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Sonntag, 12. August 2012

Rollstuhlfahrer loben die Göteborger Verkehrsbetriebe

Nachdem die Göteborger Verkehrsbetriebe bisher immer Kritik wegen ihrer schlechten Anpassung der Fahrzeuge an Rollstuhlfahrer akzeptieren mussten, zeigen die Bemühungen eines vor fünf Jahren eingeleiteten Programmes nun Erfolg, denn der DHR (De Handikappades Riksförbund) lobt nun die Möglichkeit, dass jetzt jeder Bus und jede Straßenbahn der Stadt auch von Rollstuhlfahrern benutzt werden können.

Vor allem in den öffentlichen Bussen der Stadt Göteborg war es bisher oft unmöglich mit einem Rollstuhl in das Fahrzeug zu gelangen, weil alte Busse eingesetzt wurden, die nicht für Rollstühle vorgesehen waren oder die ausklappbaren Rampen nicht gewartet wurden. Nun können Rollstuhlfahrer über einen Knopfdruck die Rampe selbst ausfahren und kommen damit bequem und ohne fremde Hilfe in die Fahrzeuge.

Aber trotz des Lobes bleibt natürlich auch noch  Kritik, denn die Plätze für Bewegungsbehinderte werden oft von Kinderwagen besetzt und, da in der Regel nur ein Platz für Rollstühle vorgesehen ist, wird ein zweiter Rollstuhlfahrer von manchem Fahrer kategorisch abgewiesen. Ein weiteres Problem verursachen noch die Lautsprecheranlagen, da diese oft so leise sind, dass Sehbehinderten nicht hören an welcher Haltestelle sie sich befinden.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. August 2011

Rollstuhlfahrer fordern Geschäfte Göteborgs heraus

Als die Gruppe GIL (Göteborgskooperativet Individual Independent Living) im letzten Herbst gegen 30 Restaurants Göteborgs vorging, die es Rollstuhlfahrer unmöglich machten sie zu besuchen, da keinerlei Rampen installiert waren, Treppen zu den Toiletten führten oder andere Mängel aufwiesen, reagierten neun unter ihnen auf die Vorwürfe und ließen bauliche Änderungen vornehmen, die nun auch Rollstuhlfahrern den Zugang ermöglichten.

Nun wendet sich GIL an 40 Geschäfte der Innenstadt, die man nur über ein bis zwei Stufen erreichen kann, was für einen Rollstuhl ein unüberwindliches Hindernis ist. Während zehn Wochen versucht man das Problem über einen Dialog mit den Geschäftsbesitzern zu lösen. Sollte der Zugang dann weiterhin unmöglich für Rollstuhlfahrer sein, so wird GIL die entsprechenden Geschäfte mit deutlichen Hinweisen auf Internet veröffentlichen um dadurch einen Druck ausüben zu können.

Die Gruppe GIL sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, da in Schweden ein Gesetz geschaffen wurde, das Geschäftsinhaber und Restaurants dazu zwingt, Rollstuhlfahrern einen Zugang zu gewähren, aber weder die Besitzer der Geschäfte, noch Stadt oder Polizei in Göteborg für die Durchführung des Gesetzes sorgt, da dieses Gesetz kaum ernst genommen wird und auf der Prioritätsliste ganz unten landet, obwohl eine Rampe kaum Investitionen fordert.

Herbert Kårlin