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Mittwoch, 28. Juli 2010

Die Führungsetage in Göteborg von Männern besetzt

Bei einer Untersuchung der 20 größten Unternehmen Göteborgs stellte die Göteborgs-Posten fest, dass sich unter den Geschäftsführern dieser Unternehmen nicht eine einzige Frau befand. Auch wenn die Situation in der Führungsetage nur besser aussehen konnte, so konnte GP gerade einmal 18% Frauen in den Führungsetagen finden, wo sie vor allem die juristische Abteilung leiteten oder mit Personalfragen betraut waren.

Auf Fragen der Göteborgs-Posten erklärten zahlreiche Firmen, dass sie gerne mehr Frauen in der Führungsetage sehen wollen, aber man würde die notwendige Qualifikation unter der weiblichen Bewerbern vermissen. Und dies, nachdem mehrere Studien beweisen, dass schwedische Frauen in Universitäten und Hochschulen besser abschneiden als Männer und dort die 50%-Schwelle längst überschritten haben.

Wenn man die heutige Entwicklung betrachtet, so wird die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen in den Führungsetagen Göteborgs frühestens im Jahre 2033 einsetzen. Betrachtet man die schwedische Entwicklung in Aktiengesellschaften, so stellt man dort jedoch sogar fest, dass der Frauenanteil in börsennotierten Unternehmen von 14,3% auf 13,8% sank und von einer Gleichstellung der Frauen in der Führungsschicht auch in Zukunft nur zu träumen ist.

Herbert Kårlin

Freitag, 21. Mai 2010

Frauen, die in Göteborg einwandern ohne Zukunft

Die Volkshochschule im Göteborger Stadtteil Lundby hat sei 1995 einen bedeutenden Beitrag für eingewanderte ausländische Frauen geleistet, die nach Göteborg kamen und ihnen nicht nur aus der Isolation geholfen, sondern ihnen auch den Einstieg in die Berufswelt ermöglicht und damit einen bedeutenden Schritt für die Integration von Frauen aus arabischen und lateinamerikanischen Ländern geleistet.

Die einzige Aufnahmebedingung dieser Volkshochschule war, dass die Frauen vorher das Programm Schwedisch für Einwanderer absolviert hatten, um dann an der Volkshochschule verschiedenen Kursen zu folgen, die ihre Sprachfähigkeiten verbesserten, ihr Ausbildungsniveau erhöhten und ihnen damit die Möglichkeit gab zu studieren oder eine Arbeit zu finden.

Für Frauen aus Kulturen, in denen sie nur dazu da waren um zu kochen und Kinder zu bekommen, war die Volkshochschule oft die einzige Möglichkeit aus der Isolation zu kommen. Nun wird diese Schule, wegen Sparmaßnahmen, geschlossen, wobei zwei Lehrern bereits gekündigt wurde, obwohl die schwedische Regierung, die Region Västra Götaland und die Stadt Göteborg auf Integration setzen, zumindest so lange es sich nicht um eingewanderte Frauen handelt.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. April 2010

Rumänische Bettler werden aus Göteborg abgeschoben


Seit dem 14. April 2010 fährt die Stadtpolizei Göteborgs mit ihrem Kleinbus durch die Innenstadt, um Bettler, die sich seit längerer Zeit in der Stadt aufhalten, mit unmittelbarer Wirkung auszuweisen. In der Regel handelt es sich um ältere Frauen, die täglich an der gleichen Stelle ihrer Tätigkeit nachgehen und aus Rumänien kommen. Oft handelt es sich dabei um Roma, die im Heimland, in das sie nun abgeschoben werden, ebenfalls verfolgt werden.

Anlass ist der Verdacht, dass es sich bei der Bettelei um eine organisierte Kriminalität handelt, bei der die Frauen zwar Opfer sind, die Ausweisung aber die einzige Möglichkeit bildet ein klares Zeichen zu geben, dass diese Art von Kriminalität in Göteborg in Zukunft nicht mehr funktioniert. Als Beweis für die organisierte Kriminalität nimmt die Polizei die Entdeckung einer Wohnung, die für zwei Personen bestimmt war, wo sich aber bis zu 25 Bettler aufhielten.

Da europäische Bürger in der Regel nicht ausgewiesen werden können, greift die Polizei nun zu einem Paragraphen des Ausländergesetzes, der besagt, dass Ausländer, die sich nicht selbständig und auf ehrliche Weise innerhalb der Nordischen Union versorgen können oder dort einer Tätigkeit nachgehen, die eine Arbeitsgenehmigung erfordert, diese aber nicht vorweisen können, mit unmittelbarer Wirkung ausgewiesen werden können.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. Februar 2010

Göteborg wird sicherer für Frauen

In Göteborg starten im Frühjahr vier Projekte, die Frauen die Angst davor nehmen sollen bei Dunkelheit nach Hause zu gehen oder auszugehen. Die vier Projekte verfügen im Jahr 2010 über zwei Millionen Kronen, die in erster Linie für eine verbesserte Beleuchtung und das Schneiden oder Entfernen von Büschen eingesetzt werden sollen.

Die vier Projekte werden jedoch nicht wie üblich von Verkehrsamt oder Stadträten beschlossen, sondern nach dem Wunsch der Frauen Göteborgs. In den Stadtteilen Kvillebäcken, Brämaregården und Biskopsgården liegen bereits mehrere Wünsche der dort wohnenden Frauen vor und die zu dunklen oder als unsicher empfundenen Stellen wurden erfasst.

Die Projekte für ein sicheres Göteborg betreffen jedoch die gesamte Stadt und schließen auch die als unsicher empfundenen Stellen an Fahrradwegen ein. Zusätzlich sollen flächendeckend psychologische Kurse angeboten werden, die den Frauen mehr Selbstwertgefühl geben, damit sie unbegründete Angstgefühle selbst meistern können.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. November 2009

Gleiche Gehälter für Mann und Frau in Göteborg

Im Jahr 2000 stellte man fest, dass die weiblichen Angestellten, die bei der Stadt Göteborg arbeiteten, im Durchschnitt nur 85,4% des Gehaltes der männlichen Angestellten erhalten, was bedeutete, dass Frauen pro Monat rund 300 Euros weniger mit nach Hause nahmen als Männer, und das, obwohl die Stadt die selbst geschaffene interne Anweisung hat Frauen nicht zu benachteiligen.

Im Jahre 2009 hat sich der Unterschied zwischen den männlichen und weiblichen Gehältern verringert, denn nach neun Jahren versuchter Gleichstellung liegen die Gehälter der Frauen nun nur noch bei 92,3% des männlichen Gehaltes. Die Stadt Göteborg sieht dies als Bestätigung dafür, dass die unterschiedliche Behandlung von Mann und Frau bald der Vergangenheit angehören werde.

Um diese Gleichstellung beschleunigt herbeizuführen werden daher sämtliche Berufe in einzelne Gruppen eingeteilt, was mit anderen Worten bedeutet, dass jene Frauen, die die gleiche Ausbildung wie ihre männlichen Kollegen haben und den gleichen Aufgabenbereich zugeordnet bekamen den männlichen Lohn erhalten, jedoch nicht jene Frauen, die die gleiche Aufgabe erfüllen, aber eine geringere Vorbildung haben. Dies bedeutet ebenfalls, dass alle Frauen mit „Frauenberufen“, die es nach Gesetz eigentlich nicht gibt, mit ihrem geringeren Lohn zufrieden sein müssen und als angemessen bezahlt gelten.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Göteborgs Universität unter der Anklage von Geschlechterdiskriminierung

Nach dem Zentrum für Gerechtigkeit in Stockholm gehört die Universität in Göteborg zu den vier Universitäten des Landes wo die Diskriminierung von Frauen am höchsten liegt. Der im Jahre 2002 gegründete Organismus will diese Probleme nun vor die schwedischen Gerichte bringen um Frauen die gleiche Chance zu geben wie Männern.

Dass in Göteborg dieses Jahr 1059 Diskriminierungssfälle an der Universität beanstandet werden, ausschließlich Frauen, sieht die Universitätsverwaltung anders, denn für die Verantwortlichen ist es logisch, dass in einer Ausbildung wie Medizin, wo 80% der Bewerbungen von Frauen kommen ein Ausgleich geschaffen werden muss, indem man bei gleicher Qualifikation grundsätzlich einen Mann bevorzugt, da sonst eine zu große Frauendominanz in der Fakultät vorzufinden wäre.

Die größten Diskriminierungen erfahren bei diesem System Frauen, die sich nach Abschluss einer Volkshochschulausbildung zu einem Medizinstudium entschließen, da hier eine Frau in Göteborg absolut keine Chance hat zugelassen zu werden, da, nach der Universität Göteborg, die Frauenplätze ja schon anderweitig vergeben sind. Nach Aussagen der Verwaltung betrifft dieses Problem ja auch nur gewisse Ausbildungen, da bei anderen Studienzweigen jeder Antragsteller einen Platz bekommt.

Herbert Kårlin