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Dienstag, 18. Februar 2014

Göteborg verschwendet Steuergelder

Vor kurzem wurde in Göteborg zwischen Högsbo und Sisjön eine „Versuchstrecke“ mit einem öffentlichen Bus von Västtrafik eingerichtet, ein Projekt, das bisher von der Unternehmergemeinschaft des Stadtteils getragen wurde und es ermöglichen soll, dass die Bewohner aus Högsbo mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen können, ein Versuch, der bisher jedoch weit vom Ziel entfernt ist, da die meisten Busse auf der Linie kaum Fahrgäste aufweisen.

Weder der Unternehmerverband, noch Västtraffik oder das Straßenverkehrsamt Göteborgs sind sich bisher klar darüber ob diese Strecke je mehr benutzt wird und ob sich in Zukunft mehr Bewohner finden werden, die statt mit dem eigenen Auto mit einem öffentlichen Bus zur Arbeit und wieder nach Hause fahren wollen. Die Idee ist daher, dass der Versuch zeitlich ausgedehnt werden soll.

Da jedoch der Unternehmerverband nicht mehr über genügend Mittel verfügt und Västtrafik kein Interesse an einer Verlängerung zeigt, will nun die Stadt Göteborg die dafür nötigen 600.000 Kronen bezahlen, auch wenn nicht die Stadt, sondern Västtrafik entscheiden wird und auch für die entsprechenden Kosten aufkommen muss. Während also an Schulen, Altersheimen, Bibliotheken und vielem anderen gespart wird, ist der Stadtrat plötzlich der Meinung, dass man 600.000 Kronen übrig hat um einen zweifelhaften Versuch zu finanzieren, den sich die Unternehmer eines Stadtteils wünschen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 24. November 2013

Eine kleine Wohnung für 3000 Kronen in Göteborg

Erneut wird Bürgern Göteborgs nun die Hoffnung vermittelt, dass sie in Zukunft billige Mietwohnungen in Göteborg finden werden, denn eine Ausschreiben der Stadt bei dem ein Vorschlag eingereicht werden sollte nach dem eine Wohnung maximal 1500 Kronen pro Quadratmeter und Jahr kosten darf, 100 Kronen weniger als bisher die billigsten Wohnungen, lockte zahlreiche Architekturbüros an unter denen zehn von dreizehn auch den Anforderungen gerecht wurden.

Bild: Okidoki arkitekter

Bereits am Freitag wurde der Gewinner der Ausschreibung, Okidoki! arkitekter, als Gewinner prämiert. Das Architekturbüro erhält nun, zumindest theoretisch, den Auftrag 156 Wohnungen in Högsbo zu erstellen, vorausgesetzt, dass es je zum Bau kommt, denn noch gibt es keinen Bebauungsplan und keine Baugenehmigung, noch haben die Anwohner keine Chance Einspruch einzulegen und noch weiß man nicht so genau wie die Preise in einigen Jahren aussehen werden, denn das Projekt wird nicht morgen realisiert, sondern erst in einigen Jahren.

Die Idee Wooden it be nice ist natürlich in gewisser Weise bahnbrechend, denn durch die Holzbauweise ist es möglich eine Mietwohnung von 26 Quadratmetern zu 2995 Kronen im Monat zu vermieten, allerdings ohne Balkon und ohne Parkplatz, sowie der Idee durch das Badezimmer in den tatsächlichen Raum zu gelangen, denn der Flur wird gespart und die gemeinschaftliche Terrasse findet man auf dem Dach. Da man bei diesem Preis an Quadratmetern spart und möglichst viel Fläche ausnutzen will, so könnte es für die Bewohner der Häuser etwas eng werden und viel gegenseitiges Verständnis voraussetzen. Aber in der Tat werden auch nicht sehr viele Wohnungen für 3000 Kronen pro Monat zur Verfügung stehen, da jeder Zusatz kostet. Die größeren Wohnungen mit Balkon und Parkplatz wird man wohl kaum unter 14.000 Kronen pro Monat mieten können, ein Fundpreis für Geringverdiener, die mit 10.000 Kronen im Monat auskommen müssen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. November 2013

Bald billige Mietwohnungen in Göteborg

Der Vorstoß Göteborgs sogenannte „billige“ Mietwohnungen zu schaffen wird sich vermutlich beim ersten Projekt in der Guldmyntsgatan im Stadtteil Högsbo verwirklichen, da sich die gegenwärtigen Immobilienbesitzer kaum dagegen wehren, bereits 13 Architekten ihre Vorschläge einreichten und die Wohnungssuchenden Göteborgs hoffen endlich eine Mietwohnung zu finden, auch wenn es bei diesem Projekt nur einer kleinen Menge unter ihnen gelingen wird.

Da die Vorschläge der Architekten erst Ende des Jahres ausgewertet sein werden und die Planung erst dann in die nächste Stufe gerät, dürfte es allerdings für viele, die eine Mietwohnung suchen, eine herbe Überraschung geben, denn billige Mietwohnungen heißt nicht, dass man dann eine billigere Wohnung als gegenwärtig findet, sondern nur, dass die Preise nicht den modernen Neubauwohnungen des Privatmarkts angepasst werden. Geringverdiener werden auch bei diesen Projekten ausgeschlossen bleiben.

Die Stadt Göteborg, die juristisch abgesichert alle billigen Bauherren ausschließen darf, argumentiert, dass in Zukunft Bauunternehmen, die teure Mietwohnungen bauen wollen, bald vom Baugeschehen der Stadt ausgeschlossen sein werden, was ebenfalls ein Widerspruch in sich ist, denn die „billigen“ Wohnung sollen auch über weniger Komfort verfügen, weniger gegen Lärm geschützt sein und eben deswegen „billig“ gebaut werden, eine Forderung, der auch die sonst „teuren“ Unternehmen erfüllen können.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Montag, 24. Juni 2013

Volkspartei verspricht billige Wohnungen in Göteborg

Nur ein Jahr vor den Wahlen verspricht Kjell Björkqvist der Volkspartei billige Mietwohnungen in Göteborg, auch wenn die entsprechenden Pläne vor den Wahlen nicht einmal mehr präsentiert werden können. Seine Aussagen scheinen, wenn auch unwahrscheinlich, zumindest plausibel und wären bei einer sinnvollen Stadtplanung auch realisierbar und könnten zu etwa 300 Mietwohnungen verhelfen, die in Göteborg dringend nötig sind.

Nach Kjell Björkqvist könnte man im Stadtteil Högsbo, der verkehrsmäßig allerdings nicht ideal zu erreichen ist, ein Grundstück, das der Stadt gehört, über eine Ausschreibung an kleinere Bauunternehmen gegeben werden oder aber von der städtischen Gesellschaft Bostadsbolagen errichtet werden. Da in diesem Fall Göteborg auf den gesamten Prozess von der Planung bis zur Vermietung ihren Einfluss ausüben könnte, wäre es nach dem Politiker möglich preisgünstig zu bauen und ebenso preisgünstig zu vermieten.

Kjell Björkqvist präsentierte seine Idee nachdem im Kvillebäcken Einzimmerwohnungen für eine Miete von bis zu 8000 Kronen im Monat angeboten wurden und er vergisst dabei, dass auch das städtische Unternehmen mindestens 5700 Kronen dafür verlangte, eine Summe, die für einen Großteil jener, die diese Wohnungen benötigen, viel zu hoch ist. Sollte man in Högsbo auch nur 5000 Kronen Kaltmiete für ein einziges Zimmer fordern, so bleibt auch dieser Preis ein Exklusivpreis für eine kleine Schicht an Göteborgern, die Mietwohnungen suchen.

Herbert Kårlin

Freitag, 7. Dezember 2012

Mieterhöhungen um 60 Prozent in Göteborg

Der Streit zwischen den Mietern der 770 Wohnungen im Pennygången im Göteborger Stadtteil Högsbo und dem Vermieter Stena Fastigheter ging nun in die vermutlich letzte Runde, da sich der Mietausschuss nun in letzter Instanz damit beschäftigt welche der beiden Seiten mit seinen Argumenten den längeren Strohhalm zieht. Stena zeigt sich jedenfalls nicht freiwillig bereit auf Mieterhöhungen von 60 Prozent zu verzichten und die entsprechenden Wohnungen nur dem aktuellen Standard anzupassen und nicht bedeutend aufzuwerten.

Die Karten für Stena Fastigheter stehen indes gut, denn es gibt kein Gesetz, das ihnen eine Aufwertung von Mietwohnungen verbietet um anschließend auch die Mieten dem neuen Standard anzupassen. Von Seiten der Mieter steht daher nur die Aussage, dass sie im Laufe von Jahrzehnten bereits einen Anteil für Modernisierungen bezahlt haben und Stena die Einnahmen daher teilweise zweckentfremdete. Aber auch die Anwendung von Mietgeldern ist in Schweden bisher nicht gesetzlich geregelt, auch wenn es für Mieter selbstverständlich scheint.

Um seine Vorteile auszubauen hat Stena Fastigheter seinen Mietern auch angeboten eine andere Wohnung des Konzerns zu beziehen, sollten sie die neuen Mieten nicht bezahlen können. Aber auch wenn dieser Vorschlag gut klingt, so verpflichtet niemand Stena eine gleichwertige Wohnung zu bieten, sondern kann auch eine mit schlechterem Komfort in einem Randgebiet für die gleiche Miete wie vorher anbieten, in der Hoffnung, dass der Mieter dann ganz freiwillig seinen Mietvertrag kündigen will - oder darauf warten darf, dass die neue Wohnung auch modernisiert wird.

Herbert Kårlin

Dienstag, 11. September 2012

Bei Renovierung bleibt in Göteborg nur der Umzug

Nachdem 770 Mietwohnungen im Pennygången in Högsbo seit ihrem Bau zu Beginn der 60er Jahre nicht modernisiert wurden und sich zum Teil auch in schlechtem Zustand befinden, plant der Verwalter Stena Fastigheter nun eine grundlegende Modernisierung der Wohnungen, auch wenn die heutigen Mieter geschlossen mit normalen Renovierungen zufrieden wären. Nach Stena Fastigheter muss jedoch in Zukunft jede ihrer Wohnung modernem Standard entsprechen.

Stena Fastigheter ist mit diesem Schritt nur der erste Bauherr und Hausverwalter Göteborgs, der alte Wohnungen in Schuss bringen will, unter anderem damit, dass überall Parkettboden gelegt wird, Balkone für jede Wohnung gebaut werden und die Bäder neu gekachelt werden und Handtuchtrockner erhalten. Wer allerdings die Wohnung nach der Modernisierung wieder beziehen will, muss mit einer Mieterhöhung von mindestens 60 Prozent rechnen.

Über 80 Prozent der Bewohner der Mietwohnungen wissen schon heute, dass sie bei ihrem Einkommen die neuen Mieten nicht mehr bezahlen können, so wie Stena Fastigheter weiß, dass bei der extremen Wohnungsnot in Göteborg ohne Probleme neue und finanzkräftigere Mieter zu finden sind. Auch wenn der Mieterverband versucht die Mieter zu stützen, so sieht er wenig Chancen tatsächlich Hilfe leisten zu können, da die gegenwärtige Gesetzgebung Mieter in dieser Lage nicht schützt. Für die jetzigen Mieter wird die Modernisierung allerdings bedeuten, dass sie nur noch in Vororten ihr Glück versuchen können und Göteborg die „ärmere“ Schicht noch mehr aus guten Lagen verdrängt.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Juni 2010

Über zehn Brände in einer Nacht - Unruhen in Göteborg

Die Feuerwehr hatte die Nacht auf Donnerstag in Göteborg alle Hände voll zu tun, denn außer zwei Bränden, die vermutlich aus Leichtsinn entstanden, wurden über zehn Brände mutwillig angelegt. Ein Kindergarten in Tynnered, Autos, Autoreifen, ein Motorrad, aber auch Mülltonnen und Zeitungspakete gingen diese Nacht in mehreren Teilen der stadt in Rauch auf und kündigen damit einen unruhigen Sommer an.

Viele Bewohner der betroffenen Stadtteile sehen die Sparmaßnahmen der Stadt als Ursache für die steigenden Unruhen zum Ferienbeginn, denn Sommerlager kosten Geld, über das eine immer kleinere Schicht verfügt, und die meisten Jugendhäuser werden dieses Jahr über den Sommer geschlossen, städtische Aktivitäten reduzieren sich auf ein Minimum. Kindern und Jugendlichen bleiben dieses Jahr nur die Straßen, was dazu führt, dass sie ihre Meinung zur städtischen Politik in Form von Krawallen und Brandstiftungen ausdrücken.

Wie bereits im vorigen Jahr sind erneut jene Stadtteile betroffen in denen vor allem Geringverdiener wohnen. Hisingen, Tynnered oder Högsbo stehen dabei ganz oben auf der Liste, Gegenden, in denen sich nur Miethäuser an Miethäuser reihen und höchstens ein Spielplatz für Kinder unter sechs Jahren die Monotonie unterbricht.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Keine neuen Mietwohnungen im Göteborger Svaleboskogen

Göteborg versprach noch Anfang des Jahres den Bau von jährlich 2000 Wohnungen, vor allem Mietwohnungen, um die Wohnungsprobleme der Stadt mittelfristig in den Griff zu bekommen. Zu Beginn 2009 wurden daher in guter Lage zwischen Majorna und Högsbo 1000 dieser Wohnungen geplant. Der Svaleboskogen, die einzige Grünfläche in diesem Gebiet, schien ein ideale Lösung für die Stadtplaner zu sein.

Am Dienstag wurde dieser Plan nun beerdigt, da Anwohner weder ihren Waldhain verlieren, noch Auspuffgase und Lärm vor ihren Türen haben wollten. Dieses Aus bedeutet nun natürlich, dass die Wohnungsnot auf Grund der steigenden Zuwanderung in Göteborg noch bedeutender wird. Zahlreiche Bewohner der Umgebung fragen sich natürlich auch, warum die Stadtplaner unbedingt auf Grünflächen bauen wollen und an einer Stelle wo der öffentliche Verkehr jetzt schon problematisch ist und nicht dort, wo entsprechende Stellen wirklich zur Verfügung stehen.

Direkt am Svalboskogen befindet sich aktuell nur ein Wohnheim für ältere Bürger der Stadt. Die neuen Wohnungen sollten daher für eine Altersmischung sorgen und auch Geschäfte anziehen, die die Bewohner mit den wichtigsten Gütern versorgen, ein Verfangen, das selbst in Högsbo nach mehreren Jahren nicht wirklich gelang, obwohl dort weitaus mehr Bewohner zu zählen sind als in der Umgebung des Svaleboskogen geplant waren.

Herbert Kårlin