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Samstag, 25. Januar 2014

Kaum Wohnungen für Behinderte in Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg theoretisch über ein System verfügt nach dem alle Wohnungen, die für Behinderte angepasst wurden oder zumindest teilweise angepasst sind, über eine zentrale Meldestelle verteilt werden und den Betroffenen gezielt angeboten werden können, wohnen viele Einwohner der Stadt, die an einen Rollstuhl gebunden sind oder Gehprobleme haben, in für sie völlig ungeeigneten Wohnungen.

Nach dem lokalen Nachrichtenkanal P4 Göteborg ist selbst ein alleinerziehender Vater mit einem neunjährigen Sohn gezwungen im ersten Stock auf 20 Quadratmetern zu wohnen, so dass er er seinen Sohn, Rollstuhl und notwendige Decken oder Taschen in drei Umgängen ins Freie oder zurück in die Wohnung tragen muss. Dass ein Sofa in diesem Fall als Bett, Küchenstuhl und Bett gleichzeitig dienen muss, ist noch eine ganz andere Frage.

Natürlich gäbe es in Göteborg Wohnungen für Vater und Sohn, aber eines der Problem ist, dass viele Vermieter keine Rollstühle im Haus haben wollen und deshalb die entsprechenden Wohnungen nicht melden, zum anderen aber auch, dass Göteborg die für Behinderte angepassten Wohnungen zu Preisen anbietet, die sehr viele unter den Betroffenen nicht aufbringen können. Eine Verbesserung dieses Systems oder konkrete finanzielle Unterstützungen für die Betroffenen sind nicht geplant.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. Mai 2012

Vermittlung von Wohnungen soll in Göteborg gerechter werden

Nachdem die Göteborger Wohnungsvermittlung Boplats im letzten Jahr mehrmals wegen seiner geringen Transparenz und diskriminierender Auswahl der Bewerber in Kritik geraten war, will die Stadt nun ein Programm online geben bei dem jeder seinen aktuellen Platz und den anderer Wohnungssuchender verfolgen kann. Ebenfalls erkenntlich soll sein wie lange die voraussichtliche Wartezeit für eine Besichtigung einer Wohnung sein wird.

Das neue System soll auch die Wohnungen und die entsprechenden Angaben von privaten Vermietern integrieren, denn auch wenn diese nicht gezwungen sind die Wartezeit als Auswahlkriterium zu nutzen, so kann der Besucher der Site dennoch ein System des Vermietungungssystems erkennen. Im Gegensatz zum bisherigen System soll es auch möglich sein, dass man unterschiedliche Wohnungsgrößen in unterschiedlichen Gegenden Göteborgs eingibt um seine Chance auf eine Wohnung zu erhöhen, was bisher nicht möglich war.

Im Dezember 2011 waren bereits 126.000 Personen bei Boplatz Göteborg registriert, wobei 30 Prozent unter ihnen nicht im Göteborger Raum wohnen, sondern in die Stadt ziehen wollen sobald sie eine Wohnung gefunden haben. Rund 40 Prozent der Suchenden haben gegenwärtig keine eigene Wohnung und 60 Prozent sind unter 30 Jahren alt. Im letzten Jahr wurden über Boplatz insgesamt 8855 Wohnungen vermietet, was für jeden Suchenden eine Wartezeit von mehreren Jahren verursacht.
Herbert Kårlin

Dienstag, 10. Januar 2012

Zehn Prozent der Göteborger ohne feste Wohnung

Die Zahlen für 2011 zeigen, dass sich die Wohnsituation in Göteborg weiterhin verschlechtert, da mittlerweile bereits rund 50.000 Personen, also etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung Göteborgs, keine eigene Wohnung haben, sondern in Untermiete wohnen, bei Eltern wohnen müssen oder bereits die Kündigung aus ihrem Studentenheim im Briefkasten haben.

Zum Jahreswechsel waren bei der städtischen Wohnungsvermittlung genau 126.361 Personen registriert, rund 20.000 mehr als im Vorjahr, was sich im laufenden Jahr noch erhöhen wird, da auch 2012 weniger Wohnungen fertig gestellt werden als allein für Zuwanderer nötig sind, und man feststellen muss, dass am Jahresende 2011 mit 8855 Wohnungen auch die Anzahl der zu vermittelnden Wohnungen bei Boplats im Laufe des Jahres erneut sank und daher jeweils 829 Personen für eine einzige Wohnung auf der Liste standen.

Allerdings sind die Probleme nicht in allen Stadtteilen gleich bedeutend, denn vor allem Wohnungen in den Stadtteilen Majorna, Masthugget, Linnéstaden und Kungsladugard, also etwas ältere Wohnungen am Rande der zentralen Stadt, sind extrem begehrt. In diesen Stadtteilen kommen auf jede Wohnung bereits 3400 Bewerber, ohne dass Göteborg in diesen Gegenden größere Bauprojekte plant, denn diese liegen oft jenseits des Göta Älv, in teuren oder unbeliebten Gegenden.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. August 2009

Studenten in Göteborg mit Wohnproblemen

Um ein Zimmer in einem der zentralen Studentenwohnheime zu erhalten muss ein Neustudent in Göteborg im Schnitt drei Jahre lang warten, länger als je zuvor. Besonders ausländische Studenten, die mit der Wohnungssituation Göteborgs nicht vertraut sind, beginnen daher immer häufiger ihr Studium ohne Unterkunft, oder in einer der Jugendherbergen.

Selbst eine Studentenwohnung am Rande der Stadt ist in der Regel erst nach einem Jahr Wartezeit zu beziehen, vorausgesetzt, man hat sich auf die entsprechende Warteliste gesetzt, was gerade bei ausländischen Studenten oft nicht der Fall ist. Studenten, die daher nun eine oder zwei Wochen vor Kursbeginn in Göteborg ankommen werden sehr schnell mit Wohnproblemen konfrontiert, einem bisweilen unlösbaren Problem.

Die Ursache für die steigende Wohnungsnot kann in der Wirtschaftskrise gesucht werden, denn immer mehr Studenten wissen nach Studienabschluss, dass sie keine Arbeit finden können. Sie schreiben sich daher zu weiteren Kursen ein und behalten ihr günstiges Zimmer im Studentenwohnheim.

Für alle Neustudenten in Göteborg, die nicht auf einer Liste stehen, bleibt daher einzig und allein der freie Markt, was nichts anderes bedeutet, als ein kleines Zimmer zu finden, das sonst niemand haben will und oft zu einem Preis, der weit über den üblichen Mieten der Stadt liegt. Boplats Göteborg hat eine Vermittlungsstelle für diese hoffnungslosen Fälle eingerichtet du versucht nun jedem Neuankömmling so weit bei der Wohnungsvermittlung zu helfen wie möglich, ohne jedoch etwas versprechen zu können.

Herbert Kårlin