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Freitag, 26. Oktober 2012

Neue Stadtteile Göteborgs sprengen das Budget

Im letzten Bericht zur Lage der Ökonomie Göteborgs findet man 157 Millionen Kronen als rote Zahlen, eine Summe mit der niemand in der Führung der Stadt gerechnet hat, da man seit Jahren nur vom Sparen redet und die Ausgaben in allen Stadtteilen erheblich gekürzt hat, zumindest was die Dienste am Bürger betrifft. Da der Bericht nur Zahlen und keine Ursache liefert, will man sich in Göteborg nun auf die Suche nach dem Problem machen.

Ein Teil der negativen Summe entstand sicher wegen der steigenden Anzahl an bedürftigen Personen, die um Sozialhilfe anfragen und ein anderer Teil beruht auf der Wohnungsnot, was die Unterbringung in Behindertenheimen, die Versorgung der älteren Schicht oder Räume für die Verwaltung verteuert, und wieder ein Teil entsteht durch die steigenden Kosten für gewisse soziale Leistungen an Angestellte. Aber selbst wenn man all dies berücksichtigt, so bleibt immer noch eine rote Zahl übrig, trotz der bisherigen Sparmaßnahmen.

Der Rest des Minus kann vielleicht darin zu suchen sein, dass aus 20 Stadtteilen zehn gemacht wurden, denn eine solche Umstrukturieren kann bedeutende Summen schlucken, vor allem wenn man dabei neue Chefposten schaffen muss und die Lohnzahlungen von gehobenem Personal dreimal bis sieben Mal so hoch sind wie der Gehalt eines normalen städtischen Angestellten. Da man jedoch diese Summen auch in einer sozialdemokratisch geführten Stadt nicht angreifen darf, müssen sich die Bürger darauf einstellen im nächsten Jahr mit neuen Sparmaßnahmen konfrontiert zu werden.

Herbert Kårlin

Samstag, 5. September 2009

Göteborg bietet Praktikantenplätze für junge Arbeitslose

Zur Zeit sind rund 5000 Jugendliche beim Arbeitsamt Göteborg als arbeitslos eingetragen, wobei die tatsächliche Anzahl der arbeitslosen Jugendlichen jedoch vermutlich 10000 überschreitet, da viele von ihnen gar keinen Sinn darin sehen sich offiziell zu melden, da Arbeitsplätze in der Regel ohnehin ohne die Hilfe des Arbeitsamtes gefunden werden müssen.

Die Göteborger Verwaltung plant nun ab dem Jahre 2010 die Anzahl ihrer Praktikantenplätze auf 2000 zu erhöhen, was einer Verdopplung der aktuellen Zahl entspricht und bedeutet dass auf 20 fest Angestellte ein Praktikantenplatz fällt. Die Stadtverwaltung rechnet bei diesem Programm vor allem auf eine finanzielle Unterstützung durch den Europäischen Sozialfond, da die Stadt durch die Anstellung von Praktikanten höhere Kosten auf sich zukommen sieht.

Praktikantenplätze sollen in der Regel zu einer festen Anstellung führen, da ein Jugendlicher bei rund 400 Euros Lohn (übliches Bruttogehalt bei Praktikum) bei Vollzeitbeschäftigung (als Praktikant) sich kaum selbst ernähren kann. Eine entsprechende Zusage kann die Stadtverwaltung jedoch nicht machen, da sie den Jugendlichen über einen sechsmonatigen Praktikantenplatz lediglich eine Praxis bieten kann, damit die Jugendlichen anschließend leichter einen Arbeitsplatz finden können, unter der Voraussetzung, dass die Konjunktur ab Mitte nächsten Jahres wieder aufwärts geht.

Herbert Kårlin