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Mittwoch, 30. April 2014

Hohe Mieterhöhungen in Göteborg zu erwarten

Nahezu alle Mietwohnungen Göteborgs die noch aus den 60er und 70er Jahren kommen, mit privatem oder städtischem Eigentümer, werden in den kommenden fünf Jahren renoviert, modernisiert und vor allem isoliert um den neuen Umweltrichtwerten zu entsprechen. Die Kosten für diese Maßnahmen müssen die Mieter bezahlen, da das Geld aus den bisherigen Mieteinnahmen nicht als Rücklage für diese Arbeiten gespart wurde.


In der Tat bedeutet dies für viele Mieter, dass sie sich rechtzeitig eine neue Bleibe außerhalb der Stadt suchen müssen oder aber sich bald sehr stark einschränken müssen, denn bei öffentlichen Mietwohnungen werden die voraussichtlichen Mieterhöhungen nach Abschluss der Arbeiten bei etwa 30 bis 35 Prozent liegen und bei Privatbesitzern kann die Erhöhung in bestimmten Fällen auch 60 Prozent erreichen. Was dies bei einer Mindestmiete von 6000 Kronen für eine kleinere und einfachere Wohnung bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen.

Geringverdiener werden ihre Wohnung in fünf Jahren kaum noch bezahlen können, da man bei nur 75 Quadratmetern Wohnfläche mit einer Miete von 9000 bis 10.000 Kronen, bei städtischem Vermieter, rechnen muss, einer Summe, die eine Einzelperson oft nicht einmal verdient, da einige Callcenter gerade einmal 70 Kronen brutto die Stunde bezahlen. Die Segregation der Stadt wird daher durch die Modernisierungen einen großen Schritt voranmachen, aber bei der aktuellen Wohnungsnot ist es kein Problem eine Wohnung zu Höchstpreisen los zu werden und Arme haben im Zentrum Göteborgs ohnehin bald nichts mehr verloren. Was die Wohnungsnot noch vergrößern wird ist dabei die Tatsache, dass die Stadt zahlreiche Mietwohnungen zudem in Bostadsrätt umwandeln will, da damit mehr Geld in die Kasse fließt.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. April 2014

Wohnungspreise in Göteborg steigen weiterhin

Auf Grund des Wohnungsmangels in den drei Großstädten Schwedens steigen dort die Preise für Mietwohnungen, Genossenschaftswohnungen (Bostadsrätt) und Eigenheime weiterhin an. Allerdings zeigt die Statistik der Immobilienmakler dabei, dass die Preise in Göteborg mehr steigen als in den anderen beiden Städten. Allein die Wohnungen nach Bostadsrätt gingen in den vergangenen drei Monaten in Göteborg um vier Prozent nach oben, was den Kauf für jüngere Familien immer schwieriger gestaltet.


Wer gegenwärtig in Göteborg nach einem Bostadsrätt sucht, der häufigsten Wohnungsart der Stadt, muss für einen Quadratmeter im Durchschnitt bereits 28.750 Kronen aufbringen, wobei sich diese Wohnungen selbstverständlich nicht im Zentrum befinden und das Wohnniveau nicht den höchsten Standard aufweist, aber auch drei bis vier Millionen Einsatz aufzubringen ist für Normalverdiener nicht sehr einfach, selbst wenn man auf das Amortisieren verzichtet.

Natürlich verspricht Göteborg jährlich 2000 bis 3000 neue Wohnungen, aber diese Menge reicht kaum für jene, die aus Berufsgründen neu nach Göteborg ziehen oder bereits seit Jahren auf eine freie Wohnung warten, denn in der Tat gibt es bereits heute mindestens 40.000 Wohnungen zu wenig im Großraum Göteborg. Bei den geplanten Neubauten und der permanenten Zuwanderung kann sich die Situation daher erst in etwa 50 Jahren verbessern und in etwa 30 Jahren zu sinkenden Wohnpreisen führen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. Februar 2014

Sozialer Wohnungsbau in Göteborg

Anfang Februar wurden der politischen Führung Göteborgs einige Vorschläge darüber unterbreitet wie das Firmenimperium der Stadt effektiver gestaltet werden kann, wobei auch einige Vorschläge dabei waren nach denen gewisse Unternehmen oder Teile davon verkauft werden sollen um der Stadtkasse Geld zuzuführen. Einer dieser Vorschläge betraf die Sozialbauten der Stadt.

Nach dem Vorschlag sollen Sozialbauten in zentraler Lage verkauft werden um mit den Einnahmen die Renovierung und Modernisierung der verbleibenden Mietwohnungen am Rande der Stadt zu finanzieren, denn immerhin ist es Göteborg bisher nur gelungen gerade einmal ein Drittel der Bauten aus den 60er Jahren zu renovieren und zu modernisieren - und von den Mieteinnahmen wurde selbstverständlich keine Rücklage für diese Zwecke geschaffen, was im Laufe von 50 Jahren kein grosses Problem gewesen wäre.

Der Verkauf der Mietwohnungen im Sozialbau würde natürlich bedeuten, dass noch mehr zentrale Mietwohnungen Göteborgs auf der Strecke bleiben, da eventuelle Käufer selbstverständlich zum Genossenschaftssystem Bostadsrätt greifen werden, das rentabler und sicherer ist als jede Mietwohnung. Noch sind einige Mitglieder des Göteborger Stadtrats am zögern, was vor allem auf die kommende Wahl zurückzuführen ist, denn gegenwärtig will man auch wenig darüber sprechen um wie viel teurer renovierte und modernisierte Wohnungen für die Mieter werden, auch wenn sich die Wohnungen dann nur noch am Stadtrand befinden werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. Februar 2014

Göteborg plant Wohnungen für das Jahr 2035

Unter der Voraussetzung, dass Göteborg im gleichen Rhythmus weiterwächst wie die vergangenen Jahre, was viele Wissenschaftler eher für eine naive Einschätzung halten, so benötigt die Stadt in dieser Zeit auch die entsprechenden Wohnungen. Nachdem nun Stockholm in den kommenden 25 Jahren 150.000 neue Wohnungen plant, will natürlich auch Göteborg seine Zukunftsversion bekannt geben.

In Hinblick auf die aktuelle akute Wohnungsnot und die steigende Bevölkerung kam das Bauamt der Stadt auf die Rechnung, dass man bis spätestens 2035 insgesamt 100.000 zusätzliche Wohnungen benötigt, wobei zwei Drittel davon in verkehrsgünstiger Lage, ein kleiner Teil im Zentrum der Stadt und der Rest in den Vororten gebaut werden sollen. Dass die aktuelle Infrastrukturplanung, inklusive den geplanten Maßnahmen, diesen Zuwachs nicht verkraften wird, wird von den Stadtplanern erst einmal ausgeklammert.

Auch wie ein weiteres Problem gelöst werden soll, ist bisher unklar, denn um die notwendigen Wohnungen innerhalb von 25 Jahren fertigzustellen, müssen pro Jahr nahezu 5000 Wohnungen gebaut werden, also die doppelte Menge dessen, die bisher pro Jahr gebaut werden. Das Bauamt geht dabei allerdings auch nicht darauf ein, dass vor allem Mietwohnungen fehlen, also Projekte, die, im Verhältnis zum Bostadsrätt, geradezu als unrentabel betrachtet werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Januar 2014

Wohnungen in Göteborg werden erneut teurer

Wie in ganz Schweden, so wird der zweite Sonntag eines Jahres auch in Göteborg als der Besichtigungstag von Wohnungen bezeichnet in dem die Immobilienmakler ihre Produkte an den Mann oder die Frau bringen wollen. In der Regel ist dieser Tag daher einer der wichtigsten Tage eines Jahres um seine Villa oder sein Bostadsrätt zu finden, zumal man an diesem Sonntag mehrere Projekte hintereinander besichtigen kann.

In Göteborg zeichnete sich dies vor allem dadurch aus, dass weitaus weniger Besichtigungen angeboten waren als in anderen Jahren, da die Bautätigkeit sehr langsam von sich geht und wenige Neubauten zu finden sind. Einer steigenden Nachfrage stehen immer weniger Objekte zur Verfügung. Dieser Nachteil bewirkte dann jedoch auch, dass die Preise für Häuser und Bostadsrätter erneut bedeutend nach oben gingen, da bei der hohen Wohnungsnot und den gegenwärtig geringen Zinsen jedes Projekt verkauft werden kann.

Der Nachteil bei dieser Situation ist lediglich, dass die Käufer von heute bereits bald sehr viel Geld verlieren können, denn der Preis der angebotenen Wohnräume liegt schon heute weit über dem tatsächlichen Wert. Sobald daher mehr gebaut wird, so werden die Preise teilweise ins Bodenlose fallen und ein Käufer muss mit starken Verlusten und extrem hohen Zinsen, verglichen zum Wert der Objekte, rechnen. Aber auch wenn alle Wirtschaftsfachkräfte bereits vor diesem Effekt warnen, so fand auch gestern jedes Objekt zahlreiche ernsthafte Interessenten.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 31. Dezember 2013

Immer mehr Wohnungen in Göteborg gehen an VIP-Kunden

Die steigende Wohnungsnot in Göteborg hatte nicht nur viele Verlierer, sondern auch einige Gewinner, denn die Preise für Häuser, Wohnungen nach Bostadsrätt und selbst für Mietwohnungen kletterten weiterhin nach oben und die Immobilienmakler konnten wegen der starken Nachfrage ihre Strategie ändern und auf einen Teil der Besichtigungen verzichten, aber auch die hohen Ausgabe für Anzeigen sparen.

Im vergangenen Jahr gingen etwa 15 Prozent aller interessanteren Objekte an sogenannte VIP-Kunden der Immobilienmakler, also an Personen, die sich mit sehr konkreten Wünschen, und meist zu einem überhöhten Preis, direkt an die Immobilienmakler gewendet hatten um dort ein entsprechendes Projekt vermittelt zu bekommen bevor dieses öffentlich angeboten wird. Bei gut gelegenen Villen konnten so sogar über 25 Prozent der Projekte direkt vermittelt werden.

In der Tat war die Anzahl der Besichtigungstermine in Göteborg im letzten Jahr sehr gering, was natürlich auch bedeutet, dass die größte Gruppe der Wohnungssuchenden von Grund auf vom Immobilienmarkt ausgeschlossen wurden, was sowohl für Makler als auch für VIP-Käufern und VIP-Verkäufer von Vorteil war, denn die Projekte konnten gezielt und reibungslos über den Tisch gehen, da man Kosten sparen konnte, hohe Preise zu zahlen bereit war und das Risiko, dass eine Bank bei einem Geringverdiener einen Kredit ablehnt, ausgeschlossen wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 21. Oktober 2013

In Göteborg entsteht bis 2015 ein neuer Stadtteil

Bereits im kommenden Jahr wird in Göteborg ein neuer Stadtteil mit insgesamt 1200 Wohnungen entstehen, denn in der Nähe des Brottkärrsmotet sind nicht nur mehrere Häuser mit fünf Stockwerken geplant, sondern auch Büroräume, Geschäfte, eine kleinere Grünfläche, Restaurants und Plätze an denen sich die Bewohner treffen können. Dieser neue Stadtteil, der überwiegend von der Next Step Group geplant ist,  wird in sehr vielen Punkten dem Stadtteil Sluseholmen in Kopenhagen ähneln, wo auch die Idee gesucht wurde.

Bild: Arkitema arcitects

Um diesen neuen Stadtteil vom ersten Tag an attraktiv zu machen, wurden von den Architekten auch Schulen geplant, werden Räume für Ausstellungen eingerichtet und Cafés sowie Restaurants werden auch am Abend geöffnet haben, die nach den Kursen, die man in Nya Hovås finden soll, besuchen kann. Allein auf Grund der Farbprospekte gehen bereits vor dem ersten Spatenstich die ersten Anfragen ein, denn die Wohnungsnot in Göteborg ist enorm.

Wie zu erwarten, richtet sich der neue Stadtteil natürlich weder an Studenten, noch an den Normalverdiener, sondern an jene, die auch investieren wollen und können, denn 970 der Wohnungen werden als Bostadsrätt verkauft und fordern einen Einsatz in Millionenhöhe. Nur 230 der Wohnungen sind als Mietwohnungen geplant, überwiegend mit hohem Standard, der auch hohe Mietpreise gerechtfertigt und Migranten vieler Länder von einem Einzug dort abhalten wird. Erneut plant man in Göteborg einen Stadtteil des Wohlstands, der die Exklusion der Integration vorzieht.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. Oktober 2013

Preise für Wohnungen in Göteborg weiterhin steigend

Nach dem sogenannten Maklerbarometer, der die Entwicklung der Preise von Villen und Wohnungen nach Bostadsrätt in den drei Grasstädten Stockholm, Göteborg und Malmö angibt und auf die Erfahrungen von 200 Häusermaklern in den drei Gebieten baut, gingen die Preise für Eigentum und Genossenschaftsanteile auch im dritten Quartal des Jahres wieder nach oben und sind bereits in sogenannten kritischen Bereichen angekommen, da die Preise bereits über dem normalen Marktwert liegen.

Nach CMA Research, dem Institut, das für diese Untersuchung zuständig ist, wurden nahezu alle Projekte der Makler über dem angegebenen Schätzpreis verkauft und über dem Wert, den die Makler als Höchstbetrag ansahen. Die Nachfrage nach Wohnraum ist in allen drei Städten enorm hoch und liegt weit über dem Angebot, da die Bautätigkeit in den drei Regionen seit Jahren, auch von den städtischen Unternehmen, sehr gering ist und selbst die aktuelle Nachfrage frühestens in 20 Jahren erfüllen könnte.

Das Paradox dieser Situation ist jedoch, dass auf Grund dieser hohen Preise zu wenig gebaut werden muss, da man sonst riskiert, dass die Kredite der Käufer plötzlich weit über dem Marktwert des Eigentums liegt und die heute erworbenen Projekte daher nur mit sehr hohen Verlusten verkauft werden können und die Besitzer steigende Zinsen für überbewerteten Häuser und Genossenschaftsanteile zahlen müssen, was letztendlich zu einem Immobiliencrash führen kann. Da dies in Göteborg insbesondere von städtischen Unternehmen gebaute Projekte betrifft, dürfte die Stadt weitaus mehr von diesem Problem betroffen sein als die anderen beiden Städte und die Wohnungssuche über Jahre hinweg problematisch gestalten.

Herbert Kårlin

Dienstag, 3. September 2013

Baustopp in Göteborg weil Bürger klagen

Gegenwärtig können in Göteborg 2400 Wohnungen nicht gebaut werden, weil Anwohner oder andere Betroffenen die Baugenehmigung der Stadt vor die Gerichte brachten und durch Klagen den Bau verhindern. Besonders betroffen davon sind Bauprojekte in den sogenannten „besseren“ Vororten Göteborgs, da die Villenbesitzer keine dreistöckigen Wohngaragen neben ihren Grundstücken sehen wollen, sondern auf den Villencharakter der Umgebung pochen.

Die Stadt gibt nun diesen Baustopps einen großen Teil der Schuld daran, dass die Wohnungsnot in Göteborg immer größer wird, obwohl es sich bei den geplanten Bauten nahezu ausschließlich um Wohnungen nach Bostadsrätt handelt bei denen die Käufer der Anteile erst einmal mindestens fünf Millionen Kronen benötigen um einziehen zu können und dann monatlich weitere 6000 bis 8000 Kronen aufbringen müssen um ihr Wohnrecht zu behalten, der Mangel an Wohnungen jedoch überwiegend Mietwohnungen betrifft.

Auch wenn die Klagen der Bewohner einen Bau, wenn auch nicht immer verhindern, so doch um zwei bis zehn Jahre verzögern können, so sieht Göteborg das tatsächliche Problem nicht daran, dass, wie bereits in den 60er Jahren, gebaut wird wo man die nötigen Quadratmeter findet ohne sich irgendwie um einen Gesamtplan einer Gegend zu kümmern oder den tatsächlichen Bedarf zu beachten. Nachdem es in Göteborg immer mehr Arbeitsplätze gibt bei denen man pro Stunde 75 bis 90 Kronen brutto erhält, also netto weniger als 9000 Kronen überwiesen bekommt, so benötigt man auch Wohnungen für diese Schicht.

Herbert Kårlin

Freitag, 17. Mai 2013

Wohnpreise in Göteborg steigen weiterhin an

Nach den jüngsten Statistiken des Verbands der schwedischen Immobilienmakler stiegen die Preise für Genossenschaftswohnungen (Bostadsrätt) in Göteborg während der letzten zwölf Monate um acht Prozent an, was bedeutet, dass man für jeden Quadratmeter Wohnfläche mittlerweile mit einem Preis von 39.862 Kronen rechnen muss, die kleinste Wohnung also bereits über zwei Millionen Kronen kostet, zusätzlich monatlicher Nebenkosten von etwa 5000 bis 6000 Kronen nicht eingerechnet.

Diese Preissteigerung liegt insbesondere daran, dass in Göteborg kaum Mietwohnungen gebaut werden und die durchschnittliche Wartezeit auf eine Mietwohnung bereits bei über sieben Jahren liegt. Viele, die dringend eine Wohnung benötigen, Studenten inklusive, sehen sich daher gezwungen nach einer Genossenschaftswohnung zu greifen, auch wenn die Kosten durch den Kredit dabei die Grenzen ihrer Möglichkeit manchmal überschreiten.

Die Preise in Göteborg für eine Wohnung nach Bostadsrätt werden gegenwärtig nur noch von den Preisen in Stockholm überboten, wo jeder Quadratmeter im Durchschnitt bereits bei 62.058 Kronen liegt. Allerdings wird die Situation landesweit schwieriger, denn auch in kleineren Gemeinden liegen die Quadratmeterpreise bereits bei über 26.000 Kronen, insbesondere wenn der Ort über eine gute Infrastruktur verfügt und Arbeitsmöglichkeiten zu finden sind.

Herbert Kårlin

Dienstag, 31. Juli 2012

Neue Wohnungen in Göteborg

Nach der Göteborger Tageszeitung GP werden gegenwärtig 2600 Wohnungen in verschiedenen Teilen Göteborgs gebaut, was für die Stadt ein wahrer Rekord ist, auch wenn die Quote pro Einwohner immer noch unter jener Malmös und weit unter jener Stockholms liegt und eher wie ein Tropfen Wasser auf einem heißen Stein betrachtet werden muss, da Göteborg schneller wächst als Wohnungen gebaut werden.

Bei einer genaueren Analyse stellt man zudem fest, dass man unter den 2600 Wohnungen gerade einmal 90 Wohnungen für Studenten findet und in halbwegs guter Lage nur eine verschwindend kleine Anzahl an Mietwohnungen gezählt werden können, denn der Wohnungsbau Göteborgs richtet sich nur an die wohlhabende Schicht mit Arbeitsplätzen, die weitaus mehr als nur einen Normalverdienst von jüngeren Familien oder Einwanderern bieten können. Und selbst bei schlechterer Wohnlage bevorzugt man den Bau nach Bostadsrätt, da hier nur die Banken das Risiko tragen müssen.

Wenn man dagegen die Liste jener betrachtet, die im zentralen Register Göteborgs (Boplats) eine Wohnung suchen, so kommt man auf nahezu 130.000 Personen, wobei gut 50.000 unter ihnen sehr aktiv und dringend nach einem Dach über dem Kopf suchen. Allein in den letzten sechs Monaten kamen 15.000 Personen hinzu, die dringend eine Wohnung benötigen. Göteborg sieht natürlich keinen besonderen Handlungsbedarf, sondern schiebt den schwarzen Peter der Regierung zu, die Bauträger zu wenig unterstützt und  zu wenig Wohngeld bezahlt, mit dem Ergebnis, dass sich in Göteborg eine Ghettobildung entwickelt. 

Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Februar 2012

Trotz Wohnungsnot Baustopp in Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg seit 2009 eine Baugesellschaft sucht, die im Göteborger Stadtteil Hammarkullen 1000 Wohnungen baut, interessiert sich keine Gesellschaft für die bereits erschlossenen Bauplätze. Nicht einmal die städtischen Unternehmen sind daran interessiert der Idee des Göteborger Bauamts zu folgen, auch wenn die Nachfrage an Wohnungen in Hammarkullen sehr stark ist und die Wohnungsnot in Göteborg steigt.

Das Problem dürfte dem Göteborger Bauamt jedoch schon bei der Planung der Wohngegend bekannt gewesen sein, denn Hammarkullen hat den größten Ausländeranteil Göteborgs, die schlechteste Infrastruktur der Stadt und die höchste Quote an Arbeitslosen, was erwarten lässt, dass der Bauherr nur sehr schlecht an seine Miete kommen wird und das Projekt sich sehr schnell als unrentabel zeigen wird.

Das nächste Problem besteht darin, dass das Göteborger Bauamt dort vor allem auf Wohnungen nach dem Bostadsrätt hofft, einer Wohnart, die nur für jene in Frage kommt, die ein höheres Einkommen haben, einen gewissen Standard suchen und kaum geneigt sind nach Hammarkullen zu ziehen, einen Stadtteil, der nur wegen seiner internationalen Karnevalsveranstaltung bekannt ist, von vielen Göteborgern jedoch als Ghetto für Einwanderer aus südamerikanischen und arabischen Ländern betrachtet wird.

Herbert Kårlin

Samstag, 4. Februar 2012

Auch 2011 stieg die Anzahl der Göteborger an

Obwohl im letzten Jahr über 300 Kinder weniger geboren wurden als noch im Vorjahr, stieg die Anzahl der Bewohner Göteborgs im Jahre 2011 weiter an. Da zum Jahreswechsel 6632 mehr Personen in Göteborg wohnten als noch vor zwölf Monaten, hat die Stadt nun über 520.000 Einwohner, bei steigender Tendenz. Während früher jedoch die Geburten noch eine bedeutende Rolle spielten, handelt es sich nun um immer mehr Zuwanderer, was eine völlig andere Herausforderung an die Stadt stellt.

Durch die Zuwanderer wird die Wohnungsnot der Stadt von Jahr zu Jahr bedeutender, denn selbst wenn die Stadt ihr Ziel von 2000 Wohnungen im Jahr einhalten sollte, was die letzten Jahre über nicht der Fall war, so bleibt der Wohnungsbau auf Jahre hinter der Notwendigkeit zurück, ohne dass die bisherige Wohnungsnot auch nur um das geringste reduziert wird.

Der Wohnungsbau spiegelt auch die Verteilung der neuen Göteborger in der Stadt, denn während die Stadtteile Majorna und Linné kaum wachsen, ziehen die Neugöteborger immer häufiger ins Zentrum oder nach Lundby, also die beiden Stadtteile, in denen das Bostadsrätt vorherrscht und, wie in Lundby, eine rege Bautätigkeit stattfindet. Für die Finanzen der Stadt ist das Bevölkerungswachstum interessant, da jemand mit Bostadsrätt zur mittleren bis höheren Einkommensgruppe gehört.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. Juli 2011

Wohnungsnot für Jugendliche in Göteborg

Nach einer Untersuchung von Boverket herrscht in Groß-Göteborg landesweit die größte Wohnungsnot für Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren. In 93 Prozent der Gemeinden stehen kaum Wohnungen für diese Altersschicht zur Verfügung. In Groß-Stockholm liegt die Quote bei 88 Prozent und in Malmö bei 73 Prozent. In keiner der drei Städten kann die Situation jedoch als zufriedenstellend bezeichnet werden.

Seit Jahren vernachlässigt Göteborg den Bau von preisgünstigen Mietwohnungen und Studentenwohnheimen, obwohl gerade in Göteborg die Stadt der Besitzer sämtlicher großer Bauunternehmen ist, die jedoch, wegen dem höheren Gewinn, überwiegend Gebäude mit Bostadsrätt errichten und Mietwohnungen als zu wenig gewinnträchtig betrachten.

Für dieses und die kommenden Jahre planen die Gemeinden Groß-Göteborgs vor allem die Umwandlung von Altbauten in Studentenwohnungen und Wohnungen für junge Familien, was jedoch nur günstige Wohnungen für Geringverdiener in Wohnungen für Jugendliche verwandelt, ohne die generelle Wohnungsnot zu verbessern, da auch der geplante Bau von 3500 neuen Wohnungen in diesem Jahr weit hinter dem tatsächlichen Bedarf liegt.

Herbert Kårlin

Dienstag, 10. August 2010

Immer weniger Mietwohnungen in Göteborg

Obwohl in Göteborg und dem Västra Götaland Mietwohnungen am dringendsten nötig sind und etwa 2000 neue Wohnungen im Jahr benötigt werden um die extreme Wohnungsnot zu verbessern, wurden im letzten Jahr gerade einmal 500 neue Mietwohnungen gebaut und dies über ganz Västra Götaland verteilt.

Bauunternehmen setzten, seit die staatlichen Subventionen für Mietwohnungen ab 1. Januar 2009 abgeschafft wurden, fast ausschließlich auf Wohnungen mit Bostadsrätt, was bedeutet, dass der Käufer unmittelbar eine Summe in Millionenhöhe bezahlt und dann zusätzlich monatlich Zahlungen in Höhe einer Miete leisten muss. Für Bauunternehmer ist dies die interessanteste Variante beim Wohnungsbau.

Dieser Trend setzt nun auch im Jahre 2010 fort. Erneut sind weitaus mehr Wohnungen nach Bostadsrätt geplant als echte Mietwohnungen (Hyresrätt). Diese Situation wird vor allem für ältere Bewohner und Studenten teilweise zu einer harten Prüfung, da diese Schichten bei der aktuellen Baupolitik ganz auf der Strecke bleibt, da sie weder Bankkredite bekommen noch über Ersparnisse in Millionenhöhe verfügen.

Herbert Kårlin