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Mittwoch, 11. Juni 2014

Prostitution in Ferienwohnungen in Göteborg

Auch wenn der schwedische Staat über die Polizei versucht die Prostitution im Lande weitegehend einzudämmen, nicht zuletzt durch eine immer engere Zusammenarbeit mit Hotels, so sind sowohl Prostituierte als auch organisierte Gruppen Ämtern und Polizei immer einen Schritt voraus und verzichten nun auch immer häufiger auf Hotelzimmer und entfernen sich auch mehr und mehr vom Straßenstrich, der in Göteborg in Rosenlund nach wie vor sehr aktiv ist.

Die neueste Methode in Göteborg ist nun, dass Prostituierte sich als Touristinnen ausgeben um für ein oder zwei Wochen eine Ferienwohnung zu mieten, die dann für ihre Aktivitäten genutzt wird. Durch den kurzen Aufenthalt und die Tatsache, dass sich diese Wohnungen in allen Teilen Göteborgs befinden, ist es der Polizei nahezu unmöglich ein Netz oder eine Verbindung zu finden und auch die Wohnungsbesitzer sind in der Regel ahnungslos wozu ihre Wohnung verwendet werden.

Dieser neue Weg der Prostitution ist dadurch erleichtert, dass Prostituierte mit keinerlei Folgen zu rechnen haben, da sie ihre Dienste sehr freizügig anbieten dürfen. Unter Strafe gestellt ist in Schweden lediglich der Kauf von sexuellen Diensten. Dies wiederum in einer Privatwohnung nachzuweisen ist nahezu unmöglich. Da die Freier auch noch häufig über Internet oder Netzwerke gesucht werden, dürfte es sehr schwer sein diese Art der Prostitution zu verhindern, zumindest nicht ohne neue Gesetze zu schaffen, die auch den Verkauf von Sex verbieten, da dann auch die Werbung über Internet unmöglich gemacht wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Freitag, 21. September 2012

Internetbetrug nicht vorrangig in Göteborg

Nach der Organisation BRÅ (Brottsförebyggande rådet) wurden in Göteborg in den ersten sechs Monaten des Jahres knapp 20 Prozent aller Verbrechen aufgeklärt, was bedeutet, dass auch in Göteborg die Aufklärungsquote, im Verhältnis zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, um über zehn Prozent zurückging, obwohl die Regierung das Budget der Polizei die letzten zehn Jahre um 40 Prozent erhöhte und heute mehr Polizisten im Einsatz sind als früher.

Die Göteborger Polizei erklärt die schlechte Aufklärungsquote damit, dass mittlerweile pro Woche rund 100 Anzeigen wegen Internetbetrügereien eingehen und die zur Aufklärung dieser Fälle nötige Arbeit die Beamten überfordert und größere Ressourcen erfordern würde. Selbst wenn ein Teil dieser Fälle sonnenklar sind, da die Betrüger namentlich bekannt sind und das erschwindelte Geld auf ihre Privatkonten überwiesen wurde, so steht, nach der Göteborger Polizei, keine Zeit für die entsprechenden Verhöre zur Verfügung.

Ein weiteres Problem sei auch, dass die Regierung darauf drängt, dass Gewaltverbrechen und Diebstahl vorrangig behandelt werden müssen und einfacher Betrug ganz unten auf der Liste der Arbeiten steht. Um das steigende Problem mit Internetbetrug jedoch etwas einzudämmen, will die Abteilung für Betrug nun eine Sondereinheit bilden, die sich ausschließlich um Fälle kümmert, die mit Internet in Verbindung stehen. Inwieweit die Aufklärungsquote der Gesamtfälle dann steigen wird ist indes ungewiss. 

Herbert Kårlin
 

Sonntag, 2. September 2012

Zwangsarbeit für Langzeitarbeitslose

Seit Jahren hatte das Arbeitsamt die Listen der Unternehmer und Organisationen unter Verschluss, die gegen einen beträchtlichen staatlichen Zuschuss Langzeitarbeitslose der sogenannten  Fas 3 beschäftigten ohne diesen auch nur eine Öre an Vergütung bezahlen zu müssen, da andere Ämter, sehr häufig das Sozialamt, für den Unterhalt dieser Angestellten bezahlten, die, nach Aussage des Arbeitsamtes durch eine sinnvolle Beschäftigung zurück ins Berufsleben geführt werden sollen.

Allerdings hatte das Göteborger Arbeitsamt nicht damit gerechnet, dass so mancher, der die Listen in den Händen hatte, die Auswahl der Arbeitgeber etwas merkwürdig fand, darunter selbst Angestellte der staatlichen Behörde. Nicht verwunderlich war es daher, dass nun seit wenigen Tagen diese Listen über Internet verbreitet werden, damit auch die Allgemeinheit erfahren kann welche Unternehmen Göteborgs von diesen staatlichen Maßnahmen profitieren.

Wer die Liste des Göteborger Arbeitsamts etwas genauer betrachtet, stellt nun fest, warum sie unter Verschluss gehalten wurde, denn die Mehrheit der Unternehmen bietet nur Arbeitsplätze, die üblicherweise von fest angestelltem und bezahltem Personal ausgeführt werden, wobei bisweilen auch nur hoch qualifizierte Langzeitarbeitslose gesucht werden. In den Kommentaren, die auf Internet zu diesen Listen verbreitet werden, spricht man überwiegend von Sklaverei und nicht von Maßnahmen der Wiedereingliederung, um die es sich eigentlich handeln sollte. Die Auswahl der Unternehmen erfolgt durch das Göteborger Arbeitsamt.

Herbert Kårlin

Dienstag, 23. August 2011

Rollstuhlfahrer fordern Geschäfte Göteborgs heraus

Als die Gruppe GIL (Göteborgskooperativet Individual Independent Living) im letzten Herbst gegen 30 Restaurants Göteborgs vorging, die es Rollstuhlfahrer unmöglich machten sie zu besuchen, da keinerlei Rampen installiert waren, Treppen zu den Toiletten führten oder andere Mängel aufwiesen, reagierten neun unter ihnen auf die Vorwürfe und ließen bauliche Änderungen vornehmen, die nun auch Rollstuhlfahrern den Zugang ermöglichten.

Nun wendet sich GIL an 40 Geschäfte der Innenstadt, die man nur über ein bis zwei Stufen erreichen kann, was für einen Rollstuhl ein unüberwindliches Hindernis ist. Während zehn Wochen versucht man das Problem über einen Dialog mit den Geschäftsbesitzern zu lösen. Sollte der Zugang dann weiterhin unmöglich für Rollstuhlfahrer sein, so wird GIL die entsprechenden Geschäfte mit deutlichen Hinweisen auf Internet veröffentlichen um dadurch einen Druck ausüben zu können.

Die Gruppe GIL sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, da in Schweden ein Gesetz geschaffen wurde, das Geschäftsinhaber und Restaurants dazu zwingt, Rollstuhlfahrern einen Zugang zu gewähren, aber weder die Besitzer der Geschäfte, noch Stadt oder Polizei in Göteborg für die Durchführung des Gesetzes sorgt, da dieses Gesetz kaum ernst genommen wird und auf der Prioritätsliste ganz unten landet, obwohl eine Rampe kaum Investitionen fordert.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 3. Februar 2011

Tödliche Partydrogen in Göteborg

Innerhalb eines Monats starben im Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg zwei Personen nach der Einnahme von unbekannten Drogen. Die üblichen Drogentests gaben keinen Hinweis auf die Substanz, die zum Kollaps der beiden Jugendlichen führte.

Nachdem immer mehr sogenannte Partydrogen unterschiedlichster Zusammensetzung über Internet zu den Verbrauchern kommen, sind Ärzte bei Einlieferung der Patienten relativ hilflos. Die Mischungen verändern sich permanent und selbst eine nachträgliche Analyse lässt das Problem nicht eindämmen.

Der Kauf dieser sogenannten Partydrogen über Internet ist jedoch auch für die Jugendlichen ein sehr hohes Risiko, da sie, im Gegensatz zu herkömmlichen Drogen, die Wirkung auf den Körper nicht abschätzen können und eine ungefährliche Dosierung nicht garantiert werden kann.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Januar 2010

Internet Expo ITC Easy Fairs in der Göteborger Messe

Am 20. und 21. Januar findet in der Svenska Mässan (Göteborger Messe) die größte jährliche IT-Messe des Landes statt, die im Grunde aus zwei parallelen Ereignissen besteht, die sich beide um Internet, digitale Kommunikation und Sicherheitsfragen drehen und rund 200 Aussteller auf dem Messegelände vereinen.

Die Internet Expo mit seinen 17 Workshops und Diskussionsrunden spricht vor allem Fragen des Internet-Handels an und welche Wege und Methoden in der Gegenwart zum Erfolg führen. Es werden Themen wie die Rolle Googles und der Einsatz von Social Medias oder SMS ebenso behandelt wie die Fragen nach Urheberrecht innerhalb einer Werbekampagne.

Die IT Security Expo mit seinen runden Tischen und Diskussionsrunden behandelt alle Sicherheitsfragen mit denen eine Firma konfrontiert wird, angefangen vom Hacking bis zum Schutz eines Codes oder die Sicherheitsfragen beim Einsatz von mobilen Medien wie Handies. Cloud Computing und die Absicherung von Databases nimmt bei diesem Teil von Easy Fairs ebenfalls eine wichtige Rolle ein.

ITC Easy Fairs, das 2010 zum fünften Mal in der Svenska Mässan in Göteborg stattfindet, stellt den persönlichen Kontakt in den Vordergrund und richtet sich nur an Fachbesucher, die sich effektiv und zeitsparend mit neuen Techniken und aktuellen Sicherheitsfragen auseinandersetzen wollen. Als Veranstalter zeichnet easyFairs in Brüssel.

Herbert Kårlin

Montag, 31. August 2009

Ein Forschungsprojekt, das junge Brandstifter zum Thema hat

Die Unruhen der letzten Woche in Teilen Göteborgs und die Tatsache, dass etwa die Hälfte aller Brände von Jugendlichen angelegt werden beschert der Göteborger Universität ein neues Forschungsobjekt, das klären soll, warum Jugendliche Autos oder Schulen anzünden, aber auch bei anderen Brandstiftungen eine so hohe Quote ausmachen.

Die erste Stufe des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes beschäftigt sich mit der Rolle von Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und Internet bei Brandstiftungen. Die Forscher wollen herausfinden inwieweit die Art der Berichtserstattung Brandstiftung fördert und welche Rolle Internet in der Verbreitung von Information in Zusammenhang mit Brandstiftungen hat um ein klares Bild über Ursache und Wirkung zu erhalten.

Die zweite Stufe der Forschung soll anhand der erworbenen Kenntnisse Lösungen suchen, sowohl in Hinsicht auf eine neue Erziehung der Jugendlichen, die Schaffung von Sensibilisierungsprogrammen und die Frage klären, wie man die Anzahl der von Jugendlichen angelegten Bränden reduzieren kann. Die Stadt Göteborg kann anschließend beginnen die Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.

Herbert Kårlin