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Samstag, 25. Januar 2014

Kaum Wohnungen für Behinderte in Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg theoretisch über ein System verfügt nach dem alle Wohnungen, die für Behinderte angepasst wurden oder zumindest teilweise angepasst sind, über eine zentrale Meldestelle verteilt werden und den Betroffenen gezielt angeboten werden können, wohnen viele Einwohner der Stadt, die an einen Rollstuhl gebunden sind oder Gehprobleme haben, in für sie völlig ungeeigneten Wohnungen.

Nach dem lokalen Nachrichtenkanal P4 Göteborg ist selbst ein alleinerziehender Vater mit einem neunjährigen Sohn gezwungen im ersten Stock auf 20 Quadratmetern zu wohnen, so dass er er seinen Sohn, Rollstuhl und notwendige Decken oder Taschen in drei Umgängen ins Freie oder zurück in die Wohnung tragen muss. Dass ein Sofa in diesem Fall als Bett, Küchenstuhl und Bett gleichzeitig dienen muss, ist noch eine ganz andere Frage.

Natürlich gäbe es in Göteborg Wohnungen für Vater und Sohn, aber eines der Problem ist, dass viele Vermieter keine Rollstühle im Haus haben wollen und deshalb die entsprechenden Wohnungen nicht melden, zum anderen aber auch, dass Göteborg die für Behinderte angepassten Wohnungen zu Preisen anbietet, die sehr viele unter den Betroffenen nicht aufbringen können. Eine Verbesserung dieses Systems oder konkrete finanzielle Unterstützungen für die Betroffenen sind nicht geplant.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. Oktober 2013

Kulturhistorisch interessantes Haus in Göteborg verfällt

Seit dem Jahre 2005 ist das Gebäude Bangatan 10 im Göteborger Stadtteil Majorna in einem so schlechten Zustand, dass das Haus dringendst renoviert werden muss, denn bereits um diese Zeit lagen elektrische Leitungen im Treppenaufgang offen, Balkone riskierten einzustürzen und die Fassade bröckelte stückweise ab. Auf Klagen der Mieter und des Mieterbunds reagierte der Besitzer erst überhaupt nicht und 2011 stellte er dann den Antrag auf Abriss, da er glaubte damit die Mieter loszuwerden und durch einen Neubau seine Einnahmen aufbessern zu können.

Als dem Besitzer dieser Antrag im folgenden Jahr abgelehnt wurde, war das Haus bereits weiter zerfallen, aber an eine Renovation wollte er sich dennoch nicht machen. Der Geruch im Treppenhaus wurde fast unaushaltbar, Ratten zogen im Keller ein und wilde Tauben begannen den Dachstuhl zu benutzen. Keine Klage hatte Erfolg, aber die Mieter wollten in ihrem Haus bleiben und dafür kämpfen, trotz der steigenden Probleme.

Bereits im Jahr 2012 entschlossen sich dann die Briefträger auf Grund der Risiken, die immer deutlicher wurden, die Postverteilung einzustellen und da der Besitzer nicht genügend Mülltonnen für die Mieter zur Verfügung stellt, sammelt sich der Abfall bereits im Hof des Hauses. Da sich der Vermieter für Ämter und Mieterverband unzugänglich macht, ist kaum etwas gegen ihn zu unternehmen. Allerdings riskiert er nun eine Strafandrohung, da das Haus als kulturell schützenswert eingestuft ist. Aber auch wenn das Haus Bangatan 10 gegenwärtig im Fokus steht, so ist eine ähnliche Situation immer häufiger in Göteborg zu finden.

Herbert Kårlin

Sonntag, 28. Oktober 2012

Mieten in Göteborg steigen weiter

Nachdem die Göteborger Verkehrsbetriebe die Preise dieses Jahr bereits bedeutend erhöhten und eine weitere Preissteigerung angesagt haben und die unterste Gruppe der arbeitenden Bevölkerung ab 1. Januar bis zu 1200 Kronen ihres Einkommens für die neue Citymaut aufbringen muss, kommt nun, kurz vor Jahresende, noch eine weitere Hiobsbotschaft von Seiten der Privatbesitzer von Mietwohnungen auf die Göteborger Mieter zu.

Die Vermieter sind der Meinung, dass die Mieten in Göteborg dem Markt nicht angepasst sind, was natürlich darauf beruht, dass sie selbst kaum neue Wohnungen bauen, und sie sind der Überzeugung, dass die Mieten auch im Jahre 2013 um fünf Prozent steigen müssen. Für diejenigen, die in Miete wohnen, bedeutet dies natürlich im nächsten Jahr weitere 300 bis 500 Kronen pro Monat an den Vermieter zu zahlen und sich noch etwas mehr einschränken zu dürfen.

Der Mieterverband widersetzt sich dieser erneuten Erhöhung der privaten Vermieter, da die Zinsen, und damit auch die Kosten der Vermieter, in diesem Jahr sanken und in keinem Gebäude Modernisierungsmaßnahmen unternommen wurden. Die Besitzer verweisen dabei jedoch auf marktübliche Preise und zukünftigen Kosten, die auf sie zukommen werden, was bedeutet, dass sie Reserven schaffen müssen.
 

Herbert Kårlin
 

Dienstag, 22. Mai 2012

Vermittlung von Wohnungen soll in Göteborg gerechter werden

Nachdem die Göteborger Wohnungsvermittlung Boplats im letzten Jahr mehrmals wegen seiner geringen Transparenz und diskriminierender Auswahl der Bewerber in Kritik geraten war, will die Stadt nun ein Programm online geben bei dem jeder seinen aktuellen Platz und den anderer Wohnungssuchender verfolgen kann. Ebenfalls erkenntlich soll sein wie lange die voraussichtliche Wartezeit für eine Besichtigung einer Wohnung sein wird.

Das neue System soll auch die Wohnungen und die entsprechenden Angaben von privaten Vermietern integrieren, denn auch wenn diese nicht gezwungen sind die Wartezeit als Auswahlkriterium zu nutzen, so kann der Besucher der Site dennoch ein System des Vermietungungssystems erkennen. Im Gegensatz zum bisherigen System soll es auch möglich sein, dass man unterschiedliche Wohnungsgrößen in unterschiedlichen Gegenden Göteborgs eingibt um seine Chance auf eine Wohnung zu erhöhen, was bisher nicht möglich war.

Im Dezember 2011 waren bereits 126.000 Personen bei Boplatz Göteborg registriert, wobei 30 Prozent unter ihnen nicht im Göteborger Raum wohnen, sondern in die Stadt ziehen wollen sobald sie eine Wohnung gefunden haben. Rund 40 Prozent der Suchenden haben gegenwärtig keine eigene Wohnung und 60 Prozent sind unter 30 Jahren alt. Im letzten Jahr wurden über Boplatz insgesamt 8855 Wohnungen vermietet, was für jeden Suchenden eine Wartezeit von mehreren Jahren verursacht.
Herbert Kårlin

Dienstag, 2. August 2011

Schlechteste Vermieter machen höchste Gewinne in Göteborg

Von den Bruttoeinnahmen der privaten Groß-Vermieter in Göteborg gehen jeweils knapp 50 Prozent an den Unterhalt der Gebäude, Wohnungen und der Umgebung, ein Prozentsatz, der den Besitzern immer noch einen hohen Gewinn garantiert. Noch höher jedoch ist der Gewinn, wenn man, wie das Unternehmen Wallenstam, nur 37 Prozent in Wohnungen und Gebäude steckt.

Nicht verwunderlich ist es daher, dass das Unternehmen Wallenstam mit seinen rund 3000 Mietwohnungen in Göteborg einen sehr schlechten Ruf unter den Mietern hat und die Aktien der Firma zu Höchstwerten gehandelt werden. Der Bruttogewinn des vorigen Jahres konnte mit dieser Sparpolitik über 2 Milliarden Kronen erreichen und die Aktien warfen über 200 Millionen Kronen ab, ein wirtschaftliches Wachstum, das auf Kosten der Mieter erwirtschaftet wird.

Aber selbst das von Mietern am besten bewertete Unternehmen Stena Fastigheter konnte einen Gewinn von knapp 400 Millionen Kronen im vorigen Jahr erwirtschaften und 190 Millionen Kronen an die Aktionäre weitergeben, und dies, obwohl 49 Prozent der Einnahmen für die Instandhaltungen und Reparation der Gebäude, Wohnungen und Grünanlagen investiert wird, was die Mieter und Mieterverbände mehr als zufriedenstellend betrachten.

Herbert Kårlin

Sonntag, 7. Februar 2010

Mietwohnungen ein Problem in Göteborg

Wer keine Kontakte spielen lassen kann, findet in Göteborg nur eine Wohnung, wenn er sich bei der Vermittlungsstelle Boplats Göteborg einträgt, dabei ein ideales Profil für Vermieter bieten kann und nicht in den Stadtteilen Majorna oder Centrum sucht.

Im Jahre 2009 konnte die Gesellschaft rund 10.000 Mietwohnungen in der Stadt vermitteln, allerdings für 100.000 Suchende, was bedeutet, dass gerade einmal 10% der aktuell registrierten Wohnungssuchenden auch eine Wohnung fanden.

Die Kriterien für die Vermittlung sind vielschichtig, da jeder Hausbesitzer, Hausverwalter oder Baufirma die Kriterien selbst festlegen kann und nur bei gleich langer Einschreibung bei Boplats Göteborg derjenige bevorzugt wird, der an erster Stelle der Liste zu finden ist.

Das bedeutendste Kriterium bei der Auswahl sind Einkommen und Familienstruktur, indirekt also auch die geografische Lage, da kinderreiche Familien in der Regel nur dort eine Wohnung finden, wo bereits andere kinderreiche Familien wohnen und die gehobene Schicht wesentlich schneller im Zentrum Göteborgs vermittelt wird. Wer also bei der Suche den falschen Stadtteil wählt gilt als unvermittelbar. Während der Eintragung muss sich der Suchende jedoch für einen bestimmten Stadtteil entscheiden.

Während Boplats Göteborg das aktuelle System der Wohnungsvermittlung für ideal hält, sehen Mieterverbände und Kritiker bei diesem Systems mehr das Problem, dass bei der aktuellen Methode der Auswahl ganze Bevölkerungsgruppen ausgegegrenzt werden und immer mehr Wohnungen über den Schwarzmarkt suchen, da ihnen bei Boplats Göteborg die Türen ohnehin verschlossen bleiben.

Herbert Kårlin