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Mittwoch, 12. Juni 2013

Politiker Göteborgs wohnen nicht im Vorort

Nach den Unruhen im Stockholmer Vorort Husby und der folgenden Kritik, dass die Mitglieder des Stadtrats den Vorort nicht kennen, da sie nur in Gegenden mit einem guten Ruf und höherem Einkommen wohnen, wollte Anders Sundell der Göteborger Universität wissen wie die Situation in Göteborg aussieht und kam dabei zu einem sehr ähnlichen Ergebnis, denn auch die Mitglieder des Göteborger Stadtrates kennen die problematischen Vororte kaum.

Nach der Untersuchung von Anders Sundell wohnen bereits knapp die Hälfte der Mitglieder des Stadtrats in drei Stadtteilen im Zentrum der Stadt. Wenn man jedoch zum Beispiel Angered, einen der größten Stadtteile Göteborgs nimmt, so müssten dort von der Bevölkerungsmenge aus betrachtet mindestens acht Bürger dieses Stadtteils im Stadtrat sitzen, auch wenn dies in Wirklichkeit gerade einmal bei vier städtischen Politikern zutrifft, und dabei ist Angered noch relativ gut vertreten.

Nach Anders Sundell ist es deswegen wichtig, dass eine repräsentative Menge der Stadträte in den Vororten lebt, weil man als Politiker die Probleme durch die Gespräche in seiner eigenen Wohngegend aufnimmt und vertritt, also auch nur jemand, der in einem Risikovorort lebt die dortigen Probleme aus der Nähe sieht und diese dann abstellen will. Da jedoch auch in Göteborg die Politiker die Vororte meiden, wird auch hier nur eine Politik der Innenstadt verfochten und die Randgebiete werden ihren Problemen überlassen, da die Vertreter der Bürger gar nicht wissen wie die Situation in diesen Gegenden wirklich aussieht. Sie verlassen sich einfach auf statistische Zahlen. Als lächerliche Ausrede bieten einige unter ihnen, dass es ja nur auf das politische Profil ankommt, nicht den Wohnort.

Herbert Kårlin

Dienstag, 19. April 2011

Unruhen in Göteborg

Pünktlich zum Frühling beginnen an den kritischen Orten in Göteborg wie Backa oder Västra Frölunda wieder nächtliche Brände bei denen Feuerwehr und Polizei mit Steinen empfangen werden. Seit zwei Wochen bewegen sich spät nachts wieder Jugendliche in Gegenden mit großem Ausländeranteil und hoher Arbeitslosigkeit und säen Angst unter den Anwohnern.

Letzte Nacht brannten allein zwischen 22 Uhr 30 und 2 Uhr 30 in einem Wohngebiet in Västra Frölunda vier Autos, ein Wohnwagen, ein Anhänger und ein Moped, die wegen den Angriffen der Jugendliche kaum zu löschen waren und daher restlos zerstört wurden.

Trotz Einsatz eines Polizeihubschraubers konnte von den Jugendlichen keiner gefasst werden, da sie mit ihren Mopeds weitaus mobiler waren als die Polizeifahrzeuge, die Einsatzkräfte durch das Anzünden von Papierkörben abgelenkt wurden und die Jugendlichen das Terrain sehr gut kannten. Eltern und Nachbarn, die sehr genau wissen, wer an den Taten beteiligt war, wagen es nicht eine Aussage zu machen.

Herbert Kårlin

Montag, 28. Juni 2010

Jugendliche in Tynnered bekommen Sommerjob

Nach den jüngsten Unruhen im Göteborger Stadtteil Tynnered bietet die lokale Stadtverwaltung Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren bis zu 20 Sommerjobs an. Die Mehrheit der Angebote beziehen sich auf Straßenreinigung und Arbeiten in Grünflächen der Stadt und bei den größeren Baugesellschaften, die dort ganze Wohnkomplexe verwalten.

Während Tynnered hofft mit dieser Maßnahme Jugendlichen eine Perspektive zu geben, so bleibt die Kritik an der Investition von rund 25.000 Euros nicht aus, denn viele Bewohner des Stadtteils sehen damit eine Belohnung für jene, die die Unruhen verursachten und durch Brandstiftung zu einem Sommerjob gelangen. Sie befürchten, dass diese Aktion ein falsches Zeichen setzt.

Tynnered bietet sein Sommer-Arbeitsprogramm allen Jugendlichen des Stadtteils an und hofft mit dieser Aktion wegweisend für Göteborg zu werden, wo auch in anderen Stadtteilen Spannungen herrschen. Nach den bisherigen Bewerbungen, die in der Stadtverwaltung eingingen, kann die Hälfte der offenen Plätze in den nächsten Tagen von Jugendlichen besetzt werden.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Juni 2010

Über zehn Brände in einer Nacht - Unruhen in Göteborg

Die Feuerwehr hatte die Nacht auf Donnerstag in Göteborg alle Hände voll zu tun, denn außer zwei Bränden, die vermutlich aus Leichtsinn entstanden, wurden über zehn Brände mutwillig angelegt. Ein Kindergarten in Tynnered, Autos, Autoreifen, ein Motorrad, aber auch Mülltonnen und Zeitungspakete gingen diese Nacht in mehreren Teilen der stadt in Rauch auf und kündigen damit einen unruhigen Sommer an.

Viele Bewohner der betroffenen Stadtteile sehen die Sparmaßnahmen der Stadt als Ursache für die steigenden Unruhen zum Ferienbeginn, denn Sommerlager kosten Geld, über das eine immer kleinere Schicht verfügt, und die meisten Jugendhäuser werden dieses Jahr über den Sommer geschlossen, städtische Aktivitäten reduzieren sich auf ein Minimum. Kindern und Jugendlichen bleiben dieses Jahr nur die Straßen, was dazu führt, dass sie ihre Meinung zur städtischen Politik in Form von Krawallen und Brandstiftungen ausdrücken.

Wie bereits im vorigen Jahr sind erneut jene Stadtteile betroffen in denen vor allem Geringverdiener wohnen. Hisingen, Tynnered oder Högsbo stehen dabei ganz oben auf der Liste, Gegenden, in denen sich nur Miethäuser an Miethäuser reihen und höchstens ein Spielplatz für Kinder unter sechs Jahren die Monotonie unterbricht.

Herbert Kårlin

Montag, 7. Juni 2010

Neue Unruhen in Göteborg

Während Facebook-Thema-Feste in Göteborg meist nur eine Gruppe Jugendlicher anzieht, die Spaß haben will, wie zum Beispiel während des Wasserkrieges im gestrigen Sonntag an dem sich rund 500 Jugendliche mit Wasserpistolen und Eimern bekämpften oder dem kürzlichen Apéro-Géant, bei dem kaum Alkohol konsumiert wurde, sich aber zahlreiche neue Freundschaften anbahnten, sind andere Jugendliche der Stadt weniger friedlich.

Im Göteborger Stadtteil Tynnered brannte erst das Büro des Sozialamtes, was dann am Wochenende dazu überging, dass jugendliche Gruppen begannen Polizei und Rettungsdienste mit Steinen zu empfangen nachdem sie vorher alte Reifen und ein Auto angezündet hatten. Anwohner fordern nun ein stärkeres Durchgreifen der Polizei, während diese Bedenken hat, dass dies nur zu noch größeren Unruhen führen wird.

Während des vergangenen Wochenendes konnte die Polizei keinen der Jugendlichen festnehmen, noch die Personalien feststellen, da das gewählte Gelände den Jugendlichen die besten Rückzugsmöglichkeiten bietet und es erlaubt, die Polizei auch in einen Hinterhalt zu locken, falls diese die Verfolgung aufnehmen sollte.

Herbert Kårlin

Sonntag, 13. September 2009

Erneut gehen nachts sechs Autos in Göteborg in Flammen auf

In der Nacht zum Sonntag brannten erneut sechs Autos in verschiedenen Stadtteilen Göteborgs. Nachdem jedoch keine weiteren Unruhen stattfanden und selbst keine Steine auf Polizeifahrzeuge und öffentliche Verkehrsmittel geworfen wurden, bezeichnet die Göteborger Einsatzzentrale der Polizei die Nacht als ruhig.

Als beunruhigender betrachtet die Polizei jedoch die Tatsache, dass in der gleichen Nacht auch Fahrzeuge in Malmö, Vårberg und Stockholm brannten, unabhängig von den Unruhen, die Uppsala seit Tagen beunruhigen und die Bevölkerung in Angst versetzen. Es scheint zu befürchten, dass die Unruhen aus Göteborg nun auch auf andere Städte übergreifen.

Bisher konnte niemand für die Brandstiftungen und Sachbeschädigungen festgenommen werden. Lediglich eine unabhängige Person, die das eigene Fahrzeug zwecks Versicherungsbetruges anzündete, konnte von der Göteborger Polizei festgenommen werden.

Herbert Kårlin

Sonntag, 6. September 2009

Eine Spezialeinheit wegen nächtlicher Unruhen in Göteborg

45 Autos fielen in Göteborg bereits dem Feuer zu Opfer. Unschuldige zahlen die Rechnung einer Polizeiaktion vom 10. August, die die Jugendlichen Göteborgs als Provokationen beurteilen. Der Wille zu einer Kommunikation fehlt beiden Seiten, und die Unruhen setzen fort.

In einigen sensiblen Stadtteilen werden daher von vermutlich organisierten Jugendlichen Autos in Brand gesetzt, Polizeifahrzeuge, Feuerwehr und öffentliche Verkehrsmittel mit Steinen beworfen. Einige Straßen werden von allen Seiten, auch den Bewohnern, nachts als No-Go-Area bezeichnet.

Nun will die Göteborger Polizei eine Sondergruppe bilden, die sich ausschließlich mit den nächtlichen Unruhen beschäftigt um ein Ende des Konflikts herbeizuführen. Die Gruppe erhielt den Namen Bryggan und soll sich vor allem um den Brennpunkt Hisingen kümmern. Die neu gebildete Einsatzgruppe geht vor allem der Spur nach, dass eine kriminelle Organisation hinter den Unruhen steckt, die auch an anderen Brandstiftungen und Drogenhandel beteiligt sein könnte. Inwieweit Kriminalisierung statt Diskussion zu einem Ergebnis führen wird bleibt abzuwarten.

Herbert Kårlin