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Junge Straftäter, die sich von ihren kriminellen Kreisen lossagen wollen um einen Neustart zu beginnen, können nun beantragen ein Jahr lang in Nicaragua zu verbringen. Sie werden dort bei Familien von Polizisten wohnen, die schwedische Schule besuchen und vor allem gemeinnützige Arbeit leisten. Nach einem Jahr wird ihnen dann die Eingliederung in Göteborg versprochen, was nichts anderes bedeutet als dass sie einen Praktikantenplatz oder eine Ausbildung vermittelt bekommen.Das Projekt ist im Stadtrat sehr umstritten, da bei dieser Art von Programm keinerlei statistische Werte vorliegen und mehrere Mitglieder des Stadtrats der Meinung sind, dass ein gleiches Resultat auch erreicht werden kann, wenn die Jugendlichen mit krimineller Vergangenheit irgendwo in Schweden ein entsprechendes Programm durchlaufen. Sie befürchten, dass Nicaragua von einigen Kriminellen sogar als Belohnung betrachtet werden kann.Die Kosten für die vom Sozialamt, nach Antrag, ausgewählten Jugendlichen betragen 200.000 Kronen im Jahr, zuzüglich Taschengeld, Flugkosten, Versicherungen und Impfungen. Das Projekt richtet sich an Jugendliche zwischen 18 und 21 Jahren mit krimineller Vergangenheit und startet nun in den beiden Stadtteilen Biskopsgården och Lärjedalen.Herbert Kårlin
Seit September des Jahres sollen Job Coches den Göteborger Arbeitslosen dabei helfen wieder einen Arbeitsplatz zu finden. In der Regel sollen Job Coaches den Arbeitssuchenden genau bei den Aufgaben helfen, die sie längst beherrschen: beim CV verfassen, auf Vorstellungsgespräche vorbereiten und Wegen weisen, wie man einen Arbeitgeber findet, den es kaum gibt.Von den 950 in Schweden zugelassenen Job Coach-Unternehmen haben nun 50 so starke Kritik bekommen, dass sie im nächsten Jahr nicht mehr fortsetzen dürfen. Aber auch die offiziell als korrekt bezeichnete Arbeit der Coaches bleibt in einer Grauzone, da es in Göteborg nicht ein Arbeitsamt gibt, das weniger Arbeitslose verzeichnet als vor der Maßnahme und kein Arbeitsamt kann darauf antworten, ob das Programm überhaupt eine Wirkung zeigte und dank der Coaches Bedürftigen geholfen wurde.Ein Job Coach ist per Definition nicht dafür da bei der Vermittlung oder der tatsächlichen Suche von einem Arbeitsplatz zu helfen, denn diese Aufgabe sollen Arbeitslose selbst übernehmen, in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arbeitsamt. Aber auch hier stellt sich die Frage, wie das Arbeitsamt seine Rolle definiert. Einige Arbeitsämter vermitteln Praktikantenjobs, die zeitbegrenzt sind und nicht zu einer Festanstellung führen. Ein Arbeitsloser, der kein Arbeitslosengeld erhält, darf in diesem Fall zwei bis sechs Monate eine Vollzeit-Arbeit für monatlich rund 400 Euros leisten ohne jede Zukunftsaussicht.Herbert Kårlin
Zur Zeit sind rund 5000 Jugendliche beim Arbeitsamt Göteborg als arbeitslos eingetragen, wobei die tatsächliche Anzahl der arbeitslosen Jugendlichen jedoch vermutlich 10000 überschreitet, da viele von ihnen gar keinen Sinn darin sehen sich offiziell zu melden, da Arbeitsplätze in der Regel ohnehin ohne die Hilfe des Arbeitsamtes gefunden werden müssen.Die Göteborger Verwaltung plant nun ab dem Jahre 2010 die Anzahl ihrer Praktikantenplätze auf 2000 zu erhöhen, was einer Verdopplung der aktuellen Zahl entspricht und bedeutet dass auf 20 fest Angestellte ein Praktikantenplatz fällt. Die Stadtverwaltung rechnet bei diesem Programm vor allem auf eine finanzielle Unterstützung durch den Europäischen Sozialfond, da die Stadt durch die Anstellung von Praktikanten höhere Kosten auf sich zukommen sieht.Praktikantenplätze sollen in der Regel zu einer festen Anstellung führen, da ein Jugendlicher bei rund 400 Euros Lohn (übliches Bruttogehalt bei Praktikum) bei Vollzeitbeschäftigung (als Praktikant) sich kaum selbst ernähren kann. Eine entsprechende Zusage kann die Stadtverwaltung jedoch nicht machen, da sie den Jugendlichen über einen sechsmonatigen Praktikantenplatz lediglich eine Praxis bieten kann, damit die Jugendlichen anschließend leichter einen Arbeitsplatz finden können, unter der Voraussetzung, dass die Konjunktur ab Mitte nächsten Jahres wieder aufwärts geht.Herbert Kårlin