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Samstag, 25. Januar 2014

Kaum Wohnungen für Behinderte in Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg theoretisch über ein System verfügt nach dem alle Wohnungen, die für Behinderte angepasst wurden oder zumindest teilweise angepasst sind, über eine zentrale Meldestelle verteilt werden und den Betroffenen gezielt angeboten werden können, wohnen viele Einwohner der Stadt, die an einen Rollstuhl gebunden sind oder Gehprobleme haben, in für sie völlig ungeeigneten Wohnungen.

Nach dem lokalen Nachrichtenkanal P4 Göteborg ist selbst ein alleinerziehender Vater mit einem neunjährigen Sohn gezwungen im ersten Stock auf 20 Quadratmetern zu wohnen, so dass er er seinen Sohn, Rollstuhl und notwendige Decken oder Taschen in drei Umgängen ins Freie oder zurück in die Wohnung tragen muss. Dass ein Sofa in diesem Fall als Bett, Küchenstuhl und Bett gleichzeitig dienen muss, ist noch eine ganz andere Frage.

Natürlich gäbe es in Göteborg Wohnungen für Vater und Sohn, aber eines der Problem ist, dass viele Vermieter keine Rollstühle im Haus haben wollen und deshalb die entsprechenden Wohnungen nicht melden, zum anderen aber auch, dass Göteborg die für Behinderte angepassten Wohnungen zu Preisen anbietet, die sehr viele unter den Betroffenen nicht aufbringen können. Eine Verbesserung dieses Systems oder konkrete finanzielle Unterstützungen für die Betroffenen sind nicht geplant.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. August 2012

Rollstuhlfahrer loben die Göteborger Verkehrsbetriebe

Nachdem die Göteborger Verkehrsbetriebe bisher immer Kritik wegen ihrer schlechten Anpassung der Fahrzeuge an Rollstuhlfahrer akzeptieren mussten, zeigen die Bemühungen eines vor fünf Jahren eingeleiteten Programmes nun Erfolg, denn der DHR (De Handikappades Riksförbund) lobt nun die Möglichkeit, dass jetzt jeder Bus und jede Straßenbahn der Stadt auch von Rollstuhlfahrern benutzt werden können.

Vor allem in den öffentlichen Bussen der Stadt Göteborg war es bisher oft unmöglich mit einem Rollstuhl in das Fahrzeug zu gelangen, weil alte Busse eingesetzt wurden, die nicht für Rollstühle vorgesehen waren oder die ausklappbaren Rampen nicht gewartet wurden. Nun können Rollstuhlfahrer über einen Knopfdruck die Rampe selbst ausfahren und kommen damit bequem und ohne fremde Hilfe in die Fahrzeuge.

Aber trotz des Lobes bleibt natürlich auch noch  Kritik, denn die Plätze für Bewegungsbehinderte werden oft von Kinderwagen besetzt und, da in der Regel nur ein Platz für Rollstühle vorgesehen ist, wird ein zweiter Rollstuhlfahrer von manchem Fahrer kategorisch abgewiesen. Ein weiteres Problem verursachen noch die Lautsprecheranlagen, da diese oft so leise sind, dass Sehbehinderten nicht hören an welcher Haltestelle sie sich befinden.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. August 2011

Rollstuhlfahrer fordern Geschäfte Göteborgs heraus

Als die Gruppe GIL (Göteborgskooperativet Individual Independent Living) im letzten Herbst gegen 30 Restaurants Göteborgs vorging, die es Rollstuhlfahrer unmöglich machten sie zu besuchen, da keinerlei Rampen installiert waren, Treppen zu den Toiletten führten oder andere Mängel aufwiesen, reagierten neun unter ihnen auf die Vorwürfe und ließen bauliche Änderungen vornehmen, die nun auch Rollstuhlfahrern den Zugang ermöglichten.

Nun wendet sich GIL an 40 Geschäfte der Innenstadt, die man nur über ein bis zwei Stufen erreichen kann, was für einen Rollstuhl ein unüberwindliches Hindernis ist. Während zehn Wochen versucht man das Problem über einen Dialog mit den Geschäftsbesitzern zu lösen. Sollte der Zugang dann weiterhin unmöglich für Rollstuhlfahrer sein, so wird GIL die entsprechenden Geschäfte mit deutlichen Hinweisen auf Internet veröffentlichen um dadurch einen Druck ausüben zu können.

Die Gruppe GIL sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, da in Schweden ein Gesetz geschaffen wurde, das Geschäftsinhaber und Restaurants dazu zwingt, Rollstuhlfahrern einen Zugang zu gewähren, aber weder die Besitzer der Geschäfte, noch Stadt oder Polizei in Göteborg für die Durchführung des Gesetzes sorgt, da dieses Gesetz kaum ernst genommen wird und auf der Prioritätsliste ganz unten landet, obwohl eine Rampe kaum Investitionen fordert.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Juli 2011

Rollstuhlfahrer weiterhin Probleme mit Västtrafik

Obwohl die Göteborger Verkehrsbetriebe Västtrafik seit Jahren ihre Busse mit ausfahrbaren Rampen ausstatten, damit auch Rollstuhlfahrer die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen können, ist die Situation für Behinderte immer noch alles andere als zufriedenstellend, denn nicht nur technische Probleme führen dazu, dass die Rampen nur teilweise funktionieren.

Das größte Problem für Rollstuhlfahrer sind die Fahrer der Busse, die in vielen Fällen nicht wissen wie die Rampen bedient werden oder die wegen der umständlichen Handhabung, und der Angst vor Verspätungen, ihre behinderten Passagiere einfach an der Haltestelle stehen lassen oder auf den nächsten Bus verweisen. Sehr vielen Fahrern wurde nie erklärt wie eine Rampe funktioniert.

Zusätzliche Probleme tauchen jedoch sowohl bei Bussen und Straßenbahnen auf, wenn zwei Rollstuhlfahrer gleichzeitig einsteigen wollen. Da in jedem Wagen nur ein speziell für Rollstuhlfahrer eingerichteter Platz vorhanden ist und ein weiterer dann für Kinderwagen gedacht ist, weigern sich Fahrer oft einem zweiten Rollstuhl den Zugang zu gewähren, auch wenn er keinerlei Hindernis für die anderen Passagiere darstellt.

Herbert Kårlin

Montag, 26. April 2010

Rollstuhlfahrer haben Probleme mit dem öffentlichen Verkehr in Göteborg

Unter den 240 Straßenbahnen, die zur Zeit in Göteborg verkehren, hat die Hälfte keinerlei Platz für Rollstuhlfahrer, da die Modelle nicht für Behinderte, und zum Großteil auch nicht für den Transport von Kinderwagen, gebaut wurden. Von den restlichen 120 Straßenbahnen können 80 je einen Rollstuhlfahrer mit an Bord nehmen und 40 neue Modelle erlauben zwei Rollstühle.

Nach einem Problem im Januar, als ein Fahrer sich weigerte mit zwei, unkorrekt platzierten, Rollstühlen am Järntorget seine Fahrt fortzusetzen und damit eine starke Polemik und ein Chaos im öffentlichen Verkehr verursachte, wird nun von den Verkehrsbetrieben studiert, ob man die 80 älteren Wagen, die Platz für je einen Rollstuhl haben, für den Transport von zwei Rollstühlen umbauen kann, was pro Wagen Kosten in Höhe von 50.000 Kronen erfordern würde.

Nach den ersten Vorstudien zweifeln die Göteborger Verkehrsbetriebe jedoch an dieser Lösung, da der Umbau für zwei Rollstühle neue Probleme verursachen werden, diesmal für den sicheren Transport von breiten oder mehreren Kinderwagen in den entsprechenden 80 Straßenbahnen. Bevor nun die Studien weiter betrieben werden, werden die Verkehrsbetriebe daher eine Bedarfsstudie beauftragen, da es relativ selten ist, dass zwei Rollstühle im gleichen Wagen transportiert werden wollen.

Herbert Kårlin