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Donnerstag, 9. Oktober 2014

Taxis in Göteborg fordern Vorrechte

Seit in Göteborg auf den verkehrsreichsten Straßen der Stadt eigene Fahrspuren für die öffentlichen Verkehrsmittel geschaffen wurden, hat sich der Verkehr auf allen anderen Straßen so erhöht, dass es zu bestimmten Tageszeiten schwierig wird Kunden in einem Taxi in einer sinnvollen Zeit ans Ziel zu bringen. Es war daher nur logisch, dass die Taxifahrer sich dafür einsetzten ebenfalls diese Fahrspuren, die für allgemeinen Verkehr gesperrt sind, benutzen zu können.

Der Stadtrat zeigte sich von Beginn an überwiegend positiv, aber das Straßenverkehrsamt Göteborgs entschied sich dann dennoch nur dafür drei der Straßen auch Taxifahrern und öffentlichen Fahrdiensten für Kranke und Behinderte zur Verfügung zu stellen. Anschließend trat eine Phase des Schweigens ein und alle Anfragen der Taxiunternehmer der Stadt blieben auf einem Aktenberg liegen ohne dass das Amt in den letzten Jahren irgendeine klare Antwort geben wollten.

Ursprünglich war jedoch Taxis und Fahrdiensten, die immerhin zu 50 Prozent der Stadt Göteborg selbst gehören, fünf weitere Fahrstreifen der öffentlichen Verkehrsmittel versprochen worden, insbesondere jene, die über die Göta älvbron führen, da es auf dieser Brücke regelmäßig zu Staus kommt, aber es kommt nun weder eine Zustimmung noch eine Ablehnung. Nun hoffen die Taxifahrer dass die neue städtische Regierung zu einem Machtwort greift, da die Mehrheit der Taxifahrer ihre Fahrzeuge zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zählen.

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 20. Juni 2014

Göteborg wird eine Stadt für Fahrräder

Es ist nicht das erste Mal, dass Göteborg sich zu einer Fahrradstadt erklärt und mit Prognosen aufwartet, die von Beginn an unrealistisch sind. Bereits 1999 sagte man voraus, dass die Arbeiten an Fahrradwegen dazu führen sollen, dass 2012 zwölf Prozent aller Reisen innerhalb der Stadt mit dem Fahrrad gemacht werden. In der Tat handelte es sich dann jedoch nur um sieben Prozent und das tatsächliche Wachstum zeigte sich relativ bescheiden, da die Fahrradwege zum Teil schlecht geplant waren und der Unterhalt extrem zu wünschen ließ. Zahlreiche andere Städte waren mit ihrer Entwicklung an Göteborg in den gleichen Jahren vorbeigezogen.


Nun legt das Göteborger Straßenverkehrsamt einen neuen Plan vor, der dieses Mal bis zum Jahr 2025 reicht und besagt, dass sich bis dahin die Anzahl der Fahrten mit dem Fahrrad verdreifachen werden und von 73.000 im Tagesschnitt auf 219.000 ansteigen werden, eine Vision, die so wenig haltbar sein wird wie jene des Jahres 1999, aber auf dem Papier nahezu jede andere schwedische Stadt schlägt. Immerhin dürfte dieser Plan jedoch dazu führen, dass zumindest die aktuellen Fahrradwege verbessert werden und das Unfallrisiko für Radfahrer etwas reduziert wird.

Um die Göteborger zum Fahrrad zu bringen, legt das Straßenverkehrsamt auch eine klare Richtlinie vor, denn stufenweise sollen die Fahrradwege besser beleuchtet werden, der Unterhalt im Winter soll auf zentralen Strecken gefördert werden, es sollen mehr Einbahn-Fahrradwege entstehen und die Fahrradwege sollen sehr deutlich von den Bürgersteigen getrennt werden. Leider handelt es sich bei vielen dieser Ideen nur um ein Wunschdenken, denn um sichere Fahrradwege zu bauen, Fahrrädern mehr Platz zu geben und die Gefahren in Kreuzungen zu entschärfen, benötigt man etwas, was es in Göteborg kaum gibt, nämlich zusätzlichen Platz.

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 18. Juni 2014

Mehr Mietfahrräder in Göteborg

Das städtische Mietfahrradsystem Styr och Ställ wird auch diesen Sommer wieder weiter ausgebaut und in der Innenstadt entstehen weitere 13 Stellen an denen man sehr preisgünstig für eine halbe Stunde ein Fahrrad leihen kann um damit eine kurze Strecke im Zentrum per Fahrrad zurücklegen zu können. Als äußerste Grenze kam nun auch ein Platz am Botanischen Garten Göteborgs hinzu.


Das Göteborger Straßenverkehrsamt feiert sein Leihsystem mit den lobendsten Worten, da die Fahrräder immer häufiger benutzt werden, trotz der Probleme, dass man damit weder nach Hisingen, noch an die Badeplätze oder an die Delsjön kommen kann, Ziele, die im Sommer für die Bewohner der Stadt von größtem Interesse wären. Ziel ist lediglich, dass man mit den Mieträdern einfacher zu seinem zentral gelegenen Arbeitsplatz gelangt.

Mit keinem Wort spricht das Göteborger Straßenverkehrsamt von seinem touristenfeindlichen System, das jedes Privatunternehmen mit Mieträdern zum Konkurs führt. Aber für Touristen ist Styr och Ställ vollkommen uninteressant, denn ein Tagesausflug im Sommer kostet pro Tag auch bisweilen weit über 600 Kronen. Wer daher nur zwei oder drei Tagestouren machen will, kann sich für diesen Preis ein gebrauchtes Fahrrad kaufen und es am Ende des Urlaubs einfach an der Straße stehen lassen. Keine Stadt der Welt zeigt sich beim Fahrradverleih so touristenfeindlich wie Göteborg.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. März 2014

Göteborg plant Seilbahn über den Göta älv

Die Idee zur 400-Jahrfeier Göteborgs eine Seilbahn über den Göta älv fertigzustellen hat nun nicht nur positive Reaktionen bei der Bevölkerung und den regierenden Politikern Göteborgs ausgelöst, sondern das Projekt geht nun in die zweite Phase, denn bereits zum Herbst soll ein vorläufiger Plan auf dem Papier fixierst sein, zumindest wenn es nach dem Straßenverkehrsamt der Stadt geht.


In den kommenden Monaten werden sich daher Stadtplaner und Straßenverkehrsamt zusammensetzen um zu entscheiden an welcher Stelle die Seilbahn verkehren soll, wie viele Haltestellen gebaut werden müssen und ob es sich nur um eine oder mehrere Strecken handeln soll. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Seilbahn im Jahre 2021 in Betrieb sein kann, da man hofft damit das Zukunftsdenken Göteborgs beweisen zu können und einen Wegweiser für andere Städte bieten zu können.

Natürlich müssen vor dem ersten Spatenstich noch sehr viele Fragen geklärt werden, da die Seilbahn die Flussschiffahrt nicht behindern darf, also relativ hoch liegen muss, was sowohl auf Hisingen als auch dem Festland Göteborgs eine Herausforderung sein kann. Auch die Windstärke kann zu gewissen Jahreszeiten Probleme mit sich bringen und eine innovative Lösung für die Seilbahn fordern, da diese im Grunde täglich einsatzbereit sein soll um auch als öffentliches Verkehrsmittel eingesetzt werden zu können.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Dienstag, 18. Februar 2014

Göteborg verschwendet Steuergelder

Vor kurzem wurde in Göteborg zwischen Högsbo und Sisjön eine „Versuchstrecke“ mit einem öffentlichen Bus von Västtrafik eingerichtet, ein Projekt, das bisher von der Unternehmergemeinschaft des Stadtteils getragen wurde und es ermöglichen soll, dass die Bewohner aus Högsbo mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen können, ein Versuch, der bisher jedoch weit vom Ziel entfernt ist, da die meisten Busse auf der Linie kaum Fahrgäste aufweisen.

Weder der Unternehmerverband, noch Västtraffik oder das Straßenverkehrsamt Göteborgs sind sich bisher klar darüber ob diese Strecke je mehr benutzt wird und ob sich in Zukunft mehr Bewohner finden werden, die statt mit dem eigenen Auto mit einem öffentlichen Bus zur Arbeit und wieder nach Hause fahren wollen. Die Idee ist daher, dass der Versuch zeitlich ausgedehnt werden soll.

Da jedoch der Unternehmerverband nicht mehr über genügend Mittel verfügt und Västtrafik kein Interesse an einer Verlängerung zeigt, will nun die Stadt Göteborg die dafür nötigen 600.000 Kronen bezahlen, auch wenn nicht die Stadt, sondern Västtrafik entscheiden wird und auch für die entsprechenden Kosten aufkommen muss. Während also an Schulen, Altersheimen, Bibliotheken und vielem anderen gespart wird, ist der Stadtrat plötzlich der Meinung, dass man 600.000 Kronen übrig hat um einen zweifelhaften Versuch zu finanzieren, den sich die Unternehmer eines Stadtteils wünschen.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Februar 2014

Neue Probleme mit der Citymaut in Göteborg

Als im vergangenen Dezember 190.000 Autofahrer eine doppelte Rechnung für ihre Passagen erhielten, war ein Programmierungsfehler des Straßenverkehrsamts dafür verantwortlich und versetzte viele der Rechnungsempfänger in einen Schockzustand. Und da eine verspätete Bezahlung eine Strafgebühr von 500 Kronen nach sich zieht, waren auch viele sehr schnell mit der Zahlung, was sich nun nachträglich als Fehler erweist, da in Göteborg alles etwas anders läuft, selbst wenn die Fehler bei einem öffentlichen Amt liegen.

Das Straßenverkehrsamt bezahlt nun natürlich die zu viel bezahlte Summe zinslos zurück, aber kostenlos ist diese Aktion nur für jene, die auch eine automatische Abbuchung haben oder das Geld per Bank überweisen, also etwas über 60 Prozent jener, die monatlich eine Citymaut berechnet bekommen, denn alle andere erhalten nun einen Auszahlungsschein, den sie an den Poststellen bei Ica, Coop, Willys oder den Pressbyrån einlösen können.

An diesen Schaltern wird das Geld aber nur gegen eine Gebühr ausbezahlt, nämlich meist 25 Kronen, was über drei Billiggebühren der Citymaut entspricht, also für jene, die nur gelegentlich nach Göteborg fahren, auch 20 bis 50 Prozent der Gesamtrechnung ausmachen kann. Das Straßenverkehrsamt übernimmt diese Kosten natürlich nicht und verweist die sehr sauren Kunden nur darauf, dass sie eben auf den reinen Bankverkehr übergehen sollen und sich entsprechend beim Amt eintragen müssen, denn eine frei Wahl der Zahlungsmöglichkeiten will die Behörde nicht akzeptieren.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Dienstag, 19. November 2013

Vogelsterben wegen falschem Lärmschutz

In Göteborg und seinen Randgemeinden liebt man große Glasflächen, egal ob es sich um den Bau von Büroräumen, Wohnungen oder einem Lärmschutz an Autobahnen und Schnellstraßen handelt. Was jedoch für den Menschen in vielen Fällen als ideal betrachtet wird, kann für die Natur verheerende Folgen haben, insbesondere wenn Stadt- und Straßenplaner das Denken verlernt haben und nur nach ihrer Vorstellung von Ästhetik suchen.

So entstand auch neben der E20 bei Göteborg eine Glaswand, die den Bewohnern Partilles den größten Lärm der Schnellstraße abhalten soll. Zwei Vogelschützer entdeckten nun die fatale Wirkung dieser durchsichtigen Mauer, denn sie fanden an nur einem Morgen rund 70 tote oder schwer verletzte Seidenschwänze entlang des Glasschutzes, den ein Vogel natürlich nicht sehen kann. Die Verantwortung will nun natürlich niemand übernehmen, denn das Straßenverkehrsamt sieht den Fehler bei der Gemeinde und diese schiebt den Fehler auf das Amt, das nun einmal Erfahrung mit dem Bau von Lärmschutz hat und nach eigenen Anweisungen an Vögel denken soll.

Wenn es nur um die Glaswand gegangen wäre, so wären sicher auch Vögel gestorben, aber dass auf einer kurzen Strecke so viele toten Seidenschwänze lagen, lag vor allem daran, dass man eine Seite der unsichtbaren Mauer mit Ebereschen bepflanze, die im Herbst die herrlich roten Vogelbeeren tragen, die bevorzugte Nahrung der Seidenschwänze um diese Zeit. Man hatte daher nicht nur eine unsichtbare Gefahr für die Vögel aufgebaut, sondern diese auch noch mit der entsprechenden Bepflanzung angezogen. Nachdem die GöteborgsPosten über den Vorfall berichtete, wollen sich nun Partille und das Straßenverkehrsamt zusammensetzten um nach einer Lösung zu suchen.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. November 2013

Weihnachtsgeschäft Göteborgs mit schlechten Vorzeichen

Nach einer städtischen Verordnung darf das Straßenverkehrsamt Göteborgs zwischen dem 1. Dezember eines Jahres und dem folgenden 7. Januar im zentralen Göteborg keinerlei Baustelle betreiben um den Weihnachtshandel nicht zu stören, eine Verordnung, die das Amt dieses Jahr erstmals eigenmächtig außer Kraft setzte, denn zwei der störendsten Baustellen werden auch in dieser Zeit weiterhin bestehen.

Während die gigantische Baustelle bei Skeppsbron vor allem die Zufahrt nach Göteborg stört und den Autofahrern eine große Anzahl an Parkplätzen nimmt, sieht die Situation in der Drottninggatan anders aus, denn hier findet man Geschäfte, die schon jetzt über einen Umsatzeinbruch klagen und wegen den Bauarbeiten mit Sicherheit auf einen Teil ihres Weihnachtsgeschäfts verzichten müssen, ohne natürlich auf irgendeinen Ersatz vom Straßenverkehrsamt rechnen zu können.

Das Amt sieht die Situation jedoch völlig anders, denn da die Drottninggatan ohnehin für den Autoverkehr gesperrt bleiben muss, ist es nach den Verantwortlichen auch unsinnig die Straßenarbeiten ruhen zu lassen, wobei sie vergessen, dass es gegenwärtig auch für Fußgänger bereits eine Zumutung ist sich durch die Bautätigkeiten zu schlängeln. Die Arbeiten bei Skeppsbron, die gleichzeitig die Zufahrten zu vier Straßen der Stadt und zu einem zentralen Platz blockieren, sind nach dem Straßenverkehrsamt so umfassend, dass eine Unterbrechung von fünf Wochen einfach unsinnig sei, eine Meinung der die Geschäfte kaum zustimmen können.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 15. Juni 2013

Pflegedienst bekommt in Göteborg keine Parkplätze

Seit 15 Jahren klagen die Angestellten in den Pflegediensten Göteborgs darüber, dass ihnen auch bei dringenden Fällen keinerlei Parkplätze zur Verfügung gestellt werden und sie zudem die daraus resultierenden Strafzettel auch noch aus eigener Tasche bezahlen müssen. Weder die Stadt, noch das Straßenverkehrsamt oder die Besitzer der Wohnparkplätze fühlen sich von diesem Problem besonders betroffen, auch wenn sie alle einen funktionierenden Pflegedienst als normal betrachten und der Pflegedienst bei Notfällen schnell vor Ort sein soll.

Nachdem in Göteborg die Parkmöglichkeiten in der Stadt zudem reduziert werden, da man den Immobilienfirmen die Finanzierung auflasten will und auch nach dem selbst gesetzten Umweltziel die Autos aus der Stadt weitgehend fernhalten werden sollen, hat sich das Problem für den Pflegedienst in den letzten Jahren verstärkt. Nachdem nun in Göteborg auch noch die Policy eingeführt wurde, dass nur noch die bedeutendsten Pflegefälle nicht zu Hause gepflegt werden sollen, steigt zudem die Anzahl der Einsätze des Pflegepersonals, insbesondere bei akuten Fällen.

Bisher scheiterten alle Bemühungen des Pflegepersonals nach Parkplätzen, da die sozialdemokratische Regierung Göteborgs sich weigert die anfallenden Strafzettel zu übernehmen, das Straßenverkehrsamt nur daran denkt jeden Parkplatz so schnell wie möglich in eine rentable Mietfläche zu verwandeln und die Besitzer der Immobilien nicht einsehen, dass sie für einen von der Stadt zu tragenden Dienst ohne Gegenleistung kostenlose Parkflächen zur Verfügung stellen sollen. Nun verspricht die sozialdemokratische Regierung der Stadt erneut eine schnelle Lösung, die bereits seit 15 Jahren auf sich warten lässt.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. März 2013

Verschwundene Quittungen in Göteborg

Seit die Göteborger Tageszeitung GP den Kauf der italienischen Rost-Straßenbahnen zu überprüfen begonnen hat, tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf, da nicht nur zahlreiche Papiere geheim gehalten werden, sondern sich auch in der offen zugänglichen Kette der Ereignisse vieles verborgen war was auf die gröbste Nachlässigkeit der Stadtverwaltung und des Straßenverkehrsamts hinweist, ohne dass man, zumindest bisher, eine Affäre für den Staatsanwalt daraus machen kann.

Als die Tageszeitung GP die Quittungen für die vorbereitenden Reisen der Verantwortlichen nach Italien  sehen wollten, so kamen nur Quittungen ohne jede Zahlenangaben, mit der Ausrede, dass die quittierten Rechnungen sich irgendwo in den Archiven der Stadt befinden müssen und es wohl einige Zeit dauern kann bis man sie findet, eine Aussage, die jeden Unternehmer vor einen Richter bringt, nicht so die gut bezahlten Mitarbeiter der Stadt, die entweder über ein Chaos verfügen oder aber ihren Mitbürgern etwas verschweigen wollen.

Aber auch die vorbereitenden Papier, die der GP bisher zur Verfügung gestellt wurden, zeugen von einer Nachlässigkeit, die die Verantwortlichen nur mit einem Rücktritt vom Amt ausgleichen könnten, denn im rund 1000-seitigen Programm liest man Formulierungen wie „optimale Qualität“, „ausreichend starkes Material“ und andere laienhafte Ausdrücke ohne dass man von irgendwelchen klaren Zahlen und Werten spricht, was ein zukünftiger Ingenieur bereits während des ersten Studienjahres lernt. Alles deutet darauf hin, dass Qualität nie gefordert war, sonder nur die billigste Lösung gesucht wurde, auf Kosten der Steuerzahler und der Folge der Rostprobleme.

Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Januar 2013

Nebenstraßen in Göteborg entwickeln sich zu Gefahrenzonen

Die Einführung der Citymaut in Göteborg zeigt nun bereits einige Nebeneffekte, die dem Straßenverkehrsamt und der Stadtverwaltung zwar bekannt waren, aber auf die man die Bürger nicht vorbereitete. Nebenstraßen am Rande der Bezahlzonen und Verbindungen die im Norden der Stadt verlaufen, erleben nun einen regen Verkehr, der von den Anwohnern als unzumutbar und gefährlich eingestuft wird.

Auf einigen kleineren Straßen hat sich der Verkehr nicht nur verdoppelt, sondern die gestressten Autofahrer nehmen die engen Straßen auch mit überhöhter Geschwindigkeit, was bereits in der ersten Woche zu einigen kleineren Zwischenfällen führte und, nach Meinung der Anwohner, auch bald Tote und Schwerverletzte fordern kann. Auch die nördliche Ringstraße der Stadt weist seit dem 1. Januar einen um 35 Prozent höheren Verkehr aus als vorher.

Diese Verkehrssteigerungen zeigen, dass zwar die Luft in einigen nun weniger befahrenen Stadtteilen etwas besser wird, aber dafür in anderen Teilen der Stadt eine negative Auswirkung gemessen werden kann. Nach dem Straßenverkehrsamt sind die betroffenen Straßen allerdings für den höheren Verkehr ausgerichtet und sie stellen die Bewohner eher als Querulanten dar. Sollten sich jedoch tatsächliche schwere Unfälle ereignen, so steht, ebenfalls nach dem Straßenverkehrsamt, Geld für Anpassungen zur Verfügung.

Herbert Kårlin

Montag, 12. März 2012

Göteborg sorgt für Steinschlagschäden

Auch wenn in Göteborg von Eis und Schnee keine Spur mehr zu finden ist und alle Wettervoraussagen von zunehmender Wärme sprechen, so liegen auf den Straßen der Stadt nach wie vor rund 12.000 Tonnen Steinchen im Werte von einer halben Million Kronen, die die Autofahrer teuer zu stehen kommen, da dadurch hunderte von Fahrzeugen durch Steinschlag ihre Windschutzscheiben zerstört bekommen.

Das Göteborger Straßenverkehrsamt geht jedoch bei der Beseitigung der Steine nicht nach Notwendigkeit vor, sondern nach Gefühl, langfristiger Planung und, wenn man diese Aussage auch wenig verstehen kann, nach finanziellen Mitteln. Egal wie hoch die Schäden daher sind, so werden die Steinchen nicht vor dem 15. März beseitigt. An Nebenstraßen kann die Reinigung auch noch in den April gehen.

Erika Åkerblom, die Verantwortliche für die Aktion, sieht die Planung und die Ausgaben wichtiger als die Sicherheit der Autofahrer und argumentiert damit, dass man immer noch mit einem Wintereinbruch in Göteborg rechnen kann und deswegen das Abwarten die sicherste Methode sei, auch wenn die statistische Wahrscheinlichkeit eines Wintereinbruchs im März in Göteborg als geradezu Null betrachtet werden kann.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Februar 2012

Einführung der Maut in Göteborg kann sich verzögern

Nachdem das Straßenverkehrsamt Göteborgs für die Installation der technischen Ausrüstung für die Mautstellen der Stadt die Firma Q-Free beauftragt hat, bei dem ein Mitglied des Vorstands gleichzeitig Generaldirektor des staatlichen Unternehmens Vinnova ist, das maßgeblich für die Auftragsvergabe verantwortlich ist, wurde die Frage nach einer unabhängigen Entscheidung von Vinnova nun seit Monaten vor Gerichten ausgetragen.

Das Berufungsgericht hat nun dem Straßenverkehrsamt bis zur endgültigen Entscheidung jede weitere Installation der Zahleinrichtung untersagt, wobei mit einem Urteil frühestens in einigen Monaten zu rechnen ist. Die Verzögerung der Arbeiten geht erneut darauf zurück, dass man es in Göteborg nicht so eng sieht zwischen Gutachter und beauftragtem Unternehmen die Unabhängigkeit und neutrale Entscheidung der entscheidenden Personen zu prüfen.

Das Straßenverkehrsamt, das bereits alle 38 Zahlstellen für die Maut mit Glasfieberkabel ausgerüstet hat und nun nur noch die automatischen Zahlstellen mit der technischen Ausrüstung installieren muss, versichert jedoch nach wie vor, dass die Maut in Göteborg termingerecht zum 1. Januar 2013 eingeführt werden kann und baut darauf, dass das Gericht zu ihren Gunsten entscheiden wird.

Herbert Kårlin

Dienstag, 3. Januar 2012

Kleidersammlung in Göteborg in Kritik

Obwohl die Hilfsorganisation Humana auf der Liste der unseriösen Hilfsorganisation in Schweden steht, da sie teilweise als Sekte eingestuft ist und es unbekannt ist wie die Kleider verteilt oder verkauft werden oder wohin Gelder überwiesen werden, hat die Stadt Göteborg der Organisation erlaubt etwa 20 Container für Kleidersammlungen an unterschiedlichen öffentlichen Plätzen der Stadt aufzustellen.

Humana hat erst kürzlich den Namen gewechselt wie auch die Farbe ihrer Container, ohne jedoch die Arbeitsweise zu ändern oder ein sogenanntes 90er-Konto zu erhalten, das in Schweden allen humanitären Organisation gewährt wird, die bereit sind ihre Buchhaltung aufzudecken und auch tatsächlich eine humanitäre Hilfe leisten. Der früheren Organisation UFF, heute Humana, wurde dieses Konto wegen Unregelmäßigkeiten entzogen.

Jan Rinman, der für das Aufstellen dieser Containern in Göteborg zuständig ist, erklärt die Situation auf die Weise, dass das Straßenverkehrsamt lediglich überprüft, ob der Standort für einen Container vergeben werden kann, nicht um welche Organisation es sich handelt, obwohl ein simpler Blick auf eine öffentliche Liste genügen wurde, um zu entscheiden, ob man eine seriöse oder eine unseriöse Organisation unterstützt. Ob die Vergabe der Standorte korrekt verlief und von der Stadt verantwortet werden kann, wird im kommenden Herbst von der Stadt Göteborg überprüft.

Herbert Kårlin

Dienstag, 29. November 2011

Kürzere Parkzeiten in Göteborg

Am gestrigen Montag beschloss das Göteborger Straßenverkehrsamt, dass die Langzeitparkplätze der Innenstadt in Kurzzeitparkplätze verwandelt werden sollen, was bedeutet, dass Parkplätze auf denen man bisher, gegen eine Gebühr, den ganzen Tag parken konnte, nur noch zwischen 30 Minuten und, an gewissen Stellen, bis zu vier Stunden stehen darf. Die ersten Änderungen sollen noch vor Weihnachten in Kraft treten, die anderen dann im Laufe des kommenden Jahres.

Ziel dieser Maßnahme soll, nach Straßenverkehrsamt, nicht sein, dass alle, die mit dem Auto in die Stadt fahren, zur Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gezwungen werden sollen, sondern dass mehr Personen mit dem Auto in die Innenstadt fahren können um dort einkaufen zu können, oder auch um einen Arzt oder ein Amt besuchen zu können. Wie viele Langzeitparkplätze letztendlich in der Innenstadt übrig bleiben werden, ist bisher ungewiss.

Auch wenn sich die verkürzten Parkzeiten für Bewohner der Stadt in gewisser Weise verantworten lassen, so stellt sich natürlich die Frage, inwieweit man ohne Langzeitparkplätze Touristen in die Stadt locken kann, die hier täglich rund 1500 Kronen pro Person ausgeben und den Ruf der Stadt weltweit verbreiten. Es ist offensichtlich, dass am Göteborger Straßenverkehrsamt vorbei ging, dass diese Tage der deutsche Reiseunternehmer DerTour mit etwa 600 Personen in Göteborg zu Gast war um Touristen anzulocken und dann auch zufrieden zu stellen.

Herbert Kårlin

Samstag, 12. November 2011

Göteborg Energi ohne Rücksicht auf Verluste

Die stadteigene Gesellschaft Göteborg Energi fordert von der Stadt für jede installierte Anlage einen eigenen Vertrag. Allein das Straßenverkehrsamt musste daher rund 1500 Verträge mit Göteborg Energi unterschreiben. 860 gelten für die Straßenbeleuchtung, 250 für Ampelanlagen, aber auch für Rolltreppen, Pumpanlagen oder die Beleuchtung von Verkehrszeichen wird ein eigener Vertrag gefordert. Beim kleinsten Irrtum stellt die Stromgesellschaft einfach die Anlage ab.

Ein Fehler bei der Dateneingabe beim Straßenverkehrsamt hatte nun fatale Folgen, denn da zwei Verteiler die gleiche Nummer besaßen, stellte Göteborg Energi fest, dass es für zwei zentrale Straßen Göteborg, die Postgatan und die Kronhusgatan, keine Absprache gab und stellte daher die Verteiler am Montag ohne jede Vorwarnung ab, was dazu führte, dass beide Straßen ab dem frühen Abend im völligen Dunkel lagen.

Während die beiden letzten Male, als Göteborg Energi zur gleichen Methode griff statt eine Mail zu schicken oder anzurufen, das Abschalten keine schwerwiegenden Folgen hatte, wurde dieses Mal in der Postgatan eine 58-jährige Frau überfallen und dabei schwer verletzt. Göteborg Energi sieht sich natürlich unschuldig, gibt aber auch keine plausible Erklärung für das Vorgehen. Hinzu kommt, dass Göteborg in zwei Wochen Gast einer internationalen Beleuchtungskonferenz ist und dabei eines der übelsten Beispiele in diesem Bereich wurde.

Herbert Kårlin

Freitag, 23. September 2011

Autofreier Tag fällt in Göteborg aus

Bereits im Juli des Jahres gab der Göteborger Stadtrat bekannt, dass Göteborg am 22. September wieder am internationalen autofreien Tag teilnimmt, wenn auch nicht damit, dass in der Stadt weniger Autos verkehren sollten, sondern damit, dass das Straßenverkehrsamt die Bewohner darüber informieren sollte, dass sie mehr zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrräder greifen sollen.

Wer nun am gestrigen Tag nach einem einzigen Zeichen zum autofreien Tag in Göteborg suchte, musste sehr lange suchen, ohne jedoch fündig zu werden, denn nicht an einer einzigen Stelle der Stadt waren Plakate oder andere Hinweise zu finden, die man als zusätzliche Information oder als Aufruf betrachten konnte. Der autofreie Tag war in Göteborg ein Tag wie jeder andere.

Als nun die Sprecherin der Grünen Göteborgs, Kia Andreasson, das Straßenverkehrsamt nach den Aktionen zum Tag fragte, so bekam sie zur Antwort, dass man in einzelne Maßnahmen keine Gelder stecken kann, das Straßenverkehrsamt jedoch täglich daran arbeitet den Autoverkehr zu reduzieren. Man könnte natürlich auch mit anderen Worten sagen, dass sich das städtische Straßenverkehrsamt nicht für Entscheidungen des Stadtrates interessiert, sondern, wie so üblich in Göteborg, eben arbeitet wie es genehm scheint.

Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Dezember 2009

Endgültiger Vorschlag für die Straßenmaut in Göteborg

Damit die Einführung der Straßenmaut nicht länger als notwendig in Verzug kommt hat nun das Straßenverkehrsamt in Göteborg seinen endgültigen Vorschlag eingereicht, der in der Tat aus zwei leicht abweichenden Alternativvorschlägen besteht. Nun ist es an der Stadtverwaltung darüber zu diskutieren und die sinnvolle Lösung zu finden.

Nach Aussagen der Stadtverwaltung können auch Einsprüche gegen die Straßenmaut dessen Einführung nicht verhindern, sondern nur verzögern, da notfalls andere Wege gesucht werden, um Göteborg die nötigen Einnahmen aus dieser neuen Steuer zu sichern, da es nicht nur um die Luftverbesserung geht sondern um ein Infrastrukturpaket.

Um die Innenstadt zu entlasten sind rund 40 Zahlstellen nötig, wobei außer der Zone selbst auch die Befahrung der Göta Älvbron und des Tingstadstunnels zusätzlich steuerpflichtig wird. Die einzige Kostenbegrenzung liegt darin, dass Mehrfachbenutzer der Zahlzonen täglich maximal 60 Kronen bezahlen müssen, damit Berufsfahrer nicht über die Massen belastet werden.

Nach dem endgültigen Vorschlag müssen Personenkraftwagen und Lastwagen die gleiche Abgabe in Höhe von 10 Kronen pro Zahlstelle bezahlen. Damit auch ausländische Lastwagen die Steuer bezahlen müssen wurde ein Gesetzesentwurf vorbereitet. Die Straßenmaut wird zwischen 6 Uhr 30 und 18 Uhr 29 fällig, wobei das Wochenende und der Monat Juli abgabenfrei werden. Damit die Randzonen Göteborgs nicht stärker mit Kohlendioxid und Feinstaub belastet werden wird auch das Befahren der Älvborgsbron gebührenpflichtig, was in der Regel jedoch immer noch eine Ersparnis einbringt, da sich hier nur eine Zahlstelle befindet, während die Durchfahrt durch Göteborg in der Regel, wegen Göta Älvbron und Tingstadstunnel, das doppelte kosten wird.

Der Aufbau der 40 Zahlstellen wird voraussichtlich bei 800 Millionen Kronen liegen, die jährliche Aufrechthaltung dann weitere 320 Millionen verschlingen, wobei die Einnahmen jedoch gerade einmal das doppelte dieser Summe ausmachen und eine Rentabilität der Straßenmaut nicht vor 2018 oder 2019 zu erwarten ist. Straßenverkehrsamt und Stadt rechnen bei Einführung der Straßenmaut mit etwa 10% weniger Verkehr in der Innenstadt und profitieren vor allem von den Arbeitern bei Volvo, die auf der „falschen Seite“ des Göta Älv wohnen.

Herbert Kårlin