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Mittwoch, 1. Oktober 2014

Wohnungssuche in Göteborg

Wie bereits in den meisten anderen Städten Schwedens, so hat sich nun auch Göteborg dazu entschieden eine Gebühr von jenen zu fordern, die sich in der städtischen Wohnungssuchliste Boplats eintragen wollen, was für viele Wohnungssuchende die einzige Möglichkeit ist eine Wohnung zu finden, wenn auch meist erst nach einer Wartezeit von mehreren Jahren, dann, wenn der Name am obersten Teil der Liste angekommen ist.

Auch wenn die Jahreskosten in Höhe von 100 Kronen nicht sehr hoch sind, so stellte die Stadt jedoch fest, dass am 30. September, dem letzten Tag an dem alle, die bisher bereits bei Boplats eingetragen waren, ihre laufende Gebühr bezahlt haben mussten, nicht einmal die Hälfte der rund 220.000 Personen, die auf diese Weise eine Wohnung suchen, die Gebühr bezahlt hatten. Unbekannt ist, ob diese Personen mittlerweile wegzogen sind, eine Wohnung fanden oder einfach vergessen haben zu bezahlen.

Mit den rund 100 Millionen Kronen, die Göteborg nun mit Hilfe der Gebühr bereits einnahm, soll der Service ein Jahr lang finanziert und verbessert werden. Allerdings hat die Stadt nun auch eine weitere Bedingung an Wohnungssuchende gestellt, denn jeder Eingetragene muss mindestens einmal innerhalb von sechs Monaten sein Profil aktualisieren, da er oder sie sonst gestrichen wird. Wer vergessen hat bis zum 30. September zu bezahlen, hat seine Rechte noch nicht vollständig verloren, sondern ist in eine Ruhephase eingetreten. Sollte das Geld allerdings auch während der folgenden 90 Tage nicht eingehen, so sind alle Angaben verloren und der Suchende muss sich erneut anmelden und seine Wartezeit beginnt von Neuem.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. August 2014

Wohnungssuchende in Göteborg ziehen in Container

Nachdem die ersten Studenten bereits in Containern, die sonst Bauarbeitern als Büro oder Übernachtungsmöglichkeiten dienen, eingezogen sind und weitere 1000 dieser Container für Studenten geplant sind, hat die Stadt Göteborg ihre einmalige Vision noch ausgedehnt und will nun auch allen, die eine Wohnung suchen in Container verfrachten, insbesondere Jugendliche und junge Paare, die der Aufsicht der Eltern entkommen wollen.

Natürlich soll diese Lösung keine Dauerlösung werden, sondern nur als vorübergehende Notlösung eingesetzt werden, die mit den beschränkten Baugenehmigungen allerdings 15 Jahre dauern soll, bis in Göteborg eben genug gebaut wird damit für alle Wohnungssuchenden eine Dauerbleibe geschaffen ist, was nach Meinung des Stadtrates gar kein Problem sein wird, obwohl Göteborg schneller wächst als Wohnungen fertig werden. Und Container sind nun einmal sehr praktisch, da man diese auch noch stapeln kann.

Bei seinen Planungen ist Göteborg sogar der aktuellen Gesetzgebung voraus, denn gegenwärtig dürfen keine Container-Wohnungen gebaut werden die nicht für Studenten oder Asylanten verwendet werden. Die Gesetzesänderung soll nun jedoch von Parlamentariern herbeigeführt werden, was bei der aktuellen Wohnungsnot und einem möglichen Regierungswechsel kein großes Problem darstellen dürfte. Die Frage ist lediglich, ob die Container, einmal aufgestellt, nicht zur Dauerlösung werden, denn immerhin kann man dafür nahezu die gleiche Miete fordern wie für eine moderne und gut isolierte Wohnung.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. August 2014

Wohnungsnot in Göteborg

Seit Monaten verspricht die Stadtverwaltung in Göteborg in Zukunft für mindestens 5000 neue Wohnungen pro Jahr zu sorgen, denn bis 2035 sollen auf diese Weise 100.000 zusätzliche Wohnungen geschaffen werden die der aktuellen Wohnungsnot, zumindest teilweise, ein Ende bereiten sollen. Allerdings weicht dieses Versprechen von den tatsächlichen geplanten Wohnungen der kommenden Jahre weit ab und zeigt eine leere Luftblase, die lediglich Wähler für die Kommunalwahlen im September anziehen soll.

Wenn man gegenwärtig einen Blick in den aktuellen Bebauungsplan wirft, so stellt man fest, dass auch in den kommenden Jahren nur die übliche Menge an Wohnungen geplant ist, nämlich die Hälfte der versprochenen Wohnungen, denn auch in Zukunft kann man nur mit etwa 2500 neuen Wohnungen pro Jahr rechnen, einer Menge, die nicht einmal ausreicht um das Bevölkerungswachstum der Stadt auszugleichen. Auch in Zukunft wird daher ein Wohnungssuchender jahrelang auf eie Wohnung warten müssen, wobei sich die Warteschlangen sogar noch verlängern werden.

Dass der Wohnungsbau auch in Zukunft sehr träge vor sich gehen wird, ist natürlich auch ein Hindernis für das wirtschaftliche Wachstum der Stadt, denn ohne weitere Büroräume können sich nur wenige neue Firmen ansiedeln und hochspezialisierte Unternehmen haben schon heute Probleme damit Fachkräfte zu finden, da auch Angestellte erst eine Wohnung in der Nähe ihrer Arbeitsstelle brauchen bevor sie eine Stelle annehmen können. Statt einem Aufschwung wird Göteborg daher den beiden anderen Großstädten Schwedens mehr und mehr hinterherhinken und dabei in so manchem Bereich sogar den Anschluss verpassen so dass die kommende 400-Jahrfeier im Jahre 2021 kaum zum Feiern Anlass geben wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. April 2014

Göteborg zerstört seine Grünflächen

Obwohl wissenschaftlich erwiesen ist, dass Grünflächen für die Gesundheit der Bevölkerung förderlich sind und Stress abbauen, sind das Bauamt Göteborgs und der Stadtrat der Meinung, dass zu viel Grün in Göteborg unnötig sei und nur Platz für Wohnungen wegnehme. Allein zwölf Grünflächen der Stadt sollen bereits weichen, damit dort Wohnungen in möglichst hohen Häusern errichtet werden können.


Natürlich gibt es in Göteborg auch andere möglichen Baugebiete, da Parkplätze unter Gebäuden errichtet werden können und auch auf Granit gebaut werden kann, aber dies kommt für die Stadtplaner aus unerklärlichen Gründen nur in wenigen Fällen in Frage, obwohl sich Göteborg ein grünes Label gibt und gerne von der grünen Stadt spricht, auch wenn die grünen Stellen immer mehr am Rande der Stadt gesucht werden müssen, da das Zentrum immer mehr zubetoniert wird.

Natürlich muss in und um Göteborg gebaut werden, damit die Wohnungsnot im Laufe der Jahre abgebaut wird, aber es stellt sich natürlich die Frage, warum man zuerst zentrale Grünflächen zerstören muss, die über 100 Jahre den Bürgern der Stadt ein Stück Natur mit Vogelgezwitscher und einem Platz für ein Picknick boten. Wo einmal Beton steht, ist die Natur für immer verloren zumal die Neubauten immer höher werden und damit die kleinen Flächen zwischen den Häusern sogar meist ohne jede Sonneneinstrahlung bleiben, eine Notwendigkeit für jedes Lebewesen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Januar 2014

Wohnungsnot in Göteborg steigt weiter an

Auch wenn die Stadt Göteborg regelmäßig verspricht, dass die Wohnungsnot abgebaut wird und dabei zahlreiche Neubauten ankündigt, so zeigt sich, dass allein im vergangen Jahr die Warteschlange beim städtischen Boplats Göteborg um rund 50.000 Personen wuchs und damit die Rekordzahl von 199.000 Personen erreichte, die in Göteborg dringend eine Mietwohnung suchen.

Je nach der Lage und Größe der Mietwohnung kann die Wartezeit auf eine entsprechende Wohnung mittlerweile ohne weiteres sechs Jahre überschreiten und selbst jene, die keinerlei Ansprüche stellen und nehmen was sich gerade bietet, müssen im Durchschnitt noch 950 Tage auf eine Wohnung warten, was wohl unmöglich ist wenn man unmittelbar einen Arbeitsplatz annehmen soll oder sein Studium beginnen kann.

Was viele der Wohnungssuchende dann jedoch noch vergessen, ist die Tatsache, dass viele Mietwohnungen in Göteborg über keinen Parkplatz verfügen und dort auch keine zu mieten sind, die Stadt jedoch eine Jagd auf jene Mieter macht, die ihr Fahrzeug dann nicht täglich benutzen. Wer denn drei Wochen in Urlaub fährt, kann erleben, dass die Stadt das Fahrzeug abschleppt, vor allem wenn sich ein Nachbar vom parkenden Auto gestört fühlt. Es geht daher nicht nur  darum eine Mietwohnung zu finden, sondern auch darum eventuell einen Platz für sein Auto zu finden.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Januar 2014

Hochhäuser und eine neue Mietpolitik in Göteborg

Um die extreme Wohnungsnot in Göteborg zu beheben, entstehen die letzten Wochen über die ungewöhnlichsten Ideen und Vorschläge über deren Sinn man sich sicher streiten kann, aber die mit Sicherheit das Problem nicht beseitigen werden, sonder vermutlich der Beginn von neuen und zusätzlichen Problemen sind, da sie an den wahren Problemen der Wohnungsnot vorbeigehen und wenig überdacht sind.

Bild: Wingårdh

Noch zum Ende des vergangenen Jahres kam der Mieterverband auf die Idee, dass man jungen Leuten, die in Göteborg eine günstige Wohnung suchen, Speicherwohnungen anbieten soll, denn immerhin stehen, statistisch gesehen, bereits über 1000 unter ihnen gegenwärtig leer. Dass die Dachstühle oft nicht isoliert sind, keine Heizung vorhanden ist und gegenwärtig als Abstellplatz für Mieter der Häuser dienen, scheint dabei kaum von Interesse zu sein, ebenso wenig die Kosten, die eine Aufrüstung der Speicher fordern würde und den Mietpreis in die Höhe treiben kann.

Nun haben die Politiker Göteborgs, dank der Idee des Architekturbüros Wingårdh, eine zusätzliche Idee gefunden, die ganz allgemein zu Wohnungen führen soll, denn Gert Wingårdt hält es für ideal bei Heden so hoch wie möglich zu bauen und damit die Mietpreise von der Höhe der Wohnung abhängig zu machen, so dass der gehobene Normalverdiener in den unteren Etagen Platz findet und jene Mieter, die Luxus suchen, so hoch oben wie möglich unterkommen können, sich also (fast) alle Gesellschaftsschichten unter dem gleichen Dach befinden.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. Dezember 2013

Frauenhäuser in Göteborg müssen Hilfsbedürftige ablehnen

Auf Grund der enormen Wohnungsnot in Göteborg ist es den Frauenhäusern der Stadt nur in sehr seltenen Fällen möglich weitere Frauen, mit oder ohne Kinder, in ihren Notunterkünften aufzunehmen, da diese Zimmer mittlerweile für die kritischsten Fälle zu Langzeitwohnungen wurden, denn den Frauen eine Mietwohnung zu beschaffen ist nahezu unmöglich, da auch die Stadtverwaltung hierbei keine große Stütze ist.

Gerade während der Feiertage führt dies zu enormen Problemen, da gerade in dieser Zeit, oft unter Alkoholeinfluss, die Gewalt gegenüber Frauen am meisten zunimmt, die meisten Ämter geschlossen haben und das Sozialamt nur in wenigen Fällen selbst eingreift um die Frauen zu schützen. Oft werden sie von dort aus direkt in die Hölle zurückgeschickt oder sie sollen vorübergehend zu Freunden oder Familienangehörigen ziehen.

Für die Frauenhäuser in Göteborg ist jedoch nicht nur das Finden von Mietwohnungen ein Problem, sondern es handelt sich auch um Geldprobleme und die Tatsache, dass die Stadtverwaltung das Problem der Frauen nahezu als Nebensache behandelt und keinerlei zusätzliche Plätze einrichtet und die rechtliche Möglichkeit des Kontaktverbots eine unwirksame Gesetzesänderung ist, da nur zehn Prozent der ausgesprochenen, jedoch missachteten Kontaktverbote irgendeine Konsequenz zeigen, da Staatsanwälte nicht Aussagen, sondern klare Beweise unter Zeugen fordern.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. März 2013

Immer mehr Wohnungslose benötigen eine Wohnung in Göteborg

Gegenwärtig stellen städtischer und privater Wohnungsmarkt den Sozialämtern jährlich 300 Wohnungen zu Verfügung, die vorrangig an Bedürftige gegeben werden können, die auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance auf eine Mietwohnung haben. Meist handelt es sich bei dieser Gruppe an Personen um Menschen, die vorher von Drogen oder Alkohol abhängig waren oder andere Probleme hatten, die sie von der Gesellschaft ausgrenzten und zum Verlust einer Wohnung führten.

Auch wenn 300 Wohnungen im Jahr auf den ersten Blick sehr positiv klingt, so steigt in Göteborg mittlerweile die Gruppe der bedürftigen Personen sprunghaft an, denn für 2013 benötigen die Sozialämter voraussichtlich rund 500 dieser Wohnungen, was bedeutet, dass weitere 200 Mietwohnungen Göteborgs dem freien Markt entzogen werden müssen und damit die Wohnungsnot für eine andere Schicht der Stadt erhöht wird, da der Neubau von Mietwohnungen sich kaum bewegt.

Um eine dieser „Vorzugswohnungen“ zu erhalten, muss allerdings nicht nur ein Bedarf auf eine Wohnung bestehen, sondern der zukünftige Mieter muss auch nachweisen, dass er nicht mehr von Alkohol oder den Drogen abhängig ist und auch in der Lage ist die Miete zu bezahlen. Um das Risiko zu vermindern, werden den Betroffenen die Wohnungen die ersten 18 Monate zudem nur probeweise vermietet, denn erst nach dieser Bewährungszeit erhalten sie einen normalen Mietvertrag, der eine gewisse Sicherheit bietet.

Herbert Kårlin

Freitag, 26. Oktober 2012

Neue Stadtteile Göteborgs sprengen das Budget

Im letzten Bericht zur Lage der Ökonomie Göteborgs findet man 157 Millionen Kronen als rote Zahlen, eine Summe mit der niemand in der Führung der Stadt gerechnet hat, da man seit Jahren nur vom Sparen redet und die Ausgaben in allen Stadtteilen erheblich gekürzt hat, zumindest was die Dienste am Bürger betrifft. Da der Bericht nur Zahlen und keine Ursache liefert, will man sich in Göteborg nun auf die Suche nach dem Problem machen.

Ein Teil der negativen Summe entstand sicher wegen der steigenden Anzahl an bedürftigen Personen, die um Sozialhilfe anfragen und ein anderer Teil beruht auf der Wohnungsnot, was die Unterbringung in Behindertenheimen, die Versorgung der älteren Schicht oder Räume für die Verwaltung verteuert, und wieder ein Teil entsteht durch die steigenden Kosten für gewisse soziale Leistungen an Angestellte. Aber selbst wenn man all dies berücksichtigt, so bleibt immer noch eine rote Zahl übrig, trotz der bisherigen Sparmaßnahmen.

Der Rest des Minus kann vielleicht darin zu suchen sein, dass aus 20 Stadtteilen zehn gemacht wurden, denn eine solche Umstrukturieren kann bedeutende Summen schlucken, vor allem wenn man dabei neue Chefposten schaffen muss und die Lohnzahlungen von gehobenem Personal dreimal bis sieben Mal so hoch sind wie der Gehalt eines normalen städtischen Angestellten. Da man jedoch diese Summen auch in einer sozialdemokratisch geführten Stadt nicht angreifen darf, müssen sich die Bürger darauf einstellen im nächsten Jahr mit neuen Sparmaßnahmen konfrontiert zu werden.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. September 2012

Göteborg erwartet etwa 1500 Personen aus Somalia

Auf Grund einer Gesetzesänderung ist es nun auch Somaliern, die eine Aufenthaltsgenehmigung in Schweden besitzen, erlaubt ihre Frauen und Kinder nachkommen zu lassen, damit eine Familienzusammenführung stattfindet. Allein für Göteborg bedeutet dies, dass innerhalb eines Jahres zwischen 1500 und 1750 Personen aus Somalia erwartet werden, wovon 614 bereits ihre Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben und daher jeden Tag eintreffen können.

Nach Anneli Hulthén, der Vorsitzenden des Göteborger Stadtrats, werden alle Ankömmlinge würdig empfangen werden und den Familien werden Wohnräume zur Verfügung gestellt, die den wieder vereinten Familien ein würdiges Leben in der Stadt erlauben. Inwieweit sie allerdings dieses Versprechen in die Tat umsetzen kann, ist ungewiss, denn die Wohnungsnot in Göteborg ist immens, so dass im Schnitt jede freie Wohnung auf über 800 Bewerber trifft.

Wenn man dieses Versprechen so ernst nimmt wie alle anderen, die sie zum Wohnungsbau, zu Studentenwohnungen, zur gesunden Luft, einem funktionierenden Nahverkehr und zu anderen Themen gab, so werden die somalischen Familien überwiegend in einem einzigen Raum leben müssen bis sie die Stadt  verlassen oder auf eigenen Wegen eine Unterkunft gefunden haben. Es wird sehr schwierig werden für rund 1500 neuen Göteborger eine humane Wohnung zu finden und dies ohne weiteren Rassismus aufkommen zu lassen.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. August 2012

Göteborg privilegiert einflussreiche Bauherren

Während der letzten fünf Jahre gingen in Göteborg rund 600 Anfragen für die Zuteilung von kommunalen Grundstücken zu Bauzwecken ein. Nur 83 der Anträge wurden bewilligt, was zum Teil auch erklärt, warum die Wohnungsnot in Göteborg von Jahr zu Jahr größer wird. Die Stadt selbst bremst interessante Bauvorhaben aus und hofft darauf, dass der freie Markt die Probleme von sich aus lösen wird.

Wenn man allerdings betrachtet welche Bauunternehmen von der Stadt bevorzugt werden, so reduziert sich dies auf einige wenige eingeführte Großunternehmen mit denen die Stadt bereits „seit immer“ zusammenarbeitet. Kleinere Baufirmen, unbekanntere Unternehmen oder Firmen ohne entsprechende Beziehungen haben nahezu keine Chance an kommunalen Grund zu gelangen, eine Situation, die mehr als einem kleineren Bauherren Göteborgs zu denken gibt.

Der umständliche Prozess und die undurchsichtige Vergabe von kommunalem Grund in Göteborg führt allerdings auch dazu, dass einige bedeutende Unternehmen sich kaum noch um Wohnungsbau in Göteborg kümmern. Eines der Beispiele sind die Stena Fastigheter, die innerhalb von fünf Jahren nahezu drei Milliarden Kronen in Wohnungsbau stecken, allerdings in Stockholm und Malmö, wo die Zusammenarbeit mit der Stadt solider geregelt ist. In Göteborg planen die Stena Fastigheter lediglich ein Bürohaus mit 40.000 Quadratmeter.

Herbert Kårlin

Dienstag, 31. Juli 2012

Neue Wohnungen in Göteborg

Nach der Göteborger Tageszeitung GP werden gegenwärtig 2600 Wohnungen in verschiedenen Teilen Göteborgs gebaut, was für die Stadt ein wahrer Rekord ist, auch wenn die Quote pro Einwohner immer noch unter jener Malmös und weit unter jener Stockholms liegt und eher wie ein Tropfen Wasser auf einem heißen Stein betrachtet werden muss, da Göteborg schneller wächst als Wohnungen gebaut werden.

Bei einer genaueren Analyse stellt man zudem fest, dass man unter den 2600 Wohnungen gerade einmal 90 Wohnungen für Studenten findet und in halbwegs guter Lage nur eine verschwindend kleine Anzahl an Mietwohnungen gezählt werden können, denn der Wohnungsbau Göteborgs richtet sich nur an die wohlhabende Schicht mit Arbeitsplätzen, die weitaus mehr als nur einen Normalverdienst von jüngeren Familien oder Einwanderern bieten können. Und selbst bei schlechterer Wohnlage bevorzugt man den Bau nach Bostadsrätt, da hier nur die Banken das Risiko tragen müssen.

Wenn man dagegen die Liste jener betrachtet, die im zentralen Register Göteborgs (Boplats) eine Wohnung suchen, so kommt man auf nahezu 130.000 Personen, wobei gut 50.000 unter ihnen sehr aktiv und dringend nach einem Dach über dem Kopf suchen. Allein in den letzten sechs Monaten kamen 15.000 Personen hinzu, die dringend eine Wohnung benötigen. Göteborg sieht natürlich keinen besonderen Handlungsbedarf, sondern schiebt den schwarzen Peter der Regierung zu, die Bauträger zu wenig unterstützt und  zu wenig Wohngeld bezahlt, mit dem Ergebnis, dass sich in Göteborg eine Ghettobildung entwickelt. 

Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. März 2012

Trotz Wohnungsnot stehen Wohnungen leer

Obwohl die Warteschlangen für Wohnungssuchende in Göteborg immer länger werden und Studenten während ihrer Studienjahre teilweise von vorübergehender Wohnung zur nächsten vorübergehenden Wohnung ziehen oder bei Freunden wohnen müssen, stehen kommunale Wohnungen in Majorna leer, wobei die Stadt nicht einmal nach neuen Mietern suchte.

Seit einem Jahr stehen an der Kustgatan in Majorna, einer beliebten Wohngegend, 20 Wohnungen leer, was nicht nur bedeutet, dass der Steuerzahler in dieser Zeit für die laufenden Kosten aufkommen musste, sondern auch, dass die Stadt freiwillig auf Einnahmen von rund einer Million Kronen verzichtete, die dringend nötig wären, insbesondere für Kindergärten, Schulen und die Unterstützung von Bedürftigen.

Nach den Verantwortlichen der Stadt handelt es sich dabei um einen unglücklichen Umstand, denn selbstverständlich gibt es Routinen, nach denen leerstehende Wohnungen unmittelbar wieder auf dem Wohnungsmarkt angeboten werden. Warum diese Routinen nicht funktionierten und warum auch jetzt nicht unmittelbar Abhilfe geschaffen wird, darüber schweigen die Zuständigen weiter.

Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Februar 2012

Trotz Wohnungsnot Baustopp in Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg seit 2009 eine Baugesellschaft sucht, die im Göteborger Stadtteil Hammarkullen 1000 Wohnungen baut, interessiert sich keine Gesellschaft für die bereits erschlossenen Bauplätze. Nicht einmal die städtischen Unternehmen sind daran interessiert der Idee des Göteborger Bauamts zu folgen, auch wenn die Nachfrage an Wohnungen in Hammarkullen sehr stark ist und die Wohnungsnot in Göteborg steigt.

Das Problem dürfte dem Göteborger Bauamt jedoch schon bei der Planung der Wohngegend bekannt gewesen sein, denn Hammarkullen hat den größten Ausländeranteil Göteborgs, die schlechteste Infrastruktur der Stadt und die höchste Quote an Arbeitslosen, was erwarten lässt, dass der Bauherr nur sehr schlecht an seine Miete kommen wird und das Projekt sich sehr schnell als unrentabel zeigen wird.

Das nächste Problem besteht darin, dass das Göteborger Bauamt dort vor allem auf Wohnungen nach dem Bostadsrätt hofft, einer Wohnart, die nur für jene in Frage kommt, die ein höheres Einkommen haben, einen gewissen Standard suchen und kaum geneigt sind nach Hammarkullen zu ziehen, einen Stadtteil, der nur wegen seiner internationalen Karnevalsveranstaltung bekannt ist, von vielen Göteborgern jedoch als Ghetto für Einwanderer aus südamerikanischen und arabischen Ländern betrachtet wird.

Herbert Kårlin

Samstag, 4. Februar 2012

Auch 2011 stieg die Anzahl der Göteborger an

Obwohl im letzten Jahr über 300 Kinder weniger geboren wurden als noch im Vorjahr, stieg die Anzahl der Bewohner Göteborgs im Jahre 2011 weiter an. Da zum Jahreswechsel 6632 mehr Personen in Göteborg wohnten als noch vor zwölf Monaten, hat die Stadt nun über 520.000 Einwohner, bei steigender Tendenz. Während früher jedoch die Geburten noch eine bedeutende Rolle spielten, handelt es sich nun um immer mehr Zuwanderer, was eine völlig andere Herausforderung an die Stadt stellt.

Durch die Zuwanderer wird die Wohnungsnot der Stadt von Jahr zu Jahr bedeutender, denn selbst wenn die Stadt ihr Ziel von 2000 Wohnungen im Jahr einhalten sollte, was die letzten Jahre über nicht der Fall war, so bleibt der Wohnungsbau auf Jahre hinter der Notwendigkeit zurück, ohne dass die bisherige Wohnungsnot auch nur um das geringste reduziert wird.

Der Wohnungsbau spiegelt auch die Verteilung der neuen Göteborger in der Stadt, denn während die Stadtteile Majorna und Linné kaum wachsen, ziehen die Neugöteborger immer häufiger ins Zentrum oder nach Lundby, also die beiden Stadtteile, in denen das Bostadsrätt vorherrscht und, wie in Lundby, eine rege Bautätigkeit stattfindet. Für die Finanzen der Stadt ist das Bevölkerungswachstum interessant, da jemand mit Bostadsrätt zur mittleren bis höheren Einkommensgruppe gehört.

Herbert Kårlin

Dienstag, 10. Januar 2012

Zehn Prozent der Göteborger ohne feste Wohnung

Die Zahlen für 2011 zeigen, dass sich die Wohnsituation in Göteborg weiterhin verschlechtert, da mittlerweile bereits rund 50.000 Personen, also etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung Göteborgs, keine eigene Wohnung haben, sondern in Untermiete wohnen, bei Eltern wohnen müssen oder bereits die Kündigung aus ihrem Studentenheim im Briefkasten haben.

Zum Jahreswechsel waren bei der städtischen Wohnungsvermittlung genau 126.361 Personen registriert, rund 20.000 mehr als im Vorjahr, was sich im laufenden Jahr noch erhöhen wird, da auch 2012 weniger Wohnungen fertig gestellt werden als allein für Zuwanderer nötig sind, und man feststellen muss, dass am Jahresende 2011 mit 8855 Wohnungen auch die Anzahl der zu vermittelnden Wohnungen bei Boplats im Laufe des Jahres erneut sank und daher jeweils 829 Personen für eine einzige Wohnung auf der Liste standen.

Allerdings sind die Probleme nicht in allen Stadtteilen gleich bedeutend, denn vor allem Wohnungen in den Stadtteilen Majorna, Masthugget, Linnéstaden und Kungsladugard, also etwas ältere Wohnungen am Rande der zentralen Stadt, sind extrem begehrt. In diesen Stadtteilen kommen auf jede Wohnung bereits 3400 Bewerber, ohne dass Göteborg in diesen Gegenden größere Bauprojekte plant, denn diese liegen oft jenseits des Göta Älv, in teuren oder unbeliebten Gegenden.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Januar 2012

Wohnungsbau 2012 in Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg für das Jahr 2012 wegen der enormen Wohnungsnot, die jedes Jahr bedeutender wird, rund 2500 neue Wohnungen versprochen hat, zeigt sich bereits zu Beginn des Jahres, dass maximal 1700 dieser Wohnungen auch im Laufe des Jahres bezugsfertig sein werden und daher nicht einmal für die normale Zuwanderung ausreichen werden und nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein können.

Selbst wenn man die Wohnungsnot der Studenten zur Seite nimmt, so fehlen bereits heute mindestens 13.000 Wohnungen für die Altersschicht zwischen 20 und 25, die erst dann eine Familie gründen können, wenn sie auch eine Wohnung finden kann. Und selbst für die 1700 Wohnungen gibt es noch mehrere „wenn und aber“ von Seiten der Stadtplaner, da einige der Pläne noch nicht genehmigt sind und daher gegen sie Klage eingereicht werden kann.

Wenn man die Art der Wohnungen, die im Laufe des Jahres 2012 bezugsfertig sein sollen, betrachtet, so findet man unter ihnen knapp über 100 Wohnungen für Studenten und rund 600 Mietwohnungen, obwohl dort die Wohnungsnot in Göteborg am höchsten ist. Die restlichen 1000 Wohnungen werden ausschließlich nach dem Bostadsrätt gebaut, was bedeutet, dass diejenigen, die einziehen wollen, über ein bedeutendes Kapital und eine sehr gute Arbeitsstelle verfügen müssen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Juni 2011

Steigende Wohnungsnot in Göteborg

Im letzten Jahr wuchs die Bevölkerung Göteborgs um 6421 Personen, was dazu führte, dass zum Jahresende 513.751 Personen in Göteborg wohnten. Der Zuwachs erklärt sich aus der extrem hohen Geburtenrate des Jahres 2010, was die Bevölkerung allein um 3396 Neugeborene steigen ließ. Um weitere 3025 Personen stieg die Bevölkerung durch Zuwanderung.

Diesem Wachstum Göteborgs standen 1843 neue oder umgebaute bezugsfertige Wohnungen zur Verfügung, was zwar dazu führte, dass sich durch den Zuzug der bereits hohe Wohnungsmangel nicht vergrößerte, aber andererseits, dass sich durch die Geburten immer mehr Familien mit einer kleineren Wohnfläche zufrieden geben müssen, insbesondere bei Mietwohnungen, deren Anzahl sich voriges Jahr nur um 825 Wohnungen erhöhte.

Das Bauamt Göteborgs plant für die nächsten vier Jahre den Neubau von insgesamt 10.000 Wohnungen, was leicht über der erwarteten Zuwachsrate der Zuwanderung liegt, aber weit hinter der Notwendigkeit, die die bestehende Wohnungnot verbessern könnte, zumal weiterhin weniger Mietwohnungen als Bostadstättswohnungen gebaut werden, die eine hohe Investition voraussetzen, die gerade junge Familien nicht aufwenden können.

Herbert Kårlin

Dienstag, 24. Mai 2011

Weniger Wohnungen in Göteborg als geplant

Obwohl Göteborg bereits jedes Jahr mehr Zuwanderer zählt als von der Stadt geplant wurden, teilt nun das Bauamt der Stadt mit, dass auch dieses Jahr die geplanten 2000 Wohnungen, die bereits für eine normale Steigerungsrate der Bewohner absolut notwendig ist, nicht fertig gestellt werden können.

Nach aktuellen Kenntnissen werden dieses Jahr statt der 2000 geplanten Wohnungen gerade einmal 1700 bezugsfertig, also 300 weniger als die rot-grüne Regierung der Stadt noch vor den Wahlen letztes Jahr verbindlich zusagte. Das Ergebnis davon ist, dass die Wohnungsnot noch mehr ansteigt als bereits bisher, wo immerhin bis zu über 700 Bewerber auf eine leere Wohnung kommen.

Ein grundlegendes Problem hierbei ist bereits, dass die Stadt jedes Jahr zu wenig Wohnungen einplant, zumal bekannt ist, dass ein großer Teil der Pläne vor der Realisierung erst einmal vor Gericht landet, da die Stadtplaner immer wieder Grünflächen vernichten wollen, statt dort zu planen und zu bauen, wo auch genügend freier Platz zur Verfügung steht.

Herbert Kårlin

Samstag, 19. Februar 2011

Wohnungsnot in Göteborg

Obwohl in Götbörg im vorigen Jahr 1546 neue Mietwohnungen fertig gestellt wurden, mehr als die vorhergehenden Jahre, wird es immer problematischer eine Wohnung zu finden. Das Angebot an freien Wohnungen sank im letzten Jahr von 9700 Wohnungen auf nur 9200.

Wer daher in Göteborg in zentraler Lage im Zentrum oder in Majorna eine Wohnung sucht, hat in der Regel mehrere Tausend Mitbewerber als Konkurrenz. Selbst wenn man die Randgebiete der Stadt einbezieht, so kommen zur Zeit noch 715 Wohnungssuchende auf jede frei werdende Mietwohnung.

Vor allem der Zuzug von Studenten und Jugendlichen, die in Göteborg auf Arbeit hoffen, wirkt sich immer stärker auf die Wohnungssituation Göteborgs aus, wobei auch der verstärkte Bau von Eigentumswohnungen in guter Lage es immer schwieriger macht eine Mietwohnung in Göteborg zu finden, da der Bau von Mietwohnungen weit hinter der Nachfrage zurückbleibt.

Herbert Kårlin