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Mittwoch, 9. April 2014

Neue Probleme mit Göteborgs Straßenbahnen

Während die Bevölkerung in Göteborg wächst und mangels Parkplätzen und Citymaut zudem immer mehr Bürger zu den öffentlichen Verkehrsmitteln greifen wollen, zeigt sich gerade diese Entwicklung als Problem, denn auch wenn die notwenige Menge an Straßenbahnen in Göteborg steht, so sind diese noch lange nicht einsatzfähig. Auf mehreren Strecken verkehren daher nur Einzelwagen, die nur die Hälfte der sonst üblichen Personenmenge fassen können.


Seit langem ist den Bürgern der Stadt bekannt, dass die Hälfte der „nagelneuen“ Straßenbahnen aus Italien in der Werkstatt auf eine Rostsanierung warten, da die tragende Struktur am durchrosten ist. Wann diese Wagen wirklich wieder einsatzbereit sind, steht bisher in den Sternen, da sich die Stadt Göteborg mit dem Hersteller Ansaldobreda bisher über die Reparaturen nicht einigen konnte, was darauf schließen lassen kann, dass bereits die Auftragsvergabe Göteborgs wohl nicht ganz eindeutig war.

Nun zeigt sich aber noch ein weiteres Problem mit den älteren noch verkehrenden Straßenbahnen, denn da 118 dieser Wagen noch aus den 60er und 70er Jahren stammen, zeigt sich nun ein Mangel an Ersatzteilen, aber gerade Motoren, Kupplungen und mehrere elektrische Komponenten müssen immer wieder einmal ersetzt werden, auch wenn die Teile nicht mehr hergestellt werden. Von Göteborg geplant war natürlich die ältesten Straßenbahnen als Ersatzteillager für die noch besseren Wagen zu verwenden und dann eine nach der anderen durch neue italienische Straßenbahnen zu ersetzen. Gegenwärtig sieht es jedoch so aus, dass auch ein Wagen von 1965 noch einige Jahre halten muss, was gar nicht so einfach umzusetzen ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 18. Januar 2014

Göteborg sucht einen Lieferanten für Straßenbahnen

Nachdem die Probleme mit dem italienischen Straßenbahnlieferanten Ansaldobreda bis heute nicht behoben sind und auf Grund der Qualitätsmängel auch keine weiteren Wagen mehr dort bestellt werden, sucht Göteborg nun nach einem neuen Lieferanten, der alle Forderungen Göteborgs erfüllt und nicht nur sehr billig ist, sondern auch Straßenbahnen liefert, die für die nördlichen Verhältnisse geeignet sind und zudem enge Kurven nehmen können.


Da bereits im Januar 2015 die neuen Verträge unterschrieben werden müssen, ist es nun dringend einen zuverlässigen Lieferanten zu finden. Aber schon jetzt kristallisiert sich heraus, dass dies gar nicht so einfach ist, denn die 75 Wagen des spanischen Unternehmens CAF, die sich in Stockholm bereits bewährt haben und bis 90 Kilometer die Stunde fahren können, sind für das alte Straßenbahnnetz Göteborgs völlig unbrauchbar, da die Kurven in Göteborg zu steil sind.

Und dann gäbe es natürlich noch einen finnischen Hersteller, der die neuen Straßenbahnen in Helsinki liefert. Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass sich dieser Anbieter, obwohl er mit Sicherheit für nördliche Verhältnisse baut, sein Angebot zurückziehen musste, da er die Anforderungen Göteborgs nicht erfüllen kann. Die Stadt Göteborg fordert nämlich, dass im Januar 2015 zwei Monate lang eine „Teststraßenbahn“ in Göteborg eingesetzt wird und sechs der Wagen seit mindestens 1. Februar 2013 rollen müssen. Da es sich sich jedoch um völlig neu konzipierte Straßenbahnen handelt, so sind die ersten Exemplare erst seit Herbst 2013 unterwegs. Dadurch bleiben nur noch drei Anbietet übrig, wobei zwei davon wohl über dem geplanten Preis liegen werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. Dezember 2013

Langwierige Rostprobleme für Göteborger Straßenbahn

Seit einem Jahr verhandelt Göteborg bereits mit dem italienischen Straßenbahnhersteller Ansaldobreda wegen den gravierenden Rostschäden der 65 neuen Straßenbahnen der Stadt, bisher jedoch ohne jedes Ergebnis, denn das italienische Unternehmen will die Arbeiten nur in seinem Werk in Italien ausführen und fordert, dass Göteborg dabei die Transportkosten übernimmt was die Reparation bedeutend verteuern würde, und Ansaldobreda weigert sich zudem die Reparatur in Schweden in den ihnen dafür zur Verfügung stehenden Hallen vorzunehmen.


Nun soll ein Vermittler die Verhandlungen übernehmen, da die Rostsanierung für die 65 Straßenbahnen bis zu 200 Millionen Kronen kosten kann, die weder Stadt noch Ansaldobreda übernehmen wollen, aber notwendig und dringend sind. Diese Vermittlung wird allerdings mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen bevor es zu einer möglichen Entscheidung kommt, was von den Bürgern der Stadt ein sehr großes Opfer fordern wird.

Während der Verhandlungen dürfen die betroffenen Straßenbahnen nämlich nicht mehr in Betrieb genommen werden, da sonst Ansaldobreda die Verantwortung mit Sicherheit auf Göteborg abwälzen wird. Die kommenden Monate werden daher die dringend notwendigen Straßenbahnen in der Halle stehen müssen, was bei mehreren Linien zu maßlos überfüllten Wagen führen wird. Dass Göteborg unbedingt die billigste Alternative wählen musste, müssen nun die Bürger der Stadt mit Unbequemlichkeiten und eingestellten Wagen bezahlen. Diejenigen, die die falsche Entscheidung fällten, sitzen dennoch nach wie vor an ihrem Arbeitsplatz.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Februar 2013

Papiere zum Kauf der Rost-Straßenbahnen bleiben heimlich


Als die Tageszeitung GP (Göteborgs Posten) die Unterlagen einsehen wollte auf Grund derer die rostenden Straßenbahnen des italienischen Unternehmens Ansaldobreda gekauft wurden, machten die Journalisten eine seltsame Entdeckung, denn sie durften, nach sehr langen Diskussionen nur die Unterlagen zur Ausschreibung einsehen, da alle Verträge, Übereinkünfte und selbst der endgültige Preis als Top Secret behandelt werden und nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen, so der Wunsch der städtischen Politiker.

In einem Land, in dem jede öffentliche Handlung, bis auf wenige Ausnahmen, öffentlich zugänglich sein muss, gibt diese Geheimniskrämerei zu denken, zudem die Journalisten feststellten, dass beim ersten Angebot andere Anbietet billiger waren als das italienische Unternehmen Ansaldobreda und ein, etwas teureres Angebot, weitaus besser war. Es stellt sich deshalb die Frage warum nicht Siemens, Alstrom oder auch Fiat den Auftrag erhielten, sondern ausgerechnet Ansaldobreda. Und es stellt sich die Frage, warum immer neue Wagen gekauft wurden, obwohl bereits die erste Lieferung nur Probleme verursachte.

Wenn man die Liste der bisherigen Probleme auflistet, so stellt man jedenfalls fest, dass dieser Kauf der unsinnigste war, den die Stadt in den letzten Jahrzehnten tätigte. Nur zwölf der anfangs 40 bestellten Straßenbahnen kamen innerhalb der angegebenen Frist und bei diesen musste die Klimanlage sowohl für den Sommerbetrieb als auch für den Winterbetrieb ergänzt werden, da sie nicht für die Göteborger Verhältnisse angepasst war, Reserveteile waren über Jahre hinweg kaum zugänglich, die Türen müssten geändert werden, die Rampen für Rollstühle mussten verstärkt werden, die Batterien verursachten Probleme beim Bremsen und bis zur Entdeckung der Rostschäden und der Probleme mit Schimmel konnte man noch eine Hand voll andere Probleme finden. Bei gesundem Menschenverstand wäre nicht eine einzige Straßenbahn nachbestellt worden, es sei denn in den versteckten Verträgen steht eine Passage, die man der Öffentlichkeit lieber nicht zeigen will, also von Beginn an zu denken gab.


Herbert Kårlin

Samstag, 10. November 2012

Probleme mit neuen Straßenbahnen in Göteborg

Die Stadtverwaltung in Göteborg hat aus den bisherigen Problemen mit den neuen Straßenbahnen des italienischen Herstellers Ansaldobreda nichts gelernt und dabei auch gleichzeitig jede Idee zu einem energiesparenden Göteborg außer Acht gelassen. Entscheidend ist nach wie vor, dass das Unternehmen die billigsten Straßenbahnen liefert, auch wenn die Folgekosten, die Ausfälle und die Lieferverzögerungen enorme Kosten verursachen. Vom hohen Stromverbrauch der neuen Straßenbahnen will die Stadt gar nicht erst sprechen.

Mittlerweile müssen die neuen Wagen auch vermehrt auf Hisingen, der Insel Göteborgs, eingesetzt werden, wobei sich deren Anzahl nach Einführung der Maut am 1. Januar 2013 und nach den kommenden Lieferungen der Wagen, die alte Straßenbahnen ersetzen sollen, noch weiterhin erhöhen wird. Nach der Tageszeitung GP verkraftet jedoch das Stromnetz der Insel den enormen Strombedarf dieser Wagen nicht, was bereits zu erheblichen Problemen führte. Nun müssen alle Bahnen umprogrammiert werden, damit sie langsamer anfahren und dabei Strom sparen, eine Änderung, die kaum vor 2014 erledigt sein wird, dann wenn noch zusätzliche Wagen dieser Art auf Hisingen verkehren werden, die ebenfalls Strom fressen.

Trotz aller Probleme, die bisher schon bekannt sind, hat sich die Stadt entschlossen bis zu 100 weitere Straßenbahnen des gleichen Herstellers zu kaufen um alle alten Bahnen ersetzen zu können und dem höheren Bedarf nach Einführung der Citymaut gerecht zu werden. Da es jedoch auch nicht möglich ist die neuen Wagen gegenwärtig in Göteborg unterzubringen, muss auch eine neue Halle für 80 Straßenbahnen auf Ringö gebaut werden, was die Kleinigkeit von mindestens einer Milliarde Kronen kosten wird, Geld das dann wieder bei Schulen, Kindergärten sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen fehlen wird.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. Februar 2011

Neue Straßenbahnen eine teure Geschichte für Göteborg

Obwohl am Mittwoch Morgen, nach einem Bericht der Tageszeitung GP, zwölf der 40 neuen Straßenbahnwagen, die der Stolz der Göteborger Regierung sind, wegen Problemen in der Werkstatt standen, findet die Stadt einen guten Kauf gemacht zu haben und auf die Zukunft des öffentlichen Verkehrs gesetzt zu haben.

Die Entscheidung, die italienischen Straßenbahnen zu kaufen, beruhte ausschließlich darauf, dass das Angebot das billigste war. Dass die Firma Ansaldobreda bereits bei anderen Lieferungen Probleme hatte und einige andere Städte über die Qualität klagten, spielte für Göteborg keine Rolle, so lange nur der Preis stimmte.

Die Probleme mit den italienischen Straßenbahnen sind vielseitig, denn Reserveteile stehen oft nicht zur Verfügung, die Räder verschleißen nach rund zehn Jahren, die Rampen für Behinderte funktionieren oft nicht und die Regulierung der Wärme lässt sowohl im Sommer als auch im Winter zu wünschen. Sobald die Garantie eines Wagens abgelaufen ist, kommen die billigen Straßenbahnen den Steuerzahler teurer als jede Lösung, die die Stadt im Jahre 2001 als zu teuer einstufte.

Herbert Kårlin