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Samstag, 25. Januar 2014

Kaum Wohnungen für Behinderte in Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg theoretisch über ein System verfügt nach dem alle Wohnungen, die für Behinderte angepasst wurden oder zumindest teilweise angepasst sind, über eine zentrale Meldestelle verteilt werden und den Betroffenen gezielt angeboten werden können, wohnen viele Einwohner der Stadt, die an einen Rollstuhl gebunden sind oder Gehprobleme haben, in für sie völlig ungeeigneten Wohnungen.

Nach dem lokalen Nachrichtenkanal P4 Göteborg ist selbst ein alleinerziehender Vater mit einem neunjährigen Sohn gezwungen im ersten Stock auf 20 Quadratmetern zu wohnen, so dass er er seinen Sohn, Rollstuhl und notwendige Decken oder Taschen in drei Umgängen ins Freie oder zurück in die Wohnung tragen muss. Dass ein Sofa in diesem Fall als Bett, Küchenstuhl und Bett gleichzeitig dienen muss, ist noch eine ganz andere Frage.

Natürlich gäbe es in Göteborg Wohnungen für Vater und Sohn, aber eines der Problem ist, dass viele Vermieter keine Rollstühle im Haus haben wollen und deshalb die entsprechenden Wohnungen nicht melden, zum anderen aber auch, dass Göteborg die für Behinderte angepassten Wohnungen zu Preisen anbietet, die sehr viele unter den Betroffenen nicht aufbringen können. Eine Verbesserung dieses Systems oder konkrete finanzielle Unterstützungen für die Betroffenen sind nicht geplant.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. November 2009

Wegen Sparmaßnahmen weniger Operation im Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg

Das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus muss im nächsten Jahr 140 Millionen Kronen einsparen. Dies bedeutet weniger Untersuchungen, weniger Operation, weniger Überwachung bei und nach einer Krankheit. Nahezu jede Abteilung des Krankenhauses ist von Einschnitten betroffen und so manche Operation muss auf quasi unbegrenzte Zeit aufgeschoben werden, wenn der Patient nicht eine Behandlung in einem anderen europäischen Land wählt.

Am meisten betroffen von den Sparmaßnahmen ist die Orthopädie und die Kinderabteilung. Bei den Sparmaßnahmen geht es nicht nur um Personaleinsparungen (im Jahre 2010 werden 400 bis 500 Arbeitsplätze verschwinden), sondern Tausende von Patienten müssen auf so manche Behandlung oder Untersuchung verzichten oder mit einem größeren Risiko leben lernen.

Das Sahlgrenska wird ab nächstem Jahr nahezu jede Behandlung, die eine Ärztezentrale theoretisch ausführen kann, ablehnen, was natürlich bedeutet, dass der Patient dann die Behandlung auch selbst, im Rahmen des vorgegebenen Limits, bezahlen muss. Das Göteborger Sozialsystem geht damit einen weiteren Schritt auf die Zwei Klassen Gesellschaft zu. Wer kein Geld für seine Gesundheit übrig hat muss eben krank bleiben.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. September 2009

Ein Frauenhaus in Göteborg für Frauen ohne Bleibe

Niemand weiß wie viele Frauen sich in Göteborg aufhalten, die keine feste Wohnung haben, da viele dieser Frauen es nicht wagen sich an eine Behörde zu wenden oder Angst davor haben in Maßnahmen gesteckt zu werden zu denen sie nicht bereit sind. Die offiziellen Stellen Göteborgs haben dennoch jährlich mit rund 200 dieser Frauen Kontakt, vor allem mit jenen, die akute medizinische oder psychische Hilfe brauchen.

Im Stadtteil Majorna von Göteborg finden diese Frauen nun das Frauenhaus Hulda, wo sie keinem Fragekatalog ausgesetzt sind und immer eine warme Dusche finden, wo sie ihre Kleidung waschen können, eine heiße Tasse Kaffee vorfinden oder einfach mit jemandem reden können.

Das Haus Hulda richtet sich an Frauen, die im Freien schlafen und jeden Kontakt mit den offiziellen Stellen ablehnen, sei es, weil sie Drogenabhängig sind, Alkoholprobleme haben, psychisch labil sind oder einfach weil sie Gewalt ausgesetzt sind, sich aber nicht als Opfer, sondern als Schuldige empfinden. Ziel ist es natürlich all diese Frauen erst einmal zum Reden zu bringen und um ihnen dann, in zweiter Linie, Hilfe bei der Wiedereingliederung zu bieten, ohne dass das offizielle Sozialsystem eine Hürde für sie ist.

Herbert Kårlin