Posts mit dem Label Selbstmord werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Selbstmord werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 13. Juni 2014

Göteborg plant Selbstmord abzuschaffen

Der Göteborger Stadtrat sieht nicht nur beim Straßenverkehr eine Vision nach der es keine Toten mehr auf den Straßen der Stadt geben soll, sondern will nun auch darauf hinarbeiten, dass es in Göteborg keinen Selbstmord mehr gibt. Im ersten Schritt bedeutet dies, dass die Anzahl der Selbstmorde in den kommenden sechs Jahren um zehn Prozent reduziert werden soll. Eine Jahreszahl für das langfristige Ziel gibt die Stadt natürlich bisher nicht an.

Um sich dem vorgegebenen Ziel zu nähern, sieht die Stadt die Arbeit in zwei Bereichen. Zum einen soll natürlich alles in die Wege geleitet werden, dass man in der Schule, am Arbeitsplatz und in Pflegeheimen die ersten Selbstmordgedanken einer Person entdecken soll, damit man rechtzeitig die notwendige Hilfe anbieten kann. Zum anderen sollen alle gefährlichen Stellen, die den Selbstmord erleichtern, abgebaut oder aber geschützt werden. Die Stadt denkt hierbei insbesondere an Brücken und Eisenbahnstrecken an denen häufig Selbstmorde zu verzeichnen sind.

Das Vorhaben ist natürlich lobenswert, aber die Statistiken zeigen bei dieser Vision einige Probleme, denn auch wenn, statistisch gesehen, die Selbstmordrate im allgemeinen am Sinken ist, so bleibt sie bei Jugendlichen konstant und steigt bei weiblichen Jugendlichen sogar an. Selbstmord in dieser Gruppe zu verhindert, verlangt jedoch keine Sicherheitsmaßnahmen, sondern vor allem die Sicherheit auf einen Arbeitsplatz und den Abbau von Stress, Probleme, die im Plan Göteborgs leider nicht zu finden sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. Juli 2013

Selbstmord verhindern in Göteborg

Auch wenn die Anzahl der Selbstmorde in Göteborg seit den 80er Jahren rückläufig ist, so sterben noch jedes Jahr rund 50 Bewohner der Stadt an Selbstmord, insbesondere betroffen davon sind Jugendliche. Im statistischen Durchschnitt ist damit die Quote der Selbstmordtoten fünfmal höher als jene derer, die im Verkehr sterben. Die Dunkelziffer der Selbstmorde ist dabei allerdings noch nicht eingerechnet.

Göteborg ist eine der ersten Städte Schwedens, die diesen allgemeinen Trend in Schweden beenden wollen und bis zum Jahresende einen Plan vorlegen werden, der aufzeigt wie man sämtliche Selbstmorde verhindern kann. Dieser Plan, der auf einer Idee der Volkspartei beruht, soll alle Verbände und Vereine, die sich mit Selbstmord beschäftigen, in diesem Projekt einbinden, damit auch der Erfahrungsaustausch zu den vorbeugenden Methoden beitragen kann.

Nach der Meinung Göteborgs müsste es möglich sein durch Analyse aller Risikogruppen, vorbeugende Maßnahmen und die Absicherung aller Brücken und Bauten sowie die konkrete Zusammenarbeit aller Ämter und Beratungsstellen Selbstmorde zu verhindern, zumal internationale Studien belegen, dass die meisten Personen, die von einem Selbstmord abgehalten werden, keinen zweiten Selbstmordversuch unternehmen. Inwieweit die Vision der Volkspartei realistisch ist, sei dahingestellt, denn noch kann man sich auch vor eine Straßenbahn, ein Auto oder eine Eisenbahn werfen.

Herbert Kårlin

Freitag, 12. Oktober 2012

Amnesty International kritisiert Göteborg

Amnesty International kritisiert das Göteborger Ausländeramt, das einen Teil der abzuschiebenden Asylanten nicht in den eigenen Einrichtungen unterbringt, sondern in die Göteborger Strafanstalt Skogome schickt, wo sie die Zeit bis zur Abschiebungen in Mehrbettzellen verbringen müssen, die gezielt für diese Gruppe eingerichtet wurden. In der Regel werden abgelehnte Asylanten dort über eine längere Epoche als Straftäter behandelt.

In der Skogomeanstalt unterscheidet sich das Leben der Asylanten in nichts von dem der Strafgefangenen, obwohl sie sich keinerlei Straftat zu Schulden kommen lassen haben. Sie müssen die längste Zeit des Tages in der Zelle verbringen, haben keinen Zugang zum Telefon oder anderen Kontaktmöglichkeiten und können daher nur auf den Tag warten an dem sie zu einem Flugzeug begleitet werden. Der Asylantrag in Schweden führt in diesen Fällen zu einer harten Bestrafung.

Für das Göteborger Ausländeramt ist die Situation dieser Menschen, die bereits daran verzweifeln, dass ihr Antrag abgelehnt wurde, positiv, da sie kritische Fälle, die ihre Verzweiflung unter Umständen hin und wieder mit Gewalt zeigen, wegschließen können, unabhängig davon, dass diese Situation so manchen unter ihnen zu Depressionen führt, die auch zurück in ihrem Ursprungsland nicht mehr bewältigt werden können und auch zum Selbstmord führen. Es darf eben nur zu keinem Problem kommen so lange die Abgewiesenen in Schweden sind.

Herbert Kårlin

Freitag, 20. Juli 2012

Jugendpsychiatrie schließt im Sommer in Göteborg

Auch wenn nach dem statistischen Amt Schwedens die Selbstmordrate bei Jugendlichen im Sommer steigt, werden in Göteborg gerade zu dieser kritischen Zeit zehn von elf Beratungsstellen für Kinder- und Jugendpsychiatrie geschlossen. Kinder und Jugendliche, die in dieser Zeit unter psychischen Problemen leiden und Hilfe benötigen, werden mit ihren Schwierigkeiten allein gelassen und verlieren einen der vermutlich wichtigsten Gesprächspartner.

Diese Situation führt auch dazu, dass laufende Behandlungen noch schnell vor der Sommerpause abgeschlossen werden und Kinder oder Jugendliche, die vielleicht gerade um diese Zeit dringend Hilfe benötigen, stehen vor verschlossenen Türen und fühlen sich von der Gesellschaft im Stich gelassen, was in einer Problemphase auch sehr leicht zu schweren psychischen Schäden oder zum Selbstmord führen kann.

Der leitende Direktor  von BUP (Barn- och Ungdomspsykiatri) in Göteborg hält jedoch die Statistiken und die Meinung der Verbände, die sich mit diesen Themen befassen, für unsinnig und behauptet, dass Kinder und Jugendlich im Sommer weniger Hilfe benötigen und man deswegen auch zehn Anlaufstellen schließen kann. In seinen Augen zählt dabei nur der finanzielle Faktor und nicht das Schicksal der betroffenen Kinder oder Jugendlichen.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. September 2011

Eltern wird in Göteborg Auskunft verweigert

Als sich vor einem Monat ein Vierzigjähriger mit Selbstmordtendenz und psychischer Instabilität nach acht Monaten Haft das Leben im Gefängnis nahm, forderten die Eltern von der Haftanstalt die Papiere über seine Behandlung durch das Personal und die medizinische und psychologische Überwachung ihres Sohnes an um sich Klarheit über den Verlauf der letzten Wochen vor dem Selbstmord machen zu können.

Die Haftanstalt verweist indes auf das Gesetz zur Gewährleistung der Geheimhaltung, die besagt, das medizinische und persönliche Daten von lebenden und toten Personen geschützt sind und nicht herausgegeben werden dürfen, da sie dem Betroffenen auch nachträglich noch schaden könnten, eine Aussage, die auch bedeuten kann, dass das Gefängnis in Göteborg in diesem Fall etwas zu verbergen hat und die Selbstmordgefahr des Gefangenen nicht ernst nahm.

Die Leitung des Göteborger Gefängnisses weist weiterhin darauf hin, dass erst die Politik neue Gesetze schaffen muss, wenn sie als geheim eingestufte Dokumente herausgeben soll und legt das Gesetz mit eigenen Worten aus, denn in der Tat ist der Wortlaut nicht eindeutig, zumal das Oberlandesgericht in Jönköping dort bereits entschied, dass in diesem Fall Angehörigen die entsprechenden Papiere ausgehändigt werden müssen.

Herbert Kårlin

Montag, 10. Januar 2011

Programm gegen Selbstmord im Västra Götaland

Die Region Västra Götaland ermahnt seine Gemeinden in Fragen von Selbstmord besser zusammenzuarbeiten und sich in Präventivmaßnahmen zu engagieren, da trotzt der zahlreichsten nationalen Programme während der letzten Jahre bis heute dieses Problem von der Mehrheit der Gemeinden der Region missachtet wird.

Obwohl Schweden zu den Ländern mit der höchsten Selbstmordrate zählen, haben unter den 49 Gemeinden des Västra Götalands nur fünf ein Präventivprogramm. In der Regel ist die Ursache dafür eine Kompetenzfrage, da sich keine Abteilung zuständig fühlt und die verantwortlichen Politiker keine Direktiven geben.

Die Forderung nach einer Zusammenarbeit bei der Prävention von Selbstmord betrifft jedoch nicht nur die interkommunale Zusammenarbeit, sondern auch die Zusammenarbeit mit privaten Organisation, Schulen, Krankenhäusern und Psychologen, ein Problem, das umso bedeutender ist, da keine regionalen oder lokalen Statistiken über Selbstmorde und Selbstmordversuche vorliegen.

Herbert Kårlin