilt als einer des besten schwedischen Filme des Jahres. Der schwedisch-norwegische Film Dom över död man von Jan Troell, der am 7. Dezember 2012 Premiere hatte und die Geschichte von Torgny Segerstedt dokumentiert, wurde sechsmal für einen Goldenen Käfer nominiert.

Die weiteren Nominierungen gingen an Äta sova dö, den ersten Kinofilm von Gabriela Pichler, die nicht nur Regie führte, sondern auch das Manuskript schrieb, an die Dokumentation Palme und die Filme Snabba Cash II, Dance music now, Lycka till och ta hand om varandra, Mammas pojkar und Isdraken. Sicher ist bereits ein Guldbagge für die beste Regie, denn hier konkurrieren drei Filme bei denen Film i Väst als Coproduzent auftaucht.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Samstag, 29. Dezember 2012

Weniger Theater für Jugendliche in Göteborg

Auch wenn Göteborg landesweit noch eine privilegierte Position unter den schwedischen Gemeinden einnimmt, in denen Schulen ihre Schülern mindestens einmal im Jahr zu einen Besuch im Theater, im Kino oder einer anderen kulturellen Veranstaltung animiert, so sehen die tatsächlichen Zahlen geradezu ernüchtern aus, da die Kulturabteilung Göteborgs diese Besuche als Nebensache betrachtet.

Da Göteborg ab 2011 keinerlei Anweisungen mehr gibt, dass Gymnasialschüler einmal im Jahr eine Bühne besuchen sollen und einmal einen Kinobesuch zu planen haben, ist die Anzahl der Theaterbesuche von 6500 im Jahre 2011 auf 3500 im Jahre 2012 gefallen, was bedeutet, dass die Mehrheit der Schüler der verschiedensten Schulklassen kein Theater oder Kino mehr von innen sehen. Die Ursache liegt natürlich daran, dass Göteborg diese Besuche nicht mehr subventionieren will, da man hier Geld sparen kann, das in Gehälter und die Infrastruktur gesteckt werden kann.

Bis zum Jahre 2010 hing die Höhe der Subventionen von den einzelnen Stadtteilen ab, so dass ein Theaterbesuch im Schnitt 50 Kronen kostete, aber auch umsonst sein konnte oder 100 Kronen erreichte. Auch bei dieser Methode waren die Kinder in ärmeren Stadtteilen mit einer hohen Einwanderungsquote im Nachteil, aber der Begriff Kultur war zumindest eine Thema für jene, die später zu Theaterbesuchern werden sollen. Sollte die Kulturverwaltung Göteborgs sich nicht bald wieder zu einer Kulturförderung bei Schülern entscheiden, so werden 2013 noch weniger Schüler erfahren was Kultur im Grunde bedeutet und irgendwann stehen die Theater leer.

Herbert Kårlin

Dienstag, 24. Januar 2012

Göteborger erhalten größten schwedischen Filmpreis

Während der dreizehn Mal nominierte Film „Simon och Ekarna“ bei der gestrigen Verleihung des Guldbagge, dem höchsten schwedischen Filmpreis, nur für die beste männliche und die beste weibliche Hauptrolle prämiert wurde, gingen die Auszeichnungen an zwölf Filme, die „Film i Väst“ produzierte und die beiden Hauptpreise gingen an zwei Regisseure aus Göteborg.

Als bester Film des Jahres wurde Lisa Aschans ersten Langfilm „Apflickorna“ mit einem Guldbagge ausgezeichnet. Der Film der Wahlgöteborgerin zeigt den unerbarmherzigen Machtkampf von zwei jungen Frauen und wurde im vergangenen Jahren auf sämtlichen internationalen Festival als eine der bedeutendsten gegenwärtigen Produktionen betrachtet.

Der Göteborger Ruben Östlund erhielt für seinen Film „Play“ den Guldbagge für die beste Regie. Auch „Play“ handelt in jugendlichem Milieu und baut auf tatsächliche Handlungen einer kriminellen Jugendgang in Göteborg auf. Ruben Östlund arbeitete mit jugendlichen Amateuren in den Hauptrollen, denen er für ihre herausragende Leistung während der Preisvergabe am gestrigen Abend dankte.

Herbert Kårlin

Freitag, 6. Januar 2012

Film i Väst im Aufwind

Film i Väst, einer der bedeutendsten Filmfonds Skandinaviens, der 1992 in Alingsås gegründet wurde und heute seinen Sitz in Trollhättan hat, ist gegenwärtig nicht nur wegen der Verfilmung von Marianne Fredrikssons „Simon och Ekarna“ im Gespräch, einem Film, der nicht nur von Film i Väst mitfinanziert wurde und zum Teil in Göteborg spielt, sondern auch weil der Filmfond bei der Nominierung zum schwedischen Guldbagge einen Rekord verzeichnet.

Unter den 54 Nominierungen für den Guldbagge 2012 gehen 38 an Produktionen, die von Film i Väst mitfinanziert wurden, ein absoluter Rekord für den Filmfond seit seinem 20-jährigen Bestehen. Mehrere der nominierten Filme wurden in Göteborg gedreht und spielen damit eine wichtige Rolle für die Promotion der Stadt. So auch der Erfolgsfilm „Simon och Ekarna“, der im März in die deutschen Kinos gelangen wird und in 13 Kategorien nominiert wurde.

Allerdings ist dies nicht der erste bedeutende Erfolg von Film in Väst, denn in Dänemark findet man bei der Nominierung zum Robert, der im Nachbarland die Rolle des Guldbagge hat, 46 der 85 Nominierungen bei Produktionen von Film i Väst, wobei in Dänemark die Konkurrenz von Lars von Trier und Pernille Fischer Christensen eine besondere Herausforderung sind, da letztendlich die dänische Filmakademie über die Preise entscheidet.

Herbert Kårlin

Samstag, 19. November 2011

Erstes Großkino Göteborgs wird Modehaus

Nachdem im Jahre 2008 die letzte Vorstellung im zentralsten Kino Göteborgs stattfand und 2010 der Mietvertrag mit SF, der größten Kinokette Schwedens auslief, suchte der Vermieter des Palladium, wo 1917 der erste Film präsentiert wurde, eine neue Lösung. Nun hat die Centrumutveckling Sverige AB eine Lösung gefunden und der Kinosalon liegt bereits in Trümmern.

Das Unternehmen hat beschlossen aus dem ehemaligen Kino ein Modehaus im Zentrum Göteborgs zu schaffen, wobei die Anfragen von Modehäusern, auf Grund der Lage, bereits enorm ist. Insgesamt sollen vier oder fünf Boutiquen im Palladium Platz finden. Die ersten Verträge sind bereits unterschrieben. Außer H&M, das ohnehin den schwedischen Markt dominiert, wird auch die exklusive Modekette COS hier seinen ersten Laden in Göteborg öffnen.

Nach Cathrine Söderström, die in diesem Fall das Unternehmen Centrumutveckling Sverige AB vertritt, wird man im künftigen Modehaus nur exklusive Marken der oberen Kategorie finden, das Göteborg einen internationalen Modestempel verleihen wird. Das neue Modehaus, das mit Sicherheit dem Nobelgeschäft NK Konkurrenz machen wird, wird voraussichtlich am 1. Oktober 2012 öffnen. Insgesamt werden die Boutiquen über rund 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen.

Herbert Kårlin