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Sonntag, 19. Januar 2014

Wohnungsnot in Göteborg steigt weiter an

Auch wenn die Stadt Göteborg regelmäßig verspricht, dass die Wohnungsnot abgebaut wird und dabei zahlreiche Neubauten ankündigt, so zeigt sich, dass allein im vergangen Jahr die Warteschlange beim städtischen Boplats Göteborg um rund 50.000 Personen wuchs und damit die Rekordzahl von 199.000 Personen erreichte, die in Göteborg dringend eine Mietwohnung suchen.

Je nach der Lage und Größe der Mietwohnung kann die Wartezeit auf eine entsprechende Wohnung mittlerweile ohne weiteres sechs Jahre überschreiten und selbst jene, die keinerlei Ansprüche stellen und nehmen was sich gerade bietet, müssen im Durchschnitt noch 950 Tage auf eine Wohnung warten, was wohl unmöglich ist wenn man unmittelbar einen Arbeitsplatz annehmen soll oder sein Studium beginnen kann.

Was viele der Wohnungssuchende dann jedoch noch vergessen, ist die Tatsache, dass viele Mietwohnungen in Göteborg über keinen Parkplatz verfügen und dort auch keine zu mieten sind, die Stadt jedoch eine Jagd auf jene Mieter macht, die ihr Fahrzeug dann nicht täglich benutzen. Wer denn drei Wochen in Urlaub fährt, kann erleben, dass die Stadt das Fahrzeug abschleppt, vor allem wenn sich ein Nachbar vom parkenden Auto gestört fühlt. Es geht daher nicht nur  darum eine Mietwohnung zu finden, sondern auch darum eventuell einen Platz für sein Auto zu finden.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Dezember 2013

Der Göteborger Hauptbahnhof muss verschwinden

Wer den von Adolf Wilhelm Edelsvärd gebauten und im Jahre 1858 eröffneten Hauptbahnhof Göteborgs, der auf einer der bedeutendsten ursprünglichen Befestigungen des Stadt gebaut wurde, noch einmal sehen will bevor er endgültig der Vergangenheit angehören wird, hat nur noch wenig Zeit, denn nach Göteborger Ideologie muss alles, was nicht nach moderner Großstadt aussieht, verschwinden, so auch die Centralstationen.


Wer bisher dachte, dass der Västlänken mit seiner unterirdischen Eisenbahnlinie das Stadtbild erhalten würde, hat sich getäuscht, denn der Hauptbahnhof Göteborgs muss, nach Meinung des staatlichen Unternehmens Jernhusen, nicht nur eine unterirdische Bahnstation für Pendelzüge enthalten, was bedeutet, dass die dortigen Parkplätze verschwinden, sondern es muss groß gedacht werden, denn hier benötigt man Geschäfte, Wohnungen und einen Bau, der Göteborg mit Weltstädten wie Paris, London oder auch New York auf die gleiche Karte setzt.

Nach den Ideen, die sich bereits im Mai 2014 in Pläne verwandeln damit so schnell wie möglich mit dem Bau begonnen werden kann, wird das neue Gebäude nicht nur in die Breite gehen und einen Teil der Haltestellen für Busse vernichten, sondern man denkt auch bis zu 24 Stockwerke in die Höhe zu bauen. Nach den Ideen von Jernhusen muss die Centralstationen das Zentrum Göteborgs werden, das die Stadt mit der Insel Hisingen verbindet, aber auch das Ufer des Göta älv interessanter macht und den Zugang zu allen Stadtteilen erleichtert.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. November 2013

Bald billige Mietwohnungen in Göteborg

Der Vorstoß Göteborgs sogenannte „billige“ Mietwohnungen zu schaffen wird sich vermutlich beim ersten Projekt in der Guldmyntsgatan im Stadtteil Högsbo verwirklichen, da sich die gegenwärtigen Immobilienbesitzer kaum dagegen wehren, bereits 13 Architekten ihre Vorschläge einreichten und die Wohnungssuchenden Göteborgs hoffen endlich eine Mietwohnung zu finden, auch wenn es bei diesem Projekt nur einer kleinen Menge unter ihnen gelingen wird.

Da die Vorschläge der Architekten erst Ende des Jahres ausgewertet sein werden und die Planung erst dann in die nächste Stufe gerät, dürfte es allerdings für viele, die eine Mietwohnung suchen, eine herbe Überraschung geben, denn billige Mietwohnungen heißt nicht, dass man dann eine billigere Wohnung als gegenwärtig findet, sondern nur, dass die Preise nicht den modernen Neubauwohnungen des Privatmarkts angepasst werden. Geringverdiener werden auch bei diesen Projekten ausgeschlossen bleiben.

Die Stadt Göteborg, die juristisch abgesichert alle billigen Bauherren ausschließen darf, argumentiert, dass in Zukunft Bauunternehmen, die teure Mietwohnungen bauen wollen, bald vom Baugeschehen der Stadt ausgeschlossen sein werden, was ebenfalls ein Widerspruch in sich ist, denn die „billigen“ Wohnung sollen auch über weniger Komfort verfügen, weniger gegen Lärm geschützt sein und eben deswegen „billig“ gebaut werden, eine Forderung, der auch die sonst „teuren“ Unternehmen erfüllen können.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Freitag, 22. Februar 2013

Göteborg will laute Wohnungen bauen

Dass Göteborg mittlerweile wieder einen fest angestellten Stadtarchitekten hat, der zeigen will, dass man in Göteborg ohne Probleme sogar mehr Wohnungen schaffen kann als für den Wachstum der Stadt nötig sind, zeigt sich vor allem darin, dass die Stadt nun daran denkt dort zu bauen wo bisher wegen einer zu grossen Lärmbelästigung nicht gebaut wurde, zum Beispiel an wichtigen Einfahrtstraßen mit sehr starkem Lastwagen- und Busverkehr.

Natürlich soll der Lärmpegel in den neuen Wohnungen den in Schweden zulässigen Wert nicht überschreiten, weswegen die Politiker zur Entscheidung kamen, dass man lediglich zu neuen Techniken im Wohnungsbau greifen muss um die Neubauten so zu isolieren, dass die Normen eingehalten werden, eine Idee, die deutlich zeigt, dass die Verantwortlichen nicht an entsprechenden Straßen wohnen, denn das Leben findet nicht nur in den Wohnungen und bei geschlossenen Fenstern statt. Aber dass man auf dem Balkon, bei offenem Fenster oder die im Hof spielende Kinder einem höheren Lärm ausgesetzt sind, das halten Göteborgs Politiker für akzeptabel.

Kritik bekommt die Leitung der Stadt allerdings von Forschern und Medizinern, die wissen wie stark Lärm auf die Gesundheit eines Menschen einwirkt, wobei Schlafstörungen dabei noch zu den geringsten Übel gehören. Ein erhöhtes Risiko zum Herzinfarkt und Bluthochdruck gehören zu den häufigsten Nebenerscheinungen bei überhöhtem Lärm, auch wenn er nur den trifft, der es wagt seine Fenster zu öffnen oder seinen Balkon benutzen will. Nach den Forschern muss die Lösung nicht bei neuen Bautechniken gesucht werden, sondern bei der Konstruktion von leiseren Fahrzeugen, da Lastwagen, Busse und andere Fahrzeuge in der Regel für eine hohe Lärmbelastung verantwortlich sind.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Januar 2012

Wohnungsbau 2012 in Göteborg

Obwohl die Stadt Göteborg für das Jahr 2012 wegen der enormen Wohnungsnot, die jedes Jahr bedeutender wird, rund 2500 neue Wohnungen versprochen hat, zeigt sich bereits zu Beginn des Jahres, dass maximal 1700 dieser Wohnungen auch im Laufe des Jahres bezugsfertig sein werden und daher nicht einmal für die normale Zuwanderung ausreichen werden und nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein können.

Selbst wenn man die Wohnungsnot der Studenten zur Seite nimmt, so fehlen bereits heute mindestens 13.000 Wohnungen für die Altersschicht zwischen 20 und 25, die erst dann eine Familie gründen können, wenn sie auch eine Wohnung finden kann. Und selbst für die 1700 Wohnungen gibt es noch mehrere „wenn und aber“ von Seiten der Stadtplaner, da einige der Pläne noch nicht genehmigt sind und daher gegen sie Klage eingereicht werden kann.

Wenn man die Art der Wohnungen, die im Laufe des Jahres 2012 bezugsfertig sein sollen, betrachtet, so findet man unter ihnen knapp über 100 Wohnungen für Studenten und rund 600 Mietwohnungen, obwohl dort die Wohnungsnot in Göteborg am höchsten ist. Die restlichen 1000 Wohnungen werden ausschließlich nach dem Bostadsrätt gebaut, was bedeutet, dass diejenigen, die einziehen wollen, über ein bedeutendes Kapital und eine sehr gute Arbeitsstelle verfügen müssen.

Herbert Kårlin