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Mittwoch, 12. Februar 2014

Göteborg plant Wohnungen für das Jahr 2035

Unter der Voraussetzung, dass Göteborg im gleichen Rhythmus weiterwächst wie die vergangenen Jahre, was viele Wissenschaftler eher für eine naive Einschätzung halten, so benötigt die Stadt in dieser Zeit auch die entsprechenden Wohnungen. Nachdem nun Stockholm in den kommenden 25 Jahren 150.000 neue Wohnungen plant, will natürlich auch Göteborg seine Zukunftsversion bekannt geben.

In Hinblick auf die aktuelle akute Wohnungsnot und die steigende Bevölkerung kam das Bauamt der Stadt auf die Rechnung, dass man bis spätestens 2035 insgesamt 100.000 zusätzliche Wohnungen benötigt, wobei zwei Drittel davon in verkehrsgünstiger Lage, ein kleiner Teil im Zentrum der Stadt und der Rest in den Vororten gebaut werden sollen. Dass die aktuelle Infrastrukturplanung, inklusive den geplanten Maßnahmen, diesen Zuwachs nicht verkraften wird, wird von den Stadtplanern erst einmal ausgeklammert.

Auch wie ein weiteres Problem gelöst werden soll, ist bisher unklar, denn um die notwendigen Wohnungen innerhalb von 25 Jahren fertigzustellen, müssen pro Jahr nahezu 5000 Wohnungen gebaut werden, also die doppelte Menge dessen, die bisher pro Jahr gebaut werden. Das Bauamt geht dabei allerdings auch nicht darauf ein, dass vor allem Mietwohnungen fehlen, also Projekte, die, im Verhältnis zum Bostadsrätt, geradezu als unrentabel betrachtet werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Oktober 2013

Göteborger Führungsschicht rein nordischen Ursprungs

Auch wenn rund 30 Prozent der Göteborger nicht nordischen Ursprungs sind, also entweder selbst außerhalb des nordischen Raums geboren sind oder beide Elternteile dort geboren sind, und Göteborg regelmäßig von Integration und gleichen Chancen für alle spricht, so sucht man in der Führungsschicht der Stadt vergebens einen leitenden Chef, der nicht in den nordischen Ländern geboren ist. Auch im Niveau, das zu einer dieser Positionen führen kann sind nur wenige höhere Angestellte zu finden, die im Grunde 30 Prozent der Bevölkerung repräsentieren sollen.

Nach den nordischen Chefs und der Führung der Stadt handelt es sich bei dieser Situation allerdings nicht um Diskriminierung, sondern man sucht die Entschuldigung bei einer ungleichen Ausbildung und findet andere Ursachen, vergisst dabei jedoch, dass sich dieses Situation im gesamten Gefüge der Stadt zeigt, da man bei Bewerbungen mehr nach Empfehlungen und bereits bekannten Namen sucht als nach Kenntnissen, die vielleicht etwas anders gelagert sind als durch alteingefahrene Wege und daher eine Öffnung in die Zukunft Göteborgs zeigen würden.

Eines der größten Probleme ist natürlich, dass Ausbildungen in nicht nordischen Ländern oft große Unterschiede zu jenen in nordischen Ländern aufweisen und ein Vergleich nicht möglich ist. Statt dann die Kenntnisse aus anderen Ländern als Vorteil zu betrachten, werden diese meist abgewertet, was zum Ausschluss vieler Bewerber führt. Dies zeigt sich allerdings nicht nur in den Chefetagen der Stadt, sondern auch bei untergeordneten Ämtern und in der Privatwirtschaft, denn auch dort findet man keine 30 Prozent nicht nordische führende Angestellte, sondern eine Quote, die sehr weit darunter liegt.

Herbert Kårlin

Sonntag, 10. März 2013

Das Wachstum Göteborgs ist rückläufig

Nach dem Statistischen Amt zählte die Stadt Göteborg ohne Randgebiete am letzten Dezember vorigen Jahres genau 526.089 Einwohner, was unter der bisher erwarteten Zahl liegt, auch wenn es bedeutet, dass die Stadt im Laufe des Jahres 2012 um 5715 Personen wuchs, die bei den Planungen der künftigen Infrastruktur berücksichtigt werden müssen.

Dass sich das Wachstum Göteborgs im Jahre 2012 etwas verlangsamte, liegt vor allem an der hohen Rückwanderung von Migranten, denn insbesondere Flüchtlinge aus dem Irak verlassen Göteborg immer häufiger um in die Heimat zurückzukehren. Die Rückwanderung hat sich auf Grund der steigenden Arbeitslosigkeit im vorigen Jahr in alle Länder beschleunigt, da eine immer größere Schicht an Migranten keine Zukunft mehr in Schweden sieht. Insgesamt verließen im vorigen Jahr 5273 Migranten Göteborg, 737 mehr als im Jahre 2011, wobei der Trend weiterhin steigend ist.

Dass die Bevölkerung in Göteborg dennoch weiterhin noch wächst, liegt jedoch nicht nur an der Arbeitszuwanderung und der relativ geringen Sterberate, sondern auch daran, dass im vergangenen Jahr 7621 Kinder in Göteborg zur Welt kamen, 113 mehr als im Jahre 2011, aber immer noch 236 weniger als im Spitzenjahr der Geburten 2010. Die Trend in Göteborg ist, nach dem Statistischen Amt, auf ganz Schweden zu übertragen.

Herbert Kårlin

Samstag, 4. Februar 2012

Auch 2011 stieg die Anzahl der Göteborger an

Obwohl im letzten Jahr über 300 Kinder weniger geboren wurden als noch im Vorjahr, stieg die Anzahl der Bewohner Göteborgs im Jahre 2011 weiter an. Da zum Jahreswechsel 6632 mehr Personen in Göteborg wohnten als noch vor zwölf Monaten, hat die Stadt nun über 520.000 Einwohner, bei steigender Tendenz. Während früher jedoch die Geburten noch eine bedeutende Rolle spielten, handelt es sich nun um immer mehr Zuwanderer, was eine völlig andere Herausforderung an die Stadt stellt.

Durch die Zuwanderer wird die Wohnungsnot der Stadt von Jahr zu Jahr bedeutender, denn selbst wenn die Stadt ihr Ziel von 2000 Wohnungen im Jahr einhalten sollte, was die letzten Jahre über nicht der Fall war, so bleibt der Wohnungsbau auf Jahre hinter der Notwendigkeit zurück, ohne dass die bisherige Wohnungsnot auch nur um das geringste reduziert wird.

Der Wohnungsbau spiegelt auch die Verteilung der neuen Göteborger in der Stadt, denn während die Stadtteile Majorna und Linné kaum wachsen, ziehen die Neugöteborger immer häufiger ins Zentrum oder nach Lundby, also die beiden Stadtteile, in denen das Bostadsrätt vorherrscht und, wie in Lundby, eine rege Bautätigkeit stattfindet. Für die Finanzen der Stadt ist das Bevölkerungswachstum interessant, da jemand mit Bostadsrätt zur mittleren bis höheren Einkommensgruppe gehört.

Herbert Kårlin

Montag, 9. Januar 2012

Göteborger Polizei setzt auf Facebook

Die Göteborger Polizei beginnt ab 2012, vorerst nur für vier Monate, Facebook zu verwenden um mit der Bevölkerung einen besseren Kontakt zu bekommen, Tipps zu erhalten und um einfach eine Art Volksnähe zu zeigen. Das Pilotprojekt wird, unter anderem, damit verteidigt, dass die Polizei dort zu finden sein muss wo sich auch die Bevölkerung befindet, also bei Facebook.

Auch wenn die Idee als solches erst einmal positiv klingt, so sehen IT-Forscher der Göteborger Universität gewisse Probleme mit dieser modernen Methode, denn Facebook ist nicht in schwedischer Hand und sämtliche Daten landen auf amerikanischen Servern, werden daher in einem Land ausgewertet, das wirtschaftliche Zwecke im Vordergrund sieht und Informationen nach eigenen Kriterien bestehen lässt oder löscht.

Die Forscher sehen es auch als Unruhe erweckend, das die Göteborger Polizei sich über von in Amerika gesteuerter Systeme vermarkten will und ein Medium wählt, wo Tipps und Ideen aus der ganzen Welt eingehen können und ausgewertet werden, obwohl alle Länder außerhalb Schwedens eine Situation nicht immer auf die gleiche Weise bewerten und damit die Arbeit der Polizei unter Umständen sogar erschweren.

Herbert Kårlin

Sonntag, 31. Januar 2010

Ab 2011 nur noch zehn Stadtteile in Göteborg

Zum ersten Januar 2011 werden aus ursprünglich 21 Stadtteilen Göteborgs zehn. Dies betrifft zumindest die administrative Einteilung, die der Göteborger Stadtrat letzte Woche beschlossen hat. Durch das Zusammenlegen verschiedener Stadtteile wird jeder Stadtteil etwa die gleiche Einwohnerzahl erreichen und, bei Einsparung von Arbeitsplätzen, auch die Verwaltung der neuen Stadtteile vereinfachen.

Nach Meinung des Stadtrats wird die Zusammenlegung verschiedener Stadtteile keinen Einfluss auf die Bevölkerungsstruktur und das Gleichheitsprinzip haben, was jedoch mehr Hoffnung als Realität sein wird, denn das Zusammenlegen von Torslanda, das die Unabhängigkeit von Göteborg anstrebt, mit Biskopsgården, einem Problemgebiet der Stadt, lässt bei zukünftigen Entscheidungen eher entgegengesetzte Interessen aufeinander prallen als eine einfache gute Lösung für alle finden.

Auch die Bevölkerungsstruktur der neuen Stadtteile wird mit Sicherheit einige zukünftige Probleme aufwerfen, denn während im Zentrum die meisten Jugendlichen leben, kommen auf Frölunda-Högsbo-Askim die meisten Rentner, Gunnared-Lärjedalen hat die meisten Kleinkinder und in Lundby werden zukünftige Bauprojekte einkalkuliert, die vor allem die besser situierte Schicht Göteborgs anziehen soll.

Während administrativ die Veränderung mit einer Unterschrift zu lösen war, wird diese Änderung mentalitätsmäßig bei der Bevölkerung kaum so schnell gelingen, denn für die Bewohner der alten Stadtteile sind ihre Stadtteile wie eine eigene Stadt, die auch eine gewisse Philosophie und Geschichte mit sich bringen. In so manchen Punkten wird daher die neue Einteilung mehr Probleme schaffen als lösen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 5. Januar 2010

Göteborgs Bevölkerung wächst, was neue Probleme schafft

Auch im Jahre 2009 wuchs die Bevölkerung Göteborgs wieder und konnte 6500 Personen mehr zählen als zum vorhergehenden Jahreswechsel. Die Ursache ist nicht nur die hohe Geburtenrate, sondern auch die Tatsache, dass in Zeiten der Krise und der wirtschaftlichen Unsicherheit nur wenige Göteborger umziehen wollen oder gar an den Kauf eines Hauses denken.

Die Politiker der Stadt begrüßen dieses Wachstum und sind stolz darauf, dass Göteborg nun wohl endgültig über eine halbe Million Einwohner aufweist. Viele von ihnen vergessen dabei, dass dieses Wachstum auch eine Herausforderung an die Stadt ist, denn die Kindergartenplätze sind jetzt schon zu gering, die Schulklassen nehmen beängstigende Größen an, in den Wohnungen leben immer mehr Menschen auf kleinstem Raum und in der Zukunft fehlen massiv Wohnungen und Ausbildungsplätze in der wachsenden Stadt.

Im Gegenzug zielen die für die nächsten Jahre geplanten Bauvorhaben der Stadt im Freihafen, an der Avenyn oder bei Skeppsbron auf einkommensstarke Haushalte und Luxuswohnungen, was auf die heutige Durchschnittsfamilie wenig zutrifft. Sparmaßnahmen auf Grund der aktuellen Krise betreffen vor allem jene Bewohner Göteborgs, die zum wachsenden Teil der Bevölkerung gehören. Es bleiben daher nur sehr wenige Jahre für die Stadtverwaltung, wenn sie das soziale Gefüge der Stadt erhalten will.

Herbert Kårlin

Montag, 26. Oktober 2009

Bibliotheken sind in Göteborg ein kultureller Treffpunkt

Nach einer Umfrage von GP sind die Göteborger Bibliotheken mehr besucht als jene in anderen schwedischen Städten. 10% der Bevölkerung besucht mindestens alle 14 Tage eine der Bibliotheken und 80% der Bevölkerung sind mindestens einmal im Jahr in einer der städtischen Bibliotheken zu Gast, 14% mehr als im schwedischen Durchschnitt.

In Göteborg besuchen Einwanderer ebenso häufig eine Bibliothek wie geborene Schweden, was die Bibliotheken auch zu einem kulturellen Treffpunkt macht und nicht zuletzt auch Kulturen zusammenführt. Die befürchteten Schließungen von Stadtteilbibliotheken sind daher in Göteborg ein Einschnitt, der überdurchschnittlich viele Personen betrifft und auch starke Gefühle hervorruft.

Seit 10 Jahren muss nach einem Gesetz jede Kommune mindestens eine funktionierende Bibliothek aufweisen, was dazu führte, dass in den meisten Städten ein Bibliotheksplan erstellt wurde, der den Bedarf an unterschiedlichen Stellen definiert und auch über das Angebot der Bücher entscheidet. Göteborg gehört zu den wenigen Städten Schwedens wo dieser Plan auch nach 10 Jahren noch nicht erstellt wurde und daher jedes Argument, das zur Schließung einer Stadtteilbibliothek führen kann, mehr oder weniger aus der Luft gegriffen werden kann.

Herbert Kårlin